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Anna_84 22.01.2016 22:17

Trauergruppe oder Angehörigengruppe?
 
Guten Abend,

mein Vater ist nun seit 7 Wochen tot. Ich würde mich so gern darüber austauschen und suche eine Gruppe, mit Personen, mit denen ich mich austauschen kann.

Dabei geht es mir thematisch weniger um den Tod selbst, sondern vor allem um das Leid verursacht durch den Krebs und die Chemos, dass vorhergegangen ist.

Ich weiß nicht was da passender ist.. eine Trauergruppe oder eine "Krebs-Angehörigengruppe"?

Ich war die Tage zu Besuch bei einer Trauergruppe, wo vor allem der Verlust der jeweiligen Angehörigen betrauert wurde. Ich weiß nicht, ob es das Richtige für mich ist, weil mich thematisch einfach das Leid beschäftigt.

Dann bin ich 31 Jahre alt und soweit ich recherchiert habe, gibt es entweder nur "Verwitweten-Gruppen" oder "Gruppen für Kinder/Jugendliche".
Für diese Altersgruppe gibt es anscheinend nichts.

Habt ihr dazu Tipps/Hinweise/Ideen?

Würde mich über Rückmeldungen freuen.

Liebe Grüße

Anna

GlidingGeli 22.01.2016 22:43

AW: Trauergruppe oder Angehörigengruppe?
 
Hallo Anne,

es tut leid, dass du dich mit dem Thema auseinander setzen musst.
ich kenne Trauersafes, die von Palliativstationen oder Hospizen angeboten werden. Eine Freundin leitet eine Trauergruppe in der Kirchengemeinde, dort sind die Gäste auch erwachsene Kinder und Partner.

Frage doch mal in deiner Gegend nach.

Alles Gute für deinen weiteren Weg.

GlidingGeli

hermannJohann 23.01.2016 09:39

AW: Trauergruppe oder Angehörigengruppe?
 
Hallo Anna,
meine Frau ist vor mehr als zwei Jahren an Krebs gestorben. Die Trauer ist noch da und auch die Erinnerung an das Leid vor ihrem Tod. In den Monaten vor ihrem waren einige Gespräche für mich ganz hilfreich. Aber für eine Angehörigen-Gruppe hätte ich keine Zeit gehabt. Wenn es wirklich sehr bedrohlich wird, hilft auch keine Gruppe. Die Kranken und Angehörigen erleben ganz unterschiedliche emotionale Situationen. Was in einer Situation hilfreich ist, kann in einer anderen völlig falsch sein. Später war ich in einer Trauergruppe. Das war damals ganz gut, würde mir aber jetzt auch nichts mehr bringen. Dazu sind die Bedürfnisse und Situationen zu unterschiedlich. Einige wollen schnell zurück ins normale Leben, andere können und wollen das nicht. Die Auseinandersetzung mit Tod und Leiden führt dazu, dass man vieles in Frage stellt. Was ist noch wichtig, was ist unwichtig ? Was erwarte ich noch im Leben? Welche Lebensaufgaben habe ich noch? Ist es für mich wirklich wichtig, alt zu werden? Sicherlich holt mich der Alltag immer wieder ein. Aber es wird nicht mehr so, wie es vorher war. Wir können für unser Alter „vorsorgen“, aber es kann alles anders kommen. Vielleicht wäre eine Selbsterfahrungsgruppe mit Mitglieder, die in einer ähnlichen emotionalen Situation sind. ganz gut.
Mit besten Grüßen
Hermann

vintage 23.01.2016 09:45

AW: Trauergruppe oder Angehörigengruppe?
 
hallo anna,

hilfreich wäre natürlich, wenn du in einer grossstadt lebst oder in deren nähe.
dann ist die wahrscheinlichket grösser, gleich-interessierte zu finden.

ich habe zwei mal positive erfahrungen damit gemacht,
eine gruppe, die mich interessiert hätte und die es nicht gab, selbst "anzuschubsen".
in grossstädten gibt es auch träger, die einem dabei helfen.
meine zweite gruppe war durch ein forum zustande gekommen.
und ich bin froh, diese gruppe zu haben.

ich weiss, was du meinst mit dem "leid".


vg, vintage


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