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| Palliativmedizin: Leben bis zuletzt |
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| Geschrieben von Administrator | |
| Mittwoch, 9. März 2005 | |
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Patienten, die nicht mehr geheilt werden können, brauchen besondere Zuwendung, Begleitung und Behandlung. Dieser Aufgabe stellt sich die Palliativmedizin. Die Deutsche Krebshilfe hat maßgeblich dazu beigetragen, diese Medizin in Deutschland zu etablieren. Mit der Einrichtung des jetzt besetzten Lehrstuhls für Palliativmedizin am Klinikum der Universität zu Köln ermöglicht sie die fachübergreifende Ausbildung der Ärzte - eine wichtige Voraussetzung für eine gute, flächendeckende palliativmedizinische Betreuung. "Neben der klinischen Versorgung werden wir Medizinstudenten in Palliativmedizin ausbilden und die Forschung auf dem Gebiet voranbringen", sagte Professor Dr. Raymond Voltz, Inhaber des Lehrstuhls und Direktor der neuen Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin heute in Köln. "Wir können nichts mehr für Sie tun..." – dieser Satz, früher oft von Ärzten ausgesprochen, gilt heute nicht mehr! "Wir können etwas für sterbenskranke Menschen tun – wir können sie nicht mehr heilen, aber wir können ihnen ein lebenswertes Leben bis zuletzt ermöglichen", sagte Professor Voltz anlässlich der Vorstellung der Stiftungsprofessur im Rahmen einer Pressekonferenz am 7. März 2005 in Köln. Eine optimale Symptomkontrolle ist die Basis dafür, dass sich die Patienten mit dem absehbar nahenden Tod auseinandersetzen, die letzten Dinge regeln, sich in Ruhe verabschieden können. Die am 1. Dezember 2004 neu eingerichtete Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am Klinikum der Universität zu Köln entstand aus der ersten Palliativstation Deutschlands. Diese von der Deutschen Krebshilfe 1983 eingerichtete Station galt als Quantensprung für die Versorgung unheilbar kranker Krebs-Patienten in Deutschland. Die Station wurde 1992 – erneut mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Krebshilfe – überführt in das mit 15 Palliativbetten ausgestattete Dr. Mildred Scheel Haus. Das Haus beherbergt neben der Palliativstation einen ambulanten Palliativdienst. Außerdem ist hier die Dr. Mildred Scheel Akademie für Forschung und Bildung beheimatet. Sie dient der Aus- und Weiterbildung von Ärzten, Pflegepersonal und anderen Berufsgruppen, die schwerstkranke Menschen betreuen. Auch Patienten und Angehörige finden hier Angebote. Das Team von Professor Voltz besteht aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen und wird ergänzt durch Pflegekräfte, Seelsorger, Sozialarbeiter und ehrenamtliche Kräfte. Neben der stationären Einrichtung plant Voltz einen so genannten Konsiliardienst für das gesamte Klinikum. "Dabei sollen die Wünsche des Betroffenen im Vordergrund stehen. Viele Menschen möchten zu Hause sterben – das können wir ermöglichen", so Voltz. Darüber hinaus bietet der Palliativmediziner Studenten ein Zertifikat Palliativmedizin an, wenn sie entsprechende Vorlesungen, Seminare, Visiten und praktische Arbeit auf der Palliativstation absolviert haben. Zur Etablierung des Fachs Palliativmedizin gehört außerdem die Forschung: "In Kooperation mit Palliativeinheiten in England und USA wollen wir Behandlungsmethoden weiter entwickeln und die Bedürfnisse der Patienten noch besser erforschen", so Voltz. Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, Professor Dr. Edgar Schömig, sprach der Deutschen Krebshilfe im Namen der Universität und des Klinikums seinen Dank aus: "Die Einrichtung des Lehrstuhls für Palliativmedizin ist für die Medizinische Fakultät und das Klinikum der Universität zu Köln ein besonderes Ereignis. Das Universitätsklinikum und die Stadt Köln haben damit als herausragender Standort der Krankenversorgung und Forschung an Bedeutung gewonnen." Ohne die großzügige und zuverlässige Unterstützung durch die Deutsche Krebshilfe wäre das nicht möglich gewesen. Die Deutsche Krebshilfe hat die Einrichtung des Lehrstuhls (C4-Professur) für Palliativmedizin am Klinikum der Universität zu Köln mit rund 1,7 Millionen Euro unterstützt. Diese Förderung reiht sich ein in eine Vielzahl von Projekten zur Verbesserung der palliativmedizinischen Betreuung in Deutschland. Dazu gehören neben der Stiftungsprofessur auch Palliativstationen, ambulante und stationäre Hospize, Hausbetreuungsdienste sowie Aus- und Weiterbildungsstätten. Der Bedarf an Palliativmedizin wird in den kommenden Jahren weiter steigen. „Die Deutsche Krebshilfe wird sich daher auch in Zukunft mit entsprechenden Förderungsprogrammen, die zurzeit in unserem zuständigen Fachausschuss definiert werden, auf dem Gebiet der Palliativmedizin engagieren“, sagte Friedrich Carl Janssen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Info-Kasten: Palliativmedizin Ziel der Palliativmedizin ist es, die Lebensqualität unheilbar kranker Menschen bis zuletzt zu erhalten. Dazu gehört die Bekämpfung von Schmerzen und anderer Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Verwirrtheit. Auch psychische, soziale und spirituelle Anliegen rücken verstärkt in den Vordergrund. Die Bezeichnung "Palliativmedizin" leitet sich vom lateinischen Wort "pallium" (Mantel oder Umhang) ab und steht für Linderung, Schutz und Wärme. Die Deutsche Krebshilfe ist Wegbereiterin der Palliativmedizin in Deutschland und hat in deren Weiterentwicklung bislang rund 47 Millionen Euro investiert. Weitere Informationen erhalten Sie hier. |
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 10. März 2005 ) |


















