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500. Fremdspender-Transplantation PDF Drucken E-Mail
Montag, 26. Mai 2008
Einen beachtlichen Behandlungserfolg können die Blutkrebsexperten um Professor Peter Dreger, Leiter der Sektion Allogene Stammzelltransplantation, verbuchen: Bereits zum 500. Mal übertrugen die Mediziner der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie (Ärztlicher Direktor: Professor Anthony D. Ho) Blutstammzellen eines gesunden Spenders auf einen Patienten mit Leukämie- oder Lymphomerkrankung. Der positive Therapieverlauf bei einem 66-Jährigen demonstriert darüber hinaus, dass sich das Verfahren auch für Patienten in fortgeschrittenem Lebensalter eignet.

Für Patienten mit bestimmten akuten Leukämien ist die allogene Stammzelltransplantation oft die einzige Behandlung, die Aussicht auf Heilung verspricht. Die Therapie, die in Heidelberg bereits seit 1997 erfolgreich und mit steigenden Fallzahlen angewendet wird, blieb jedoch wegen der einleitenden aggressiven Chemotherapie viele Jahre lediglich jüngeren Patienten bis vorbehalten. In den letzten Jahren ist es jedoch gelungen, das Verfahren wesentlich verträglicher zu machen. Somit können auch Patienten in höherem Lebensalter oder eingeschränktem gesundheitlichen Allgemeinzustand davon profitieren. Dies ist insofern von großer Bedeutung, als Leukämie- und Lymphomerkrankungen vor allem im höheren Lebensalter auftreten.

Patient mit akuter Leukämie kam aus Unterfranken


Einer der davon Betroffenen ist Bruno Grimm aus Stadtprozelten in Unterfranken. Bei dem 66-Jährigen war im September 2007 eine akute myeloische Leukämie festgestellt worden. Ohne sofortige Behandlung führt diese Erkrankung normalerweise innerhalb von wenigen Wochen zum Tode. Bruno Grimm konnte daher von Glück sagen, dass er in einer klinischen Studie behandelt werden konnte, die die Effektivität der allogenen Stammzelltransplantation bei Patienten über 60 Jahren mit akuter myeloischer Leukämie untersucht. Zudem fand sich schnell ein passender Spender im engen Familienkreis: Sein eigener Bruder spendete die Stammzellen. Die Transplantation erfolgte - abgesehen von Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen - komplikationslos.

"Die Praxis zeigt, dass die allogene Stammzelltransplantation auch bei Patienten in höherem Alter die Ergebnisse der alleinigen Chemotherapie wesentlich verbessern könnte", kommentiert Professor Peter Dreger seine Erfahrungen. Bei der bislang üblichen Therapie müssen sich die Erkrankten über mehrere Monate unterschiedlich intensiven Chemotherapien unterziehen. Dennoch ist gerade bei älteren Patienten hierdurch oft keine längerfristige Kontrolle der Leukämie möglich. Aus diesem Grunde werden die Anstrengungen, die Transplantation noch wirksamer und verträglicher zu machen, am Universitätsklinikum Heidelberg weiter intensiviert.

Die Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg ist mit rund 300 Stammzelltransplantationen im Jahr eines der größten Zentren in Deutschland.

Weitere Informationen erhalten Sie hier: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse
 

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