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Alt 13.07.2016, 11:18
Lanila Lanila ist offline
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Standard AW: Neue Alte Erkrankte

Danke Heike für deine Worte.

Gestern war Gespräch und ja...mein persönlicher Supergau...ich habe ein Rezidiv. Im CT war das zu sehen (ich frage mich warum man Sonographie überhaupt noch macht, da sah man rein gar nichts). Metastasen wohl nicht, obwohl auf der Lunge kleine Punkte sind, die wären aber so klein, dass man sie nicht mal punktieren kann und die kümmern mich jetzt erstmal auch nicht. Operieren kann man das Rezidiv nicht, weil es mit Gefäßen zusammenhängt.

Nun bin ich also von einem "Geheilten" flutsch zu einem "Todgeweihten" gerutscht. Ich selbst war übrigens am wenigsten geschockt.
Ich habe mich auch im Gespräch mehr nach Schmerzmitteln und Hospitz erkundigt als nach einer Therapie...naja das ist dann wohl psychisch.
Meine Tochter hat mit dem Onkologen debattiert, davon habe ich kaum was verstanden. Alle kamen überein, einschließlich Hausarzt, dass ich unbedingt noch weitermachen soll und dass noch Hoffnung besteht auf einige Jahre Leben. Statistisch habe ich nun noch 11 Monate, aber ja ist nur eine Statistik.

Ich bekomme ab Montag nun (jeden Montag) eine Chemo wieder, aber eine andere. Gemcitabine und Neb irgendwas.
Diese Chemo soll genauso gut sein wie die starke die ich hatte, nur wesentlich besser verträglich und man hofft, dass sie besser anschlägt als die alte, zumal ich da höchstens 75% vertrug. Mir war nur wichtig, dass ich nicht wieder 7 Stunden da hocken muss, es sind nun nur 2 und dass ich keine Pumpe mitbekomme. Ich gebe hier mal zu, dass mein Kampfgeist noch schläft.
Wenn man es schafft, dass Rezidiv zu zerschlagen, dann kann man wohl bestrahlen, angeblich ist das neu und eventuell noch operieren. Alles in allem machte man mir klar, dass ich eventuell noch von neuen Dingen profitieren kann, wenn ich es lange genug schaffe, es wird wohl viel versucht. Ich bin auch anscheinend ein gutes Versuchskaninchen mit meinem Alter und meinem Allgemeinbefinden. Der Onkologe hatte auch schon einen Therapieplan für mich erarbeitet als ich kam. Ich habe es dann so akzeptiert, allerdings mehr oder weniger, weil ich nicht wusste was ich sonst tun sollte.

Erstmal habe ich eben meiner 84 jährigen Mutter bescheid gegeben und die hat bis jetzt sehr gut verdrängt wie krank ich bin, jetzt ist sie erstmal fertig. Desweiteren will ich mir die Tage eine Perücke holen. Ich hatte letztes Jahr keine, trug nur Tücher. Nun will ich aber nicht, dass jeder sieht, dass ich es nicht geschafft habe. Da ich die Haare kurz und graumeliert nun trage, ist das mit einer Perücke sicher gut zu kaschieren. Außerdem weiß ich ja gar nicht wie lange ich nun Chemo habe, es geht ja nun darum dass ich überlebe und nicht mehr um Heilung.
Auch möchte ich einige Wünsche bezüglich meiner Beerdigung, meiner Hunde und noch so einiges aufschreiben, die nach meinem Tod eingehalten werden sollen. Das ist mir irgendwie sehr wichtig.

Der Onkologe sagte mir, dass man mir meine Krankheit nicht ansieht, das ist natürlich schön, aber jetzt denke ich, vielleicht wäre es leichter wenn es mir schlechter gehen würde, leichter zu akzeptieren. Am Sonntag war ich mit meinem Motorrad unterwegs, es ging mir blendend, ich bin bis zur Nordsee hochgefahren, war einfach herrlich...und ich habe also nur noch wenige Monate zu leben???

Im Moment denke ich nur: Es war alles umsonst die ganze Quälerei, die OP und Chemo... du hast wieder einen Tumor, alles auf Anfang, nur diesmal keine OP.

Die Tage mal mehr. Sicher habt ihr bei meinem Posting bemerkt, dass ich noch durch den Wind bin.
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Whipple OP: 1.4.15

Chemo: Mai - Oktober 15

Juli 16: Rezidiv

Chemo: Juli 16 - Jan 17

Chemo Feb 17 läuft noch
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