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Alt 03.12.2013, 13:20
Sandra43 Sandra43 ist offline
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Standard AW: Ein "Messi" in meinem Bauch...

Hallo Tündel,

letztes Jahr bei meiner ersten Chemo bin ich noch (meistens) davon ausgegangen,
dass ich letztendlich zu denen gehöre, die kein Rezidiv bekommen und die irgendwann mal als geheilt gelten.
Ich wollte noch nicht mal hören, dass es der Therapie eventuell nicht alles wieder so wie vorher werden kann.
Von Rezidiv und gar unheilbar wollte ich schon 3 mal nichts hören.
Ich habe mich dann nach und nach erst mal mit der Tatsache abgefunden (bzw. abfinden müssen), dass nach der Therapie nicht wieder alles so wird wie vorher.
Aber mit dem Rezidiv habe ich mich erst abgefunden als ich es hatte.
Hm das Wort abgefunden passt da nicht so recht, finde aber nichts Passenderes, ich will damit sagen:
ich hatte zwar tierische Angst vor dem Rezidiv als sich die Anhaltspunkte dafür immer mehr verdichtet hatten, hatte aber bis zur letzten Sekunde gedacht ich „komme noch irgendwie drum herum“..

Ich finde es auch im Nachhinein gut und richtig, dass ich während der ersten so gedacht habe. Denn:
Keiner kann uns sagen ob wir ein Rezidiv bekommen oder eben nicht, warum sollen wir es uns in dieser Situation also schwerer machen als es ohnehin schon ist???
Wenn denn ein Rezidiv auftritt, kann man sich immer noch damit auseinandersetzen
(Das ist jetzt natürlich total subjektiv meine persönliche Meinung dazu)…

Dennoch hat es mir zum Beispiel geholfen, dass ich hier Kontakte zu Frauen bekommen habe die bereits ein oder mehrere Rezidive hatten/ haben, denn es hat mir gezeigt dass auch eine Rezidivdiagnose noch nicht bedeutet dass ich in 2 Wochen tot umfalle und solange gar keine Freude am Leben mehr empfinden kann.

In diesem Sinne gib dem Krebs jetzt erst mal mit der Chemo kräftig eins auf den Rüssel…
Und: Du bist weder undankbar noch verlangst Du zu viel, Du hast alles Rechte der Welt zu verlangen dass dadems Mistvieh durch die Chemo den Gar ausgemacht bekommt.

Weißt Du schon, wann Du die erste Chemo bekommst? Bekommst Du sie noch in Berlin?

Deine Bedenken wegen Avastin kann ich verstehen, aber zumindest die Nierenfunktion und der Blutdruck werden ja ständig überwacht und wenn das was im Argen liegt wird das Avastin abgesetzt.
Mit den potentiellen Löchern im Darm , das ist schon eine andere Hausnummer, zumal wir hier mit Tigimon ja eine Userin haben der dieses Horrorszenario passiert ist.
Meine persönliche Meinung dazu war, dass ich das Risiko eingehe um aus vollen Rohren auf das Mitsvieh ballern zu können.

Viele Grüße
Hoffe Deine Naht hält und es hat keiner „krumm und schepp“ genäht
Sandra
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