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Im Rahmen des Deutschen Krebskongresses informierte die Deutsche Krebshilfe heute, am 25. Februar 2010, über ihre bundesweite Informationsoffensive zum Thema Krebs-Früherkennung. „Unsere umfassenden und allgemeinverständlichen Ratgeber über den Nutzen und mögliche Risiken von Früherkennungsverfahren unterstützen die Menschen dabei, sich für oder gegen diese Untersuchungen zu entscheiden“, betonte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Für viele Tumorerkrankungen gilt nach wie vor der Leitsatz ‚Früh erkannt – heilbar’. Daher ist eine informierte Entscheidung besonders wichtig.“
Unter dem Motto „Strukturen verändern – Heilung verbessern“ beginnt heute, am 24. Februar 2010, in Berlin der 29. Deutsche Krebskongress. Im Rahmen der viertägigen Veranstaltung diskutieren mehr als 8.000 Krebs-Experten die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Onkologie. „Die Heilungschancen krebskranker Menschen lassen sich nur dann weiter erhöhen, wenn die Strukturen und Prozesse in der Krebsmedizin und Krebsforschung kritisch hinterfragt und neue Wege eingeschlagen werden“, sagte Professor Dr. Harald zur Hausen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, bei der Eröffnung. Die Deutsche Krebshilfe ist auf dem Krebskongress prominent vertreten und bringt sich in zahlreiche Symposien mit ein.
Jedes Jahr erkranken fast 19.000 Menschen in Deutschland neu an Magenkrebs. 90 Prozent dieser Karzinome sind auf eine Infektion mit dem Bakterium Heliobacter pylori zurückzuführen. Diese Infektion wird zurzeit vor allem mit Antibiotika behandelt. Der Erreger ist in den letzten zehn Jahren jedoch vermehrt unempfindlich gegenüber dieser Therapie geworden. Die Deutsche Krebshilfe fördert jetzt ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, eine Impfung gegen dieses Bakterium zu entwickeln. Die gemeinnützige Organisation unterstützt das Projekt am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TU) mit 266.000 Euro.
Eine international besetzte Jury gab heute bekannt, dass das Münchener Spitzencluster m4 ("m hoch vier") für personalisierte Medizin und zielgerichtete Therapien zu einem der fünf Gewinnern des Spitzenclusterwettbewerbs zählt. Der deutschlandweite Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums (BMBF) fördert Regionen, in denen auf herausragende Weise Wirtschaft und Wissenschaft zusammenarbeiten. Die 100 Partner von m4 erhalten aus Mitteln des Bundes, des Landes Bayern und der beteiligten Unternehmen knapp 100 Millionen Euro. Die TU München ist an rund der Hälfte der mehr als 40 Struktur- und Forschungsprojekte beteiligt.
Im Beisein von Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog wurde am Freitag das Roman-Herzog-Krebszentrum (RHCCC) am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München eröffnet. Das interdisziplinäre Zentrum soll als Comprehensive Cancer Center (CCC) die Krebsforschung und Patientenversorgung bündeln und optimieren. Ziel ist es, jedem Tumorpatienten auch künftig die bestmögliche individuelle Therapie nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu bieten.
Hodenkrebs ist eine eher seltene Krebserkrankung. Rund 4.700 Männer erkranken jedes Jahr in Deutschland neu daran – vor allem jüngere Männer sind von dieser Krankheit betroffen. Wissenschaftler an der Charité in Berlin haben jetzt nachgewiesen, dass das Einholen einer ärztlichen Zweitmeinung den Therapieverlauf verbessern kann: Insbesondere so genannte Zweitmeinungszentren empfahlen Behandlungen, die besser auf den Zustand und die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt waren. Bei jedem sechsten Patienten wurde die begonnene Therapie daraufhin erheblich umgestellt. Die Deutsche Krebshilfe förderte diese Studie mit insgesamt rund 375.000 Euro. Die Ergebnisse wurden kürzlich in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht.
Prof. Ivan Dikic, Direktor des Frankfurt Instituts für Molekulare Lebenswissenschaften (FMLS) und des Instituts für Biochemie an der Goethe-Universität, erhält in der zweiten Ausschreibungsrunde des European Research Council (ERC) einen "Advanced Investigator Grant". Diese hohe Auszeichnung für europäische Spitzenwissenschaftler ermöglicht die Umsetzung innovativer, hochdotierter Forschungsprojekte und bestätigt die wissenschaftliche Exzellenz des Frankfurter Exzellenzclusters "Makromolekulare Komplexe", an dem Dikic maßgeblich beteiligt ist. Das beantragte Forschungsprojekt wird mit 2,5 Millionen Euro gefördert. Der Biochemiker plant, mit den Mitteln ein mulidisziplinäres Programm zur Krebs- und Entzündungsforschung zu etablieren. Die Goethe-Universität ist mit insgesamt sechs Grants in vier Ausschreibungsrunden an dritter Stelle der erfolgreichsten deutschen Universitäten.
Damit Eiweiße in unserem Körper ihren Dienst tun können, müssen sie sich zu einer genau definierten, dreidimensionalen Struktur zusammenfalten. Funktioniert diese Faltung nicht, kann dies schwere Erkrankungen zur Folge haben. Wie die Proteine in ihre dreidimensionale Form gelangen ist eine der wichtigsten Fragen der Biowissenschaften und der Medizin. Viele Details dieses Prozesses sind jedoch noch ungeklärt. In der aktuellen Ausgabe von PNAS beschreiben Biophysiker der Technischen Universität München (TUM) eine neue Methode, mit der sie die Proteinfaltung am Beispiel eines Reißverschluss-ähnlichen Eiweißes in bisher nie erreichtem Detailgrad beschreiben können.
Trotz Winterwetter und erschwerter Anreise konnte Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann erneut vor einem vollen AudiMax zur ersten GenerationenHochschule 2010 begrüßen. Gleich vier kompetente Mediziner beleuchteten Chancen und Grenzen komplementärer Tumortherapie. "Darunter versteht man ergänzende Maßnahmen zur Schulmedizin, die neben körperlichen insbesondere die geistigen und spirituellen Bedürfnisse des Patienten in den Vordergrund stellen", erklärte Dr. med. Jürgen Metker, Facharzt für Urologie, der durch die Vorträge führte. Dabei war den Referenten wichtig, dass Betroffene über sinnvolle Kombinationen mit der nötigen Operation, Strahlen- oder Chemotherapie informiert werden, denn ein Ersatz dafür könne die komplementäre Therapie - wie schon der Name sagt - nicht sein.
Ein Forscherteam am Klinikum rechts der Isar (Technische Universität München) untersucht in einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojekt, wie Botenstoffe des Immunsystems in den Krankheitsverlauf bei Darmkrebs eingreifen. Dickdarmkrebs ist die dritthäufigste Tumorerkrankung und die zweithäufigste Ursache der Krebssterblichkeit in der westlichen Welt.
In einer bundesweiten Informationsoffensive stellt die Deutsche Krebshilfe kostenlos fünf neue Faltblätter zu den gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen bereit. In vielen Wartezimmern niedergelassener Ärzte liegen bundesweit ab sofort diese neuen Informationsmaterialien aus. Darin enthalten sind umfassende und verständliche Informationen über Nutzen und mögliche Risiken der Früherkennungsverfahren sowie die Empfehlungen der Experten der Deutschen Krebshilfe. Logistisch unterstützt wird die Verteilung der Früherkennungsfaltblätter an die niedergelassenen Ärzte durch die Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer.
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