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Alt 25.11.2004, 22:31
Ladina Ladina ist offline
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Standard Buchtipps zum Thema Hodenkrebs

ERFAHRUNGSBERICHT EINES HODENKREBS-PATIENTEN
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Titel: Schwarze Raben
Untertitel: Mein ganz persönlicher Kampf mit dem Krebs
Autor: Thomas Lenz
Verlag : Lenz, Thomas , Eigenverlag, November 2003
ISBN : 3-00-012388-1 , Gebunden, 132 Seiten, 2 Abbildungen


Preisinfo : 9,90 Eur[D] / 10,20 Eur[A]

Vergriffen im Buchhandel, erhältlich bei amazon
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3000123881


Verlagstext:
Als ich im Jahr 2000 meine Diagnose "Hodenkrebs" bekam, brach eine Welt für mich zusammen", beginnt der 39jährige Bankkaufmann seine biographischen Erinnerungen über den Kampf mit der Krankheit, die 1999 sein Leben erschütterte.
Gerade 35 Jahre alt, verheiratet, zwei Töchter mit sechs und neun Jahren. Heute gilt der gebürtige Hesse als geheilt. Was ihm widerfuhr, was ihm durchhalten und kämpfen half, das will er andern weitergeben. In seinem Tagebuch, in Gottesdiensten und Lesungen, zu denen er eingeladen wird, erzählt er offen und ehrlich von seiner Begegnung mit der Verletzlichkeit, dem Grauen, dem Tod.
Angefangen hat alles an einem Dienstagmorgen im Januar. Keine Schmerzen, aber eine körperliche Veränderung, ein schnell organisierter Arztbesuch und die Aussage, des Mediziners: "es sieht so aus, als ob sie Krebs hätten!"
Wie in Trance der Versuch, im Erlanger Waldkrankenhaus einen schnellen Termin zu bekommen. Acht Tage hätte der akut Bedrohte auf einen Termin warten müssen. Acht Tage, die ihn, wie er später erfuhr, das Leben hätten kosten können. Der Einsatz seines Urologen schliesslich bewirkt, dass bereits am Freitag im Klinikum Fürth die lebensrettende Operation stattfindet. Ein erstes Aufatmen. Bis zwei befallene Lymphknoten gefunden werden, dierekt auf der Hohlvene, die zur Niere führt, zu gross, um ohne Risiko zu operieren.
Auf Anraten der Ärzte beschreitet Thomas Lenz einen anderen Weg. 52 Chemotherapien in vier Zyklen. Er betritt diese Hölle in der Hoffnung darauf, dass die Knoten kleiner werden. "Nein, Du verdammter Krebs, micht kriegst Du nicht, mich nicht!" schreibt der Patient kurz vor Beginn der Zyklen. Er will es mit positivem Denken versuchen - und mit Gottvertrauen. Gott hatte ihm schon mehrmals aus brenzligen Situationen geholfen, warum nicht auch dieses Mal?
Das Gottvertrauen kann er brauchen, für das, was ihn nun erwartet, und erstaunlicherweise hält er der "Bestie", wie er den Krebs nun nennt, stand, beinah ohne Schrammen.
Nach einem überraschend guten Therapiestart, schlagen die Nebenwirkungen voll zu. Müdigkeit, Übelkeit, Schwäche, Haarausfall, ein steter metallener Geschmack im Mund, Appetit auf gar nichts. Erdbeeren im März sind zeitweise das einzige, das er überhaupt bei sich behalten kann. Seine Frau Birgit beschafft sie ihm trotz der kalten Jahreszeit unermüdlich. Sie ist sein Anker in dieser Zeit, sooft sie kann an seiner Seite, in jeder Gemütslage für ihn da. Wenn seine Gefühle Achterbahn fahren, er mal gereizt, mal geschwächt ist, sein Elend herausheult oder kurz vorm Aufgeben ist. Sie organisiert, tröstet, hält ihn aus – und „schmeißt“ dann noch das Leben der Familie. Ihr hat er sein Buch gewidmet. Thomas Lenz’ anderer Anker heißt Christoph Thiele, ist sein Gemeindepfarrer und seine wichtigste Bezugsperson. „Aus der Familie kann das keiner sein“, meint der Genesene. Es gibt Dinge, die kann man nur einem Seelsorger offen sagen, Seiten, die man denen, die man liebt, nicht zeigen möchte. Thiele hörte geduldig zu, half Gedanken sortieren, gab ganz praktische Hilfen und betete wohltuend mit dem Kranken. Er war es auch, der dem Krebspatienten gleich am Anfang der Erkrankung einen Satz Martin Luthers mitgab, der ihn durch diesen Lebenseinschnitt tragen sollte: „Du kannst dich nicht dagegen wehren, dass die Vögel hin und wieder in der Luft fliegen sollten; aber dass sie dir in den Haaren nisten, das kannst du wohl verhindern.“ „Schwarze Raben“ haben die zwei Männer die Vögel des Kummers und der Sorge genannt. „Schwarze Raben“ heißt das Buch von Thomas Lenz. Und in der Tat: die Raben fliegen weiter. Die Lymphknoten verkleinern sich nicht nur, sondern die Metastasen verschwinden ganz. Ende April, bereits bei einem hart erstrittenen Kuraufenthalt, hat der stark Geschwächte die letzte Chemotherapie überstanden. Ende Mai kehrt er nachhause zurück.
Was niemand glaubte traf ein, seine Frau hat 1 1/2 Jahre
nach der Genesung ihres Mannes einen gesunden Sohn geboren: David. Sein Tauftag ist ebenfalls der 30. Juni geworden, denn mit ihm hat Thomas Lenz das Leben im doppelten Sinn wiedergeschenkt bekommen.

Anfragen für Lesungen und Bestellungen des im Eigenverlag erschienenen Buches „Schwarze Raben“ von Thomas Lenz (9,90 Euro plus Versandkosten) sind möglich unter der e-mail Adresse stups.lenz@t-online.de (ISBN-Nummer 3-00-012388-1).

Anmerkung von Ladina: Ein sehr optimistisches Buch, das Mut macht!


Geändert von Ladina (16.05.2012 um 21:58 Uhr)