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Alt 13.02.2010, 03:25
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vielsonne vielsonne ist offline
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moin alle miteinander...

also hier mal kurz meine perönliche vorstellungs- und verlaufsgeschichte:
vor einem guten dreiviertel jahr bekam ich, 47, männl. nie krank keine allergien so zu sagen kerngesund ab und an schmerzen in der li.brust, bin also gleich mal zum doc gerannt und dort ein ekg gemacht...nix zu sehen...alles i.o. das war so im juni 2009. es wurde aber irgendwie nicht besser, also überweisung zum kardiologen, der hat mit belastungs ekg und ultraschall nix feststellen können und mir beste gesundheit bescheinigt...als nächstes kam dann ein thorax/lungeröntgen dran, natürlich auch kein befund, nur die aussage...mann, sie sind kerngesund.
es wurde aber nicht besser mit den schmerzen und als dann 1-2 monate auch noch rückenschmerzen dazukamen bin ich also wieder los...nun wurde ein mrt der brustwirbelsäule gemacht, ergebnis - alles in ordnung, aber da oben, da iss so ein unklarer schatten, da machen wir einfach noch ein mrt der halswirbelsäule...und siehe da...wieder nix, alles i.o. es war mittlerweile oktober/november 2009.
hmm...was nun, massagen der schmerztherapheutin brachten auch keine linderung, also überweisung zum neurologen. der versorgte mich mit hochpotenten schmerzmitteln und erklärte mir das man sich gewisse schmerzen auch einbilden könne, gerade bei/nach schweren schicksalsschlägen etc. nachdem wir dies geklärt hatten, denn solche fanden sich bei mir nicht, wurde ein ct vorgeschlagen...

hui und gleich der erste durchlauf war ein treffer! tumorverdacht in der linken lunge. also gleich noch ein pet-ct in gleicher praxis eine woche später hinterher geschoben. da dann endlich die gewissheit, ein eindeutig maligner herd ca. 1,8 x 1,9cm groß.

weiter gings mit einer überweisung in die klinik. hier vorstellung bei der dortigen chirurgischen koryphäe. diese erklärte mit ein paar worten und jovalen beschwichtigungen, dies sei gar kein problem...das mache er minimalinvasiv und schnipp schnapp ehe ich es mich versehe bin ich hier innerhalb einer woche wieder raus und die sache wäre gegessen...
gesagt getan, ich bin also blauäugig wie ich war zu meinem allerersten krankenhausaufenthalt in meinem leben dort angestiefelt und mich dem dortigen regiment unterworfen. am nächsten tag war dann auch gleich die op angesetzt.
als ich wieder zu mir kam und in den überwachungsraum geschoben wurde war ich noch richtig gut gepusht und gut drauf...also erstmal das op hemdchen hochgeschoben und nach den löchern im bauch geguckt...negativ..hmm dafür aber an der seite so ein schlauch zur drainage und ein dicker verband.
die dann folgenden tage waren der absolute hammer für mich, trotz pda im rücken und höchster stufe sowie unzähligen schmerzmitteln in tabletten-und spritzenform hatte ich einfach nur schmerzen, schmerzen wie ich sie im leben noch nicht hatte. das schlimme daran war daß, das liegen ebenfalls schmerzte. meine frau entdeckte dann am 2.tag nach der op die riesige narbe auf meinem linken schulterblatt ca.25cm lang. daher also der liegeschmerz. nach 8 tagen hab ich mich dann kurz vor weihnachten auf eigenen wunsch nach haus schicken lassen, weil ich da einfach nur weg wollte.
die op hat man mir dann am entlassungstag mehr schlecht als recht erklärt. oberlappenresektion links, mediastinale lymphadenektomie, atypische herdresektion aus dem segment 6 links, pleurabiopsie links. so hört sich das im medizindeutsch an… und ein paar tage später beim fädenziehen erfuhr ich dann auch nebenbei das meine rückenschmerzen unter anderem auch auf das durchtrennen der rippe zurückzuführen sind, denn die wird immer durchgesägt wenn die rippen gespreizt werden...aha...schluck...ist ja interessant, was man so nebenbei alles erfährt…
der mich weiterbehandelnde onkologe hat dann meinen histologischen befund der nach ca.14 tagen mittlerweile eingetroffen war, gleich nochmal in ein speziallabor geschickt um eine egfr-mutationsanalyse meines adenokarzinoms vornehmen zu lassen. grund dafür war die eventuelle therapie mit iressa. aber nix da, falscher krebs fürs tolle medikament…das ganze hat mich dafür aber nochmal 6 wochen gekostet.
mittlerweile hab ich wieder abwechselnde schmerzen in der brust und im rücken bekommen die sich z.t. nur mit morphin kontrollieren lassen. ein neuerliches pet-ct hegt den verdacht auf einen metastasensuspekten lymphknoten und mindestens 3 kleine verdächtige rundherde in der linken restlunge sowie eine fokale und flächenhaft diffuse pleuracarcinose links mit verdacht auf beteiligung der intercostalmuskulatur ventral parasternal, was wiederum den schmerz erklärt…
also zurück zum erstbefund der da lautet: pt2 pn1 pm1 – r0 – g3- hmm… das hört sich jetzt nicht so prickelnd an, aber mittlerweile hab ich meinen port implantiert bekommen und am montag beginnt endlich die chemo mit carboplatin und alimta und ich bin guter hoffnung das sich hier irgendwie noch was machen lassen muß.
ups, das ist ja doch länger geworden als geplant…
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