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  #1  
Alt 21.07.2010, 23:30
Steffie2909 Steffie2909 ist offline
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Standard "Ersatzmama" hat Hirntumore...

Hallo ihr lieben, ich habe mich grad mal durch euer Forum gelesen und hoffe ihr könnt mir vielleicht helfen, bzw. mir sagen wie ihr das seht. Danke schon mal vorher! Und entschuldigt die Länge meines Postings, aber ohne die Vorgeschichte ist es schwierig...

Ich bin grad total überfordert und weiß nicht wie ich mich verhalten soll/darf... Meine beste Freundin hängt sehr an ihrer Familie, ganz besonders an ihrer Mama. Sie haben einen sehr intensiven Zusammenhalt und eine sehr liebevolle Beziehung zueinander. Ich komme aus einer nicht so tollen Familie und habe keinen Kontakt mehr zu niemandem. Für mich ist es, bedingt durch die lieblose Kindheit, eh schwierig einen Bezug zum Thema Familie aufzubauen, aber die Eltern meiner Freundin sind wirklich super. Behandeln mich wie ihre eigene Tochter, binden mich überall selbstverständlich ein, sagen sogar immer ich sei Ihre zweite Tochter. Kurz, ganz tolle Menschen!

Leider hat diese Familie im Moment eine furchtbare Pechsträhne. Ende letzten Jahres wurde bei meiner Freundin Pap 4 diagnostiziert. 2 x Konisation und die ganze Ungewissheit. Das war ganz furchtbar, wir haben viel geweint. Die Untersuchungsergebnisse sind jetzt gut, aber man weiß ja nie... Im Mai dann, rief meine Freundin mich auf der Arbeit an und ich verstand sie vor lauter Weinen kaum. Sie hatte soebend ihren Papa auf dem Boden in der Küche liegend gefunden. Er hatte Unmengen Schlaftabletten geschluckt... Zur Erklärung, ihr Papa ist seit seiner Jugend schwer depressiv und kann schon durch Kleinigkeiten (für uns gesunde Menschen) total aus der Ruhe gebracht werden. Grund hierfür war, dass sein Arbeitgeber ihn von der Frühschicht auf die Spätschicht wechseln wollte. Seine Medikamente nimmt er leider nicht regelmäßig, will nicht "unter Drogen stehen"... Krankenhaus, Psychiatrie, gefolgt vom ambulanter Therapie. Er hat überlebt und schämt sich mittlerweile...

Und jetzt, vor ziemlich genau 2 Wochen, hatte die Mama von heute auf morgen Lähmungserscheinungen im linken Arm und Bein. Arzt, sofort Krankenhaus, viele Tests... Diagnose Hirntumor!! Als sie noch hier im Krankenhaus lag konnte ich sie nur einmal besuchen. Sie wurde nach 4 Tagen in die Uniklinik nach Essen verlegt und dort letzten Freitag operiert. Meine Freundin hat sich krank gemeldet und fährt täglich früh morgens schon zu ihr und kommt erst spät abends wieder. Mich blockt sie die ganze Zeit ab. Jeden Tag aufs neue sagt sie mir ich solle nicht kommen, dass sie Zeit für sich brauchen, dass sie viel weinen etc. Mit der Mama hab ich noch nicht wieder selbst gesprochen. Heute kamen endlich die Ergebnisse der OP. Bösartig! 3 Tumore! Nur einen konnten sie entfernen. Schnellwachsend! Ich bekam heute nur einen Anruf, 2 Minuten, mit diesen Fakten. Dann legte sie auf.

Ich habe den ganzen Tag versucht sie zu erreichen, aber keine Chance. Grad kam eine SMS, sie möchte jetzt für sich sein. Ich kann das ja absolut verstehen, und ich möchte mich um gottes willen nicht aufdrängen, möchte und will das selbstverständlich respektieren. Aber ich fühle mich so hilflos. Ich fühle mich wie die schlechteste Freundin auf der Welt. Und mich macht das alles auch unendlich traurig, ich kann mir nie und nimmer vorstellen, dass die Mama stirbt... Ich weine auch viel, im Stillen. Mich fragt niemand wie es mir geht... Das klingt so egoistisch, wie ich das schreibe. Ich hoffe ihr versteht mich nicht falsch, ich bin jetzt total nebensächlich. Aber was kann ich tun? Wie kann ich meiner Freundin helfen, wie der Familie? Sie blockt mich ja total ab. Falls sie stirbt wird das meine Freundin nie verkraften. Und ihr Papa? Gar nicht auszudenken...

Danke fürs Zuhören!
Ich würde mich freuen wenn mir jemand antwortet.

Geändert von Steffie2909 (21.07.2010 um 23:57 Uhr) Grund: Ich wurde auf einen Fehler in meiner Ausdrucksweise hingewiesen
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  #2  
Alt 22.07.2010, 00:12
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Schnüffelchen Schnüffelchen ist offline
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Standard AW: "Ersatzmama" hat Hirntumore...

hallo steffie,

erstmal tut mir das für dich, deine freundin und ihre familie wahnsinnig leid! besonders wenn man hört das davor schon so einige böse überraschungen waren und nun auch noch das....

ich kann dir jetzt nur aus der situation deiner freundin schreiben, denn bei meiner mutter gab es im märz die diagnose hautkrebs, und das schon in einem fortgeschrittenem stadium. weisst du, es ist völlig verständlich dass du dich sorgst und es zeigt auch wie sehr dir diese menschen ans herz gewachsen sind. nur deine freundin befindet sich gerade in einer art schockzustand. es ist so, wenn du erfährst dass ein überalles geliebter mensch wahrscheinlich bald sterben könnte, dann zieht es dir einfach den boden unter den füßen weg. du kannst die gedanken nicht ordnen, es sind soviele dass man garnicht weiss wo man anfangen soll zu sortieren. ich kann mir vorstellen welche gedanken sie gerade quälen. du hast plötzlich bilder vor augen die du garnicht sehen möchtest. man ist verzweifelt, fragt sich dauernd nach dem wieso! nicht nur das macht einen fertig...nach solch einer diagnose passiert sovieles um dich herum. eine untersuchung nach der anderen, du weisst nicht wo dir der kopf steht oder ob noch eine schlechte nachricht hinterher folgt und den eh schon schlimmen zustand zusätzlich verschlechtert. zusätzlich aber sagst du dir dass die ärzte sich doch mit der behandlung beeilen müssen und es geht wieder alles zu langsam. es prasseln so viele eindrücke auf dich ein, jemand der das noch nicht erlebt hat kann es nicht mal mehr annähernd verstehen. deine welt steht kopf und das unglaublichste daran ist das sich um dich herum alles weiterdreht als wäre nie was gewesen. irgendwie schafft es dein körper noch deinen täglichen verpflichtungen nachzugehen, nur deine gedanken sind nicht anwesend und in einer komplett anderen welt als dieser.
es ist für dich schwer ihr verhalten zu verstehen, das ist klar. du fragst dich warum ihr immer zueinander gehalten habt und sie aufeinmal nur für sich sein möchte. nur gib ihr diese zeit. du brauchst dich nicht wie eine schlechte freundin fühlen, denn das bist du nicht! schon alleine dass du uns hier schreibst zeigt doch wie wichtig dir sie und auch ihre eltern sind und alleine das macht dich schon zu einem tollen menschen! sei einfach für sie da wenn sie dich braucht und lass ihr die zeit für sich wenn sie alleine sein möchtest. es ist wahnsinnig schwer besonders diese erste nachricht irgendwie verarbeitet zu bekommen... schreib ihr ab und an ein paar liebe worte, dass du immer für sie da bist wenn sie reden möchte und sie wird auf dich zukommen wenn sie soweit ist. fühl dich nicht schlecht, du darfst jetzt einfach nicht zu sehr übertreiben und sie keinesfalls drängen. ich denke mal dass es wahnsinnig schwer ist nichts tun zu können, aber es ist nunmal zur zeit das beste.
wie es mit ihrer mutter weitergehen wird das weiss man nicht und gerade diese ungewissheit ist das schlimmste daran. wirklich etwas daran ändern kann keiner, nur du kannst da sein wenn sie und ihre familie dich brauchen und solche menschen sind viel wert, auch wenn man es ihnen nicht immer so zeigen kann!

ich wünsche euch alle kraft der welt für die bevorstehende zeit! versuche du jetzt stark zu bleiben und nicht auch noch die nerven zu verlieren, denn somit kannst du deine lieben vielleicht ein wenig auffangen wenn sie zu fallen drohen...
__________________
Liebe Grüße
Alessandra


http://www.youtube.com/watch?v=8pktE6ddPvk

Meine über Alles geliebte Mami...am 05.12. musste ich dich gehen lassen. Mein einziger Trost ist, dass nun dein Leid ein Ende hat. Ich werde dich immer Lieben und auch sehr vermissen!!! Für dich kämpfe ich weiter, denn egal wo du nun auch bist, ich möchte, dass du Stolz sein kannst... In meinem Herzen lebst du weiter!
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  #3  
Alt 22.07.2010, 00:31
Steffie2909 Steffie2909 ist offline
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Standard AW: "Ersatzmama" hat Hirntumore...

Hallo Alessandra,
danke für deine lieben Worte!

Ich verstehe was du schreibst. Und ich respektiere ihren Wunsch nach Ruhe und möchte mich auch nicht aufdrängen. Und du hast recht, ich kann mir natürlich gar nicht vorstellen wie es ist in dieser schrecklichen Situation zu sein. Vor ein paar Tagen erzählte sie mir ganz nebenbei von einem Film den sie irgendwann gesehen hat. Wo eine Freundin in ihrer Hochzeitsnacht im Krankenhaus in dem der Vater ihrer Freundin grad starb auftauchte und sagte ihr Ehemann gehöre erst seit ein paar Stunden zu ihrer Familie, sie aber bereits ihr ganzes Leben... Ich muss immer daran denken. Wollte sie mir durch die Blume sagen, dass ich kommen soll? Ich mag sie ja auch nicht noch zusätzlich zu dem unendlichen Schmerz den sie hat mit mir belasten. Ich werde, so wie du geschrieben hast, immer für sie da sein. Und sie bestimmt wie, wann und wo. Ich denke, das weiß sie auch. Aber das ist verständlicherweise grad nebensächlich...
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  #4  
Alt 22.07.2010, 01:31
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Schnüffelchen Schnüffelchen ist offline
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Standard AW: "Ersatzmama" hat Hirntumore...

liebe steffie,

du sollst und darfst dich ja nicht komplett zurückziehen, aber nur diese erste zeit musst du vorsichtig sein mit deinem handeln. es ist nicht leicht das richtige und bestmöglichste verhalten zu finden. ich konnte damals auch nicht verstehen was in meinem freund vorging wo das alles mit seinem vater passiert ist und langsam zu ende ging. auch wo es dann zuende war konnte ich nur da sein wenn er mich brauchte und musste ihn in ruhe lassen wenn er niemanden sehen wollte. ich verstehe auch deine ängste und das gefühl das man doch irgendwie helfen muss, nur es geht nur mit absolutem verständnis und feingefühl. ich verstand es nie richtig was in ihm vorging, doch jetzt wo ich auf die gleiche situation zusteuer, lerne ich immer mehr mich in ihn hineinversetzen zu können.
ich denke mal dass du dir selbst deiner position dort nicht richtig bewusst bist. du fragst dich nun ob du sogesehen als familienmitglied angesehen wirst, oder (was auch einen hohen stellenwert hat), halt die beste freundin, nicht nur deiner freundin, sondern auch der eltern bist. mein gefühl sagt mir dass deine freundin mit dieser filmszene klarmachen wollte dass du für sie nicht nur die freundin bist, sondern ihr wegbegleiter und wie eine schwester, egal in welcher zeit. du zählst zu dieser familie, keine frage! aber taste dich da jetzt langsam ran und lass sich den ersten schock erstmal setzen. dann wird sie auf dich zukommen, davon bin ich überzeugt und wenn sie das tut dann schau wie weit du kommst. ich denke dass es sich dann von selbst ergeben wird dass du auch mit in die klinik fährst, denn wenn du, wie du sagst sogesehen das ziehkind der eltern bist, dann werden sie dich irgendwann auch mit dabei haben wollen. die zeit wirds richten! in dieser zeit werden die worte die fallen (beispielsweise wenn deine freundin einfach mal ein gespräch mit dir führen möchte) ehrlicher wie je zuvor sein, denn die emotionen die durch soetwas geweckt werden lassen einem noch tiefer aus dem herzen und der seele sprechen als je zuvor. nur sollte es mal dazu kommen dass sie dich irgendwie ohne grund mal blöd anmacht, dann verzeih es ihr, das ist meistens nicht ernst gemeint, doch es geht nervlich mit einem durch. kenne das von mir nur zu gut, man meint es aber garnicht so wie es gesagt wird.

ich hoffe du verstehst meine worte nicht falsch, denn in dem was du geschrieben hast verdeutlichst du dass diese familie sozusagen schon zu deiner eigenen geworden ist. umso schwerer fällt es dir natürlich jetzt von aussen zugucken zu müssen. ich will hier mit keinem wort sagen dass es dir nicht auch unheimlich wehtut was dort passiert, keine frage, das wird es ungemein! wenn ich hier mal auf mein gefühl höre und mich in dich hineinversetze dann fühle ich dass du dort dein glück gefunden hast was du in der kindheit nie hattest. sowas verbindet natürlich enorm und von daher kann ich mir vorstellen wie schlimm das auch für dich sein muss das tut mir bei dem ganzen hier noch mehr leid, je mehr ich darüber nachdenke... du hast gerade keine einfache situation, nur verliere nicht den mut!

fühl dich von mir umarmt
__________________
Liebe Grüße
Alessandra


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Meine über Alles geliebte Mami...am 05.12. musste ich dich gehen lassen. Mein einziger Trost ist, dass nun dein Leid ein Ende hat. Ich werde dich immer Lieben und auch sehr vermissen!!! Für dich kämpfe ich weiter, denn egal wo du nun auch bist, ich möchte, dass du Stolz sein kannst... In meinem Herzen lebst du weiter!
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  #5  
Alt 22.07.2010, 11:57
Steffie2909 Steffie2909 ist offline
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Standard AW: "Ersatzmama" hat Hirntumore...

Noch mal danke, liebe Alessandra, für deine netten Worte. Sie haben mich zum Weinen gebracht.

Ich verstehe dich ganz und gar nicht falsch. Du hast recht, diese Familie ist zu meiner eigenen geworden und es ist verdammt schwer nur von der Seite zuzusehen bei dem was da gerade passiert... Diese Menschen haben schon so viel für mich getan, ich kann das gar nicht zurückgeben, aber ich möchte so gern... Einmal haben mich meine Eltern am Heilig Abend so enttäuscht, haben mich sitzenlassen. Natürlich kam sofort die Einladung ich solle zu ihnen kommen, war mir aber sehr unangenehm nd ich wollte mich verweint zurückziehen. Und was macht Familie Hoffmann? Sie haben alles, selbst den Baum haben sie abgebaut und mitgenommen, eingepackt und sind zu mir gekommen, damit ich Weihnachten nicht allein bin...

Ich habe meiner Freundin heute Nacht noch eine SMS geschickt und ihr nur gesagt, dass ich für sie da bin. Immer. Heute morgen hat sie dann angerufen und mir erklärt was sie gestern hat so verstummen lassen. Die Diagnose steht jetzt fest. Es ist ein Glioblastiom. Nachdem ich mich durch eure Seite gelesen habe, weiß ich ja nun was das zu bedeuten hat... Furchtbar. Meine Freundin war erstaunlich gefasst, hat aber wahrscheinlich eh die Nacht durchgeweint. Sie will nichts im Internet nachlesen, das macht ihr nur Angst sagt sie. Ich weiß nicht, ob ich ihr erzählen soll was ich gelesen habe. Wohl eher nicht. Es geht jetzt wohl bald mit Bestrahlung und Chemo los, was dann passiert wird sich wohl zeigen. Mir tut das alles so furchtbar leid, ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen...
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  #6  
Alt 22.07.2010, 14:13
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Standard AW: "Ersatzmama" hat Hirntumore...

Hallo Steffie ...

Alessandra hat Dir ja das Wesentliche geschrieben.

Wir haben all das mit dem Glioblastom auch gerade hinter uns bringen müssen und ich denke, Deine Freundin ist erstmal in einer Art Schockzustand ...

Vielleicht kannst Du Dich etwas einbringen indem Du Dich ungefragt etwas um ihren Vater kümmerst, der ja wahrscheinlich jetzt immer allein zuhause sitzt?
Oder ihr Dinge abnimmst wie Einkaufen, Wohnung aufräumen oder ähnliches?

Ich bin froh, dass meine Kinder (14 und 16) die Zeit so tapfer mit uns getragen haben ... ich war von morgens bis abends im Hospiz und hier zuhause verwahrloste so ziemlich alles, was ich derzeit noch aufzuarbeiten versuche.

Und vielleicht sagst Du Deiner Freundin behutsam, dass ihre Mama auch FÜR DICH eine "besondere Bedeutung" hat, auch wenn Du nicht ihre Tochter bist ...

Ach so: erzähle ihr NICHT was Du weißt, wenn sie Dich nicht explizit danach fragt
Es ist oft besser, das den Ärzten zu überlassen - die sind in Gesprächsführung bei solchen Themen geschult
und machen es dann, wenn sie sie so einschätzen dass sie die Wahrheit verkraftet
oder wenn es nicht mehr anders geht - bzw es keine Hoffnung mehr gibt.
Sie wird sich die Informationen dann beschaffen, wenn SIE es will ...

Viel viel Kraft für euch und ich wünsche "eurer" Mama, dass
die Therapie anschlägt und sie noch etwas SCHÖNE Lebenszeit geschenkt bekommt ...
__________________
... meine Freundin Heike ist am 24. Mai 2010 mit 48 J ganz friedlich für immer eingeschlafen ...

... meine liebe Freundin Lilli44 - auch Du hast für immer Deinen Platz in meinem Herzen ...


... I`ll see you when the sun sets!!!

Geändert von HeikesFreundin (22.07.2010 um 14:17 Uhr)
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  #7  
Alt 22.07.2010, 15:55
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Schnüffelchen Schnüffelchen ist offline
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Standard AW: "Ersatzmama" hat Hirntumore...

hallo ihr lieben,

ich gebe heikesfreundin da in allen punkten recht und das mit dem im haushalt und in hinsicht auf den vater helfen ist eine super idee! das hätte ich zeitweise auch gebraucht, denn man lebt nur noch so nebenbei in seinen vier wänden, kommt zum duschen, schlafen, essen, wäsche waschen etc, nur zum aufräumen hat man weder zeit, noch nerven und wenn man dann doch etwas zur ruhe kommt, ist man erstmal geschockt wie man alles hat verkommen lassen... du hast das "glück" jetzt in der position zu sein und hier auch noch einen solchen tip zu bekommen, das wird ihnen unwahrscheinlich helfen und entgegen kommen. ist doch auch schonmal ein fortschritt dass sie dich nun angerufen hat und sich schonmal auf ein kleines gespräch eingelassen hat. sage ja man muss erstmal den ersten schock irgendwie verdauen. habe innerhalb der ersten tage auch nur mit meinem freund sprechen können, war nur am weinen, wusste nicht mehr weiter. und als diese erste phase dann weg war, da konnte ich mich dann meinen freunden und meiner cousine anvertrauen und habe mir endlich luft gemacht, habe aber trotzdem eine gewisse fassung gehabt und habe darüber eher sachlich statt emotionsgeladen gesprochen. frag mich nicht warum, aufeinmal ging das einfach...
und bei dem vater sollte wohl auch etwas passieren wie schon gesagt wurde. ich bezeichne mich jetzt mal als "leicht" depressiv, mache da auch kein geheimnis draus und bin jetzt auch bereit mir hilfe zu suchen. bei mir läuft gerade einiges aus den rudern und meinem kopf macht das wahnsinnig zu schaffen. wenn ich von dem suizidversuch lese, da wird mir ganz anders, besonders wenn man den eher harmlosen grund überdenkt. habe auch schon einige gedanken an meinen selbstmord verschwendet und einmal kam es auch zu einer gefährlichen situation, nur bei mir waren es etwas schlimmere gründe (ich weiss, keine begründung sich das leben zu nehmen!) und dann möchte ich garnicht wissen was jetzt gerade in diesem armen mann vorgehen mag. solche depressionen sind was schlimmes und wenn man wieder eine bekommt dann kann man nie sagen was deine psyche mit dir macht... ich weiss nicht ob deine freundin jetzt auch noch den doppelten stress bewältigen kann, also sich sowohl um die mutter als auch den vater zu kümmern, deshalb sehe ichs genauso: versuch auf den vater zuzugehen und ihm in der schweren zeit beizustehen so gut es geht! für ihn und seine psyche muss das ganze hier grade der hammer sein...

und wo ich auch nochmal recht geben muss: BLOSS NICHTS DARÜBER SAGEN WAS DU GELESEN HAST BEZÜGLICH DES VERLAUFES DIESER KRANKHEIT!!! denke aber mal das wirst du auch nicht... ich habe nach der diagnose aufeinmal von allen seiten irgendwelche horrorstories zu hören bekommen und auch das was ich im internet las hat mich oft zum verzweifeln gebracht. man muss es aber immer etwas nüchterner sehen, denn jeder mensch ist anders, jeder körper reagiert anders und jedes schicksal nimmt auch ein anderes ende! man kann hier nichts pauschalisieren und das sollte man auch nicht tun. ich hoffe dass deine freundin nicht zu viel im internet nachsieht, zumindest in nächster zeit noch nicht. kann nur von mir sprechen, ich habe damals die ersten nächte nur mit heulen und googeln verbracht und es hat mich noch tiefer gerissen...ein paar wochen später wäre besser gewesen habe bis heute mit noch keinem arzt gesprochen, da meine mutter ja das wahre ausmaß immernoch versucht geheimzuhalten. das was ich heimlich gelesen habe ist der behandlungsbericht für den hausarzt, natürlich alles fachchinesisch. konnte mir das dann zum glück von jemandem der in der onkologie arbeitet, allerdings kein arztist, etwas erklären lassen. naja, alles in einem habe ich mich selbst unnötig fertig gemacht und meine umwelt hat noch dazu beigetragen, gibt leider leute die es nicht so ganz verstehen dass sie mir mit den horrorstories alles noch schlimmer machen

es rührt mich zu lesen wie sie dich in ihren kreis mit aufgenommen haben solche menschen sind soooo viel wert und was sie dir damit gegeben haben müssen lässt sich wohl nicht so recht in worte fassen. es ist schön zu hören dass es noch solche menschen gibt, das ist heutzutage leider nicht mehr so selbstverständlich, denn die meisten versuchen ja doch eher nur ihr eigenes ding durchzuziehen. umso schöner soetwas zu lesen...
wenn du einfach nur da bist wenn sie dich brauchen ist das beste was du machen kannst! denn sie waren ja auch in den momenten da wo du sie gebraucht hast, wie zum beispiel an weihnachten... mach dir nicht zuviele gedanken und lass den dingen ihren lauf. du siehst ja dass deine freundin langsam wieder auf dich zugeht und das wird jetzt bestimmt immer mehr werden und alles weitere ergibt sich dann von selbst

wenn du was auf dem herzen hast, dann sofort hier rein schreiben, denn hier gibt es soooo viele nette menschen und du wirst verstanden sowas ist sehr wichtig in dieser zeit... wenn mal was ist dass du ungern hier reinschreiben willst, dann kannst du mir auch eine private nachricht schreiben...antworte dir auch ganz bestimmt
__________________
Liebe Grüße
Alessandra


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  #8  
Alt 22.07.2010, 22:25
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HeikesFreundin HeikesFreundin ist offline
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Standard AW: "Ersatzmama" hat Hirntumore...

Steffie, ich wollte Dir noch was mitgeben:

... wenn ich eines gelernt habe im Leben ist es:
ich höre auf mein Herz.
Es hat mich stets das Richtige tun lassen ...

Höre auch Du auf Dein Herz - es wird Dir den Weg zeigen,
das Richtige zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu tun.

Manchmal vertraut man zu wenig auf das was man fühlt.
__________________
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Geändert von HeikesFreundin (22.07.2010 um 22:27 Uhr)
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  #9  
Alt 22.07.2010, 23:42
Benutzerbild von Ruepel
Ruepel Ruepel ist offline
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Standard AW: "Ersatzmama" hat Hirntumore...

Hallo,

erstmal herzlich willkommen, wenn auch aus traurigem Anlass.

Ich kann dir nur aus eigener Sicht schreiben. Wir haben in den ersten Wochen auch niemanden an uns rangelasse und das ganz bewusst!. Nicht um den Menschen weh zu tun, sondern einfach weil wir solche Sätze wie:

"das schaffen wir schon "
"das kann man doch heilen"
"lass doch den Kopf net hängen, ihr müsst kämpfen"

usw.

nicht hören wollten. Wir waren vom ersten Moment über alle Eventualitäten informiert und haben auf Grund der Größe des Tumors mit allem gerechnet.
Es war schrecklich und sicherlich haben wir eine Zeit lang unter Schock gestanden. Wir wollten niemandem wehtun. Noch heute zucken wir zusammen wenn wir jemanden informieren müssen warum mein Papa nicht so folgen kann, wenn dann so Sachen kommen wie:

"das ist aber nicht schön, kann man doch heut aber mit leben und kann doch geheilt werden und dann am Ende jeden Gesprächs, Gute Besserung!"

Manche Menschen können nicht damit umgehen, und geben dusseligen Dünnsinn von sich statt einfach den Mund zu halten.

Ich wünsche dir und der Familie deiner Freundin ganz viel Kraft und Liebe. Halte du durch und sieh wo du einfach da sein kannst. Versuch, nicht es übel zu nehmen wenn sie dich momentan ausschließen. Die Zeit wird kommen wo sie dich dringend brauchen werden und dann bist du da und kannst sie einfach in den Arm nehmen oder auf jede andere Art und weise unterstützen die sie brauchen werden. Bleib dran und versuch da zu sein.
__________________
Liebe Grüße
Birgit

Balkengliom 11/ 2009 diagnostiziert
Rezidiv 07/2011



Hoffnung ist nicht die Überzeugung, das etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, das etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht.


Papa wir lieben dich !


20.03.1955-25.11.2011
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