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Alt 29.12.2013, 23:15
The Witch The Witch ist offline
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Standard AW: "sich die Möglichkeit erarbeiten, wieder an etwas anderem sterben zu können"

Zitat:
Zitat von ThorstenJ Beitrag anzeigen
(...)
Sterben müssen wir alle.
Wir schieben es gedanklich nur in einen nicht konkreten Teil unserer Zukunft.
Mit einer Krebsdiagnose tritt die Gewissheit, irgendwann sterben zu müssen, leider sehr deutlich und oft mit einer begrenzten Fristigkeit ins unser Bewusstsein.
Aber: Auch KEINE Krebsdiagnose ist keine Garantie für ein langes Leben!
Jeden von uns kann es erwischen. Jeden Tag.
Selbst verschuldet oder unschuldig.
Schrecklich und schmerzhaft oder friedlich und unspektakulär.
Mit gedanklichem Vorlauf oder ohne.
Der Tod hält sich an keine Reihenfolge und er ist auch nicht fair - er gibt noch nicht mal vor, fair zu sein.

Alle die, die nicht sterbenskrank sind, geben sich also einer Illusion hin, wenn sie den Tod in einen nicht konkreten Teil ihrer Zukunft schieben.
So weit, so gut. Ich selber habe erlebt, dass derjenige in der Familie, der als einziger Krebs hatte (mein Großvater mit Bauchspeicheldrüsenkrebs) am längsten gelebt hat. Aber: Ich bezweifle, dass dies ...

Zitat:
Zitat von ThorstenJ Beitrag anzeigen
(...)
Wenn das Haus abbezahlt ist, dann (...)
Wenn ich befördert wurde, verbringe (...)
Wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann (...)
Wenn ich in Rente bin, dann (...)
Planungen auf sehr wackeligen Beinen !

Menschen mit der Diagnose "Krebs" tun dies nicht mehr. Menschen mit der Diagnose Krebs machen diesen Fehler nur noch selten.
... als "Fehler" zu betrachten ist. Sicher sind solche Planungen in gewisser Hinsicht "wackelig", aber das ist jede Planung - und ich halte nicht viel davon, dass sofortige Bedürfnisbefriedigung das Nonplusultra ist. Es kann in der Tat sehr viel sinnvoller sein, das Haus abzubezahlen als eine Weltreise zu machen, Kinder gescheit aus dem Haus zu kriegen oder zu arbeiten und eben nicht exzessiv nur noch Hobbies zu pflegen. Es kann ja immerhin sein, dass man noch ein paar Jahrzehnte lebt, wie du selbst schreibst. Meiner Meinung nach kann das sogar in bestimmten Fällen sinnvoller sein, wenn die Tage tatsächlich gezählt sind. Das kommt nämlich immer auf die Umstände des Einzelfalles an.
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