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Alt 02.02.2018, 10:31
Tris Tris ist offline
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Unglücklich AW: I can't go back, back to the way I was

Heute ist ihr Geburtstag, heute wäre sie 53 Jahre alt geworden. Manche Tage sind schlimmer als andere. Manchmal wache ich morgens auf und Tränen laufen mir über die Wangen, dieses Gefühl der unbändigen Trauer ist dann so erdrückend. Ich weiß dann, dass ich geträumt haben muss, aber erinnern kann ich mich nie daran. Nur diese unbändige Trauer ist da. Ich wünsche mir so sehr das ich sie zumindest in meinen Träumen sehen, sie umarmen kann. Mit ihr glücklich sein kann. Aber ich weiß nie genau was ich geträumt habe. Jedoch weiß ich es sind immer Albträume.

Ein Wort, ein Ton, ein Satz, ein Moment kann ausreichen und ich Falle in eine Erinnerung, ich sehe diese glücklichen Augenblicke und weiß es wird nie wieder so sein. Die Trauer überwältigt mich. Meist kann ich die Tränen nicht unterdrücken. Es sind immer Augenblicke die glücklich sein sollten, doch sind sie es nicht.

An ihren letzten Geburtstagen war sie immer zu Krank um was zu machen. Letztes Jahr haben wir darauf gewartet, was die Untersuchungen ergeben. Ob sie wieder Krebs hat. Ihr ging es schlecht, sie hätte sich nie wirklich davon erholt. Von dem Krebs, der Chemo... Das Jahr davor war sie im Krankenhaus. Es war der Tag vor der Operation in der alles entfernt wurde. An dem Tag als sie ins Krankenhaus ging sagte sie: "Heute fängt mein neues Leben an." Sie hat nichts negativ gesehen, sich nicht gehen lassen. Sie hat immer gekämpft. Eine Frau die überall respektiert wurde, die Freude am Leben hätte. Die trotz ihrer Situation immer noch hauptsächlich an die anderen dachte. Wie es ihnen damit geht. Gekämpft hat sie bis zum Schluss, aber wie soll man gewinnen, wenn der eigene Körper gegen einen ist. Sie war bis zum Schluss selbstlos, darum besorgt was aus uns werden würde. Als sie Krank wurde war das erste woran sie dachte wir, nicht an sich. Nein an alle andern. Ihre Jugendlichen die sie als Sozialabeiterin betreut hat. Sie wäre gern dabei geblieben um ihnen zu helfen. Der Job hat ihr Spaß gemacht und er passte so gut zu ihr.
Sie sagte zu Papa, dass sie immer Angst gehabt hätte das er mal Krebs bekommt, da seine Familie in dem Bereich so stark vorbelastet war. Doch das war ihre auch, doch sie hätte niemals daran gedacht, dass sie einmal Krebs bekommen könnte. Ich weiß wie gern sie gesehen hätte was aus Jakob und mir wird. Ich weiß wie sehr sie Papa geliebt hat, uns alle. Wie sehr sie bei uns bleiben wollte. Ich habe mir so oft gewünscht ich könnte an ihrer Stelle sein. Ich versteh nicht warum es ausgerechnet sie treffen musste. Ein normales Leben mit beiden Eltern sollte nicht zu viel verlangt sein. Und doch ist es so vielen nicht vergönnt.

Sie hat ihre Gefühle immer zurück gehalten um uns keine Angst zu machen. Sie war für mich immer das Beispiel für Selbstlosigkeit. Immer für andere da.
Ich vermisse sie heute so sehr.
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