Einzelnen Beitrag anzeigen
  #6  
Alt 09.06.2018, 12:16
Stuggi Stuggi ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 11.03.2011
Beiträge: 287
Standard AW: Lebensberatung?

Hallo Max,

da ich auch 10 Jahre (damals noch Diplom) studiert habe, kenne ich deine Gedanken ganz gut.
Ich hab nach meinem Studium noch an der Uni gearbeitet ... aber für mich war´s nicht so toll, weil mein Kollege einfach nicht zu mir passte.

Meinen ersten Industrie-Job hab ich dann per Zufall in einem Gespräch nach dem Surfen gefunden. Hab mit einem gequatscht und dann hab ich mich bei ihm in der Firma beworben.
Leider war´s die Solar-Branche und das gab einen schweren Abschwung und ich war wieder draußen

Nun dachte ich mit Berufserfahrung sollte es ein Leichtes sein - war´s aber genau nicht! Mir hing mein Lebenslauf als schwerer Klotz hinten dran ...
Über 2 Jahre hab ich gesucht, obwohl ich teils den selben Job wie in der alten Firma gemacht hätte. Immer hatte ich das Gefühl die Fachabteilung will mich ... aber die Personalabteilung nicht.

Daher, Nicole
Zitat:
Zitat von NicoleZ Beitrag anzeigen
Jede Personalabteilung, die ihren Job versteht, weiß das auch.
kann ich hier nur eingeschränkt zustimmen. Oft waren es tatsächlich die Frauen, die das lockerer gesehen. Meine Meinung von "Schlipsträgern" (Männern) in diesem Bereich könnte schlechter kaum aussehen
Es gab dann aber auch eine Direktvermittlerin, bei der ich es wahrscheinlich geschafft hätte. Durch die Absage des Erstkandidaten meiner jetzigen Stelle hatte ich aber schon was bekommen.

Sodele, nun zu den Tips, die ich gerne noch loswerden möchte:
- Da Du geheilt bist (das muss man dann im Gespräch halt nochmal sagen, dass nach dieser Zeit / nach 5 Jahren alles gut ist), ist so eine Krankheit genauso zu bewerten wie z.B. eine Schwangerschaft. Kein Problem
- Ich habe oft erwähnt, dass das lange Studium nicht nur körperlich begründet war, sondern auch von der Frage, ob ich überlebe. Da verschieben sich halt die Ziele "etwas". Das war dann vorbei und ich wollte endlich mal Geld verdienen mit dem Studium. Verstehen die auch.
- Ich hatte, mit backup meiner Eltern, eine Wohnung in der Nähe gekauft. Die Firma war an einer langfristigen Beschäftigung interessiert und ich hatte einen Ankerpunkt. Wenn Du welche findest, dann ins Gespräch oder das ANschreiben damit.
- Lücken im Lebenslauf lassen sich eventuell damit begründen, dass Du es einfach schwerer hast, etwas zu finden. Das gibt zwar niemand zu, aber da fällt man beim ein oder anderen Job heraus. Kann man so objektiv auch sagen, wenn das Wehleid nicht mit schwingt
Sagst lieber dazu "dann muss ich mich halt mehr anstrengen, als andere" und bissl Grinsen.
- Arbeitsagentur:
Ich hab nach ner Weile von der Behinderten-Abteilung auf die Akademiker gewechselt - was für eine Veränderung! Endlich wurden mir richtige Jobs zugesandt (hatte zwar die meisten selber schon gefunden) und auch was von mir verlangt. Zusätzlich habe ich wegen der 2-jährigen Job-Losigkeit ein persönliches Bewerber-Training bekommen und dort meinen Lebenslauf verbessert (der war allerdings schon gut) und endlich gelernt, dass ich ein ziemlich schwieriges Studium abgeschlossen habe und darauf stolz sein kann.
Nicht immer nur grübeln über die lange Dauer, sondern stolz, es geschafft zu haben.
Danach hatte ich in den Vorstellungsgesprächen viel mehr bums und war viel cooler. Das war bei mir der größte Vorteil.

Also Du siehst: Du wirst es schwerer haben, als die allgemeine Bevölkerung, aber es sollte doch was werden

Viele Grüße!
Sebastian

Geändert von Stuggi (09.06.2018 um 12:21 Uhr)
Mit Zitat antworten