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  #1  
Alt 12.01.2015, 13:39
Benutzerbild von Heimchen
Heimchen Heimchen ist offline
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Standard Nierenzellkarzinom / Keine Chance

Hallo liebe Betroffene,
ich bin stille Mitleserin seit März 2014. Meinem Sohn, 37 Jahre, wurde in diesem Monat die linke Niere samt 13 cm großen Tumor und 2 Lymphknoten entfernt (klarzelliges Nierenzellkarzinom). Alles gut überstanden, es ging ihm wieder gut. Aber sein Krebs war äußerst agressiv und mutiert.
Im August CT gemacht, Metastasen in Lunge und Lymphknoten, Rezidiv links, wo die Niere entfernt wurde. Mit Sutent begonnen.
Wir sind 2 mal mit ihm in Hannover gewesen wegen Studie.
Im Oktober CT, MRT: Noch mehr Metastasen. 1 Hirnmetastase.
Inlyta verabreicht. 7 Wochen hat er sich nur übergeben, es war eine schlimme Zeit.
Als letztes bekam er Afinitor. Da fing das Grauen an, er konnte nicht mehr essen, kein Geschmackssinn mehr,der Mund war total entzündet. Kein Betäubungsspray und Spülmittel wirkte. Bluttransfusionen kamen dazu.
Die Lunge war nun voll, Metastasen in der Leber...
Dann beim nächsten CT hieß es, Afinitor hat erstmalig ein Stopp bewirkt. Doch zu welchem Preis!!
Kurz vor Weihnachten hat er eine Pause davon gemacht um sich zu erholen.
Am 24. Dezember ging er ins Krankenhaus, weil er es vor Schmerzen nicht mehr aushielt. Er hat eine Menge Schmerzmittel und Opiate eingenommen, daran hat es nicht gelegen.
Am 02. Januar 2015 ist er nun gestorben. Er wollte und konnte auch nicht mehr, hat Essen und Trinken verweigert ein um den anderen Tag.
In der Palliativstation bekam er Schlaf-und Schmerzmittel, er war trotzdem manchmal bei sich, man konnte nicht mit ansehen, wie er sich quälte. Die letzte Nacht haben wir mit ihm verbracht, er sprang auf unser Schlafsofa und kuschelte sich bei mir und meinem Mann an.
Daran denken wir nun immer.
Er ist auch nicht allein gestorben, seine Schwester hielt ihn an der Hand.

Danke an Rudolf und Jan für eure freundliche Unterstützung.
Ich wünsche den Betroffenen hier im Forum alles Gute und Hoffnung.

Liebe Grüße
Eva

Geändert von Heimchen (26.01.2015 um 16:09 Uhr) Grund: Zusatz
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  #2  
Alt 12.01.2015, 15:41
joggerin joggerin ist offline
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Standard AW: Keine Chance

Liebe Eva,

deine Zeilen machen mich zutiefst traurig und sprachlos. Es tut mir sehr leid, dass euer Sohn keine Chance hatte und so viel Schmerz und Qual erleiden musste.
Herzlichen Beileid und viel Kraft fuer die Hinterbliebenen mit dem schweren Verlust umzugehen.

Traurige Gruesse

Kinga
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  #3  
Alt 12.01.2015, 16:16
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Heimchen Heimchen ist offline
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Liebe Kinga,
Danke für deine Zeilen.
Wir sind eigentlich nicht religiös, aber Kay hätte es ohne sein "Gottvertrauen" wie er immer sagte, nicht so gut bewältigt. Er freute sich sogar, bei Gott zu sein. Nun ist er da, wo er sein wollte.
Seine vielen Freunde haben ihm die Trauerfeier so schön gestaltet, mit Musik und auch lustigen Erinnerungen und Ansprachen.
LG Eva
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  #4  
Alt 12.01.2015, 17:04
H.A. H.A. ist offline
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Hallo Eva, mein aufrichtiges Beileid zum Verlust Deines Sohnes! 37 Jahre ist sicher kein Alter zum sterben, darum finde ich es besonders schlimm. Trotzdem erlaube bitte Fragen zur Krankheit Deines Sohnes. Du schreibst er hatte starke Schmerzen, hatte er auch noch Knochenmetastasen, oder sind die Schmerzen in Folge der medikamentösen Behandlung gemeint? Kennst Du die Histologie (Grading) des Tumors?
Alles Gute weiterhin zur Bewältigung Deiner Situation.

Gruß Hugo

Geändert von H.A. (12.01.2015 um 17:21 Uhr)
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  #5  
Alt 12.01.2015, 17:17
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Heimchen Heimchen ist offline
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Standard AW: Keine Chance

Hallo Hugo,
Danke, Trost kann man in diesen Tagen gut gebrauchen. Knochenmetastasen hatte er nicht. Er hat aber starke Medikamente bekommen, u.a. Targin in verschiedenen Stärken, Morphin, sogar Dronabinol. Wenn man ihn fragte, wo es weh tut, sagte er: "überall Mama, ich bin voll Krebs".
TNM: pT3a, pN1 (2/2), L0, V1, R0, G3

LG Eva
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  #6  
Alt 12.01.2015, 17:26
H.A. H.A. ist offline
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Standard AW: Keine Chance

Hallo Eva, das Problem dürfte der wohl schon sehr große Tumor gewesen sein, welcher anhand der Tumorformel Zugang zur Vene hatte, und so hämatogen metastasieren konnte, schon über längere Zeit. Schmerzen kann man wegen der medikamentösen Tumorbehandlung anhand des Medikaments nicht ausschließen. Kein Trost, aber man stellt sich irgendwann die Frage "warum"!

Gruß Hugo
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  #7  
Alt 12.01.2015, 17:27
Hyttynen Hyttynen ist offline
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Liebe Eva,

mein herzliches Beileid für diesen schweren Verlust, der sicher umso schwerer wiegt, als es dein Kind ist, was viel zu früh gehen musste.

Ich wünsche euch allen ganz viel Kraft und Stärke und Menschen um euch herum, die euch tragen, unterstützen und zuhören.

Möge die Erinnerung an schöne, unbeschwerte Zeiten mit eurem Sohn eure Trauer irgendwann erträglicher machen.



Herzliche Grüße

Ute
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