Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1  
Alt 01.11.2013, 16:11
Benutzerbild von Tündel
Tündel Tündel ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 01.11.2013
Ort: Südbayern
Beiträge: 1.329
Daumen hoch Ein "Messi" in meinem Bauch...

Hallo,
ich bin 46, neu hier und möchte euch meine Geschichte erzählen und außerdem hab ich ein paar Fragen: Ich hoffe nur, dass ich hier richtig bin und niemanden mit meinem Geschreibsel nerve...
Vor einigen Jahren hatte ich ein Burn Out, nachdem ich mit meiner Belastung im Beruf und einer chronischen Krankheit meines Mannes nicht mehr klar kam. Vor fast 2 Jahren starb er nach langem Leiden an einer Kardiomyopathie.
Aber nun zur Sache: Im Juni hatte ich eine Harnwegsinfektion, die nicht ausheilen wollte, ein Antibiotikum jagte das nächste, immer wieder ein neuer Keim, 5x das Ganze – toll. Und dann schwoll mein Bauch plötzlich an wie bei einer Schwangeren im 10. Monat, ich kriegte keine Luft mehr, rannte von Arzt zu Arzt und zurück – eine ellenlange Liste von Diagnosen, nie die richtige!
Bis dann am 21.10. nichts mehr ging – 3 Schritte & atemlos bis zum Umfallen. Mein Freund konnte es nicht mehr mit ansehen, packte mich zusammen und karrte mich trotz heftiger Gegenwehr ins Krankenhaus.
Dort in der Notaufnahme ging man zunächst von Darmbeschwerden aus. Nach einem Lungenröntgen wurden sie immer hektischer: Die linke Lunge war voll. Punktion, blutiger Erguss.1,5l Blut! CT und dann eine Ärztin: „Sie haben eine Lungenembolie, einen 2cm dicken Nierenstein im linken Harnleiter und Sie werden es ja schon geahnt haben, sonst wären Sie ja eher (?????) gekommen, einen Tumor (7 x 9 cm) im kleinen Becken!“ Na toll, als ob ne Embolie oder der Nierenstein nicht gereicht hätten.
Aufnahme in die Onkologie. Am nächsten Tag stand der OA vor mir: Der Tumor sei inoperabel, nicht heil- aber behandelbar und mir blieben noch ein paar Monate! Ganz super. Ab in ein tiefes Loch. Am nächsten Morgen um 5.00 erwachte mein Kampfgeist. Der "Messi" muss weg und meinen 50. Feiere ich gaaaaanz groß. Um 8.00 ließ ich mich zum Professor verlegen.
Dann einige gute Nachrichten: Der Lungenerguss (insges. fast 5l in 4 Tagen) sei ohne maligne Zellen, eine Koloskopie ohne Befund und es gäbe keine Fernmetastasen.
Aber es gäbe knotige Verdickungen am Bauchfell. Und maligne Zellen im Bauchwasser! Man wolle operieren und nachschauen, aber die Bauchfellteile könne man hier nicht operieren, sagte eine junge Assistenzärztin.
Mir wurde immer unwohler, obwohl zumindest der Onkologieprof einen sehr guten Eindruck machte. Warum sollte ich mir den Bauch von oben nach unten aufschneiden lassen, nur um mal eben nachzugucken, ein bisschen rauszukratzen und dann festzustellen, dass der Rest nicht geht? Schließlich hängen die Überlebenschancen von der Sauberkeit der OP ab und damit meine ich nicht das Putzen des Op-Saales!
Die Gynäkologen hatten sich nicht blicken lassen, nur zu einer kurzen Untersuchung schickte man mich. Der „nette“ Mensch machte sich dann über meine „Isolierschicht“ lustig, er sähe ja nur Bauch! Gut, dass ich zumindest da ein dickes Fell habe!
Als mich der Onkoprof mich am 29.10. für die Woche vor der „Nachguck-OP“ nach Hause schickte, habe ich lange hin und her überlegt und dann einen Termin in B. (Prof. S.) gemacht. Das hatten mir viele Kolleginnen (auch Betroffene) empfohlen! Das ging nun rasend schnell, am Montag, 4.11.13 soll ich mich vorstellen. Ich hoffe nur, dass die mich nach 700km Anfahrt nicht unverrichteter Dinge wieder heimschicken.
Meine Frage: Können die mich trotz der Embolie überhaupt operieren, v.a. wenn es sehr lange dauert?
Hier bei uns hatten sie keine Bedenken, aber es sollte ja angeblich auch nur zum Nachgucken sein!
Gibt es Konsequenzen, wenn ich die OP bei uns einfach absage? Nicht dass ich die mal bei was anderem oder zur Chemo brauch und die sagen dann: „Nee, Sie nicht!“

Verflucht, warum kann dieser “Messi“ in meinem Bauch nicht einfach so verschwinden?

Tündel

Geändert von gitti2002 (01.01.2015 um 21:05 Uhr) Grund: NB
Mit Zitat antworten