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Weniger Sprechstörungen nach Mundhöhlen-Krebs PDF Drucken E-Mail
Freitag, 16. Mai 2008
Patienten mit Krebserkrankungen der Mundhöhle leiden am Ende der Therapie oft unter starken Sprachschwierigkeiten. Eine fachübergreifende Forschergruppe unter Leitung der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Dr. Friedrich W. Neukam) will jetzt erstmals mit Hilfe eines automatischen Sprach­erkennungssystems die Auswirkungen von Tumorerkrankungen des Mundes und deren Therapie auf die Sprachfähigkeit untersuchen. Ziel der von der Wilhelm-Sander-Stiftung mit 75.000 Euro geförderten Forschungsarbeit ist es, ein möglichst schonendes und funktionserhaltendes Therapieverfahren für Patienten mit Mundhöhlenkrebs zu entwickeln.

Bösartige Tumoren der Mundhöhle gehören zu den zehn häufigsten malignen Erkrankungen des Menschen. Das bösartige Gewebe wird in der Regel chirurgisch entfernt. Dabei können anatomische Strukturen, die für das Sprechen wichtig sind, verändert werden. "Oft müssen die Chirurgen Teile der Zunge oder des Kieferknochens entfernen, wodurch die Lautbildung in der Mundhöhle stark verändert wird", erläutert Projektleiter Dr. Florian Stelzle aus der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik. "Wenn Patienten dann nicht mehr richtig sprechen und verstanden werden können, ist das neben der eigentlichen Krebserkrankung eine schwere Einschränkung ihrer Lebensqualität."

Mit Hilfe plastisch-rekonstruktiver Maßnahmen kann fehlendes Gewebe zwar wieder aufgebaut werden, allerdings stehen dafür ganz unterschiedliche Operationsmethoden zur Verfügung. "Welche OP-Methode im Einzelfall die beste ist, um die Sprachfähigkeit zu erhalten, soll im Rahmen unserer Forschungsarbeit geklärt werden", so Dr. Stelzle.

Auch die Auswirkungen ergänzender Therapiemaßnahmen auf die Verständlichkeit der Sprache, insbesondere Strahlenbehandlung und Sprechtraining im Anschluss an eine Operation, wurden bisher nicht systematisch ausgewertet. "Für diese Patientengruppe gibt es weltweit keine Therapieempfehlung, die auf objektiven wissenschaftlichen Daten beruht", sagt Dr. Stelzle.

Neues Spracherkennungssystem erkennt Störungsmuster

Durch die Weiterentwicklung eines Spracherkennungssystems in Zusammenarbeit mit der Phoniatrischen und Pädaudiologischen Abteilung des Uni-Klinikums (Leiter: Prof. Dr. Ulrich Eysholdt) und dem Lehrstuhl für Mustererkennung der Universität Erlangen-Nürnberg (Prof. Dr. Joachim Hornegger) können die Forscher jetzt die Sprachverständlichkeit anhand der Wort­erkennungsrate messen und durch ein Computerprogramm analysieren. Zur Zeit arbeitet die Gruppe zusätzlich an der Identifizierung der einzelnen gestörten Sprachlaute. "Wir hoffen durch die Analyse der Untereinheiten menschlicher Sprache die Störungsmuster beim Sprechen noch genauer zu erkennen", erklärt Dr. Stelzle. Nach Auswertung der Daten sollen dann Rückschlüsse auf möglichst schonende und funktionserhaltende Therapieverfahren gezogen werden, um die Sprachfähigkeit auch bei schweren Krebserkrankungen optimal erhalten zu können.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.200 Studierenden, 550 Professoren und 2000 wissenschaftlichen Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in enger Verknüpfung mit Jura, Theologie, Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Weitere Informationen erhalten Sie hier: http://www.uni-erlangen.de
 

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