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Alt 24.01.2010, 06:38
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Jutta Jutta ist offline
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Standard Weitere Fortschritte beim Darmkrebs

Weitere Fortschritte beim Darmkrebs

Folgende Neuerungen sind in den verschiedenen Bereichen der Darmkrebsbehandlung und -diagnostik hervorzuheben:

Die Vorsorgekoloskopie wird seit einigen Jahren als kostenlose Leistung der gesetzlichen Krankenkasse angeboten. 17,2 der berechtigten weiblichen und 15,5 Prozent der männlichen Bevölkerung zwischen 55 und 74 Jahren haben diese seit 2003 in Anspruch genommen. Dabei wurde bei 23 Prozent ein Adenom und bei 6,9 Prozent ein fortgeschrittenes Adenom mit erhöhtem Entartungsrisiko diagnostiziert. Karzinome wurden bei einem Prozent der Untersuchten festgestellt – in fast siebzig Prozent der Fälle in einem frühen Stadium mit sehr guter Prognose.

Die Nachsorge nach Entfernung von kolorektalen Adenomen (so genannte Polypennachsorge) wird jetzt individueller gestaltet. Werden ein oder zwei kleine Adenome entfernt, so sollte die nächste Dickdarmspiegelung erst nach fünf Jahren und nicht bereits nach drei Jahren durchgeführt werden.

Bei der Kolonkarzinogenese wird immer deutlicher, dass sich der Dickdarmkrebs nicht nur über den klassischen Krebsentstehungsweg (kleines Adenom > großes Adenom > Karzinom) entwickelt: Bei 15 Prozent der Tumoren ist eine alternative Krebsentstehung über so genannte serratierte Adenome zu verzeichnen. Dies hat Auswirkung auf die Vorsorge und Früherkennung von Karzinomen, da diese serratierten Läsionen vor allem im rechten Dickdarmanteil vorkommen und bereits bei kleiner Größe bösartig sein können. Serratierte Polypen ähneln zum Teil den bislang als ungefährlich erachteten hyperplastischen Polypen, was sowohl Gastroenterologen als auch Pathologen beachten müssen.

Mittlerweile sind in Deutschland etwa 140 Darmkrebszentren von der DKG zertifiziert worden. Etwa jeder fünfte Patient mit Darmkrebs wird bereits in einem Darmkrebszentrum behandelt. Durch die klar vorgegebenen Anforderungen, die jährlich extern überprüft werden, wird sich die Behandlungsqualität zweifelsohne verbessern.

Die Grundlage für die Qualitätsindikatoren der Darmkrebszentren ist die S3-Leitlinie kolorektales Karzinom*. Sie wurde 2008 aktualisiert, um die Neuerungen der letzten Jahre im Polypenmanagement sowie in der systemischen Therapie des Dickdarmkrebses flächendeckend in die Behandlung zu implementieren.

Quelle: http://www.journalonko.de/newsview.php?id=3835
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Jutta
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