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Alt 04.10.2006, 18:41
Evche Evche ist offline
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Standard Impfstoffe gegen HPV

Hi @ all!

Da ich selber betroffen bin, habe ich über die beiden Impfstoffe, die es bald geben wird, recherchiert. Hier das Ergebnis:

Gardasil kommt lt. Krebsinformationsdienst Heidelberg bereits ab Oktober 2006 in Deutschland zum Einsatz. Zielgruppe sind Mädchen und junge Frauen zwischen 9 und 26 Jahren. Gardasil wirkt gegen die vier häufigsten Papillomvirustypen. Zwei davon, HPV6 und 11, sind an der Entstehung von Genitalwarzen beteiligt und kommen nur selten in Krebsgewebe vor. HPV 16 und 18 zählen zu den so genannten Hochrisikotypen, die in über 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs nachweisbar sind.

Cervarix kommt voraussichtlich ab 2008 auf den deutschen Markt. Im Gegensatz zu Gardasil richtet sich Cervarix "nur" gegen die Infektion mit den Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18, nicht aber gegen HPV 6 und 11. Allerdings zeigten Studien, dass Cervarix auch vor der Infektion mit zwei weiteren Hochrisikotypen schützen kann: HPV 31 und HPV 45.

Da der Impfstoff Cervarix ähnlich wie Gardasil aufgebaut ist, wirkt auch er in erster Linie vorbeugend: Beide schützen vor der Infektion mit HPV und können damit auch das Auftreten von HPV-bedingten Läsionen vermeiden. Die Wirkung von Cervarix wurde zusätzlich auch an älteren Frauen (bis 55 Jahre) getestet. Auch hier zeigten die Ergebnisse eine starke Immunantwort und damit einen guten Schutz vor einer HPV-Infektion und deren Folgen. Zudem zeigte sich auch bei den älteren Probandinnen eine gute Verträglichkeit des Impfstoffes. Zielgruppe sind Mädchen und Frauen von 11 bis 55 Jahren.

Wichtig: Beide Impfstoffe werden nach heutigem Kenntnisstand nur verwendet, wenn keine Infektion nachweisbar ist.

Der Krebsinformationsdienst Heidelberg schrieb mir ferner:

Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand fehlen aber bislang Belege dafür, dass die beiden Impfstoffe eine Verbesserung bereits bestehender Läsionen bewirken können.

Wir möchten an dieser Stelle auch erwähnen, dass beide Impfstoff nicht hundertprozentig vor der Entstehung von auffälligen Veränderungen schützen können, die unbehandelt zu einem Zervixkarzinom führen können. Zwar sind HPV16 und HPV18 für über 70 Prozent (zusammen mit HPV 31 und 45 über 80 Prozent) aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. In 30 Prozent der Fälle sind jedoch andere, seltenere HPV-Typen, an der Krebsentstehung beteiligt, gegen die sich die Impfstoffe nicht richten. Aus diesem Grund bleiben auch weiterhin die Früherkennungsuntersuchungen am Gebärmutterhals die wichtigste Maßnahme, um auffällige Zellveränderungen rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Das bestätigte mir auch die Herstellerfirma von Cervarix, bei denen ich anfragte, ob dieser Impfstoff auch bei bestehenden Infektionen wirksam ist. Die Antwort:

Interessante Frage: derzeit laufen noch Studien um diese Frage zu klären.

Viele Grüße - Evche

Geändert von Evche (05.10.2006 um 14:53 Uhr)
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