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Alt 06.07.2011, 20:18
ricola ricola ist offline
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Registriert seit: 23.03.2009
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Standard AW: Korpuskarzinom, Gebärmutterkrebs, Uteruskarzinom, Endometriumkarzinom - Fragen

Hallo Mel,

mich hat das ganze mit 36 Jahren ereilt, das ist nun 2 Jahre her.
Ich hatte auch schon einige Zeit heftige Blutungen und traute mich nicht, damit zum Arzt zu gehen, bis es dann nicht mehr anders ging.

Ich war dann bei der Ausschabung, und leider war dann eben auch das Tumormaterial schon dabei.
Ein Gebärmutterkörperkarzinom, also Endometrium CA des Corpus Uteri.

Ich hatte nicht lange Zeit zu überlegen. Die Operation selbst war im Nachhinein gesehen nicht schlimm (klar ist es in der Situation nichts, was man sich wünscht, aber man vergisst auch schnell wieder, wie es war, zumindest kann ich das mit ein wenig Abstand so sagen),
denn man kriegt ja davon absolut nichts mit. Obwohl ich horrende Angst vor Narkosen habe (ein verhunzte Narkose in meiner Teenagerzeit), empfand ich die Narkose fast schon als angenehm. Zum Anästhesist soll ich wohl gesagt haben, er könne öfters bei mir vorbeikommen, wenn ich nicht einschlafen kann^^....

Im Aufwachraum ging das Wach werden bei mir sehr schnell. Die Narkosen sind offensichtlich im Gegensatz zu früher wirklich sehr gut dosierbar, frühere Narkosen hab ich überhaupt nicht vertragen, diese war wie gesagt völlig unspektakulär verlaufen.

Es ist schon seltam mit allerlei Schläuchen und Kathetern aufzuwachen, aber ich war einfach nur FROH, wieder bei Bewusstsein zu sein und mitzukriegen, was abläuft. Ich bin nicht gerade ein Mensch, der gern die Kontrolle über sich selbst abgibt^^.

Mit der Blase hatte ich ziemlich Probleme, wegen dem Blasenkatheter. Es war ein Gefühl wie bei einer Blasenentzündung, obwohl keine Bakterien nachgewiesen werden konnten. Ich bestand darauf, dass sie mir den Katheter ziehen. Lieber bin ich mit Betteinlagen und Einlagen für die Unterwäsche klar gekommen, als mit dem Katheter.
Das funktionierte aber auch von Tag zu Tag besser.

Schon am ersten Tag hiess es: aufstehen, Kreislauf in Bewegung bringen und sich selbst Bewegen wegen der Thrombosegefahr. Das ist am Anfang sehr beschwerlich, bis man es raus hat, wie man sich aus dem Bett drehen muss.
Ich bin von Anfang an so aktiv wie möglich gewesen, und wenn es nur ein paar Meter bis zum Fenster und wieder zurück waren.
Auch das wird von Tag zu Tag besser.

Da ich nachts nicht schlafen konnte, bin ich auch nachts die Gänge rauf und runter geschlichen. Aber das sehe ich auch als Grund, warum ich mich relativ schnell wieder fit gefühlt habe.

Man kann das gut schaffen! Augen zu- und durch, ist nicht die schlechteste Einstellung dafür. Und immer zu schauen, was einem möglich ist, selbst dazu zu tun, zu schauen, was einem gut tut.

Für mich kam ja dann noch hinzu, dass ich von einem Tag auf den anderen in die Wechseljahre geschossen bin. Damit kämpfe ich noch heute herum, mal besser, mal schlechter, aber deine Freundin scheint das ja schon hinter sich gebracht zu haben^^.

Liebe Grüsse, und alles gute für deine Freundin,
ricola
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