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  #1  
Alt 30.09.2010, 18:25
Claudia1982 Claudia1982 ist offline
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Standard zwischen wut, verzweiflung und angst

hallo ich bin claudia,

mein vater ist krebskrank. letztes jahr im januar wurde seine linke niere samt harnleiter entfernt, ohne chemo oder radio. er hat seitdem eine in -3 monatsabständen- blasentherapie gemacht, die ist wohl gut angeschlagen, dort herrscht nun ein stillstand. nun sagte sein urologe, dass diese therapieform abgeschafft wurde, weil eine studie zeigte, sie würde nichts bringen und deswegen wird erstmal in regelmäßigen abständen "nur" eine blasenspieglung gemacht. weiß da jemand von euch mehr drüber?

nach regelmässigen untersuchungen (cts) haben im november letzten jahres die ärzte 2 metastasen in der lunge operativ entfernt ohne chemo ohne radio.

im august diesen jahres wurden wieder 2 metastasen in der lunge gefunden, nun wird diskutiert ob man erneut operiert, was aber schwierig ist da sich die eine metastase an einer schwierigen stelle befindet, oder ob man mit den therapien beginnt.

mein vater ist jetzt noch wohlauf aber die ärzte haben mich schon vorgewarnt, dass es ab jetzt nur noch berab geht, er gilt jetzt wohl schon als unheilbar und sein wohlbefinden wird sich in naher zukunft mit beginn der therapien ändern.

wir haben 2 onkologen, die unabhängig voneinander behandeln 1 urologen und noch die ärzte aus dem krankenhaus um uns meinungen einzuholen. bisher haben wir uns eigentlich gut aufgehoben gefühlt.

mir hat das den boden unter den füssen weggezogen, so habe ich meinen vater immer als fels in der brandung und quasi "helden" gesehen, so bricht es mir nun das herz, dass ich mich mit dem gedanken anfreunden muss, dass er bald nicht mehr bei uns ist. die gefühle sind dabei überwältigend, ich schwanke zwischen wut und hass weil ich nichts tun kann und verzweiflung die schon fast in ohnmacht übergeht, weil ich das alles so sinnlos finde. ich kann mich nicht freuen und wenn ich in sein gesicht schaue muss ich meine tränen unterdrücken damit ich ihn nicht unnötig belaste. ich weiß einfach nicht mit der situation umzugehen. klar mein partner und meine freunde sind für mich da, aber wenn das einem selbst nicht widerfahren ist, weiß man einfach nicht wie man sich verhalten soll, ausserdem möchte ich nicht alle in meiner umgebung mit meinem kummer belasten. deshalb wende ich mich an euch. was kann ich tun um besser mit allem umzugehen? was erwartet mich noch? wie kann ich helfen? es ist alles so unfassbar.

ich danke euch
claudia
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  #2  
Alt 01.10.2010, 21:28
IsaH IsaH ist offline
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Beiträge: 134
Standard AW: zwischen wut, verzweiflung und angst

Hallo Claudia,

herzlich willkommen hier im Forum!
Wie Rudolf aus dem Nierenkrebsforum ja schon schrieben hat, hat dein Vater wahrscheinlich ein Urothelkarzinom, das ist die häufigste Krebsart in den ableitenden Harnwegen. Eine Metastasierung ist zwar leider keine gute Diagnose, aber auch kein Grund, die Hoffnung aufzugeben! Es wundert mich, dass dein Vater bisher zusätzlich zur operativen Entfernung der Lungenmetastasen keine Chemotherapie erhalten hat. Mit einer Kombination verschiedener Verfahren sind - wenn der Patient für ein solches Vorgehen fit genug ist - die Heilungsaussichten am besten.

Üblicherweise wird bei Urothelkarzinomen eine Chemotherapie aus Cisplatin + Gemcitabin gegeben. Mein Vater hatte vor 5 Jahren ein weit fortgeschrittenes Urothelkarzinom mit Metastasen in den Lymphknoten, ihm wurde die Blase entfernt, und er erhielt eine unterstützende Chemotherapie, die bei ihm offenbar gut angesprochen hat, denn seitdem geht es ihm gut.

Bei der Entfernung von Lungenmetastasen gibt es auch neue Verfahren mit Laser oder die sog. LITT (Laserinduzierte Thermotherapie).

Bitte poste deinen Beitrag doch auch mal im Forum der Selbsthilfegruppe Harnblasenkrebs, dort gibt es auch ein Mitglied (pour homme), das über umfangreiche Erfahrungen mit der Entfernung von Lungenmetastasen verfügt.

Alles Gute für deinen Vater und eure Familie
Ganz liebe Grüße
Isa

Geändert von gitti2002 (10.06.2017 um 01:33 Uhr)
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  #3  
Alt 02.10.2010, 13:16
Claudia1982 Claudia1982 ist offline
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Beiträge: 62
Standard AW: zwischen wut, verzweiflung und angst

hallo isa, vielen lieben dank für deine informationen, gerne nehme ich den kontakt auf, man kann nie genug wissen über diese mist-krankheit haben.

ich habe oft gehört dass leute stutzig waren, weil mein vater keine zusatztherapie bekommen hat, ich habe auch die ärzte darauf angesprochen, sie meinten man sollte nicht alle pfeile vorab schon verschiessen, wenn man sie später dringender braucht, damit hatbe ich mich dann zufrieden gegeben, weil es eigentlich einleuchtend ist.

schauen wir mal, was als nächstes passiert.

liebe grüße
claudia
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  #4  
Alt 24.03.2011, 11:35
Alexandra Holland Alexandra Holland ist offline
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Registriert seit: 24.03.2011
Beiträge: 1
Standard AW: zwischen wut, verzweiflung und angst

Hallo Ihr Lieben,
sorry das ich mich so einklinke, ich kenn mich mit PC und so, nicht wirklich aus! ich hoffe Ihr seht es mir nach.
Leider musste auch ich mich mit diesem Thema befassen, denn im April 2008 wurde bei meinem Dad ein PTG4 in der Blase festgestellt!Ich dachte ok wird schon nicht so schlimm sein, doch ich wurde eines besserern belehrt!
Niere entfernt, neues Hüftgelenk, 8 mal Tumorabschabung in der Blase, Chemo und Strahlenthererapie, vor 2 Wochen Blasenentfernung und letzten Freitag wurde mir mitgeteilt, das sich im Magen Tumore gebildet haben und die Leber befallen ist.Jetzt weiß ich auch warum er innerhalb von 5 Wochen von 79 kg auf 57 kg abgemagert ist, doch die Ärzte meinten immer das wäre normal und ich muss mich damit abfinden das er nicht mehr lange LEBEN wird. Ich LIEBE meinen Dad und habe immer gedacht er wird ewig Leben!
Allen die im Moment in dieser Situation stecken, wünsche ich viel Kraft und Mut

Lg Alexandra

Geändert von Alexandra Holland (24.03.2011 um 11:40 Uhr)
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