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  #16  
Alt 13.04.2003, 20:01
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Standard Chemo oder nicht - bin total verunsichert!

Bei mir war es so, dass ich eh kaum was essen konnte. es verändert sich alles am Körper, auch der Geschmackssinn, Sachen, nach denen man vorher süchtig war kriegt man auf einmal nicht mehr runter. Ich habe einige Ratgeber über die richtige Ernährung gelesen, aber eigentlich (sagte mir auch mein Urologe) gilt: Essen, nach was auch immer einem ist. Wenn Du Appetit auf was hat, was eh selten ist, dann iss es. Ganz egal, ob Salat oder Schokolade. Der Körper kann alles gebrauchen, was Energie gibt.
Während ich am Anfang meines PEB-Zykluses im Krankenhaus lag, wurde mir vom Eteposid immer übel. Man hat den Geschmack auf der Zunge gehabt. Ich hab dann immer Gummibärchen gegessen, das half gegen die Übelkeit. Ansonsten, Zofran ist was tolles gegen Übelkeit. Hilft oft. Nicht immer, aber oft.
Du schaffst das schon!
Es werden Zeiten kommen, da willst Du nicht mehr. Ich stand schon auf dem Balkon im 13. Stock, obwohl solche Gedanken nie vorher hatte. Aber mit Unterstützung von Freunden, Familie etc. kommt man da durch.
Und dann kann man sich auf ne schöne Kur oder AHB freuen. Und dann fängt das Leben wieder an, nur kann man es mehr genießen. :-)
Alles Gute
Bastian
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  #17  
Alt 02.05.2003, 13:41
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Chemo oder nicht - bin total verunsichert!

Zu dem was Bastian schreibt kann ich echt nichts mehr hinzu fügen. Ich habe EXAKT die gleichen Erfahrungen gemacht.
Vor allem den letzten Satz muss man 3 mal fett rot unterstreichen! So etwas sagen viele, nicht nur Prominente wie Lance Armstrong: Die Erfahrungen, die man mit und durch die Krankheit gemacht hat, möchte man rückblickend nie mehr vermissen. Auch wenn es sich in dem Moment, wenn es einem dreckig geht, wie Hohn anhört. Aber es ist einfach so...
Ebenfalls alles gute! Jo
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  #18  
Alt 08.10.2003, 13:13
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Chemo oder nicht - bin total verunsichert!

Das Ende der Geschichte


Hallo Leute!

Ich hatte ja versprochen mich noch mal zu melden. Folgendes ist seit dem letzten Beitrag passiert:

Nachdem ich mich von dem ersten Zyklus der Chemo wieder gut erholt hatte gab es im Krankenhaus die zweite Keule Carboplatin. Diesmal war ich ja vorbereitet was mich erwarten würde und es lief tatsächlich wieder genau wie beim ersten Mal ab. Zunächst ging es mir nach der Infusion blendend, aber genau nach 8 Stunden begann wie aus heiterem Himmel die Kotzerei. Genau wie beim ersten Mal. Danach wieder Kreislaufprobleme nur diesmal hat mir alles viel weniger ausgemacht, weil ich vorbereitet war und genau wusste, dass alles nur ein paar Tage dauert und ich mich dann wieder gut fühle. Ich brauchte also nichts weiter tun, als "augen zu und durch" alles über mich ergehen zu lassen und abzuwarten. Und genauso wie beim ersten Mal war ich nach ca. 2 Wochen wieder wie neu.

Jedenfalls fast. Was blieb war ein unbestimmtes Gefühl von Schwäche. Ich konnte zwar wieder alles tun, was ich auch vorher konnte - das Gefühl war nur ein anderes. Ich kann es auch jetzt noch nicht genau beschreiben. Ich fühlte mich einfach ausgelaugt, so als hätte die Chemo alle Energie aus meinem Körper gesaugt. Mein Urologe empfahl mir daher noch eine Kur anzuschliessen.

Ich also ins Krankenhaus, um eine Kur zu beantragen. Dort sagte man mir dann, dass dies mindestens 6 Wochen dauern kann - toll! Mir ging es aber jetzt dreckig und ich wollte die Kur unbedingt haben, bevor ich wieder arbeiten ging, damit ich wieder voll einsatzfähig war. Einzige Möglichkeit war dann eine Anschlussheilbehandlung (AHB), die allerdings innerhalb von 2 Wochen nach Beendigung der Behandlung im Krankenhaus angetreten werden muss. Da aber zu der Chemotherapie noch die anschliessenden wöchentlichen Blutuntersuchungen dazugehören, galt die letzte dieser Blutuntersuchungen als Ende der Behandlung, so dass ich dann tatsächlich knapp 2 Wochen später meine AHB in der Kurparkklinik Bad Nauheim angetreten habe.

Um es vorweg zu nehmen: Das war genau die richtige Wahl! Diese 4 Wochen in der Klinik haben mich 110% wieder hinbekommen. Die Klinik an sich ist sehr schön, mein Zimmer war klein aber zum Schlafen absolut ausreichend, die Klinikeinrichtungen modern und gut in Schuss, das Personal sehr freundlich und kompetent und das Essen hervorragend. Tägliches Krafttraining, Schwimmen, Inline Skaten und Spazieren gehen haben meinen Akku wieder voll aufgeladen und am Ende der 4 Wochen war nicht nur das Schwächegefühl völlig verschwunden, sondern ich fühlte mich stärker als vor der ganzen Geschichte.

Aber nicht nur körperlich haben sie mich dort wieder auf Vordermann gebracht. Auch die einfühlsame und kompetente psychologische Betreuung hat dafür gesorgt, dass ich die Krankheit verarbeitet und wieder eine neue Einstellung zu meinem Leben gefunden habe. Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich ein Buch, welches mir die Psychologin dort geliehen hatte, da auch dieses wesentlich zu meiner inneren Heilung beigetragen hat: "Triffst du Buddha unterwegs..." von Sheldon B. Kopp.

Nun bin ich mittlerweile schon wieder seit 12 Wochen in der Arbeit und nächste Woche habe ich meine erste Nachuntersuchung und hoffe, dass alles glatt geht. Auf jeden Fall kann ich alle Beiträge in diesem Forum nur bestätigen, die sagen, dass unter dem Strich die ganze Sache positiv zu sehen ist. Ich jedenfalls möchte die gemachten Erfahrungen nicht missen.


Das wars von meiner Seite und allen, die noch in der Behandlung stecken ein "Toi Toi Toi" und "Kopf hoch" - passt auf euch auf!

Michael.
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  #19  
Alt 16.10.2004, 13:07
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Chemo oder nicht - bin total verunsichert!

Hallo Michael,

ich bin heute in genau deiner Situation. Grad operiert und Carboplatin 2x ab übernächster Woche. Ich finde es ausserordentlich hilfreich und bin dankbar, dass du deinen "Verlauf" hier niedergeschrieben hast. Das hilft mir bei der Entscheidung sehr.
Meine Hausärztin hat mir ebenfalls eine Misteltherapie verordnet, sowie Orthovid (Vitamine)
Leider werde ich geschwächt in die Chemo gehen, da ich gerade an einer fiesen Erkältung brüte.
Ich habe auch Sperma einfrieren lassen. Da wir noch keine Kinder haben, fällt mir das ganze doch recht schwer (wait and see wäre da eigentlich "besser", aber wegen Kontrastmittelunverträglichkeit wohl nicht drin).

Viele Grüße und ich hoffe dir geht es weiterhin gut.

Jörg
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