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Alt 26.10.2011, 15:44
Markus1974 Markus1974 ist offline
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Beiträge: 8
Standard Stimmreha nach Teilresektion - Erfahrungsbericht

Ein Beitrag für alle Interessierten, Betroffene und Angehörige:

Vorgestellt hatte ich mich bereits Ende des letzten Jahres, als ich auf der Suche nach Antworten bezüglich der stimmlichen Rehabilitation bei KK-Teilresektion war.
Heute habe ich mich entschlossen meine weitereichenden Erfahrungen weiterzugeben und vielleicht somit dem/der ein oder anderen Hoffnung oder Mut machen zu können. Natürlich muss ich hier einige Namen nennen, dies bitte nicht als Werbung betrachten, sondern als Hilfestellung!
Kurz nochmal zur Geschichte: Mit 35 Jahren T2 linke Stimmlippe mit Übergang zur rechten Stimmlippe, keine Metastasen usw.
Chirurgische Entfernung des Tumors in der Uniklinik Bonn durch Herrn Prof. Dr. Gerstner nach Leroux-Robert, sprich Hautschnitt am Hals (quer) sowie Kehlkopfspaltung. Keine Chemo, keine Radio. Bis heute logopädische Therapie! Alle Kontroll-Op´s negativ, Rauchen in 04/2010 sofort nach Diagnose eingestellt! Rechte Stimmlippe zu 85% erhalten und beweglich, linke Seite bis 08/2011 vernarbt und unbeweglich.
Phoniatrische Beurteilungen fortlaufend, Medialisierung linker Stimmlippenbereich durch Uni-Klinik Magdeburg empfohlen. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass mir neben der UK MD, auch die Charité Berlin, speziell Prof.Dr. Nawka, empfohlen wurde.
Auf mehrfache Empfehlung Hr. Prof. Dr. Arens in der Uniklinik Magdeburg aufgesucht und OP für August 2011 vereinbart. Teilmedialisierung linker Bereich durch Septum-Knorpel (Nasenscheidewand). Dabei werden s.g. Knorpel-Chips ausgemeisselt und in kleine Stücke geschnitten. Diese werden im Bereich des Defektes implantiert. Damit der empfindliche Nasenbereich nicht ein weiteres Mal in Mitleidenschaft gezogen werden muss, wurde direkt mehr "Material" abgebaut und in der Narbe der ersten OP "zwischengelagert".
Nach 1 Woche Aufenthalt und 2 Wochen Stimmruhe wieder mit leichtem Stimmtraining begonnen. Aufgrund des verringerten Abstandes klingt selbst die derzeit noch genutzte Taschenfaltenstimme deutlicher und lässt in gewissem Rahmen Modulation zu.
Kontrolluntersuchung letzten Montag in Magdeburg:
Teilmedialisierung nach Plan verlaufen, natürliche Struktur linker Bereich wieder vollständig hergestellt (sprich: die "Wand" ist wieder gerade!)
Abstand zur Mitte allerdings noch zu groß, deshalb weitere Implantierung des zwischengelagerten Knorpels im März 2012 in Verbindung mit Unterspritzung rechte Stimmlippe durch Bauchfett geplant. Wenn der Prof. schon berechtigte Hoffnung hat mit nur einer Stimmlippe wieder was zu "reissen", dann habe ich die ja erst recht!

Wie erwähnt phoniere ich immer noch auf Taschenfaltenebene und habe lernen müssen, daß hier weniger mehr ist und übertriebenes "Pressen" überhaupt nichts bringt. Den verbliebenden Stimmlippenanteil kann ich zwar ebenfalls aktivieren, dieser klingt jedoch noch sehr hoch und sprechen ist dabei mit viel mehr "Luftaufwand" verbunden.

Auch wenn es immer nur ganz kleine Schritte sind und der Aufwand erheblich ist (Aachen-Magdeburg-Aachen =1000 KM) empfehle ich jedem:
- Nie die Hoffnung aufzugeben
- Positiv denken
- Den -IST-Zustand- zu akzeptieren
- Am Ball bleiben (Internet etc.) und immer wieder nachfragen
- Mut zu haben und auf Ratschläge der richtigen Professoren eingehen!
- Geduld

Sofern nicht beide Stimmlippen oder der Kehlkopf gänzlich entfernt worden ist gibt es mittlerweile verschiedenste Möglichkeiten der Rehabilitation. Leider gibt das Internet nicht wirklich viel über diese komplexe Thema bei Teilresektionen her. Ich hoffe hiermit etwas beigetragen zu haben, freue mich auf die Zukunft und wünsche eventuell Betroffenen und Anghörigen die nötige Kraft, Hoffnung und Liebe.

P.S. : Würde der Staat nicht fleissig Tabaksteuer kassieren, gäbe es wahrscheinlich 95% weniger Betroffene, da Rauchen verboten wäre.
Danke an die EU - wenigstens für die Rauchverbote kann man Lob ausprechen!
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