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Therapiestudien für krebskranke Kinder |
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Geschrieben von Administrator
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Mittwoch, 21. Dezember 2005 |
Drei von vier krebskranken Kindern werden heute wieder gesund. Zu diesem großen Erfolg haben die so genannten Therapieoptimierungsstudien beigetragen, in denen die kleinen Patienten besonders gut überwacht und nach den neusten Erkenntnissen der Forschung behandelt werden. Durch eine Änderung des Arzneimittelgesetzes sind der wissenschaftliche Forschritt und damit weitere Verbesserungen in der Therapie gefährdet. Daher haben sich die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Leukämie-Forschungshilfe an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt, um die bisherige gute Studienkultur in der deutschen Kinderkrebsmedizin zu sichern.
Katharina F., 6 Jahre, aus Rheine im Münsterland hat Blutkrebs. Sie wurde in der Universitätskinderklinik in Münster behandelt und hat das Schlimmste bereits hinter sich: eine monatelange Chemotherapie, bei der alle bösartig veränderten Blutzellen in ihrem Körper vernichtet worden sind. Nun ist sie in der familienorientierten Rehabilitationsbehandlung und ihre Mutter hofft, dass die Familie endlich wieder zu einem normalen Alltagsleben zurück findet. "Noch vor 20 Jahren wäre Katharina zum Tode verurteilt gewesen", erläutert Professor Dr. Heribert Jürgens, Vorsitzender der GPOH, der die kleine Katharina behandelt hat. "Dank unserer Leukämie-Studien konnten wir das Leben des kleinen Mädchens retten." Über 95 Prozent aller krebskranken Kinder in Deutschland werden nach solchen einheitlichen therapeutischen Standards behandelt.
Therapieoptimierungsstudien unterliegen strengen Maßstäben der Patientensicherheit und Qualitätskontrolle und werden nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) geregelt. Nun hat eine europaweite Novellierung dieses Gesetzes die medizinischen Fachgesellschaften mit großen Problemen konfrontiert: "Unsere Patienten werden bundesweit in spezialisierten Zentren behandelt, die dann ihre Daten zusammen tragen, um so die Behandlungsstandards ständig weiter verbessern zu können. Nach der Neuregelung des AMG unterliegen unsere nicht-industriellen Therapieoptimierungsstudien künftig jedoch den gleichen Auflagen wie die Studien der Arzneimittelindustrie bei der Zulassung von neuen Medikamenten. Allein die damit verbundene Versicherungsgebühr für die Patienten belastet die Förderer dieser Studien mit jährlich bis zu einer Million Euro", berichtet Jürgens.
Die Fachgesellschaft befürchtet, dass in Zukunft nicht mehr alle krebskranken Kinder nach den üblichen hohen Standards behandelt werden können und sehen die führende Rolle Deutschlands in der Kinder-Onkologie in Europa und der Welt bedroht. "Wir haben die Bundeskanzlerin gebeten, sich dieses Themas anzunehmen, um den hohen Standard in Deutschland zu sichern - bei vertretbaren Kosten." Das Schreiben an die Bundeskanzlerin wurde gestern, am 20. Dezember 2005, in Berlin zugestellt. Auch die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan und die Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen haben das Schreiben erhalten.
Fast alle derzeit in Deutschland laufenden Therapieoptimierungsstudien bei krebskranken Kindern werden von der Deutschen Krebshilfe finanziert. Damit ist die Deutsche Krebshilfe der wichtigste private Förderer der klinischen Forschung in der Kinderonkologie. "Wir sind bestrebt, mit den uns von der Bevölkerung anvertrauten Spendengeldern weitere Verbesserungen in der Kinderkrebsmedizin zu erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, erscheint es uns jedoch nicht akzeptabel, unsere Mittel für eine Überbürokratisierung einsetzen zu müssen", so Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. "Unsere medizinischen Experten stehen der Bundeskanzlerin und den politischen Instanzen für Fragen jederzeit gerne zur Verfügung."
Infokasten Therapiestudien
In Therapiestudien – auch klinische Studien genannt – werden Behandlungsverfahren an einer größeren Anzahl von Patienten statistisch geplant, systematisch überprüft und sorgfältig ausgewertet. Bei Therapie-Optimierungs-Prüfungen werden etablierte Behandlungsmethoden zum Beispiel in anderer zeitlicher Abfolge oder mit anderen Dosierungsschemata angewendet oder neu kombiniert. Ziel ist es, die Heilungschancen von Patienten zu vergrößern oder ihre Lebensqualität zu verbessern.
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 21. Februar 2006 )
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