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Alt 04.10.2016, 03:26
Andrea_U Andrea_U ist offline
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Standard Prophylaktische Mastektomie

Guten Abend,

erst mal die Fakten:

-) Alter dzt 51, drei Kinder (erstes aber mit 30 eher spät), voll gestillt
-) seit > 20 Jahren rel. engmaschige Vorsorge wg BK-Erkrankung der Mutter
-) 2012 Ergebnis Gentest: BRCA1 pos (und "weiße" Veränderungen am BRCA2) mit Aufnahme ins Hochrisiko-Früherkennungsprogramm
-) entsprechende Familienanamnese

--> errechnete Erkrankungswahrscheinlichkeit > 85% für BK und ~ 60% für EK

Nach vielen Jahren, in denen ich mit einem "Naja, wenn sie heute was finden, dann ist das eben so" zur Mammographie gedackelt bin, kam irgendwann der Moment, wo mir irgendwie nicht mehr nach "Schulterzucken" war. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass sich die Anzahl der Erkrankungs (und leider auch Todes-)fälle in meinem Umfeld deutlich gehäuft hat.

-->

-) Beratungsgespräch mit meinem Gyn
-) Beratungsgespräch im BZ am AK*, incl von mir gewünschter Beratung für mögliche OP-Varianten. Favorisiert wurde im Gespräch nach Begutachtung die Rekonstruktion über Implantate (ich habe, zumindest mental, kein Problem mit Fremdkörpern)
-) Zweitmeinung zur technischen Seite der OP eingeholt, da mir von mehreren Seiten dringend ein Aufbau über Eigengewebe nahegelegt wurde. War ein sehr angenehmes und informatives Gespräch in guter Atmosphäre. Kommentar des PC (der selbst zwar autologes Gewebe bevorzugt): "Selbst wenn wir alles zusammenkratzen, was man dafür verwenden kann, reicht das bei Ihnen vorne und hinten nicht wirklich." Außer dem Allerwertesten ist da (BMI < 20) auch nicht so recht was zu holen.
Bauch fällt wegen diverser gyn. OPs und den daraus resultierenden Narben weg. Außerdem ist die LWS so instabil, dass es nicht ganz unproblematisch ist, an der Stützwirkung des Bauches zu kratzen.
Beidseitig am Latissimus rumzuschnippeln ist auch nicht der Hit - aufgrund eines Behandlungsschadens, der bei der PDA während der zweiten Entbindung entstand, ist der obere und mittlere Rücken quasi Tabuzone (was ich dort an Phantomschmerzen habe, reicht mir eigentlich, da müssen keine weiteren Quellen für Ungemach entstehen)
Bliebe also nur "das Heck", das mir selbst (wie vielen Frauen) zwar immer zu groß erscheint, aber da ist der PC anderer Meinung: "Das wäre eine Notfalloption, wenn die Implantat-Variante fehlschlägt, aber nicht erste Wahl in Ihrem Fall." Dazu sei gesagt, dass ich "seit immer schon" einen ausgeprägten DD-Vorbau vor mir hertrage, der trotz geringer Körpergröße von 1.65 irgendwie "stimmig" ist. Natürlich kann ich auch mit B leben, auf jeden Fall besser als mit Krebs, aber schaumermal.

Der Plan ist somit, am 24.10 in einer einzeitigen OP das Drüsengewebe inkl Brustwarzen komplett zu entfernen und durch Implantate + ADM zu ersetzen. Ob ich die BW tatsächlich in einer weiteren OP rekonstruieren oder nur tätowieren lasse, muss ich jetzt noch nicht entscheiden. Ich habe vor ca fünf Wochen das Rauchen von ~ 30/d auf 3-5/d runtergefahren wegen der OP, da das ein Kardinalfaktor in Sachen Komplikationen ist. Ob das reicht, werden wir am 13.10. nochmal besprechen. Da ist großes Ausmessen angesagt, damit ein entsprechendes Sortiment an Implantaten bestellt werden kann. Falls er mit der Nikotinreduktion nicht ausreichend zufrieden ist, werden anstatt der Implantate erst Expander eingesetzt und zu einem ensprechend späteren Zeitpunkt ausgetauscht.
Den Zeitpunkt für die Entfernung der Eierstöcke lege ich mit meinem Gyn erst endgültig fest, wenn absehbar ist, ob und wie sehr Komplikatioen auftreten.

Ich freue mich über jede Art von Meinung und/oder Erfahrung von euch dazu!

LG
Andrea

Geändert von gitti2002 (04.10.2016 um 03:36 Uhr)
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