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Alt 08.07.2012, 19:12
Irmgard60 Irmgard60 ist offline
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Registriert seit: 28.09.2011
Ort: Hessen
Beiträge: 644
Standard AW: OP, Chemo.....und jetzt?

Hallo ihr Lieben,

Man oh man hier ist ja ganz schön was los, würde euch alle gerne mal drücken, soviel sch.... NW und dann noch du Christa, wo es dir vor kurzem doch so gut ging!!! Ich wünsche euch von Herzen, dass es euch bald wieder besser geht

Ausser, dass ich gerade im Stehen mit meinem Roller umgefallen bin, geht es mir ganz gut....Knie tut jetzt weh, aber...nochmal Glück gehabt
Somit habe ich aber zumindestens Zeit und Muse euch von meiner ersten Tumornachsorge zu erzählen

Also, um Gabriele's Frage zu beantworten, ja ich musste stationär für 2,5 Tage ins KH. Wenn ihr mich fragt, war das wohl ein wenig übertrieben, aber wahrscheinlich geht es hier auch ein wenig um Bettenbelegung! Man hätte die ganzen Untersuchungen sicher auch in 1,5 Tage schaffen können.
Es fing an mit EKG, Lungenfunktionstest, Röntgen, CT, Blutdruckmessung 24 Std. und zuguterletzt auch noch eine Bronchiskopie. Also, das gesamte Programm und als mein Doc mir dann sagte, alles soweit OK, hab ich erstmal ne Runde geflennt. War mir gar nicht so bewusst, wie angespannt ich wohl war, aber mit der Angst müssen wir Betroffene wohl immer leben

Als ich dann nach Hause kam, hab ich erstmal mit meinem Schatz gefeiert und
am nächsten Tag gingen mir immer wieder die Worte von meinem Doc durch den Kopf "alles ok, wir sehen ins in 3 Monaten" und in diesem Moment wurde mir zum erstenmal so richtig bewusst, die Angst geht nicht weg, die wird
immer da sein!! Diese sch... Krankheit hört nicht auf, sie ist da, ob OPler oder
nicht, wir müssen mit ihr und allen Konsequenzen morgens aufstehen und auch damit abends wieder in Bett gehen!!

Konnte an diesem Morgen dann auch nicht auf die Arbeit gehen, war den ganzen Tag damit beschäftigt, wieder mental aufzustehen, was mir dann natürlich auch gelang, denn es gibt nur den Weg nach vorne, aber es ist
weissgott nicht immer einfach!

Meine Gefühle versteht meine Umwelt natürlich nicht " es ist doch alles gut!! Possitv denken" ist jeder 2 Satz. Alle meinen es ja gut, aber...

Mir war es mal wichtig diese Gefühle hier niederzuschreiben, vielleicht ist hier doch der eine oder andere Angehörige dabei, der durch mich, vielleicht seinen Betroffenen eher versteht. Diese Angst kann uns leider keiner nehmen, aber
sie zu verstehen würde doch sehr helfen! Für uns ist das alles doch auch neu, wir müssen lernen damit fertig zu werden, ob wir wollen, oder nicht!

So....genug geschrieben, ist doch ganz schön viel geworden, meine Familie
wartet schon auf mich zwecks Abendessen und ich schreibe und schreibe und schreibe

Danke euch also allen für's zuhören und wünsche euch noch einen schmerzfreien Sonntag Abend und natürlich auch eine gute Woche, bin in Gedanken immer bei euch
__________________
Liebe Grüße,
Irmgard
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09/2011
OP linker Oberlappen
pT2aN1M0(St.IIa)

*Vater am 17.06.2013 an Lymphknotenleukemie gestorben, mein Held!!! Ich habe ihm versprochen.....ich kämpfe weiter!!!!

*Mutter in 2009 an LK gestorben
*Beste Freundin in 2011 an LK gestorben

.......ich vermisse euch drei so sehr!!!

Geändert von Irmgard60 (08.07.2012 um 20:51 Uhr)
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