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Alt 30.06.2007, 18:00
Eve1975 Eve1975 ist offline
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Hallo an alle,

ich habe mich jetzt auch dazu durchgerungen, mich registrieren zu lassen. Ich bin 32 Jahre alt, verheiratet und habe einen Sohn von fast 3 Jahren. Ich hatte auch Eierstockkrebs.
Alles fing ganz harmlos an, so wie wahrscheinlich bei den meisten von euch.
Am 01. März diesen Jahres war ich zu einer Routinekontrolle bei meiner Frauenärztin. Die hat zunächst nur untersucht und getastet; da hab ich aber schon gemerkt, dass ihr da was nicht gefällt. Danach hat sie einen Ultraschall gemacht und da hab ich schon an ihrem Gesicht gesehen, dass da was nicht in Ordnung ist. Sie sagte, da wäre eine Zyste an meinem linken Eierstock, sie sowohl mit Flüssigkeit gefüllt sei, aber auch feste Teile enthalten würde. Sie hat mir eine Überweisung in Krankenhaus gegeben, damit die Spezialisten sich das mal genauer ansehen könnten. Da war ich dann auch eine Woche später hin; die Oberärztin hat noch mal Ultraschall gemacht und im Prinzp das gleiche gesagt. Sie wusste aber auch nicht so recht, was das denn nun wäre. Ich habe dann auch nachgefragt, ob das auch Krebs sein könnte, aber da hat sich mich beruhigt und gemeint, danach würde es nicht aussehen. Sie hat mich dann zwei Tage später zu einem CT geschickt, damit man das noch genauer abklären könnte. Drei Tage später war ich dann erneut im Krankenhaus, um mit den Chefarzt die Ergebnisse des CT zu besprechen. Der hat mir dann gesagt, dass auf jeden Fall operiert werden müsste und der linke Eierstock entfernt werden müsste. Die OP (Bauchspiegelung) war dann zwei Tage später und ist problemlos verlaufen. Drei Tage später kam dann der Befund, dass es sich um Eierstockkrebs handelte. Es wurde sofort ein Termin für den nächsten Mittwoch gemacht. Hier sollte dann der andere Eierstock, die Gebärmutter, das Bauchfell, Bauchnetz, Blinddarm und ggfls. Lmphknoten entfernt werden. Danach müsse auf jeden Fall eine Chemo folgen. Das war natürlich erst einmal ein Schock. Die OP wurde vorbereitet als dann abends vorher (so gegen halb 6) die Oberärztin kam und mitteilte, dass die OP nicht stattfinden würde; der Chefarzt käme gleich und würde mir die Einzelheiten erläutern. Der kam dann auch und sagte, die Pathologie hätte angerufen und sei sich nicht mehr so ganz sicher, was sie da auf dem Tisch hätten. Die Proben gingen dann nach Mannheim ins Labor um nachbeprobt zu werden. Ich hab am gleichen Abend noch meine Koffer gepackt und nach Hause gefahren. Dann hat es noch mal eine ganze Woche gedauert, bis endlich das Ergebnis aus Mannheim da war. Man hat sich in der Zwischenzeit unheimliche Hoffnung gemacht, dass alles nur ein Irrtum war und alles wieder gut werden würde. War dann aber nicht so; Mannheim hat dann festgestellt, dass es sich nicht um den normalen EK handelt, sondern um die seltenere Form, den Granulosa Zellturmor, Stadium II c. Ich hatte dann einen Termin in der HSK Klinik in Wiesbaden 3 Wochen später zu einem ambulanten Gespräch. Die haben noch mal untersucht, sind aber zu keinem anderen Ergebnis gekommen. Der nächste freie OP Termin bei denen war dann wieder 3 1/2 Wochen später. Ich hatte diese Warterei so was von satt, aber was sollte ich denn machen. Schließlich wurde ich dann am 10. Mai dort operiert und es wurde das entfernt, was auch vorher besprochen wurde. Die OP ist gut verlaufen und nun hieß es wieder warten. Das Ergebnis hat geschlagene 14 Tage auf sich warten lassen. Ich bin in der Zwischenzeit echt fast verrückt geworden. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Mir wurden 41 Lymphknoten entnommen, die waren alle frei; es wurden drei Proben vom Zwerchfell entnommen, die waren auch beide frei. Der Professor im Klinikum sagte, dass es bei diesem Ergebnis absolut nicht notwendig sei, eine Chemo Thereapie anzuschließen. Da ist uns aber ein Stein vom Herzen gefallen.
Wie gesagt, die OP ist nun sechs Wochen rum und das normale Leben geht so langsam wieder los. Mein Körper hat sich schon ganz gut erholt, aber der psychische Stress kommt jetzt so langsam raus. Aber man kann nur hoffen, dass es weiter Bergauf geht.
Wenn ich so lese, was ihr schon alles hinter euch habt, hab' ich ja noch richtig Glück gehabt.
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