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Alt 12.05.2010, 22:44
GeorgK. GeorgK. ist offline
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Beiträge: 21
Standard Meine Diagnose

Guten Abend,
ich brauche Rat. Und hoffe, Ihr könnt ihn mir geben.

Ich bin 54 Jahre alt und habe mich mit 16 Jahren, also vor 38 Jahren, im Verlauf einer 5jährigen Drogensucht mit Hepatitis C angesteckt. Seit 28 Jahren, also nach 10 Jahren Drogen- und Alkoholmißbrauch, habe ich eine Endziehungskur gemacht und bin seitdem clean und trocken. Meine Hep C wurde 1999 entdeckt, nach der Ansteckung 1971 hieß sie Non-A,Non-B. Bis dahin hatte ich nie größere Probleme damit, war ab und zu müde, aber wer ist das nicht. Nach meiner Suchtkarriere habe ich geheiratet, die Ehe hat 25 Jahre gehalten. Ich habe zwei mittlerweile erwachsene Kinder von 19 und 23 Jahren.

Seit etwa 2 Jahren war mein Blutwert der Alkalischen Phospatase stark erhöht. Meine Leberwerte waren sowieso immer höher als normal. Vor einigen Wochen mußte ich an einem Wochenende in die Notfall-Ambulanz des örtlichen Krankenhauses, ich hatte starke Schmerzen rechts unter dem Rippenbogen, tippte auf Gallenprobleme. Dort wurde die Entzündung eines Nerves diagnostiziert (Fehldiagnose, kann passieren) und im Verlauf der Ultraschall-Untersuchung wurde festgestellt, daß meine Leber vergrößert und "höckrig" sei. Mir wurde empfohlen, den Hausarzt zu konsultieren. Das habe ich gemacht, der schickte mich nach einem erneuten Ultraschall zu einem Radiologen, der ein CT erstellte.

Befund: Eine sehr große RF von 17 cm x 15 cm x 11 cm. Ich war versucht, anzurufen, um zu fragen, ob die Schreibkraft vielleicht cm und mm verwechselt habe. Hat sie aber nicht. Er diagnostizierte ein Hepatom. Der Radiologe rief mich einige Tage später an und äußerte, er sei sich sicher, daß es sich um ein Primäres Leberkarzinom handele.

Mein Hausarzt veranlaßte sofort ein neues großes Blutbild und Ermittlung der Tumormarker AFP und Crea. Der AFP-Wert war um das Dreifache erhöht, der Crea-Wert normal. Er überwies mich zur MNR-Klinik der Uniklinik Düsseldorf. Dortt war ich heute. Man machte neben einem großen Blutbild ein Ultraschall ohne Kontrastmittel. Ich sollte auch eine zweite Ultraschalluntersuchung mit Kontrastmittel bekommen und eine Biopsie. Wegen des Feiertages morgen, am Donnerstag, konnte ich dann nach Hause gehen und muß nun Freitagvormittag um 10 Uhr wieder hin, um eine Ultraschall-Untersuchung mit Kontrastmittel machen zu lassen und eine Biopsie.

Dennoch wurde schon heute die Diagnose des Radiologen besätigt: Bösartiger Tumor in der Leber, inoperabel, da zu groß. Die Stationsärztin erklärte mir, daß nur noch palliative, also lebensverlängernde Maßnahmen möglich seien, keine Chance mehr auf Heilung. Wie lange sie mir noch gebe, hänge davon ab, was für ein Tumor es sei. Das müßte die Gewebeuntersuchung der Biopsie ergeben, auf die ich 8-10 Tage zu warten habe. Es könnten nur Wochen sein oder aber mehrere Monate.

Es scheint nur so, als wäre ich sehr ruhig. Um ehrlich zu sein: Mir ist, als schreibe ich über jemand anderen. Ich kann nicht glauben, daß es mich betrifft.

Ich habe soviele Fragen. Ich lebe seit 14 Monaten alleine, bin in meinen Betrieb gezogen. Meine Frau hat sich von mir getrennt. Und ich kann hier nur solange leben, wie ich die Miete bezahlen kann. Bin aber selbständig. Das heißt: Ich muß arbeiten können, um meine Miete zahlen zu können. Kann man mit solchen palliativen Maßnahmen arbeiten? Was bedeutet es, wenn sie einem sagen, man könne dann "seinem normalen Tagesablauf folgen"? Muß man liegen? Hat man Schmerzen?

Was soll ich tun? Vielleicht nach der Diagnose in 10 Tagen zur Uniklinik Essen wechseln? Die Uni Düsseldorf ist furchtbar. Ein riesiger wuselnder Ameisenhaufen. Ich empfinde mich dort als Nummer, nicht als Person. Aber vielleicht ist das überall so. Bzw. vielleicht ist das nicht wichtig, solange man mir dort helfen kann. Kann denn der Arzt so eine Diagnose überhaupt stellen, ohne Biopsie-Ergebnis?

Ich habe keinerlei Beschwerden, die auf so etwas deutlich hinweisen. Meine Blutwerte sind nicht sehr gut, aber auch nicht dramatisch. Ich leide nicht an Appetitlosigkeit, im Gegenteil: Ich wiege derzeit etwa 105 kg bei 1,87 m Größe.

Was mache ich nun?
 

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