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Alt 24.03.2015, 11:11
Jomi Jomi ist offline
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Beiträge: 24
Standard Verzweifelt

Hallo liebes Forum !

Lese schon eine Weile mit und habe mich entschlossen, meine Geschichte hier auch niederzuschreiben.
Ich bin weiblich, 51 Jahre alt und wohne im Raum Stuttgart. Letztes Jahr im Juni bekam ich völlig unerwartet (und dass auch noch kurz vor einer Traumreise in die USA - mein Mann und ich feierten dort unseren 30. Hochzeitstag....) einen Zoster am rechten Oberarm. Ich bekam Medikamente, flog natürlich trotzdem, alles war wunderbar. Nach Hause zurückgekehrt hatte ich die Sache schon wieder vergessen (aber scheinbar war das, im nachhinein betrachtet, bereits ein Vorzeichen der kommenden Katastrophe).
Ich war im Leben kaum krank, mein einzigster Krankenhausaufenthalt war bei der Geburt meiner Tochter - somit habe ich mir nie Gedanken über schlimmeres gemacht. Ich habe mein Leben lang gearbeitet, stand voll im Leben (eigene Firma, viele Reisen, usw).
Mitte August 2014 begann dann das Drama: ich bekam auf einmal gelbe Augen. Wie ich so bin, mal schnell gegoogelt, daraufhin realisiert, dass das nichts gutes zu bedeuten hat - trotzdem noch 2 Tage gewartet, um zum Doc zu gehen (vor lauter Angst und Hiobsbotschaften).
Der Termin beim Doc lief erwartunggemäß: sofort Tasche packen, ab in's KH - Gallenverschluß (man tippte auf einen verklemmten Gallenstein).
Am nächsten Tag im KH (meine kompletten Behandlungen wurden im Robert-Bosch KH in Stuttgart durchgeführt) ein sonografischer Eingriff - man wollte mit diesem Verfahren den "verklemmten Gallenstein" entfernen. Eingriff mißlang, man kam mit dem Instrument nicht in den Gallengang hinein - schnitt ihn aber auf, für den nächsten Versuch am nächsten Tag.
Am gleichen Tag aber noch eine CT - und man gab mir schon einmal Entwarnung: es wäre weder bei der Sono, noch im CT etwas zu sehen, was auf etwas bösartiges schließen liesse, ich könne also aufatmen.
Nächster Tag, nächstes Glück: der Gallengang war gängig für das Instrument (Sono), es war aber nichts drin ! Folgerung der Ärzteschaft: da drückt was von aussen drauf (mittlerweile war ich dermassen gelb angelaufen, dass es schon beängstigend war) - es wurde ein Stent gelegt.
Am nächsten Tag wurde eine MRT angeordnet - auf diesen Aufnahmen, so der Professor, würde man doch eher ein Gewebe sehen, welches da nicht hingehöre - aber man wisse nicht genau, ob Entzündung oder sonst was....es müsse auf jeden Fall operiert werden.
Ich bekam eine Aufklärung über die mir bevorstehende Whipple OP, die 4 Tage später statt fand. Ergebnis: Pankreaskopfresektat mit Duodenum und einem 2,6 cm großem, invasivem, wenig differenziertem Adenocarcinom vom bilären Typ des Ductus cledochus mit Infiltration des Pankreasgewebes bei mehrherdiger Lymphangiosis carcinomatosa sowie Nekrosen (PanIN1A)....

Klassifikation: G3, pT3, L1, V0, Pn0, pn0 (0/26)
R0
ICD-0: 8140/3

Ich erholte mich relativ rasch nach dem Eingriff - ließ direkt danach eine Dendriden-Behandlung durchführen, da man mir keinen großen Nutzen einer Chemo mit Gemzar verklickerte....und es sei ja sowieso alles "draussen"...ich sei geheilt.

Genesungsprozess verlief dann am Anfang etwas schleppend, ich hatte einige Cholestasen, die mit Antibiotika behandelt wurden.
Ab Januar 2015 schnellte dann auf einmal mein B12 Wert in die Höhe - hat aber niemanden wirklich interessiert. Alle anderen Werte gut.
Anfang Februar erhöhte Lipase und ein erhöhter Tumormarker(CA 19-9 auf 125,5). Hausarzt überwies mich zum MRT in die Klinik.
Ergebnis: Pankreas und Gallengänge alles i.O. (leichter postoperativer Knick eines Verlaufes im Pankreas, nix beunruhigendes - deswegen wohl auch die erhöhte Lipase und der erhöhte 19-9) - aber: man habe am Ende der Aufnahme eine Art "Luftblase" an der Leber - Radiologe würde das gerne noch mal abklären. Der Professor meinte allerdings "nur keine Sorgen" da haben sie zur falschen Zeit während der Aufnahme einmal eingeatmet - wir können das auch gern erst in ein paar Wochen nochmal machen.....
Ich wollte es vom Tisch haben (man trägt's ja die ganze Zeit im Kopf mit sich rum...) und habe 14 Tage später den nächsten Termin vereinbart: Leber-MRT.
Ergebnis: unklare Herde auf der Leber - laut Chirurg aber sehr untypisch für Metastasen, man müsse eine Bauchspiegelung machen (Gewebeproben). Diese fand am 13.3. statt - 5 Tage später das niederschmetternde Ergebnis: Krebszellen im Lebergewebe.
Man hat mich dann einige Tage mit Tavor ruhig gestellt, ich bin komplett ausgeflippt, war nur am weinen.
Gestern Abend dann ein Gespräch bei meinem behandelnden Arzt: Chemotherapie wird stattfinden, habe nächster Tage einen Termin in einer onkologischen Praxis in der Nähe meines Wohnortes. Sollte diese nicht anschlagen, würde eine SIRT Behandlung in Betracht gezogen.

Ich bin völlig durch den Wind.....weiß grade gar nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Hat man bei dieser Art von Krebs den überhaupt eine Chance ? Oder wird man nur sinnlos mit Therapien gequält, und das Ergebnis ist letztendlich das gleiche ?

Verzweifelte Grüße...... Jomi
 

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