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Minimal-invasive Entfernung der Speiseröhre PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Donnerstag, 21. Juli 2005
Seit Mai bietet die Klinik für Allgemein- und Gefäßchirurgie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main die Entfernungen der Speiseröhre auf minimal-invasive Art an. Sie ist mit diesem Angebot bisher einzigartig in Hessen und gehört zu den wenigen Zentren in Europa, die solche Operationen durchführen.

 
Bisher wurden diese Operationen auf herkömmliche Weise per Bauchschnitt durchgeführt. Die Hauptprobleme dieser offenen Operationstechnik liegen in einer hohen Komplikationsrate und in einem im Vergleich zu anderen Krebsoperationen hohen Risiko an den Folgen der Operation zu versterben. Die minimal-invasive Entfernung der Speiseröhre bei Patienten mit Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) verringert die Häufigkeit von Operationskomplikationen und kann möglicherweise die Mortalität im Vergleich zur offenen Resektion senken.

"Mit der minimal-invasiven Entfernung der Speiseröhre haben wir erstmalig eine gute Chance, die Belastung der Patienten durch diese große Operation zu verringern", so Professor Dr. med. Wolf Otto Bechstein, Direktor der Klinik für Allgemein- und Gefäßchirurgie. Minimal-invasiv bedeutet jedoch keine Einschränkung hinsichtlich der Radikalität der Operation. Bei beiden Verfahren werden mit der Speiseröhre der Tumor und die zugehörigen Lymphknoten entfernt. Die Speiseröhre selbst wird durch den Magen ersetzt.

Das Risiko an den Folgen der Speiseröhrenentfernung zu versterben betrug bisher 8,4 bis 20,3 Prozent (Quelle: Birkmeyer JD et al. 2002; New Engl J Med. 346:1128-37). Die Komplikationsraten nach dem Eingriff betragen bisher etwa 60 Prozent (Quelle: Atkins BZ et al. Ann Thorac Surg 2004; 78:1170-6.), wobei besonders Lungenentzündungen (16 Prozent) und Herzrhythmusstörungen (14 Prozent) Ausdruck der Belastung durch die Operation sind. Die bisher größte Serie an minimal-invasiven Entfernungen der Speiseröhre zeigt eine sehr geringe Sterblichkeit durch die Operation (1,4 Prozent) und bietet Hinweise auf eine Reduktion der Komplikationen im Vergleich zu anderen Serien (Quelle: Luketich JD et al. 2003; Ann Surg 238:486-95).

"Unsere ersten Erfahrungen sind ermutigend und es scheint wirklich der Fall zu sein, dass die Patienten von der neuen Technik profitieren. Je nach Situation können wir auch mit der neuen Technik die Speiseröhre vom Bauch und, wenn notwendig, auch vom Brustkorb aus durchführen", bewertet Privatdozent Dr. med. Christoph Wullstein, Oberarzt an der Klinik für Allgemein- und Gefäßchirurgie, die minimal-invasive Operationstechnik. In Frankfurt sollen pro Jahr 20 minimal-invasive Eingriffe durchgeführt werden. Da die minimal-invasive Operation technisch sehr anspruchsvoll ist, wird sie bisher nur in sehr wenigen Zentren angeboten. Die Klinik für Allgemein- und Gefäßchirurgie baut mit dieser neuen Technik ihren Schwerpunkt der minimal-invasiven (auch: laparoskopischen) Chirurgie aus.

An der Chirurgischen Universitätsklinik werden Gallenblasenentfernungen, Leistenhernienoperationen, Blinddarmentfernungen, Nebennierenentfernungen und Darmteilentfernungen standardmäßig minimal-invasiv angeboten. In den letzten drei Jahren wurden zum Beispiel über 100 Eingriffe am Dickdarm (auch bei Darmkrebs) mit dieser Technik durchgeführt. Bei geeigneten Patienten werden auch Magen- und Bauchspeicheldrüsenteilentfernungen per Bauchspiegelung erfolgreich durchgeführt.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 3.370 Männer und 880 Frauen an Speiseröhrenkrebs (gesamt: 4.250). In der Rangordnung von Krebsneuerkrankungen liegt der Speiseröhrenkrebs bei Männern an 13. Stelle und bei Frauen an 17. Stelle (Quelle: Robert-Koch-Institut).


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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 21. Februar 2006 )
 

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