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  #1  
Alt 08.08.2007, 16:34
Heike_K Heike_K ist offline
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Standard Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

Hallo Zusammen,

ich lese hier schon lange mit, leide mit vielen von euch mit, hab schon die ein oder andere Träne vergossen, schreib zwar nicht viel aber bin ich Gedanken immer wieder bei euch.
Ich bin hier weil mein Bruder (42) Darmkrebs hat, ich hab davon im Forum für Angehörige berichtet.

Bei ihm wurde eine genetische Untersuchung gemacht, ob die Erkrankung in seinem Fall familiär bedingt ist. Das Ergebnis war, dass das nicht der Fall sei.

Nun gut, ich bin trotzdem zur Vorsorge gegangen weil mein Bruder mir keine Ruhe gelassen hat und wollte, dass ich es mache. Und tatsächlich wurde bei mir ein Polyp gefunden, der hätte mir laut Aussage des Arztes vermutlich in ein paar Jahren Ärger gemacht, ich bin 32. Soviel zur genetischen Untersuchung...

Für mich ist das jetzt eine ganz komische Situation, durch die Erkrankung meines Bruders blieb mir vermutlich jetzt viel erspart, ich fühl mich ganz merkwürdig deswegen, ich hätte doch sonst nie in meinem Alter ne Darmspiegelung durchführen lassen.

Aber eine Bitte an euch alle, schickt eure Bluts-Verwandten zur Vorsorge auch wenn die Ärzte erzählen sollten, dass der familiäre Hintergrund keine Rolle spielt, wie man bei mir sieht, kann man seinen Angehörigen viel ersparen wenn man so hartnäckig ist wie mein Bruder!

LG
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  #2  
Alt 09.08.2007, 09:33
soshilfe soshilfe ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

hallo heike!

meine mutter ist im september letzten jahres operiert worden - darmkrebs im fortgeschrittenen stadium. meiner hausärztin habe ich dies erzählt - seit der diagnose habe ich starkn abgenommen, da ich mir große sorgen mache und die diagnose noch immer nicht verkraften kann. seit juni diesen jahres habe ich nun bauchschmerzen, blähungen und gehe nur noch drei oder zwei mal auf toilette. auf toilette sitze ich dann ewig, weil nichts kommen will... ich bin auch in meiner kleinen familie sehr unter stress.... vielleicht kommt wirklich alles vom stress. meine hausärztin schiebt jedenfalls alles darauf und will mich nicht weiterüberweisen. hat dien hausärztin dich so schnell an einen facharzt verwiesen? wie ging die darmspiegelung vor sich?

liebe grüße
maret
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  #3  
Alt 09.08.2007, 13:50
Heike_K Heike_K ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

Hallo Maret,
das war überhaupt gar kein Problem ne Überweisung zu bekommen.
Als allererstes hab ich meine Krankenkasse (AOK) angerufen und denen die Situation geschildert. Die Sachbearbeiterin hat dann nach Rücksprache sofort ohne zu Zucken gesagt, dass sie die Darmspiegelung auf jeden Fall übernehmen werden.
Und mit diesen Infos von meiner Kasse bin ich dann zum Hausarzt und der hat mich dann sofort überwiesen und hatte auch vollstes Verständnis dafür, dass ich, obwohl ich keine Beschwerden habe, diese Untersuchung machen lassen will.
Die Darmspiegelung selbst ist nicht sonderlich angenehm, aber halb so schlimm wie man immer denkt. Das Schlimmste ist das Zeug zur Darmspülung, das man einen Tag vorher trinken muß. Das hab ich schier nicht runterbekommen.
Die Spiegelung selbst dauert dann nur etwa 20 Minuten, man bekommt ein leichtes Beruhigungs - und Schmerzmittel und kann dann trotzdem dabei zuschauen wenn man möchte und nach wie gesagt etwa 20 Minuten ist alles schon wieder vorbei.
Also ich finde schon, dass bei Dir auf jeden Fall eine Untersuchung angeraten wäre, versuch´s doch auch erst mal über die Kasse und sobald Du das ok von dort hast wieder zum Arzt (vielleicht aber generell den Arzt wechseln, wenn ein Arzt die Ängste und Sorgen seiner Patienten so wenig ernst nimmt stellt sich mir die Frage, ob das wirklich der richtige Arzt ist...).
Wünsch Dir alles Gute!!!
LG
Heike
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  #4  
Alt 09.08.2007, 16:48
tronic tronic ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

hallo maret!

sehe das genau wie heike, wechsel deinen HA.
denn wirklich ernst scheint er deine sorgen nicht zu nehmen.

nach meiner diagnose vor 2,5 jahren "mußte" meine ganze family zur darmspiegelung, obwohl kein erblicher krebs und weder der HA noch eine Krankenkasse hatte irgendwelche einwände.

sogar leute in meinem freundeskreis, die es auf einmal mit der angst zu tun bekommen haben, haben ohne probleme eine spiegelung bekommen.

wie so eine spiegelung vor sich geht, hat heike ja schon beschrieben, ich laß mich allerdings immer ganz "schlafen legen", will von der untersuchung nämlich nix mitbekommen.

dir alles gute!
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  #5  
Alt 11.08.2007, 02:08
chaosbarthi chaosbarthi ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

Hi Heike,
schön, dass du nochmal Schwein gehabt hast. Dein Hinweis ist aus dreierlei Grund sehr wichtig:

1. Darmkrebs wird in jedem Fall nur durch mangelnde Vorsorge gefährlich. Rechtzeitig erkannt stellt er überhaupt kein Problem dar.

2. In Familien mit "normalem", sog. sporadischem Darmkrebs besteht nach neueren Erkenntnissen für die Angehörigen immer auch ein höheres Risiko. (Wenn ich Zeit finde, suche ich euch die Quelle für diese Aussage heraus und hänge sie dran.)

3. Nur in 30% aller Familien mit dem erblichen Dickdarmkrebs HNPCC kann der Gendefekt nachgewiesen werden. Es sind einfach noch nicht alle Genplätze bekannt. Nicht umsonst gibt es die sog. revidierten Bethesda-Kriterien, die den Verdacht auf HNPCC schon bei nur einem erfüllten der folgenden Kriterien nahelegen:

Tumoren von Patienten sollten auf das Vorliegen einer Mikrosatelliten-Instabilität in folgenden Fällen untersucht werden:
  • Patienten mit kolorektalem Karzinom vor dem 50. Lebensjahr.
  • Patienten mit synchronen oder metachronen kolorektalen Karzinomen oder anderen HNPCC-assoziierten Tumoren*, unabhängig vom Alter.
  • Patienten mit kolorektalem Karzinom mit MSI-H Histologie** vor dem 60. Lebensjahr.
  • Patient mit kolorektalem Karzinom (unabhängig vom Alter), der einen Verwandten 1. Grades mit einem kolorektalen Karzinom oder einem HNPCC-assoziierten Tumor vor dem 50. Lebensjahr hat.
  • Patient mit kolorektalem Karzinom (unabhängig vom Alter), der mindestens zwei Verwandte 1. oder 2. Grades hat, bei denen ein kolorektales Karzinom oder ein HNPCC-assoziierter Tumor (unabhängig vom Alter) diagnostiziert wurde.
*zu den HNPCC-assoziierten Tumoren gehören Tumoren in: Kolorektum, Endometrium, Magen, Ovarien, Pankreas, Ureter oder Nierenbecken, Gallengang, Dünndarm und Gehirn (meist Glioblastome wie bei Turcot-Syndrom) sowie Talgdrüsenadenome und Keratoakanthome (bei Muir-Torre-Syndrom)

**Vorliegen von Tumor-infiltrierenden Lymphozyten, Crohn-ähnlicher lymphozytärer Reaktion, muzinöser/Siegelring-Differenzierung, oder medullärem Wachstumsmuster

Grüssi chaosbarthi
__________________
Sigmacarcinom 2005 (T4, G3, alles andere 0, HNPCC), Ileostoma

Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)

Geändert von chaosbarthi (11.08.2007 um 02:11 Uhr)
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  #6  
Alt 10.12.2007, 21:53
Benutzerbild von JuleMaus
JuleMaus JuleMaus ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

Hallo, ich habe eine ganz dringende Frage zu dem Thema Angehörigen-Vorsorge!
Ich bin 30 Jahre alt (nächste Woche 31 ) und habe im September 2007 ein Sigma-Ca diagnostiziert bekommen. Op war im Oktober - ist auch alles gut verlaufen - Gott sein Dank ! keine Chemo nötig (T1, N0, M0, R0, G2).

Allerdings haben sämtliche Ärzte dringend empfohlen, dass meine 3 Geschwister jetzt zur Darmspiegelung gehen sollen. Mein älterer Bruder (33) hat das auch sofort versucht in die Wege zu leiten, wurde auch vom Hausarzt überwiesen. Vorsichtshalber hat er bei seiner Krankenkasse angefragt und die sagen nun, dass sie die Kosten nicht übernehmen!! Was kann man denn dagegen unternehmen? Weiss einer von euch, was so eine komplette Spiegelung kostet?

(Meine anderen beiden Geschwister haben sich noch nicht bei ihren Kassen erkundigt)

Wäre für Antworten dankbar!

LG Jule
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  #7  
Alt 11.12.2007, 09:30
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teddy.65 teddy.65 ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

Hallo Jule,

mhmm, ich überlege gerade, ob es nicht einfacher wäre den Arzt nach einer Darmspiegelung zu fragen, statt die Krankenkasse.

Ich hoffe es ist nun richtig, wenn ich sage, dass der Arzt über die Notwendigkeit einer Darmspiegelung entscheidet. Schließlich ist es auch der Arzt dem ich von meinen Beschwerden oder ähnlichem erzähle und der dann die Untersuchungen anordnet bzw. durchführt.

Die Kassen übernehmen die Kosten wenn die medizinische Notwendigkeit einer jeweiligen Untersuchung gegeben ist. Das kann nur der behandelnde Arzt entscheiden.

Bitte verbessert mich, wenn ich nun Quatsch geschrieben habe.
__________________
glg
Sabine

Rektum CA Nov. 2004, OP im Feb. 2005 mit Anlage eines endständigen Colostomas, Chemo bis Sept. 2005. Es geht mir gut
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  #8  
Alt 11.12.2007, 12:06
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Windlicht Windlicht ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

Hallo Jule.............ich kann tedy nur zustimmen...........wenn der
Hausarzt eine Ueberweisung schreibt sollte das doch kein Problem
sein.............denn schliesslich kann nur der Arzt entscheiden ob
eine Darmspiegelung nötig ist oder nicht................also bei mir
und meinem Bruder war das kein Problem mein Bruder ist 40
ich 44 mein Bruder muss schon nächstes Jahr wieder hin ich in
3 Jahren...............
Gruss Daniela
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  #9  
Alt 11.12.2007, 13:26
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hope38 hope38 ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

Hi Jule!
Auch bei meinen Geschwistern bzw bei meinem einen Bruder, der bisher die Darmspiegelung gemacht hat, war das kein Problem. Der andere ist privat versichert, aber auch die werden ihm die Kosten erstatten.

Der Hausarzt muß auf die Notwendigkeit hinweisen. Ich hoffe, das klappt!

Viele Grüße,
hope
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  #10  
Alt 11.12.2007, 17:23
tronic tronic ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

bei uns lief es genauso. bei allen 3 geschwistern und eltern.
selbst einige im freundeskreis haben das machen lassen, hatten auf einmal alle panik. und auch bei denen ging es problemlos, wenn der HA das begründet.

ab zum HA, der hat die überweisung geschrieben und innerhalb kürzester zeit hatte alle ihre spiegelung.
keiner hat die KK gefragt, ob die das übernehmen...

Geändert von tronic (11.12.2007 um 17:24 Uhr) Grund: zusatz
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  #11  
Alt 11.12.2007, 18:06
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JuleMaus JuleMaus ist offline
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Standard AW: Schickt bitte Angehörige zur Vorsorge

Danke euch allen für die Antworten - auch für die PN!

Also, mein Bruder studiert noch, ist aber aus irgendwelchen Gründen privat versichert. Deshalb muss er die Arztrechnungen ja erstmal sowieso aus eigener Tasche bezahlen. Da wollte er sich halt vergewissern, ob die die Kosten dann auch wirklich erstatten, deshalb hat er nachgefragt.

Sein HA hat sofort eingesehen, dass eine Spiegelung sein muss und ich habe meinem Bruder jetzt auch gesagt, dass er nochmal zu dem hingehen soll, damit der HA sich darum kümmert. Hoffentlich klappt es!!

Vielen Dank!

Gruss, Jule
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