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Neues Massenspektrometer an Martin-Luther-Uni PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 20. Mai 2008
Die Abteilung Pharmazeutische Chemie und Bioanalytik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat ein innovatives Massenspektrometer in Betrieb genommen. Das Gerät im Wert von 700.000 Euro ist das erste seiner Art in Sachsen-Anhalt. "Wir können damit international in der Proteinanalyse mithalten", sagt Abteilungsleiterin Prof. Dr. Andrea Sinz. Die halleschen Forscher wollen die molekularen Ursachen von Krankheiten wie Diabetes und Krebs verstehen, das neue Gerät soll ihnen dabei eine große Hilfe sein.

"Die Unterschiede zwischen den Proteinen erkrankter und gesunder Personen zu erkennen ist bedeutsam", weiß Andrea Sinz. "Mit dem Massenspektrometer können wir extrem kleine Massen sehr genau bestimmen." Das Gerät sei mit einer Waage vergleichbar. "Um die Genauigkeit nachzuvollziehen, kann man folgendes Beispiel anführen: Wenn man eine Million Ameisen auf einer Waage platziert hätte und eine davon liefe weg, würden wir den Unterschied sofort merken." Ein zweites Plus des neuen High-Tech-Geräts sei die ausgesprochen gute Empfindlichkeit. "Angenommen, es löste sich ein Stück Zucker im Bodensee auf - die Zuckermoleküle könnten wir anschließend messen."

Die Proben, die die Forscher nun analysieren, stammen von kranken Patienten oder werden mithilfe von Gentechnik hergestellt. Nur wenige Mikroliter werden analysiert, das reicht für aussagekräftige Ergebnisse. Mit einer Ionenquelle werden die flüssigen Proben in Gasform überführt. "Die Untersuchung nimmt dann ein nur etwa walnussgroßer Analysator im Massenspektrometer vor", erläutert Andrea Sinz. "Allerdings ist das Gesamtgerät trotzdem so groß, dass wir für den Einbau eine Tür verbreitern mussten - es steckt eben sehr viel Elektronik drin."

Bei dem innovativen Massenspektrometer der Abteilung handelt es sich um das Gerät LTQ Orbitrap XL der Firma ThermoFisher Scientific. Die Anschaffungskosten übernahmen je zur Hälfte die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Land Sachsen-Anhalt. Die Ausstattung der Abteilung Pharmazeutische Chemie und Bioanalytik wurde auch von dem an der Martin-Luther-Universität angesiedelten Landesexzellenznetzwerk "Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung" gefördert.

Weitere Informationen erhalten Sie hier: http://agsinz.pharmazie.uni-halle.de
 

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