Home arrow Krebsarten arrow Lungenkrebs arrow Neues Risiko-Gen für Brustkrebs entdeckt
Die folgenden Meldungen werden stets aktuell aus den News-Tickern einzelner Nachrichtenagenturen zusammengestellt. Sie sollen Ihnen einen möglichst umfassenden Presseüberblick zum Thema "Krebs" bieten. Für die Richtigkeit der Meldungen sind die jeweiligen Herausgeber verantwortlich. Die Mitarbeiter des Krebs-Kompass können für die Inhalte keine Gewähr übernehmen. Wenn Sie Ihre Pressemitteilung hier veröffentlichen möchten, senden Sie sie uns eine Nachricht über unseren Pressekontakt.
Aktuelle Themen im Forum
AW: Gitta hat heute Geburtstag! von schokohase
AW: Adenokarzinom inoperabel von Blume68
AW: T4 N3 M0, Adeno, inoperabel von Carmelina
AW: Lungenkrebs unter 35? von tomtom
AW: 3,5 cm Tumor von Monika Rasch
AW: Es fing so harmlos an von ronja021280
AW: Chemotherapie bei NSCLC - Zyklen und verwendete Medikamente von tomtom
AW: Meine kleine Geschichte! von Gitta aus Nürnberg
AW: Kleinzeller mit Fernmetastasen von yagosaga
AW: Wir können nicht mehr :cry: von tatjana2208

Neues Risiko-Gen für Brustkrebs entdeckt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Tina S.   
Dienstag, 20. April 2010
Wissenschaftler haben 15 Jahre nach der Entdeckung der Risikogene BRCA1 und BRCA2 ein weiteres Gen gefunden, das erblichen Brust- und Eierstockkrebs auslöst. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden jetzt in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Genetics* veröffentlicht. Risiko-Gene zu identifizieren, ist die wesentliche Voraussetzung dafür, den betroffenen Frauen eine maßgeschneiderte und engmaschige Früherkennung anbieten zu können. Die Studie wurde im Rahmen des Deutschen Konsortiums für familiären Brust- und Eierstockkrebs durchgeführt, das die Deutsche Krebshilfe seit 14 Jahren fördert.
Das neue Risiko-Gen für erblichen Brust- und Eierstockkrebs heißt RAD51C. Seine Funktion ist es, die Erbsubstanz einer Zelle fehlerfrei zu halten. Veränderungen (Mutationen) in diesem Gen selbst führen dazu, dass ein Tumor entstehen kann. Die Wissenschaftler analysierten das Erbgut von insgesamt 1.100 Risikofamilien, in denen gehäuft Erkrankungsfälle auftraten. Bei ihnen wurden zuvor Veränderungen in den bislang bekannten Risiko-Genen BRCA1 und BRCA2 (BReast CAncer-Gene) ausgeschlossen. In sechs dieser Familien waren Defekte im RAD51C-Gen nachweisbar. Die Patientinnen gehörten ausschließlich zu den Familien, bei denen Brust- und Eierstockkrebs gemeinsam auftraten. Das Risiko für Brustkrebs liegt bei den Trägerinnen einer Mutation im RAD51C-Gen bei ungefähr 60 bis 80 Prozent, für Eierstockkrebs bei 20 bis 40 Prozent. Die Patientinnen erkranken außerdem deutlich früher als Patientinnen mit sporadischem Brust- oder Eierstockkrebs. Deshalb bezeichnen Experten das neu identifizierte Gen auch als BRCA3.

"Diese Ergebnisse unterstützen unsere Hypothese, dass verschiedene seltene Gendefekte ein gemeinsames Krankheitsbild auslösen, den erblichen Brust- und Eierstockkrebs. Dieses Wissen ist wichtig für die Suche nach weiteren Risiko-Genen. Denn die bisher bekannten Brustkrebs-Gene können nur 60 Prozent der Hochrisikofamilien erklären", erläutert Professor Dr. Alfons Meindl, Leiter der Abteilung für gynäkologische Tumorgenetik am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Meindl hat die molekulargenetischen Untersuchungen des Projektes geleitet.

"Diese bahnbrechende Erkenntnis war nur möglich durch eine langjährige, enge zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Klinikern im Rahmen des Deutschen Konsortiums für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Mittlerweile werden in den zwölf universitären Zentren über 6.000 Risikofamilien betreut. Wir bieten den betroffenen Frauen unter engmaschiger Überwachung neuste Diagnostikmethoden und Therapien an, die speziell auf die erbliche Tumorform zugeschnitten sind", erklärt Professor Dr. Rita Schmutzler von der Universitätsfrauenklinik Köln, die an den Arbeiten ebenfalls maßgeblich beteiligt war. Sie hat eine Stiftungsprofessur der Deutschen Krebshilfe an der Universität Köln inne und ist die Koordinatorin des Deutschen Konsortiums. Dieses wiederum ist Teil eines internationales Forschungsnetzes, das nach neuen Risiko-Genen für erblichem Brust- und Eierstockkrebs sucht.

Ärzte und Betroffene stehen zukünftig vor neuen Herausforderungen: Die Ergebnisse zeigen, dass das Erbgut von Hochrisiko-Patientinnen, die keine Veränderungen in den bekannten Genen haben, auf weitere Defekte untersucht werden muss. Die Wissenschaftler planen, mit neusten Analysemethoden weitere Risiko-Gene zu suchen. Künftig könnte dann für jede Frau das individuelle Brustkrebsrisiko bestimmt und darauf basierend eine maßgeschneiderte Prävention und eine engmaschigere Krebs-Früherkennung angeboten werden. Dies würde ein ganz neues klinisches Gebiet der risikoangepassten Brustkrebs-Prävention eröffnen.

Infokasten: Brustkrebs
Jährlich erkranken in Deutschland etwa 60.000 Frauen neu an Brustkrebs. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle sind erblich bedingt: Sie sind auf Veränderungen in bestimmten Genen zurückzuführen, die über die Keimzellen (Ei- und Samenzelle) an die Nachkommen vererbt werden. Die häufigsten Gene, die Brust- oder Eierstockkrebs auslösen können, sind die veränderten Gene BRCA1 und BRCA2 (BReast CAncer-Gene). Wenn ein Fehler in einem dieser Gene vorliegt, ist das Brustkrebs-Risiko um 60 bis 80 Prozent erhöht, das Risiko für Eierstockkrebs liegt gleichzeitig bei 20 bis 40 Prozent. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass es weitere genetische Risikofaktoren gibt, die einen Großteil der Brustkrebserkrankungen erklären können.

* Meindl A et al.: Germline mutations in breast and ovarian cancer pedigrees establish RAD51C as a human cancer susceptibility gene. Nature Genetics, 18.04.2010; doi: 10.1038/ng.569

Projektnr.: 107353

Interviewpartner auf Anfrage!

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten

Weitere Informationen
 
del.icio.us Digg.com Favoriten.de Google icio.de Kledy Linkarena Oneview SEOigg Slashdot StumbleUpon Technorati Mister Wong Yahoo Yigg
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 20. April 2010 )
 

Mit inhaltlichen Fragen, Ergänzungen oder Kommentaren wenden Sie sich bitte an Marcus Oehlrich oder Nicole Oehlrich, bei technischen Kommentaren an den Webmaster. Diese Informationen wurden sorgfältig ausgewählt und werden regelmäßig überarbeitet. Dennoch kann für die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernommen werden. Insbesondere für Links (Verweise) auf andere Informationsangebote kann keine Haftung übernommen werden. Mit der Nutzung erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an. Bitte beachten Sie auch die weiteren Angaben in unserem Impressum. | © Copyright 1997-2010 Krebs-Kompass - Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. Alle Rechte vorbehalten. |