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Alt 29.08.2007, 23:24
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MM-Tiga MM-Tiga ist offline
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so,
hallo nochmal an alle, deren Geschichten und Schicksale ich schon seit einiger Zeit mitverfolge, die so stark, tapfer, unbeugsam sind und mir so schon geholfen haben, den Schrecken zu überwinden....!
Jetzt, wo ich schon hie und da meinen Senf dazu gegeben habe, will ich mich auch mal ordentlich vorstellen:
Ich bin nicht selbst erkrankt, sondern meine liebe Mutti, sie ist letzte Woche 69 geworden, ich bin 43 und habe noch eine "große Schwester" (47).
Die Mutti war vorher auch schon immer so ein bissl das Sorgenkind, Gebärmutterentfernung wg. (gutartigem) Gewächs mit knapp über 50, dann auch schonmal Verdacht auf BK (gsd unbegründet, aber Riesenschreck), seit ca.15 Jahren Probleme mit Bronchialasthma, dadurch diverse blöde Therapien, Cortisongaben und so Mist, u.a. daraus folgend früher als nötig Osteoporose, durch das Asthma schlapp und kurzatmig und auch irgendwie nicht so tolle Lebensenergie. Immer wieder wurden auch die lästigen Polypen an den Nasenschleimhäuten entfernt, auch keine so angenehme Sache- kurzum: immer war irgendwas und meine Mutti war ständig irgendwie eingeschränkt.
Und dann kam Ende Juni auch noch die Diagnose EK!
Sie war 2 Jahre nicht zur Vorsorge (weil der Gyn dort in der Nähe ein A...is), war aber dann wegen seltsamem Druck auf der Blase beim Urologen, der dann gleich die richtige Vorahnung hatte. Ab da ging alles sehr schnell, Gottseidank haben sie gleich die richtige Diagnose gestellt, meine Mutti hatte eine Woche ausgiebige und unangenehme Voruntersuchungen (wem sag ich das) und wurde dann groß operiert :
Eierstöcke, Netz, Milz und noch paar Kleinigkeiten wie Lymphknoten glaub ich, Magen, Darm, Blase und Lungen sind aber OK!
Mein Papa hat mich erst angerufen, als alles vorbei und überstanden war -was für ein Schock!
Klar wurde mir die Bedeutung von EK aber erst beim Recherchieren im internet und dort habe ich ja auch Euch gefunden und darf sagen: Ihr seid die besten Ratgeber und Mutmacher überhaupt!
Meine Mutti war zuerst total am Boden und frustriert, natürlich schwach, weil vorher ja schon nicht die fitteste, aber ihr hat gutgetan, daß wir alle (Papa, Schwester, mein Freund und ich) zur Seite standen und nicht zuließen, daß sie dem Frust nachgibt. Erst gabs auch noch Komplikationen mit der Lymphflüssigkeit, die im KH hatten zur ersten Entlassung nämlich den Beutel abgemacht und behauptet das passt jetzt so , zu Hause hatte dann meine Mutti immer stärkeren Druck auf dem Magen und aufgeschwollene Beine , musste erbrechen, wurde beim andren Arzt punktiert, danach wieder Ansammlung , schnell wieder ins Krankenhaus und dort endlich wieder Ableitung der Flüssigkeit nach aussen in Beutel, das wurde dann auch beibehalten und sie machte das zu Hause auch damit und konnte dann irgendwann endlich wieder gscheit essen, bekam auch wieder Lust dazu und zum Kochen , schmeckt trotz Chemo auch alles gut (1. war vor gut 3 Wochen, 2. vorgestern).
Das ist schon ungefähr der "technische Stand" der Dinge, nebenbei hat sich aber die Mutti ziemlich gewandelt:
Nach dem totalen Down, hat sie doch die Kurve gekriegt und offensichtlich entschieden, schon noch ein paar Jahre gut und gerne zu leben, "mindestens die goldene Hochzeit " will sie feiern (ist in 2 Jahren, also ich hätt auch gegen noch viel mehr Jahre nix ). Von Anfang an haben meine Eltern auch alles miteinander und vernünftig besprochen, mein Papa (selber ist er superfit für 72 und war nur einmal in seinem Leben im Krankenhaus weil er sich an der Hand verletzt hatte.... ) hält sich wacker und übernimmt noch bissl mehr im Haushalt, Kochen tun sie seit neuestem zusammen (!) und das klappt sehr gut wie meine Mutti stolz erzählte. Neulich war ihr Geburtstag , wir waren alle dort und meine Mutti gut drauf, schwächelt zwar (klar, oder?) aber is ja geistig voll fit und liest viel, informiert sich, vieles konnte ich ihr aus dem internet besorgen, so war auch Eure Begeisterung für die Klinik in Scheidegg Grund, ihr die Unterlagen von dort zu bringen, sie möchte gerne dorthin, aber erst wenn alles vorbei ist (dann ist Winter) und sie sich daheim erholt hat, damit sie auch was davon hat..
Ich hab ihr dann auch noch paar Atem-Übungen "aufgegeben", damit sie körperlich schonmal bissl was für sich tut, (damit ist sie jetzt auch bewusster und ich jubel bei jedem Anruf -jetzt auch häufiger -- , wenn sie mit normaler Stimme erzählt, daß sie viel+gut +gern gegessen hat und die Chemo wohl bis jetzt (TOITOITOI) ganz gut verträgt (nur kurz übel, Haare sind schon raspelkurz, hat auch schon eine wirklich tolle, ganz natürlich wirkende Perücke))-
sie kommt nun glaub ich besser mit allem zurecht als wir anderen, ist hart im Nehmen und garnicht mehr jammerich, ich hab mich -auch Dank dem Forum!- wieder gefangen und bin froh, wenn ich ihr was gutes tun und was für sie recherchieren kann....
Ich hatte ja schon immer mal wieder Bammel vor der Zeit, wenn die Eltern alt und gebrechlich werden, hatte mir und vor allem ihnen gewünscht, daß sie so wie die meisten unsrer Vorfahren einfach mal an Altersschwäche sterben.....naja, vielleicht hat meine Mutti ja Glück und den Willen NICHT an Krebs zu sterben!
Das wars " in Kürze" , Danke an alle die ihre eigene Geschichte so ehrlich und offen erzählt haben und Danke denen die jetzt die Geduld hatten, das alles zu lesen , ich bin auch froh, das es dieses Forum und Euch gibt und habe das Gefühl, es gibt vor allem den selbst Betroffenen total viel Kraft und so manche verbesserte Prognose, oder?
bis bald beim ein oder andren Thema...
Manuela
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