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  #1  
Alt 18.05.2016, 07:43
Aylin1989 Aylin1989 ist offline
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Standard Mutter Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Hallo liebe Forum-Mitglieder,

bisher habe ich immer mitgelesen nun möchte ich auch meine Geschichte (bzw. die meiner Mutter) kurz erläutern:

Anfang Dezember 2015 habe ich meine Mutter ins Krankenhaus gebracht, da Sie seit Tagen gebrochen hat und Magenschmerzen hatte und keinen Stuhlgang mehr. Nach mehreren Untersuchungen dann der erste Schock... ein Tumor... im Zwölffingerdarm/Dünndarm ca. 13 cm groß!!! Es wurde direkt zur Biopsie geschickt mit dem Ergebnis, dass es bösartig ist und dringend operiert werden muss. Schließlich kam auch raus, dass es sich um einen undifferenziertes Sarkom handelt. Mitte Dezember erfolgte dann die OP indem der Tumor KOMPLETT entfernt werden konnte, was uns erst große Freude brachte. Erst Ende Januar durfte Sie dann nach Hause, da sie noch Probleme mit dem Essen hatte etc. Anfang Februar suchte ich einen näher gelegenen Onkologen raus um die Nachbehandlung mit ihm zu besprechen. Dieser empfiel uns eine adjuvante Chemotherapie um auf "nummer sicherzugehen" wir sagten zu. Aus organisatorischen Gründen und Missverständnissen mit der Onko-Praxis fand der erste Chemotermin erst bzw. die Vorstellung zur Chemo erst gegen Ende März 2016 statt!

Dann der nächste Schock: Nach erneuten Untersuchungen im KH stellte man einen Residiv im Bauch fest (rechte Seite an der Niere angrenzend). Das Residiv war bereits sehr groß geworden in der Zwischenzeit was uns sehr schockte. Er war bereits größer als der Primär-Tumor wir waren einfach am Ende... Meine Mutter ist erst 53! Im KH sagte man uns schon durch die Blume, dass man nicht mehr viel machen kann als eine palliative Chemotherapie anzuwenden um die Lebensdauer zu verlängern... dies schockte uns aufs Neue... mit diesem Ergebnis wollten wir uns nicht zufrieden geben. Nach einigen Recherchen wandte ich mich ans Sarkomzentrum in Essen, ich bekam direkt einen Termin mittlerweile hatte man mit der palliativen Chemo bereits begonnen damit der Tumor nicht weiterwächst. Im Sarkomzentrum kam man zum Schluss, dass man es mit einer Kombinationschemotherapie in Angriff nimmt (Doxorubicin + Ifosfamid) um den Tumor zu verkleinern und evtl. danach nochmal zu operieren. Der erste Zyklus hierfür wird jetzt am kommenden Freitag beginnen. Sie kriegt 5 Tage Chemo danach wird 2 Wochen pausiert. Als ich dies dem anderen KH mitteilte, war die Oberärztin erschüttert... Sie sagte dass wäre eine falsche Entscheidung und ich würde dies bereuen, diesen Krebs könne man nicht mehr behandeln meine Mutter würde daran versterben!!!.... jetzt hat sie mich total verunsichert... ich heule schon seit Tagen... ich möchte doch nur das Beste für meine Mutter!!!! Ich will sie einfach nicht verlieren....

Hat jemand Erfahrungen in dem Gebiet... aktuell bin ich einfach nur am Ende meiner Kräfte... Freitag geht die Chemo los und ich hab Angst etwas falsch gemacht zu haben. Ich will sie lediglich am Leben halten mit der palliativen Chemo hätte man die Lebensdauer lediglich verlängert...

Ich weiss ich hab hier schon einen halben Roman geschrieben aber das musste einfach mal raus. Ich hoffe ihr könnt mir ein Paar Tipps geben.

Danke und LG
Aylin
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  #2  
Alt 18.05.2016, 13:07
Adlumia Adlumia ist offline
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Standard AW: Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Die Frage ist doch auch: Was will deine Mutter?
Nicht du mutest ihr irgendetwas zu, sondern sie entscheidet doch (und ich gehe davon aus, dass sie noch für sich entscheiden kann?).
Klar kann man Entscheidungen möglicherwese besser treffen, wenn man über viele Dinge Bescheid weiß, aber es gibt auch Patienten, die wollen nicht so viel wissen, vielleicht entscheidet man dann eher nach Bauchgefühl.
Es gibt Leute, die wollen nix mit Statistik und "wie wahrscheinlich ist das und das" zu tun haben. Muss man auch respektieren.

Deinen Wunsch, das Beste zu wollen verstehe ich sehr gut. Trotzdem sollte deine Mutter das auf Grundlage ihres jetztigen Wissen und ggf. zusammen mit den Ärzten besprechen und dann entscheiden.

Wenn man von vorneherein dann auch denkt "Mit Chemo wird eh alles schlechter", sollte man es vielleicht auch sein lassen. Es geht auch sicher um die persönliche Einstellung zur Sache. Und das muss ganz allein deine Mutter entscheiden, was sie jetzt in Angriff nehmen möchte.

In solchen Situationen ist es als Angehöriger sehr schwer, die Finger stillzuhalten, zu ertragen, zu akzeptieren. Aber du bist da, als Stütze, auch mental - das hilft schon viel. Und trau ihr das zu, diese Entscheidung für ihr Leben zu treffen. Und dann unterstütze sie mit dieser Entscheidung so gut es geht.

Viel Kraft!
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  #3  
Alt 18.05.2016, 13:57
Aylin1989 Aylin1989 ist offline
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Standard AW: Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Hallo,

natürlich hat sie das selber entschieden. Die Möglichkeit diese Chemo durchzuführen hat man uns unterbreitet. Eine Palliative Chemo hatte man bereits im vorherigen KH angefangen diese wurde nun unterbrochen da das Sarkomzentrum Essen die Kombi-Chemo vorgeschlagen hatte. So könne man den Tumor eben verkleinern evtl. Ob und in welcher Form die Chemo helfen wird weiss ich nicht. Meine Mutter sieht alles sehr positiv entgegen zumal sie weiss wie es um sie steht mit dem Tumor. Sie ist willensstark und betont dass sie kämpfen wird um das alles zu besiegen, dafür bewundere ich sie auch sehr. Es bleibt einfach abzuwarten was die Chemo bringen wird. Sie will einfach alles versuchen um den Tumor "loszuwerden". Die Angst in mir bleibt natürlich... Fakt ist, dass der Tumor nicht gestreut hat. Lunge, Niere, Leber, Blut und Knochen sind Metastasenfrei. Lymphknoten sind auch nicht befallen. Es wächst halt einfach in Ihrem Bauch weiter... kugelartig...

Trotzdem Danke für eure Tipps/Hinweise.

LG
Aylin

Geändert von gitti2002 (23.11.2016 um 00:35 Uhr)
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  #4  
Alt 18.05.2016, 14:50
Adlumia Adlumia ist offline
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Standard AW: Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Ich versteh deine Angst so gut...man kann gar nichts dagegen tun, man fühlt sich hilflos.
Ja, eventuell kann zusätzlich Unterstützung durch einen Homöopathen hilfreich/sinnvoll sein, sollte man mit den Ärzten absprechen, das sich da auch "nichts in die Quere" kommt, von den Therapien her.
Und wirklich gut ist, dass der Tumor nicht gestreut hat. Trotzdem ist es ein harter Kampf.
Ein bisschen merkwürdig finde ich, dass das eine KH von palliativ spricht, das andere von neoadjuvant.
Deine Mama hat sich also entschieden für die Chemo. Dann wünsche ich, dass diese Chemo genau ihren Zweck erfüllt, nämlich den Tumor zu verkleinern und vielleicht ist dann auch die OP gut möglich. Ich drücke euch sehr die Daumen, viel Kraft und nein, es ist nicht immer leicht das alles positiv zu sehen. Du darfst auch schwach sein, weinen, ängstlich sein. Begleite sie so gut es geht, unterstützt euch gegenseitig.

Noch ist nichts verloren!
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  #5  
Alt 18.05.2016, 15:10
Aylin1989 Aylin1989 ist offline
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Standard AW: Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Danke für deine lieben Worte. Ja ich fühle mich schon die ganze zeit sehr hilflos die ganze Familie ist in Aufruhr weil alles so plötzlich kam... meine Schwester (25J) ist auch mit den Nerven am Ende... es ist einfach auf gut deutsch gesagt "eine beschissene Zeit" da man nicht weiss was demnächst passiert aber wir versuchen natürlich stark zu bleiben ganz besonders bei Anwesenheit meiner Mutter. Wie gesagt hielt das KH vorher (Klinikum Leverkusen) eine neoadjuvante Chemo nicht für sinnvoll. Es kam wohl in den Konferenzen zum Gespräch aber man hat sich dagegen entschieden, allerdings haben die wahrscheinlich auch nicht viel Erfahrung mit Sarkomen. In Essen hat man uns gesagt, dass es einen Versuch wert ist den Tumor mit der starken Chemo zu behandeln.... sodass man ihn im Nachhinein operieren kann, allerdings kann man nicht garantieren ob dieser wieder kommt, da er auch nach der 1. OP relativ schnell angefangen hat zu wachsen... Meine Mutter will jeden Weg gehen... sei es Chemo oder nicht.
Nochmals lieben Dank für die Unterstützung, es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist auch wenn es lediglich "online" abläuft.

LG
Aylin

Geändert von gitti2002 (23.11.2016 um 00:34 Uhr)
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  #6  
Alt 18.05.2016, 19:23
pulizwei pulizwei ist offline
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Standard AW: Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Hallo Aylin,

Ich hatte ein myxoides Liposarkom in der Schulter und bin heute in der Nachsorge ohne Rezidiv oder Metastase, und hoffe, das bleibt auch so.

Meine Geschichte kannst Du hier:

http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=62238

nachlesen.

Ich kann Deine Sorgen gut verstehen und finde es gut, dass Du Dir hier bei Betroffenen Rat holen willst.

Es ist manchmal hilfreich, Erfahrungen auszutauschen und man merkt auch, dass man nicht allein mit seinen Problemen ist.

Bevor ich Dir ein paar Anmerkungen zur Krankheit Deiner Mutter mache,
eine grundlegende Sache aus meiner Sicht.

JEDER PATIENT IST ANDERS UND DIE SELBE KRANKHEIT KANN BEI 5 PATIENTEN 5 MAL ANDERS VERLAUFEN.

Ich bin kein Arzt, sondern nur ein Patient und ich habe mich immer sehr für die Zusammenhänge interessiert und meine Ärzte haben mir immer bereitwillig Auskunft gegeben.

Mein Sarkom wurde zuerst R0 reseziert, also komplett entfernt.
Danach erfolgte adjuvante Chemotherapie mit Doxorubicin und Ifosfamid,
übergehend in Radiotherapie, also Bestrahlung mit leichter Begleitchemo mit Ifosfamid.

Ich glaube also, ich weiss wovon ich rede.

Während der Chemo wurde ein anderer Patient parallel ebenfalls mit dieser Chemo
behandelt. Er hatte ein Sarkom unter dem Knie.
Seine erstbegutachtende UNI-Klinik hatte ihm die Wahl gelassen über oder unter dem Knie zu amputieren.
Als er sich in ""meiner"" Klinik vorstellte landete er beim selben Chirurgen wie ich und er
setzte eine Verkleinerungschemo mit Doxo und Ifos in Gang, damit der Tumor, der faustgroß direkt auf dem Schienbein und direkt unter dem Knie saß
kleiner wird und danach operiert werden konnte.
Je kleiner der Tumor, um so mehr Platz für den Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe.
Inzwischen ist er operiert, der teilresezierte Knochen mit einer Titanplastik aufgefüllt
und er konnte, als ich ihn zuletzt während er mich in der REHA besuchte, mit Krücken laufen.

Damit will ich sagen,
eine Klinik vertritt diese, die andere Klinik eine andere Meinung.
Jeder wird seine Gründe haben und den Ausgang kann der voraussagen, der auch die Lottozahlen von nächster Woche weiss.

Es kann im Behandlungsverlauf immer etwas passieren, das das Pendel in die andere Richtung ausschlagen läßt.

Statistiken haben den großen Nachteil, dass man nie weiss zu welchem Anteil man gehört.
Den 90 % mit positiver, oder den 10 % mit negativer Prognose.
Umgekehrt gilt das natürlich entsprechend.

Ich kann Adlumia nur 200 % zustimmen.
Am wichtigsten ist, dass sich Deine Mutter mit der getroffenen Entscheidung
wohl fühlt und sie selbst davon überzeugt ist, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Gepaart mit ihrem Kampfeswillen ist das schon die halbe Miete, denn ich bin fest
davon überzeugt, dass die Psyche des Patienten eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung einer Krankheit spielt.

Hätte ich anstelle Deiner Mutter entscheiden müssen, wäre ich in jedem Fall ins Sarkomzentrum gegangen.
Sarkome sind eine seltene medizinische Erscheinung und Allgemeinärzte sind regelmäßig im Umgang damit überfordert.

Was es zu der Chemo zu wissen gibt kannst Du in meiner Geschichte nachlesen.
Ich weiss von meiner onkologischen Station, dass jeder Patient andere Nebenwirkungen hat.
"" Die Weisheit "" in der Sache gibt es also nicht.

Ich für meinen Teil habe mir gesagt, es muss sein und ich habe eine Heilungschance.
Dadurch habe ich mir das Hadern um das warum und warum ich und so weiter
gespart und nur nach vorn in Richtung Erfolg geschaut.
Damit kam ich am besten zurecht und heute geht es mir den Umständen entsprechend gut.

Was im Rahmen der Chemo wichtig ist, sind die Tage 10-14 nach Beginn des Zyklus.
Da ist eine erhöhte Empfänglichkeit für Bakterien und Keime gegeben, und
bedingt durch die Chemo, die alle schnell teilenden Zellen ruiniert und damit
den Tumor angreift, der sich aber nicht so schnell erholen kann wie gesundes Gewebe, sind die Abwehrmechanismen stark geschwächt.
Man muss sich das wie bei einem HIV-Patienten vorstellen.
In dieser sensiblen Zeit sollte peinlich genau auf Hygiene achten und auch Besucher etc zur ständigen Desinfektion etc anhalten, am besten keine Menschenmengen aufsuchen und vor allen Dingen nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Patienten in der Chemo haben daher auch Anspruch auf Taxi-Transport.
Die Kassen und privaten Krankenversicherungen bezahlen das.

Wenn Dich das interessiert und Du die Antwort nicht in meiner Zusammenfassung findest, frage, und ich werde so gut ich kann antworten.

Ich denke, Du hast nichts falsch gemacht.
Ich freue mich für Deine Mutter, dass sie Dich hat, und Du Dich kümmerst.
Aber nochmal, und das in völliger Übereinstimmung mit Adlumia.

Deine Mutter ist volljährig.
Sie kann selbst entscheiden.
Wenn sie Dich nach Deiner Meinung fragt, sag sie ihr.
Und wenn Dir zum Heulen ist, dann heule mit ihr.
Sie wird das verstehen, sie ist Deine Mutter, und sie hat das schon verstanden,
als Du ein Kind warst.
Sprüche wie ""Wir schaffen das"" bringen nix.
Deine Mutter denkt dann womöglich, " Ihr könnt das nicht für mich schaffen,
ich muss das für mich schaffen."" auch wenn sie das nicht sagt.

Und wenn Du stolz auf sie bist, weil sie so tapfer ist, sags ihr.

Das ist Balsam für die Seele.

Sei Dir bewußt, dass viele Patienten auch den Angehörigen nicht auf die Füsse treten wollen, und dann auch nicht sagen wenn sie eigentlich lieber ihre Ruhe haben wollen.

Sei einfach wie Du bist, sprich offen mit Deiner Mutter,
unterstütze sie mental im Kampf gegen die Krankheit und sei da, wenn sie Halt braucht, aber lass ihr auch den Raum sich mit sich selbst zu beschäftigen, dann kannst Du gar nichts falsch machen.

Und ob sie geheilt werden kann oder nicht kann Dir nur die Frau mit der Kristallkugel sagen,
allein die geringste Chance ist es wert es zu versuchen.

Ich bin kein Hellseher, kein Arzt, kein Psychologe und kein Pfarrer.

Aber ich war 53, als ich meine erste Prognose bekam und heute geht es mir wieder/noch gut.

Solange der Tumor nicht gestreut hat gibt es gute Hoffnung.

Lass Dich nicht verrückt machen.

Viele Grüße
und ein dickes Powerpack für alle, die es brauchen können.

Pulizwei
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  #7  
Alt 18.05.2016, 19:34
Sunflower85 Sunflower85 ist offline
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Standard AW: Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Hallo liebe Aylin
Ich kenne deine Ängsteund Hoffnungen nur zu gut. Genau vor 2 Jahren hat es bei meinem Vater angefangen. Liposarkom im Bauchraum. Auch er wurde damals operriert, der Tumor war schon fast 8 Kilo schwer. Es wurde aber nur eine R1 erzielt, das heisst wir wussten das ziemlich sicher etwas nachwächst. Das tat es dann auch. Bei ihm hat man abgewartet, und erst nach eineinhalb Jahren waren die Tumore so gross das man mit einer Chemo weiterfuhr. Erst bekam er alle 3 Wochen Doxorubicin, und das 3 mal, ihm schlug diese Chemo aber sehr stark auf sein Herz, das ohnehin schon angeschlagen war, die Chemo brachte bei ihm keinen Erfolg, die Tumore wuchsen trotzdem.
Seit mitte März bekommt er nun Yondelis was er einigermassen gut vertragen hat und wir auch nach 2 Zyklen einen Tumorwachstums stop und teilweise sogar eine verkleinerung erreichen konnten.
Ich möchte dir keine Angst machen aber Sarkome sind echte Schweinehunde! Das Problem im Bauchraum ist glaube ich das man nie eine totale Tumorresektion erreichen kann, mein Vater wird zb nie mehr geheilt sein... Bei ihm raten die Ärtze auch von einer weiteren OP ab.Ich hatte sehr lange bis ich das einigermassen akzeptieren konnte... Die Chemo kann ihm einfach helfen noch etwas Zeit zu gewinnen. Auch wenn man da abwegen muss wie viel Lebensqualität einem noch bleibt. Aber deine Mutter ist noch so jung und jedes Sarkom verhält sich wieder anders, vielleicht gelingt euch wirklich eine Tumorverkleinerung und man kann nochmal operrieren. Ich wünsche es euch sehr, gebt die Hoffnung nie auf!
Liebe Grüsse
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  #8  
Alt 18.05.2016, 20:05
Lella Lella ist offline
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Standard AW: Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Liebe Aylin
Mein Mann hatte eine sehr ähnliche Erkrankung wie Deine Mama (schnellwachsendes, sehr aggressives Liposarkom im Bauchraum). Auch der Verlauf und die Behandlung waren ähnlich, zuerst OP, dann kurze Zeit Ruhe, nach dem Rezidiv Chemo mit Ifosfamid und Doxorubicin. Leider hat es mein Mann nicht geschafft. Ich möchte Dich nicht demotivieren, deshalb möchte ich hier nur schreiben, wenn Du das möchtest. Wie richtig gesagt wurde, jeder Patient ist anders, keiner entspricht der Statistik, bei meinem Mann gab es zum Beispiel Lungenmetastasen und sein Tumor war noch viel, viel grösser. Ich habe mich sehr gut informiert während seiner Krankheit und weiss zudem sehr gut, wie Du Dich fühlst. Wenn Du also Fragen hast und fragen magst, dann antworte ich Dir hier sehr gerne. Oder auch, wenn Du Dich austauschen möchtest, wie gesagt, ich möchte Dich aber keinesfalls runterziehen.
In einem geb ich meinen Vorschreibern allerdings recht. Es muss immer die eigene Lebensqualität im Auge behalten werden. Und die ist absolut subjektiv. Die einen Patienten wollen alles versuchen und nehmen starke Nebenwirkungen in Kauf. Für sie wäre es keine Lebensqualität ohne Behandlung zu sein. Für andere kommt eine Chemo und die Nebenwirkungen nicht in Frage... Beide Wege sind richtig, beide schaffen Lebensqualität (denn wenig Zeit in Todesangst ist nicht schöner als längere Zeit mit gewissen Einschränkungen oder umgekehrt). Und: ich persönlich glaube, dass es für viele einfacher ist, eine Chemo zu versuchen mit dem Wissen, dass sie abgebrochen werden kann, als es gar nicht zu versuchen. Keiner kann voraussagen, ob es dem Patienten mit oder ohne Chemo besser gehen wird...
Ich wünsche Dir und vor allem Deiner Mama viel Kraft und alles, alles Liebe!
Lella
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  #9  
Alt 19.05.2016, 07:51
Aylin1989 Aylin1989 ist offline
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Standard AW: Undifferenziertes Sarkom "high grade"... wir sind etwas verzweifelt!!!

Hallo Pulizwei,

vielen Dank für deine ausführliche Nachricht und deine mutmachenden Worte. Wir werden als Familie solange es geht kämpfen und diesen "Schei*-Tumor" hoffentlich irgendwie besiegen. Wir stehen meiner Mutter immer bei. Deine Geschichte werde ich mir gleich noch durchlesen. Aktuell hoffe ich nur, dass meine Mama die Chemo gut verträgt... Sie hatte ja bereits 2 Zyklen mit Doxorubicin (palliativ im KH) das hat sie sehr gut vertragen, keinerlei Nebenwirkungen. Wie es allerdings in Kombination mit Ifosfamid aussehen wird, wird sich morgen zeigen... Trotzdem lieben Dank für deine Worte .

Hallo Sunflower85,

ich hoffe dein Papa übersteht das alles noch einigermaßen auch wenn keine Heilung mehr in Sicht ist... er soll die Zeit die ihm noch bleibt einfach mit euch genießen. Ich kann nachvollziehen wie schwer es ist einen Menschen den man liebt irgendwann loszulassen... schließlich habe ich auch jeden Tag große Ängste man weiss nie was passiert aber wir werden einfach weiter kämpfen, komme was wolle! Danke auch für deine lieben Worte .

Hallo Lella,

das mit deinem Mann tut mir leid , sowas zu erleben ist natürlich ein herber Rückschlag... man fragt sich natürlich warum Er bzw. in meinem Fall warum Sie? ich hab mich mit dem Thema "Krebs" zuvor nie wirklich auseinander gesetzt und dann wird man direkt ins kalte Wasser geworden... und dann auch noch die eigene Mutter... für mich waren die letzten Monate einfach nur der Horror... Stress, Angst, das ständige Heulen... ich bin berufstätig und versuche mich wenigstens auf Arbeit zusammenzureißen aber wenns mich überkommt fließen die Tränchen einfach nur so los.... selbst wenn es für meine Mutter heißt es gibt keine Chance mehr muss ich auch irgendwie damit klarkommen und auch versuchen sie irgendwann loszulassen auch wenns mir das Herz zerreißt. Fühl dich auf jeden Fall von mir gedrückt. Danke für deine liebe Antwort.

LG an alle
Aylin
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  #10  
Alt 23.05.2016, 08:52
Aylin1989 Aylin1989 ist offline
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Hallo zusammen,

ich wollte nochmal einen Zwischenstand abgeben. Meine Mutter bekommt jetzt seit Freitag die Hoch-Dosis-Chemo und verträgt sie bis jetzt sehr gut (hoffe das bleibt auch so) Dienstag erfolgt die letzte Dosis und dann darf sie wieder nach Hause für 3 Wochen.

Danke für eurer Mitgefühl und LG
Aylin
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  #11  
Alt 23.05.2016, 11:19
pulizwei pulizwei ist offline
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Hallo Aylin,

das hört sich um einiges aufgeräumter an als vor ein paar Tagen
und das freut mich.

Es wird sicher noch ein paar Höhen und Tiefen geben, vor allem in den
drei Wochen zu hause.

Man hat da den Eindruck, wenn die Schei.... endlich wieder umgänglich ist geht
der nächste Zyklus los und der Mist beginnt von vorn.

Das ist auch so und das ist gewollt.

Das gesunde Gewebe erholt sich schneller als der Dreckstumor,
und deshalb muss man dem so schnell wie möglich wieder einen auf den Deckel geben.

Behaltet Euren Mut und ich wünsche Euch den größtmöglichen Erfolg.

Liebe Grüße
Pulizwei
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  #12  
Alt 23.05.2016, 11:53
Aylin1989 Aylin1989 ist offline
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Hallo Pulizwei,

ja wir haben das Gefühl, dass in Essen alles etwas organisierter und bemühter zugeht. Meine Mutter fühlt sich gut aufgehoben dort. Bin mal gespannt wie es ihr in den 3 Wochen zuhause ergehen wird aber hauptsache der Tumor kriegt einen auf den Deckel... ich hoffe so sehr dass die Chemo anschlägt.

Vielen Dank für die aufbauenden Worte. Ich hoffe bei dir gehts auch soweit voran?

Ich halte euch auf dem Laufenden.

LG
Aylin
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  #13  
Alt 23.05.2016, 11:55
Sunflower85 Sunflower85 ist offline
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Liebe Aylin

Auch ich wünsche euch das es bei möglichst wenig Nebenwirkungen bleibt, es ist eben ein ständiges auf und ab. Mein Papa hat sich gerade vom letzten Zyklus erholt und jetzt würde es ihm so langsam besser gehen, aber morgen geht es schon wieder los.
Wir probieren einfach immer die ,,gute,, Zeit so gut es geht zu geniessen.

Halte uns auf dem laufenden wie es bei euch weiter geht, drücke euch die Daumen

Liebe Grüsse
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  #14  
Alt 23.05.2016, 13:37
Aylin1989 Aylin1989 ist offline
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Hallo Sunflower85,

ja das auf und ab wird uns allen nicht erspart bleiben denke ich. Für deinen Papa wünsche ich ebenfalls dass er die anstehende Chemo gut übersteht. Einfach die Zeit genießen und zusammen wachsen. Das gleiche gilt auch für dich! Halte uns ebenfalls auf dem Laufenden wie es mit deinem Vater weitergeht .

LG und Danke für dein Mitgefühl.
Aylin
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  #15  
Alt 24.05.2016, 10:35
Aylin1989 Aylin1989 ist offline
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Hallo meine Lieben,

nächstes Update. Meine Mutter bekommt heute die letzte Dosis Chemo (1. Zyklus). Sie hatte heute Morgen das erste mal etwas Übelkeit mit Erbrechen aber nicht so dramatisch sagte sie. Ein wenig Durchfall gabs dann seit heute auch. Habt ihr Tipps wie man da entgegen wirkt? Ingwertee soll wohl helfen oder Salzgebäck? Ansonsten hoffe ich dass sie morgen erstmal entlassen wird und zuhause etwas zur Ruhe kommt. Vielen Dank schon Mal für eure Tipps und netten Worte.

LG
Aylin
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