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  #1  
Alt 04.03.2008, 00:34
signorina signorina ist offline
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Standard "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Liebe Mitglieder dieses Forums,

ich durchforste nun seit Tagen alle möglichen Foren zum Thema Darmkrebs.

Mein Papa liegt seit zwei Wochen im KH und hat vor 2,5 Wochen die Diagnose erhalten, er habe einen großen Tumor im 12-Finger-Darm. In der ersten Woche war noch Hoffnung. Nach den ganzen Untersuchungen stand fest: Bauchspeicheldrüse, Galle und Leber waren in Ordnung, lediglich zwei kleine Schatten wurden beim Lungen-CT gefunden. Aber die Ärzte schlossen agressiven, schnellwachsenden und Streukrebs definitiv aus. Bevor sie jedoch eine OP in die Wege leiten wollten, musste mein Vater mehr Eigenblut aufbauen, da er durch eine kürzliche "Magen-Darm-Grippe" (so der Hausarzt), Blut verloren hatte.

Leider ließen die Schmerzen im Bauchraum nicht nach. Papa bekam eine Sonde gelegt, da er nichts essen konnte... und wurde wenig später (am 8. Aufenthalts-Tag) notoperiert. Der Chefarzt wollte endlich wissen, woher diese Schmerzen kamen. Papa bekam Fremdblut und wurde aufgeschnitten. Dabei stellte der Arzt fest, dass der Darm durchwuchert war. So etwas hätte er bisher nicht gesehen. Einen Tag nach der Not-OP rief der Chefarzt mich zu sich, und ich erhielt ich in einem unvorbereiteten Gespräch die Diagnose: Tumor inoperabel, Darm durchwuchert, Null-Tumor. Ich solle mir das so vorstellen: Am Anfang war es eine kleine Zelle, die nicht wusste, ob sie Muskel, Gewebe oder eben Tumor werden sollte. Sie hat sich dann für letzteres entschieden. Allerdings ist dieser Anfangstumor nicht mehr ausfindig zu machen. Im Internet habe ich dies unter CUP-Syndrom gefunden. Die Herkunft lässt sich also nicht mehr bestimmen. Nach Meinung des Arztes hat mein Vater hat noch maximal 3 Wochen zu leben!!!

Durch die NotOP dienstags bekommt er seitdem nur noch Suppe und Pudding zu essen. Aber leider isst er nun nix mehr. Er magert immer weiter ab... und es tut so weh, ihn so leiden zu sehen. Gestern musste er sich zweimal übergeben... leidet nun an Durchfall...

Aber, es wird NICHTS mehr getan!!! Es wird nur noch gewartet!!!!


Nun meine Frage: Hat irgendjemand von euch ähnliches miterlebt? Bitte bitte helft mir. Ich muss doch irgendetwas tun können. Ich kann meinen Papa doch nicht aufgeben...

Geändert von signorina (04.03.2008 um 00:38 Uhr) Grund: Wichtiges vergessen
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  #2  
Alt 04.03.2008, 05:52
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
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Standard AW: "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Hallo Signorina,

es tut mir leid, dass ihr innerhalb so kurzer Zeit vor solch eine niederschmetternde und so endgültige Diagnose gestellt wird.

Ich weiß, dass man als Angehörige denkt, es muß doch etwas geben, das hilft, warum machen die Ärzte nichts mehr. Aber was sollen sie bei einer solch enorm großen Durchwucherung denn noch tun? Dein Vater kann nichts mehr essen, bei sich behalten und ist zudem schon extrem geschwächt. Jede Behandlung würde seinen Körper noch mehr schwächen, und die ihm noch verbleibende Zeit bei weitem verkürzen.

So hart es klingt, wird dir nichts anderes übrig bleiben, als deine Zeit jetzt so zu nutzen, und ihm das zu geben, was er jetzt am meisten braucht...dein Dasein. Gebe ihm deine Zeit, deine Liebe und für die ihm verbleibende Zeit Geborgenheit.
__________________
Jutta
_________________________________________




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  #3  
Alt 04.03.2008, 09:42
signorina signorina ist offline
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Registriert seit: 04.03.2008
Beiträge: 7
Standard AW: "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Danke für die lieben Worte.

Ich möchte auch nicht jammern. Mein Papa ist mein Vorbild, ihm geht es schlecht, aber er beschwert sich nicht. Es tut nur so weh, einen Menschen, der 28 Jahre für einen da war, so leiden zu sehen. Wenn es mir schlecht ging, hat er mich getröstet, sogar noch vor kurzem, als ich krank war. Da kam er zu mir, hat mir was zu essen gebracht.

Ich werde so lange für ihn da sein, wie er mich braucht.
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  #4  
Alt 05.03.2008, 09:22
Benutzerbild von Windlicht
Windlicht Windlicht ist offline
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Beiträge: 788
Standard AW: "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Hallo Signorina ...........ich weiss man möchte rebellieren irgenwer irgenwo muss doch noch jemand helfen können.................aber es nützt alles nichts wir müssen es einfach akzeptieren.............auch gegen diese Hilflosigkeit
ist kein Kraut gewachsen................wir müssen da durch..............
das einzige was wir können ist dazusein............ihnen zuhören ,......
trösten..........wenn sie es zulassen sie in die Arme nehmen und dankbar
sei für jede Kleinigkeit die wir für sie noch tun können..............ich wünsche
dir auf diesem Weg noch viele schöne intensive Stunden mit deinem Pa....
und viel Kraft für die beforstehende Zeit
Daniela
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  #5  
Alt 05.03.2008, 14:03
Jewles Jewles ist offline
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Beiträge: 101
Standard AW: "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Liebe Signorina

Lass dich erstmal umarmen. Das hoert sich schrecklich an, was du erfahren musstest. Ich will nicht die Kompetenz der Aerzte in dem Krankenhaus angreifen, sie tun sicherlich ihr Bestes. Aber schon mal dran gedacht sich eine zweite Meinung in einem dafuer spezialisierten Krankenhaus einzuholen? Ich wuesste zwar jetzt auch nicht aus dem Stehgreif wohin du dich wenden koenntest, aber das Internet macht unsere Welt doch nicht mehr unereichbar. Viele Spezialisten koennen auch schon ueber zugeschickte Befunde etwas aussagen. Nichts unversucht lassen, auch wenn es sich letztendlich bestaetigen sollte. Man will doch alles tun, google doch einmal und schau was du erreichen kannst.
Ich drueck dir und deinem Vater alle Daumen die ich habe.

LIebe Gruesse
Jewles
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  #6  
Alt 05.03.2008, 15:59
Annika0211 Annika0211 ist offline
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Beiträge: 880
Standard AW: "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Liebe Signorina.
Ich drück dich auch angesichts dieser schrecklichen Nachricht.
Es tut mir immer wieder aufs Neue weh, wenn ich sowas lese, weil ich mich sofort zurückversetzt fühle...

Ich schließe mich meinen Vorrednern an und denke, jetzt nichts weiteres zu unternehmen und sich den aufgebenden Ärzten in die Hände zu geben, wäre nicht gut. Du hast das Recht auf eine zweite Meinung und wenn du das Gefühl hast, etwas zu tun, dann vielleicht das.
Wichtig ist, dass du dir später mal nicht selbst sagen musst: hätt ich bloß...
Wenn sich der Verdacht doch annähernd bestätigt (solche Prognosen finde ich unfassbar), dann ist dein Papa vielleicht gut in einem Hospiz aufgehoben - je nachdem, wie stark die Schmerzen sind, wie schlecht sein Zustand ist, ob er "nach Hause" entlassen werden könnte und ihr die Pflege schaffen würdet.

Du bist seine liebende Tochter und du wirst das richtige tun.
Das, was ihm am allermeisten hilft, ist deine/eure Liebe und das Da-sein für ihn.
Viel Kraft und eine schmerzfreie Unterstützung für deinen Papa wünsche ich dir und deiner Familie von ganzem Herzen.
__________________
Alles Liebe.
**********************
Papa, für immer in meinem Herzen - 31.12.2007
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  #7  
Alt 05.03.2008, 18:24
signorina signorina ist offline
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Registriert seit: 04.03.2008
Beiträge: 7
Standard AW: "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Ach ihr seid alle so lieb hier. Die Worte tun gut.

Die Proben wurden in der Homburger Uni-Klinik ausgewertet.
Ist es normal, dass man als Angehöriger die Krankenakte nicht zu sehen bekommt? Oder kann ich verlangen, da einen Blick rein zu werfen?

Und wie macht man das am besten, einen weiteren Arzt zu konsultieren? Ich kann meinen Papa doch nicht einfach aus dem Krankenhaus nehmen. Meine Schwester und ich haben uns darüber auch schon mit unserer Mama unterhalten, aber sie meint, was solle es bringen, eine zweite Meinung einzuholen... Ich will Papa das auch nit erzählen. Dann hat er wieder so viel Hoffnung und wird vielleicht ein zweites Mal enttäuscht, da zurzeit der Darm auch nicht mehr wirklich arbeitet. Er hat dadurch Durchfall...

Ich komme mir gerade so klein vor. Ich habe mit meinen 28 Jahren so was von überhaupt gar keine Ahnung... ich bin irgendwie überfordert.

Wie mache ich das also am besten, mir eine zweite Meinung einholen? Bitte schnellstens antworten.
Danke
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  #8  
Alt 05.03.2008, 18:38
Sabine36 Sabine36 ist offline
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Registriert seit: 30.09.2005
Ort: Rhein-Main-Gebiet
Beiträge: 194
Standard AW: "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Liebe Signorina,

in so einer Situation die richtigen Worte zu finden, ist immer schwer. Ich wünsche Euch auf jeden Fall die Kraft, die Ihr brauchen werdet, um den beschwerlichen Weg zu gehen.

Um eine zweite Meinung einzuholen, musst Du Deinen Papa nicht in ein anderes Krankenhaus bringen, lasst Euch alle Befunde inklusive OP Bericht und der gemachten CT-Aufnahmen geben (wenn Ihr sie nicht bekommen solltet, Euer Hausarzt bekommt sie auf jeden Fall), such Dir einen Spezialisten und schicke diese Sachen dorthin. Anhand dieser Unterlagen sollte es kein Problem sein, eine zweite Meinung einzuholen.

Dass Du überfordert bist und Dich ganz furchtbar klein fühlst, ist in so einer Situation doch völlig normal, auch Du musst erst lernen, damit umzugehen. Wann immer Du nicht weiter weißt, hier im Forum ist garantiert jemand da, der Dir Deine Fragen beantworten kann.

Liebe Grüße
Sabine36
__________________
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar
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  #9  
Alt 06.03.2008, 10:28
stella29 stella29 ist offline
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Registriert seit: 13.02.2008
Beiträge: 840
Standard AW: "Null-Tumor" im Darm - inoperabel. Wer kennt das?

Hallo,

als ich deine Zeilen laß, kam mir alles wieder hoch.. mein Papa hatte auch keine lust mehr zu essen, nahm immermehr ab und 1 woche vor seinen Tot meinten die Ärzte auch, sie können nix mehr tun. Darmkrebs der bereits im Bauchraum gewuchert ist... inoperabel.

man fühlt sich soooo hilflos und versteht die welt nicht mehr.. wie kann man nur NICHTS mehr tun und nur abwarten bis er stirbt ???????????


es ist die hölle

Heute vor einer Woche starb Papa ... wir waren bei ihm und hielten ihn die hand..

ich kann es nicht begreifen und verstehe deine angst denn genau das selbe habe ich noch vor über einer woche durchgemacht....

loszulassen tut so sehr weh, aber nutzte die Zeit mit deinen Papa und sage ihm alles was du noch sagen wolltest... sei bei ihm, das hilft in dieser schweren Zeit.

Viel Kraft in dieser schweren Zeit .. fühl dich gedrückt...

P.S. Auch ich bin vorher nie mit Krankheit / Tod konfrontiert worden in meinen 33 Jahren... fühle mich auch überfordert.
__________________
Der Himmel hat einen weiteren Engel bekommen - mein geliebter Papi
geb. 28.12.1941 gest. 28.02.2008
Du bleibst unvergessen!


WER IM GEDÄCHTNIS SEINER LIEBEN LEBT,DER IST NICHT TOT, DER IST NUR FERN. TOT IST NUR WER VERGESSEN WIRD
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