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18.02.2005 10:43

Hilfe Wochenende!
 
Bitte um dringende Hilfe, weil das Wochenende bevorsteht und ich nicht weiß, was ich tun soll!
Meiner Mutter, 78 Jahre und 42 Kg wurde vor 5 Jahren der gesamte Magen entfernt (Krebs). Jetzt hat sie enorme Eß- und Schluckprobleme und starken Reflux, seit Weihnachten ißt sie nur mehr Suppe und wird immer schwächer. Vor einigen Tagen kam ihr durch den Reflux Magen/Darmsaft in die Lunge, gestern wurde durch die Gastroentrologin Lungenentzündung festgestellt, sie bekam Antibiotika. Die Ärztin hat sich nur wenig Zeit genommen, nichts erklärt. Jetzt bin ich in großer Sorge, ob meine Mutter nicht in ein Spital gehört oder ob die dortigen Keime noch schlechter für sie sind?! Der praktische Arzt ist nicht da, einen Pulmologen habe ich angerufen, der hat gesagt, ich soll das der Ärztin überlassen. Was sollen wir tun?? Bitte um Antwort! Danke

Eljot 18.02.2005 11:07

Hilfe Wochenende!
 
Hallo,
ich verstehe Deine Sorge, meine Mutter 79 ist letzten Samstag an ihrem Magen Karzinom vestorben.
Hast Du niemanden, der Dich über die Gesamtsituation Deiner Mutter aufgeklärt hat?
Gibt es in deiner Nähe keine Hospiz-Verein???
Suche mal im I-Net Adressen in Deiner Nähe...
Du kannst mich auch gerne anmailen wenn Du willst
eljot.r@gmx.de

18.02.2005 11:19

Hilfe Wochenende!
 
Danke Eljot für Deine Antwort, obwohl Du doch selbst so viel Kummer hast! Ich fühle mit Dir und wünsche Dir viel Mut und Kraft in Deiner Trauer! Hoffentlich bist Du übers Wochenende nicht allein...
Ich werde es gleich beim Hospiz probieren, da gibt es wirklich eines in der Nähe. Melde mich wieder

Eljot 18.02.2005 14:21

Hilfe Wochenende!
 
Hallo Beate,
wollte Dir nur sagen, dass ich eben festgestellt habe, dass ich 2 Monate nicht hier im Forum war...
Jetzt, wo Mutter nicht mehr hier ist bei mir/bei uns... nutze ich dieses Forum um meine Trauer zu bewältigen... Du hast vor Dir, was ich schon hinter mir habe, das hilft uns gegenseitig.
Wenn Du Fragen hast, kannst Du dich wirklich gerne melden - ich habe Urlaub seit letzten Montag damit ich mich ganz um Mutter kümmern hätte können und am Samstag also 2 Tage vorher ist sie gestorben... ich trau ihr zu, dass sie mir keinen Urlaubstag "stibitzen" wollte.
Mach's gut
Eljot

21.02.2005 10:19

Hilfe Wochenende!
 
Hallo Eljot,
Wie war Dein Wochenende? Was tust Du jetzt so? Kannst Du trauern, mußt Du tüchtig funktionieren, hast Du viel zu checken, laßt Du Zeit verstreichen...? Ich habe am Wochenende sehr oft an Dich gedacht, Du hast jetzt eine so schlimme Zeit!
Wie es oft anders kommt, als man denkt: eine alte Bekannte, sie ist eine wunderbare TCM-Therapeutin, war gleich Samstag in der Früh da und konnte Mutti sehr helfen, sie hat vom Spital sehr abgeraten, solange das Fieber nicht steigt und keine Komplikationen auftreten. Also war ich das ganze Wochende bei ihr, am Abend ist ihr Mitbewohner heimgekommen und hat versprochen, sich um sie zu kümmern. Sie ist stabil, nur sehr unvernünftig, möchte dauernd etwas tun...
Würd Dir auch gerne sagen "Mach's gut", weiß aber gar nicht, ob man Dir das in Deiner Situation wünschen kann! Traotzdem: mach's so gut wie's geht
Beate

Eljot 22.02.2005 10:01

Hilfe Wochenende!
 
Hallo Beate,
ích bin jetzt, wo Mutter tot ist viel in diesem Forum zu Gange - es hilft mir.
Trauern ja.. Samstag bin ich ziel- und sinnlos heulend durch die Nacht gelaufen, durch den Schnee - das hilft auch. Sonntag hab ich meinen Vater eingeladen und lecker für ihn gekocht --- hilft auch.
Ich muss derzeit NICHT funktionieren, ich hatte mich beurlauben lassen um meine Mutter zu pflegen ... so habe ich jetzt viel Zeit - das tut sehr gut.
-------------- Du schreibst, deine Mutter ist unvernünftig------ wenn es geht, lass ihr doch ihren Willen, auch wenn es unvernünftig ist. Wenn sie immer schwächer wird und nur noch Suppe essen kann, merkt sie doch auch, dass sie vielleicht nicht mehr lange zu leben hat.
Dir wünsch ich viel Kraft
Eljot

22.02.2005 17:50

Hilfe Wochenende!
 
hallo Beate,

du schreibst deine Mutter sei sehr unvernünftig,meine Mutter hat eine Woche vor ihrem Tod aufgehört irgendwelche Nahrung zu sich zu nehmen vorher war es so, daß sie unbedingt weiter leben wollte. Ihr Ziel war ihr 65 Geburtstag am 07.07.2003. Bis dahin hat sie einige Schluckchen Astronautenkost und etwas Wasser zu sich genommen, was ihr sehr schwer viel, weil sie den ganzen Mund und Speiseröhre voll Herpes durch die Chemo hatte.Ihren Geburtstag hat sie toll durchgestanden von morgens 10 bis nachts 2 uhr. Danach haben wir sie ins Bett gebracht und sie ist nicht mehr aufgestanden.Das war ein Freitag. Ab Montags war sie fast nicht mehr ansprechbar, ab Dienstags ein Pflegefall am Sonntag ist sie gestorben.Diese absolut rapide Verfall hatte glaube ich nur damit zu tun, das sie nicht mehr wollte. Fast 2 Jahre zwischen Hoffnung und Angst zwischen erneuter Op und zu Hause elender Quälerei sie hatte genug. Zu unser unendlichen Trauer kam Erleichterung weil das Leiden ein Ende hatte. Sie fehlt mir immer noch sehr und wird es wahrscheinlich auch immer tun doch einen weiteren Leidensweg hätte ich ihr nicht gewünscht. Laß sie das machen, was sie möchte (wenn es nicht zu schlimm ist). Meine Mutter hatte übrigens auch Magenkrebs mit totaler Entfernung des Magens.Eigentlich wollte ich dir nur irgendwie helfen doch habe ich jetzt meine Geschichte geschrieben. Es dauert sehr lange bis man damit klar kommt und leider ist mein Vater seit Mitte Dezember ebenfalls unheilbar erkrankt und ich werde ihn auch verlieren. Na ja sorry müßte anscheinend mal raus.
Trotzdem liebe Grüße
Mela


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