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Mit dem Gamma Knife Hirntumore sanft entfernen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Montag, 6. März 2006
Mit der"sanften" Chirurgie des strahlenbasierten Eingriffs zerstört die radiochirurgische Medizin Tumore im menschlichen Gehirn, ohne operationstypische Spuren zu hinterlassen. Das so genannte Gamma Knife, auch "Strahlenskalpell" genannt, behandelt Erkrankungen im Schädelinnern des Patienten durch Bestrahlung schonend, effizient und sicher.

Vom schwedischen Neurochirurgen Lars Leksell entwickelt und 1968 erstmals erprobt, wird diese Behandlungsmethode weltweit umfangreich als Alternative oder im Rahmen multimodaler, interdisziplinäre Therapiekonzepte in der Neurochirurgie zunehmend wichtiger und ihre Einsatzmöglichkeiten vielfältiger: Neben Gehirn- und Schädelbasistumoren, werden mit Hilfe des Gamma Knife unter anderem Gefäßmalformationen, Tumore im Auge und funktionelle Erkrankungen wie z. B. die Trigeminusneuralgie behandelt.

Diese Vielfalt war Thema der gemeinsamen neurochirurgischen Fortbildung der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen und des Gamma Knife Zentrums am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main am 04. März 2006 in Bad Nauheim. Experten des Universitätsklinikums Frankfurt und weiterer Gamma Knife-Zentren in Deutschland und Österreich stellten in ihren Vorträgen aus neurochirurgischer und strahlentherapeutischer Sicht die Entwicklung, Technik und Anwendungsgebiete des Gamma Knife vor und diskutierten diese mit den Teilnehmern. Die Veranstaltung mit dem Titel "Gamma Knife Radiochirurgie - Einsatzmöglichkeiten im Rahmen moderner, interdisziplinärer Therapiestrategien" wurde von Dr. med. Robert Wolff, Neurochirurg und Leiter des Gamma Knife Zentrums am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und Professor Dr. med. V. Seifert, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main geleitet.

Präzision bis in den Submillimeterbereich senkt Risiko


Besonders bei der chirurgischen Behandlung von Erkrankungen wie Schädelbasistumoren, Metastasen, arterio-venösen Angiomen sowie der Trigeminusneuralgie ist Präzision bis in den Submillimeterbereich erfolgsentscheidend. Tief liegende Tumore, Metastasen und Gefäßmissbildungen zu operieren ist mit einem hohen Risiko für das umliegende gesunde Gewebe im betroffenen Areal verbunden. Das Gamma Knife reduziert dieses Risiko, da es im Submillimeterbereich operiert und den "Eingriff" punktgenau auf den Krankheitsherd begrenzt. Ohne operativen Eingriff können mit Hilfe des Strahlenskalpells tief liegende Hirntumore von bis zu 3,5 Zentimetern Durchmesser oder Gefäßfehlbildungen inaktiviert werden. "Besonders bei der Entfernung von Akustikusneurinomen agiert das Gamma Knife als Ergänzung zur mikrochirurgischen Operation, wenn bei sehr großen Tumoren zunächst eine mikrochirurgische Teilentfernung mit anschließender Radiochirurgie erfolgt, um das Risiko niedrig zu halten", erklärt Neurochirurg Dr. Wolff.

Das Gerät funktioniert über 201 kreisförmig angeordnete Strahlenquellen, die nur in der Bündelung ihre volle Wirkung entfalten. Die Behandlung, die fast immer ambulant oder im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes erfolgt, teilt sich auf in Planungsphase und Strahlungsbehandlung. Zunächst wird der Kopf des Patienten in einem stereotaktischen Rahmen verankert. Spezielle Markierungen am Rahmen erlauben es dem Mediziner, mit Hilfe von Computerdaten ein dreidimensionales Bestrahlungsfeld zu berechnen. Dieses Feld bildet die Form des Krankheitsherdes möglichst exakt nach. Je nach Art der Erkrankung kann die bildgebende Diagnostik noch um zusätzliche Untersuchungstechnologien erweitert werden, die die Zuordnung von Bestrahlungsfeld und Krankheitsherd verfeinern: Eine Analyse der Feinanatomie des Gehirns des Patienten erfolgt mit Hilfe von Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT), eine Gefäßdarstellung nimmt der Mediziner mit Hilfe einer digitalen Subtraktionsangiografie (DSA) vor. Diese Bildinformationen stellen die Basis für die Diagnostik, Operationsplanung und Nachfolgeuntersuchung dar.

Den Erhalt gesunden Gewebes steigern

Bei der eigentlichen radiochirurgischen Behandlung wird der Patient mehrmals in das Bestrahlungsgerät gefahren, das den gesamten Krankheitsherd des Patienten Strahlenpunkt für Strahlenpunkt (Isozentren) bestrahlt. Nach circa ein bis zwei Stunden ist die Bestrahlung beendet. Nach erfolgter Abtötung des Krankheitsherds muss sich der Patient einer regelmäßigen Nachkontrolle unterziehen um den Behandlungserfolg immer wieder nachprüfen zu können. Das Strahlenskalpell erweist sich dabei sehr häufig als sehr effektives, präzises und sehr sicheres Instrument zur Bekämpfung im Kopf befindlicher Tumore, Angiome und anderer Läsionen. "Das Gamma Knife hilft dem Chirurgen, einen Tumor möglichst vollständig unter Erhaltung wichtiger funktioneller und vaskulärer Strukturen im Gehirn des Patienten zu inaktivieren. Dieses Therapiekonzept senkt die Morbidität und Mortalität neurochirurgischer Operationen ", bringt Professor Dr. Seifert den Vorteil des Gerätes auf den Punkt. Zudem könne die zeitlich langwierige herkömmliche Strahlentherapie von mehrmonatiger Dauer vermieden werden, so Professor Seifert.

Die enge Anbindung des Therapiezentrums an das Uniklinikum Frankfurt gewährleistet dem Patienten eine umfassende und interdisziplinäre Versorgung in Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Spezialisten der Bereiche Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie oder Onkologie kooperieren eng mit dem Gamma Knife-Team. Eben diesen therapeutischen Vorteil interdisziplinärer Behandlungskonzepte behandelte Professor Dr. Volker Seifert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am Uniklinikum Frankfurt, in seinem Vortrag über "Kombinierte neurochirurgische-radiochirurgische Therapie von Tumoren der Schädelbasis".

Die GKF GmbH - Gamma Knife Zentrum Frankfurt des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main bietet als einziges Therapiezentrum dieser Art in Hessen seit 2001 die lokal applizierte strahlenbasierte "sanfte" radiochirurgische Behandlung an. Mit der Fortbildung erhalten Mediziner wichtige Informationen, um sich in dieser fachlich sehr anspruchsvollen Therapieform weiterzubilden.

[Weitere Informationen erhalten Sie hier.]
 
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 7. März 2006 )
 

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