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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zur Genesung oder zum Sterben nachhause?


Mona79
29.11.2012, 14:51
Hallo Zusammen,
kurz zur Vorgeschichte: meine Mutter hat seit 5 Jahren ein methastasierendes kleinzelliges BC. Nun, nach vielen Ups and Downs innerhalb dieser 5 Jahre musste sie am vergangenen Donnerstag in der Nacht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ihre Blutwerte waren mehr als schlecht, kaum Leukos, Thrombos unter 10000. Sie hatte starkes Nasenbluten und ihr Allgemeinzustand war sehr, sehr angsteinflößend. Es stand am Donnerstag als auch am Freitag sehr schlecht um sie. Ihr schlechter Zustand wurde nicht durch den Krebs erzeugt, sondern durch einen bis dato unaufspürbaren Entzündungsherd.Aufgrund ihrer Schmerzen, ausgehend von größer gewordenen Lebermethastasen bekam sie starke Schmerzmittel als Tropfen, ähnliche nahm sie allerdings schon 1-2 Wochen vorher zuhause ein (sie hatte sie aber seeehr verdünnt...im KH bekommt sie sie bedeutend konzentrierter). Heute wurde noch ein CT gemacht, da sie seit der Einlieferung mehr und mehr verwirrter wurde. (der Befund steht noch aus) Entweder hat sie ebenfalls einen Hirnbefall oder aber das rührt von den Schmerzmitteln als auch von der Dehydration her, da sie Mittwoch-Freitung kaum Flüssigkeit zu sich nahm und auch noch Flüssigkeit verlor. In der vergangen Woche wurde sie mit Antibiose, Blutkonserven, Thromobozyten und da sie kaum isst mit Aminosäuren, Lipiden und Kohlenhydraten behandelt.
Heute war Visite, sogar der Chefarzt war dabei. Die behandelnde Ärztin gab uns zu verstehen dass die Blutwerte inzwischen stabil seien, worauf der Chefarzt dann einlenkte und sagte dass sie recht zeitig nachhause könne, damit sie sich nicht noch mit den Krankenhauskeimen infiziere. Und die weitere palliative Versorung muss und soll nun ihr Onkologe übernehmen.
Nun, meine Mutter ist noch recht schwach auf den Beinen, sie isst so gut wie nichts, ist noch recht verwirrt und die Blutwerte sind nicht!! im normalen Bereich. Also, wozu schickt der Arzt nun meine Mutter nachhause? Wie soll es dort weitergehen? Was meint er nun mit der palliativen Versorgung durch den Arzt. Bin ziemlich durch den Wind ob ich nun aufatmen kann da sie weiter genesen wird oder ob er sie zum Sterben nachhause geschickt hat?<---hätten wir dann nicht dementsprechende Hinweise bekommen? Was meint ihr, ich wäre sehr dankbar über eure Erfahrungen und Meinungen.

Stewey
29.11.2012, 15:19
Hallo Mona,
das mit deiner Mama tut mir sehr leid. So wie du das schilderst ist es schon sehr merkwürdig, dass die Ärzte Euch keine Aufklärung geben. Für mich hört es sich so an, dass man mit einer Therapie bei Deiner Mama nicht mehr weiterkommt. Daher das Wort palliative Versorgung durch den Onkologen. Palliativ heißt, ein beschwerdefreies und schmerzfreies Dasein zu ermöglichen und keine sinnlosen Therapien mehr auszusetzen die den Menschen nur belasten. Frage Euren Onkologen mal nach einer SAPV Verordnung - soziale ambulante palliativ Versogung-. ich gebe dir nur den Tip, Deine Mutter zu nichts zu zwingen....dicht du musst essen, sondern du kannst essen....deine Mutter muss nur das was sie will. Ich drücke Euch die Daumen....
Lieben Gruss Sandra

Mona79
29.11.2012, 19:10
Hallo Stewey,
ich habe heute noch viel hin und her telefoniert. Nach anfänglicher Euphorie dass sie entlassen werden soll, ereilte mich doch recht schnell das Grübeln darüber. Deshalb habe ich diesbezüglich auch das Thema begonnen. Telefoniert habe ich u.a. mit meiner Schwester (seit einer Woche wechseln wir uns mit unserem Vater im 4-6 Stunden Takt ab, damit meine Mutter rundum betreut wird) telefoniert. Ein sehr guter Bekannter ihrerseits ist Pflegedienstleiter eines Krankenhauses in der Nähe. Er hat beste Konditionen zu einem ambulanten Palliativdienst, so wie du ihn beschrieben hast. Ich bekam auch heute von der Sozialarbeiterin des KH in dem meine Mutter liegt einen dementsprechenden Flyer. Nun versuche ich so schnell wie möglich alle nötigen Informationen zu bekommen die wir brauchen, damit es meiner Mutter zu Hause gut gehen wird. Der Bekannte meinte dass es reine Politik sein kann, was da von statten geht. Meine Mutter belegt als Kassenpatientin ein Einzelzimmer, und das kostet natürlich...ich bin schockiert, wenn das tatsächlich der Fall ist. Denn sie ist definitiv noch nicht in der Lage nach Hause zu kommen. Ihre Blutwerte gleichen einer Berg- und Talbahn...das wäre eine absolute Zumutung, nicht nur für sie. Nun ja, morgen werde ich um einiges schlauer sein...aber meine Mutter bleibt erst mal da wo ist, dafür werde ich kämpfen. Bitte nicht falsch verstehen, ich wäre überglücklich wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung sein kann, aber ich möchte nicht dass ihre medizinisch dringende Versorgung irgendwelche Einbussen machen muss.

Gina79
26.01.2013, 13:35
Hallo Mona! Habe eure Geschichte gelesen. Wollte mal nachfragen wie es euch geht? Liebe Grüße Nina