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Alt 25.07.2015, 02:15
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Tündel Tündel ist offline
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Standard AW: Meine Mama hat Krebs im Endstadium

Mensch Mädel!!!

Entschuldige die Ausdrucksweise, aber......
Also, erstmal heiße ich dich herzlich willkommen bei uns hier im Forum, auch wenn der Anlass, wie bei allen hier, ja eher be.... scheiden ist!

Ich selber gehöre auch zu den "Eierfrauen" und was ich bei dir gelesen hab, macht mich wütend und sehr, sehr traurig zugleich!

Eierstockkrebs ist eine Krebsart, die in die Hände eines dafür spezialisierten Chirurgen in einem darauf spezialisierten Krankenhaus = Kompetenzzentrum gehört!
Versteh mich nicht falsch, ich spreche hier absolut niemandem seine Qualifikation als Arzt oder Chirurg ab, aber niemand kann oder muss alles können!

Jetzt sollte gehandelt werden!
Sprich mit deiner Mama, Was ist mit dem Papa??? Spielt der mit?
Schickt alle Befunde in ein Kompetenzzentrum, es gibt in Deutschland mehrere und bittet dort um eine Zweitmeinung!!!
Geht schnell, kostet nix und ist euer gutes Recht!

Packt die Mama ein, wenns geht und fahrt mit ihr in eine Ovarialsprechstunde, wie es sie in den Kompetenzzentren gibt => Tante Goo. fragen.....

Leichte Chemo???
Hääääääh? Deine Mam ist 45, nicht 90! Es gibt Leitlinien und die sind festgelegt! Nur in Ausnahmefällen sollte davon abgewichen werden!
Da wäre zunächst mal die OP mit Bauchschnitt von oben bis unten (Längslaparatomie) mit Entfernung von allem, was moglich ist: Eierstöcke, Gebärmutter, großes Netz, Blinddarm, Bauchfell, Darmteile..... Im ganzen Bauchraum wird geguckt und gesucht, geschnippelt und entfernt, was gefunden wird und zu entfernen ist. Evtl. gibts einen künstlichen Darmausgang, so wie bei mir! Aber damit kann man leben, gut sogar!

So bald als irgend möglich schließt sich eine Chemotherapie an.
Dabei gehen vielen die Haare aus, manche kriegen taube Finger oder Füße, man hat u.U. ein paar Tage Schmerzen oder Spuckeritis, aber es ist zum Durchhalten!
Schlauch in die Nieren, das hört sich nach Nierenstau und Harnleiterschienen an, die können zwar etwas unangenehm sein, verursachen meist aber keine soooooo großen Probleme!

Wichtig ist, dass ihr nicht alleine rumwurschtelt, sondern euch wirklich kompetente Informationen in einem entsprechenden Kompetenzzentrum holt! Auch wenn es sehr spät erscheint, kann es sein, dass es noch nicht zu spät ist!

Schau mal im Eierstockkrebs-Forum nach, dort kannst du auch meine Geschichte lesen: ("Ein Messi in meinem Bauch") Mir gab man vor 1 1/2 Jahren noch 3 Monate, momentan bin ich laut Tumormarker tumorfrei, ich lebe gut und froh vor mich hin, trotz künstlichem Darmausgang und "Schwägermonster" , mache alles, was mir Spaß macht und guttut! (z.B. mit Hingabe das Schwägermonster ärgern )
Möglich wurde das nur durch meine "Flucht" aus einem, sicherlich nicht schlechten, Krankenhaus hier bei uns ins Europäische Kompetenzzentrum für EK in der schönen Hauptstadt - 700km weit weg!
Dort konnte der Spezialist operieren, was dem hiesigen Chirurgen inoperabel erschien!!!

Also bitte, informiert euch bei den Spezialisten, was ihr deiner Mama noch Gutes tun könnt!
In eurem Fall könnte es (über)lebenswichtig sein!

Frag die Mama, was sie mag und erfüllt ihr ihre Wünsche, auch wenn sie merkwürdig erscheinen, ich hatte unter der Chemo auch höchst sonderbare Gelüste!

Doch, Bluttransfusionen sind wohl durchaus üblich, auch zum Aufpäppeln!, aber da können dir andere Eierfrauen mehr sagen, ich brauchte noch keine Vampirnahrung!

Ich wünsch dir, dass ihr deine Mama noch irgendwie aufbauen könnt und dass einer der wirklich kompetenten EK-Spezialisten eine gute Lösung findet!
Anschreiben, telefonieren, Befunde hinfaxen, mailen......

Alles, alles Gute für euch!

Uuuuuuups, auch sehr lang, musste aber sein!
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Tündel

Das Leben ist halt lebensgefährlich!!!

Geändert von gitti2002 (25.07.2015 um 02:44 Uhr) Grund: NB
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