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  #1  
Alt 02.12.2006, 22:08
Benutzerbild von Herbst
Herbst Herbst ist offline
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Standard Nebenwirkungen bei R-CHOP?

Hallo,

nachdem bei mir ja am Mittwoch ein hochmalignes mediastinales B-Zellymphom (NHL) von 10 cm Größe diagnostiziert wurde muss ich am Montag gleich mit der Chemo beginnen. Meine Organe sollen alle in Ordnung sein, auch die Lymphknoten am Hals sind normal. Ich warte jetzt noch auf das Ergebnis der Knochenmarksentnahme. Ich mache mir nur etwas Sorgen, dass ich evtl.irgendwie mein Kopf bzw. Gehirn betroffen ist, da ich unter Depressionen leide und oft Kopfschmerzen und auch manchmal Sehstörungen habe. Der Arzt weiß von diesen Symptomen aber hat außer der Knochenmarksentnahme und der Ultraschalluntersuchung der Organe keine weiteren Untersuchungen veranlasst. Müsste man da nicht noch andere Untersuchungen durchführen? Naja noch geht es mir einigermaßen gut, aber ich habe große Angst davor was mich erwartet. Ich soll 8mal im Abstand von 3Wochen Chemo mit Antikörpern bekommen, also dieses R-CHOP. Wer hat diese Art von Chemo hinter sich und kann mir den Ablauf ein wenig beschreiben und sagen, wie man sich dabei fühlt. Ich höre nur dauernd dass das alles so schwer wird und dass man sich so schlecht fühlt, das macht mir ziemlich Angst. Eigentlich bin ich ein sehr optimistischer Mensch und ich bin jetzt fest davon überzeugt, dass ich das alles schaffe und versuchen werde weiterhin das Leben und wenn es nur kurze Momente sind zu genießen. Wird die Chemo wirklich so schlimm?

Liebe Grüße,

Steffi
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  #2  
Alt 02.12.2006, 23:33
Benutzerbild von Martin59
Martin59 Martin59 ist offline
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Standard AW: Nebenwirkungen bei R-CHOP?

Moin Moin Steffi

,erst einmal wünsche ich Dir von ganzem Herzen das Du die Chemo so gut verträgst wie ich.Ich kann natürlich nur für mich sprechen,ich hatte 6 CHOP, allerdings 14 tägig,und diese gut vertragen.Von daher gehe ich einmal davon aus das dir der 3wöchige Zyklus besser bekommt.
Ich konnte meinen Tagesablauf weiterhin so gestalten wie ich es gewohnt war..........naja, ein paar Einschränkungen gabs schon. Aber die waren nicht wirklich von Bedeutung.Versuche nur , wenn es seelisch für Dich machbar ist,alles das zu machen was für Dich wichtig ist, und fang nicht an auf irgend etwas zu lauern.Nach dem Motto..ich bekomme Chemo..also muß doch etwas passieren...

Bin mir sicher das Du die Therapie gut verkraften wirst.Und wenn Dir mal anders zu Mute ist schreibe einfach.

Alles Liebe für dich und immer den Kopf hoch halten

martin
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  #3  
Alt 02.12.2006, 23:33
Meister Röhrich Meister Röhrich ist offline
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Standard AW: Nebenwirkungen bei R-CHOP?

Moin Steffi,

ich hatte ein großzellig-diffuses B-NHL, bei mir wurde vor der Behandlung noch ein CT und ein PET gemacht.
Die Chemo war dann R-CHEOP , 6 x 21 Tage also ähnlich wie bei Dir ( das "E" wird heute weggelassen). Dein vorletzter Satz ist das allerwichtigste, bleib so und denke immer dran!! Wie schlimm es wird kann ich Dir nicht sagen, jeder reagiert sehr unterschiedlich drauf, aber man hat zumindest sehr gute Chancen. Am Anfang hatte ich ziemliche Probleme mit der Mundschleimhaut, habe da sehr viel Salbeitee getrunken, ging dann sehr gut. Gegen die Übelkeit Kevatril-Tabletten, bei schlechten Blutwerten Granocyte-Spritzen; mußt Du mit Deinem Doc abstimmen, es gibt da gute Mittel gegen die Nebenwirkungen. Insgesamt gewöhnt sich der Körper nicht dran, sondern die Reserven schwinden. Aber es ist vor allem eine "Kopf-Sache", Du mußt optimistisch sein und dran glauben.Mach, was Dir Spaß macht, genieße die Freizeit, Du merkst nach einer Weile selber, was Dir gut tut.

Ich drück Dir die Daumen und wünsche Dir viel Erfolg

M.R.
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  #4  
Alt 03.12.2006, 00:55
Clancy Clancy ist offline
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Standard AW: Nebenwirkungen bei R-CHOP?

Hallo Steffi,

ich will die CHOP-Chemo nicht verharmlosen (harmlos ist es wirklich nicht) aber ich habe es auch gut vertragen. Ich bekam 6 x CHOP + Antikörper alle 14 Tage. Ich konnte, natürlich mit Einschränkungen, fast normal am Leben teilnehmen und habe nur Sachen (soweit es ging) gemacht, die mir Spaß machten.
In der Regel ist es wohl so, daß sich der Körper nach 14 Tagen wieder halbwegs erholt hat. So war das auch bei mir aber dann gab es immer die nächste Chemo. Ich denke daher, daß Du, bei 21 tägigem Abstand das noch besser vertragen wirst.

Bei mir waren die ersten drei Chemos kein Problem aber dann hat es mich ziemlich mitgenommen wobei Nr. 5 und 6 wieder besser gingen dank eines weiteren Medikaments gegen die Nebenwirkungen. Achja, nach 2 bis 3 Wochen werden die ersten Harre ausfallen. Auch wenn es "weh" tut nicht lange zögern und ab mit den Haaren. Ist bei einer Frau sicher noch problematischer aber man kann es leider nicht ändern. Es sind u.U. auch nicht nur die Kopfhaare betroffen...
Die Nebenwirkungen sind sehr individuell würde ich sagen. Aber Du wirst, neben dem Haarproblem, mit Müdigkeit und Antriebslosigkeit rechnen müssen. Insbesondere in den ersten Tagen nach der Chemo. Die Übelkeit kann man mit Medikamenten recht gut kontrollieren. Du wirst Dich auch auf viele Tabletten einstellen müssen. Am besten besorgst Du Dir so eine Pillenvorratsdose für eine Woche mit mehreren Fächern pro Tag weil man sonst den Überblick verliert. Mit dem Essen musst Du aufpassen. Wenn es Dir nicht gut geht, esse nicht Deine allerliebsten Lieblingsspeisen. Ich konnte lange Zeit einige Sachen nicht mehr essen weil man leicht einen Ekel entwickelt. Aber das hat sich jetzt, 5 Monate nach der Chemo, halbwegs normalisiert.

Ich drück Dir fest die Daumen daß Du es gut verkraftest und das es, was noch viel wichtiger ist, auch nicht umsonst ist!

Geändert von Clancy (03.12.2006 um 01:22 Uhr)
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  #5  
Alt 03.12.2006, 11:09
Tini_D Tini_D ist offline
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Standard AW: Nebenwirkungen bei R-CHOP?

Hallo Steffi,

habe vor rund 16 Tagen meine Chemo mit 6 x R-CHOP im dreiwochigen Rythmus beendet. Für mich war die Chemo eher ein "Spaziergang", wenn ich lese wie schlecht es einigen ging. Ich brauchte immer 2 Tage nach der Chemo zur Erholung und war danach wieder einsatzbereit (habe zwei Kinder im Alter von 4 und 7 Jahren).

Die Haare fangen an nach ca. 14 Tagen auszufallen. Habe gleich am Anfang auf das Vincristin reagiert, so dass wir es nach der 1. Sitzung weggelassen haben. Durch das Prednison, welches ich fünf Tage nach jeder Sitzung nehmen musste, habe ich mal eben 8 kg zu genommen. Hatte auch nur bei der letzten Sitzung mit Übelkeit zu kämpfen.

Mit Essen und Trinken musst Du es halt ausprobieren. Durch das Prednison schmeckte 14 tagelang alles gleich. Sekt mochte ich überhaupt nicht trinken.

Ich wünsche Dir viel Kraft und vor allem eine positive Einstellung. Mach Dich nicht verrückt, es wird alles Gut gehen.

Sei lieb in den Arm genommen

Martina
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  #6  
Alt 03.12.2006, 14:51
Clancy Clancy ist offline
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Beiträge: 26
Standard AW: Nebenwirkungen bei R-CHOP?

Wie war die Reaktion auf Vincristin bei Dir Tini_D? Wenn ich mich richtig erinnere ist das Zeug für das Fingerkribbeln/taube Finger verantwortlich. Ist auch eine Nebenwirkung die auftreten kann. Hatte ich permanent 24h/Tag und war verdammt lästig und hat mir sehr zu schaffen gemacht. Laut meinem Arzt ist das Zeug aber sehr wirksam und sollte nur weggelassen werden wenn die Nervenschäden überhand nehmen. Die Geschmacksstörung kommt aber eher von was anderem als vom Prednison = Cortison. Das sorgt hauptsächlich für die Freßanfälle .

Noch ein Tip für Steffi: Wenn Du die Chemo über eine normale Infusion bekommst solltest Du darauf achten, daß jemand die Nadel legt der damit auch Erfahrung hat. Mit Studenten oder Ärzten im praktischen Jahr habe ich durchweg schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn die erste Nadel nicht sitzt sollte den zweiten Versuch jemand anderes machen! Wer einmal daneben sticht schafft es meistens beim Zweiten Versuch auch nicht (war ein Tip von einer erfahrenen "Stecherin". Deine Venen werden es Dir danken und blaue Flecken über 2 Wochen sind nicht sehr schön
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  #7  
Alt 03.12.2006, 15:24
Marje Marje ist offline
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Ort: Norddeutschland
Beiträge: 16
Standard AW: Nebenwirkungen bei R-CHOP?

Hallo Steffi,

Ein Kumpel vor mir hat vor gut zwei Jahren R-CHOP im 3-Wochen-Zyklus bekommen und es so prima vertragen, daß er sogar immer 2 von 3 Wochen ganz normal zur Arbeit ging.

Ich selbst bin scheinbar die Ausnahme, ich hab letzten Montag angefangen und seitdem megamäßige Kreislaufprobleme und auch schon 4kg abgenommen. Kreislauf geht etwas besser, seit ich in Absprache mit dem Arzt das Allopurinol weggelassen hab, richtig gut ist es aber noch lange nicht. Allerdings sind die Begleitumstände bei mir auch nicht die Besten, ich war körperlich schon völlig am Ende, bevor die Ärzte endlich dahinter kamen, wo das Problem liegt, und hab noch dazu am letzten Wochenende Knall auf Fall mein Baby abstillen müssen (bis 4 Tage vor Chemobeginn hieß es immer noch "machen sie mal ganz in Ruhe, das hat Zeit" *seufz*), so daß Deine Situation mit meiner sicher nicht vergleichbar ist.

Alles Gute für die kommenden Wochen, Meike
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  #8  
Alt 06.12.2006, 19:35
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sonnenschein77 sonnenschein77 ist offline
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Ort: Berlin
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Standard AW: Nebenwirkungen bei R-CHOP?

Hallöchen,
ich habe auch 6 x R-Chop bekommen. Mir war immer übel! Ich war deshalb auch immer 5 Tage im Krankenhaus. Hochwirksame Übelkeitsmedikamente haben bei mir wirklich nicht den Durchbruch gebracht. Ich habe auch die 4 Tage nach der Chemo immer jeweils Vomex-Infusionen erhalten.
Ansonsten kann ich sagen, dass es mir die ersten 3 Tage nach Absetzen der Kortison-Tabletten schlecht ging (alle inneren Organe taten weh, schwach...) Gerade in der 3. Woche - also die letzte Woche vor der nächsten Chemo - ging es mir besser. Die habe ich dann auch immer genutzt, um mich für ein Stündchen mit Freundinnen zu treffen. Das war ein wenig Normalität und hat den Kontakt nicht abreißen lassen und bringt einen auf andere Gedanken.
Dir wünsche ich sehr viel Kraft.
Du musst selbst beobachten, wie Dir die Therapie bekommt.
Ich drück' Dich aus der Ferne!

Liebe Grüße
von
sonnenschein77
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