Erste Schritte auf dem Weg zur Selbsthilfe bei der Diagnose: Krebs! PDF Drucken E-Mail
Ein offener Brief von einem Selbstbetroffenen.

"Dem Leben ist es egal, wie Du Dich tot stellst."
(Untertitel eines kleinen Büchleins von Franz Simon: Angst, Wut & Schmerz)


Lieber Krebspatient!
Wenn die Diagnose-Keule "Krebs" niedersaust, dann meist aus heiterem Himmel, ohne große Vorwarnung. Abducken geht nicht. Man/Frau fühlt sich "Wie vor den Kopf geschlagen". Die Angst (man kann sie förmlich riechen) kriecht bis in die Haarspitzen, der Schreck lähmt eiskalt, dumpfe Gedanken machen sich dermaßen breit, dass man/frau sich einfach nur noch verkriechen möchte in der Hoffnung, bald aus diesem bösen Traum zu erwachen. So oder so ähnlich ergeht es beinahe jedem Erstbetroffenen. Und zu keinem klaren Gedanken mehr fähig türmen sich jetzt auch noch Fragen über Fragen auf.

Was mache ich jetzt? Was ist richtig? Was ist falsch? Wer hilft mir?
Wer kennt "den" Spezialisten für "meinen" Krebs? Wen kann ich fragen?
Wer gibt die Antworten?

Hier ein paar Tipps, die Ihnen helfen können, zuallererst zu sich zurück zu finden, um wieder klar denken und klug handeln zu können, mit anderen Worten: Sich selbst helfen zu können.

Schritt 1 auf dem Weg zur Selbsthilfe.
Gehen Sie zu Ihrer Diagnose ein wenig auf Distanz und beraten Sie sich zuallererst einmal selbst so, wie Sie Ihren besten Freund beraten würden.

Vermutlich sagen Sie jetzt: "Ja, aber das ist leichter gesagt als getan."
Es ist wirklich leichter getan, als Sie es jetzt noch vermuten.

Lösen Sie sich bitte in Gedanken für einige Minuten von Ihrer eigenen Diagnose (so, als wären Sie noch pumperlgsund) und stellen Sie sich vor, Ihr bester Freund/Ihre beste Freundin säße vor Ihnen, tief deprimiert und Hilfe suchend wegen eines soeben erfahrenen Krebsbefundes.

Was sagen Sie ihm/ihr jetzt? Wie versuchen Sie, Ihrem Freund/Ihrer Freundin zu helfen?
So oder so ähnlich könnte sich ein Dialog abspielen:

Sie nehmen Ihren Freund/Ihre Freundin in den Arm und sagen vermutlich: Du, Kopf hoch! Es wird schon wieder!
Sie hören wahrscheinlich: Ja, aber der Beruf, die Familie, das Geld - wie soll ich das jetzt alles machen? Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.

Sie sagen vermutlich: Das wird sich finden, wenn es soweit ist. Irgendwie wird es gehen. Du schaffst das schon, aber wenn Du Dich jetzt hängen lässt, wird alles nur noch schlimmer!
Sie hören wahrscheinlich: Ja, aber die vielen Behandlungen, und dann die Chemo mit den
schlimmen Nebenwirkungen...und wer versorgt den Haushalt..., den Garten...., die Kinder... und dann muss dies noch.... und das noch....und ich will ja auch niemanden zur Last fallen.



 

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