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  #1  
Alt 20.02.2014, 09:53
Mibo Mibo ist offline
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Standard Mit der Angst umgehen...

Hallo,

ich stehe noch ganz am Anfang meiner Krebskarriere... letzte Woche Mammographie, nachdem ich einen Knoten getastet hatte.

Der Arzt war sich auch sehr sicher, dass es böse aussieht, MRT ergab einen Knoten, keine weiteren Herde. Lymphknoten waren nicht auffällig.

Gestern dann Stanzbiopsie - das war okay. Aber er hat die Lymphknoten nochmal angesehen und meinte dann: "Ich habe noch einen Anschlag auf sie vor!" Dann hat er gleich eine Lymphpunktion (?) gemacht, ich denke, da war dann doch etwas auffällig. Zudem die Helferin gar nicht vorbereitet war und später auch meinte, dass sie "normalerweise" gleich kühlen, das ging aber wegen der Punktion nicht ... Blöderweise war ich so in Schockstarre, dass ich gar nicht gefragt habe...

Vorher hatte ich Angst - nun habe ich Panik! Ich bin zeitweise richtig zittrig, rede mir auch immer ein "Alles wird gut!" - aber so richtig gelingt das nicht.

Hinzu kommt, dass ich hier für meine Kinder einigermaßen funktionieren muss, aber das ist soo schwer. Dienstag habe ich den Termin zum Knochenszintigramm und CT ... und dann sollen auch die Ergebnisse aus dem Labor da sein.

Wie geht ihr mit Eurer Angst um? Wie überstehe ich nur die Zeit bis Dienstag ?

Alles Liebe
Mibo
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  #2  
Alt 20.02.2014, 10:28
Benutzerbild von Kanina
Kanina Kanina ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Liebe Mibo,
ach, ich kann so gut nachfühlen, wie du dich jetzt fühlst. Ich hatte meine Diagnose im November 2012. Ich ging immer mit dem Gefühl zum Frauenarzt "es ist alles okay - betrifft andere, aber nicht mich". Diesmal war es anders. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg. Meine Frauenärztin schien sich sehr sicher, dass es sich um ein Brustkrebstumor handelt. Ich hatte auch noch meine Tochter (damals 16 Jahre) dabei, die zum ersten Mal einen Frauenarzttermin wahrnahm. Ihr wollte ich vorerst nichts davon erzählen. Also funktionieren. Zu Hause putzte ich die Wohnung, erledigte Wäschearbeit und und und - verrückt.
Dann abends im Bett nahm mich die Angst in Besitz. Das Unfassbare ist eingetroffen. Ich ließ den Fernseher laufen, um nicht einzuschlafen. Ich wollte nicht morgens aufwachen, vielleicht mit dem Gefühl einen bösen Traum gehabt zu haben und dann zu erkennen, dass es Realität ist. Es war die schrecklichste Nacht meines Lebens.
Morgens rief ich meine Freundin an und bat sie, mich zum MRT und zur Mammographie zu begleiten. Naja, so nahm alles seinen Lauf. Es war eine schlimme Zeit.

Es ist toll, dass du dich sofort im Forum anmeldest. Ich konnte es damals nicht. Es gruselte mich alles. Nun weiß ich aber, dass es soooooo stärkend sein kann, sich mit betroffenen Frauen auszutauschen. Deshalb berichte ich für dich so ausführlich.

Mein Tumor war von der aggressiven Sorte, wie du auf meiner Seite lesen kannst.
Nun sind 1 Jahr und 2 1/2 Monate vergangen. Chemo- Bestrahlungstherapie habe ich gut überstanden. Ja, ich hatte einige Nebenwirkungen, aber längst nicht soooo schlimm, wie ich mir das vorstellte. Die Bestrahlungszeit war kaum belastend.
Körperlich geht es mir gut und meine Gedanken, Gefühle, Energien verstricken sich nach und nach wieder mit dem "normalen" Leben. Das ist super. Es gibt also noch, das normale Leben danach. Natürlich überkommt mich so dann und wann die Angst, dann mal sich mein Hirn die schlimmsten Szenarien aus. Aber wirklich, die guten Zeiten überwiegen.

Nun bringe erst einmal alle Untersuchungen hinter dich. Vielleicht erweist sich der Knoten als gutartig. Und wenn nicht, dann denke immer daran, dass es soooo viele Frauen gibt, die das selbe durchleben oder durchlebt haben und die wieder voll im Leben dabei sind.
Brustkrebs ist sehr gut heilbar.
Auch wenn Lymphknoten befallen sind.
Ich habe in schweren Zeiten immer wieder hier im Mutmachthread gelesen - das ließ mich immer wieder Zuversicht spüren. Und bald werde ich dort auch meine Geschichte zum Mutmachen schreiben.

Wenn du Fragen hast, immer raus damit.
Einiges kann ich dir sicher beantworten.
Ich drück dich mal und schicke dir ein großes Paket Zuversicht und Kraft.
Kanina
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  #3  
Alt 20.02.2014, 10:37
skymonkey skymonkey ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Hallo Mibo,

ich hatte den Knoten auf einer Arbeitsreise getastet und konnte nicht gleich zum Arzt. Als ich zu Hause war habe ich am 2. Tag bereits die Biopsie gehabt und 2 Tage später die Diagnose.

Die schlimmste Zeit war bis zur Biopsie, das waren so ca 10 Tage. Ich habe gearbeitet, mein Rezept war Ablenkung, bloss nicht dauernd dran denken. Beschäftige Dich. Kinder zum Beispiel nehmen einen doch auch sehr in Anspruch, eignet sich gut um gedanklich nicht Karussell zu fahren, denn das ist das schlimmste.

Den Tag vor der Diagnose habe ich noch mal so richtig genossen, ich war in der Natur wandern und habe nur lauter tolle entspannende Sachen gemacht. Ich habe den Tag ganz bewusst als Tag ohne Diagnose genossen, leider war ich mir gefühlsmässig sehr sicher, dass es nicht gut ausgeht, habe es aber an diesem letzten Tag erfolgreich verdrängt.

Am Tag de rDiagnose habe ich nur den Arzt gesehen und seinen "jetzt-muss-ich-der-das-auch-noch-sagen-Blick" und wusste direkt bescheid. Als dann die Worte fielen "ich habe leider keine guten Nachrichten...invasives Carcinom..." bin ich dann trotzdem in Tränen ausgebrochen und leicht hysterisch geworden.

Ich wünsche Dir sehr dass es bei Dir anders wird und gut ausgeht.
Dafür drücke ich die Daumen.

LG, Sky
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  #4  
Alt 20.02.2014, 10:55
Mibo Mibo ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Danke für Eure aufmunternden Worte. Der Austausch mit Betroffenen gibt mir sehr viel Zuversicht und Kraft!

Meine Freunde hier sind auch sehr lieb, bauen mich auf, aber wenn hier einer sagt: "Es wird alles gut!", dann kann ich das so schwer annehmen ... das haben sie vor der Mammo auch gesagt und es ist nicht alles gut ....

Ich habe ein bisschen "Gottvertrauen" eingebüßt und kann die lieb gemeinten Worte nicht so richtig in mich reinlassen!

Schwer zu beschreiben .... ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine...

Alles Liebe
Mibo
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  #5  
Alt 20.02.2014, 12:03
Oli 76 Oli 76 ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Sorry, aber dieses "es wird alles gut!" kann ich auch nicht mehr hören, da bekomme ich Gänsehaut!

Aber diese Angst und Panik hatte ich so zum Glück nicht.

Als ich den Knoten gefühlt hatte und der Frauenarzt nach Ultraschall persönlich weitere Termine für Mamo und Stanze machte, war es für mich klar.
Als es um das Ergebniss der Stanze ging ist eine Freundin mit gefahren, sie war selber 2009/10 betroffen, meine Frau konnte nicht! Ich wäre alleine hin, aber das wollten sie nicht!
Mir war das Ergebnisse klar, meine Freundin ist in Tränen ausgebrochen, ich hab sie getröstet, dann sind wir was essen gegangen!

Panik hatte ich nur nach dem CT und dem Knochenzintigramm, als wir nach Hause kamen, war das BZ schon auf dem AB, ich solle mich dringend Melden, für einen Termin zur Besprechung der Ergebnisse! Da dachte ich, super es hat gestreut und bald ist Schluss, das hat mich sehr getroffen!
Aber zum Glück als unbegründet raus gestellt, da war meine Phantasie mit mir durchgegangen. Deshalb hab ich mir das jetzt immer verkniffen und immer mal erst abgewartet!

Irgendwie lebe ich nach dem Motto, ich kann es gerade eh nicht ändern, aber was ich selber tun kann, das tue ich. Ich hab an meiner Ernährung gedreht und bewege mich mehr. Mit Sport werde ich nach der Reha wieder so richtig starten.
Es gibt mir ein gutes Gefühl selber etwas zu tun und mich nicht meinem Schicksal völlig zu über lassen.
Ich gehe nach dem Motto, jetzt erst recht! Und Wandel Angst in Energie um!

Ich wünsche dir alles Gute und das du einen Guten Weg für dich findest und die Angst dich nicht beherrscht!

LG Oli
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  #6  
Alt 20.02.2014, 13:31
Mibo Mibo ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Zitat:
Zitat von Oli 76 Beitrag anzeigen
Sorry, aber dieses "es wird alles gut!" kann ich auch nicht mehr hören, da bekomme ich Gänsehaut!
Ja, da hast Du wohl recht .... nichts ist gut!

Deine Gelassenheit "ich kann es grade eh nicht ändern" hätte ich auch gerne, aber so weit bin ich noch lange nicht.... ich stehe ja auch noch ganz, ganz, ganz am Anfang...

Das kuriose ist bei mir: ich war jahrelang stark übergewichtig, Sportmuffel und habe nicht besonders gesund gelebt! Und vor 1 1/2 Jahren habe ich mein Leben umgedreht: ich habe meine Ernährung umgestellt, mit Sport begonnen und 35kg abgenommen! Ich bin eigentlich fit wie nie ... und nun das! Ich fühle mich schon von meinem Körper ver....scht!

Aber wie Du sagst: ändern kann ich es nicht! Ich muss nur diese panische, lähmende Angst loswerden, aber vielleicht wird das nächste Woche besser, wenn der Bösewicht einen Namen hat und ich endlich einen Kampfplan bekomme...

Alles Liebe
Mibo
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  #7  
Alt 20.02.2014, 14:25
Oli 76 Oli 76 ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

@Mibo

Ja, auch ich habe 2010 etwa 40 kg abgenommen und war froh endlich "normal" am leben teilnehmen zu können.

Ja ich denke, wenn der Kampf beginnt, wird es besser! Dann hat man das Gefühl etwas zu tun!

LG Oli
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  #8  
Alt 20.02.2014, 14:27
wewe wewe ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Bei mir waren die ersten 14 Tage schlimm.Da habe ich mir auch was verschreiben lassen.Als dann die ganzen Untersuchungen vorbei waren, ging es mir etwas besser.
Ich versuche auch nicht mehr soviel über BK zu lesen, was es über meine Tumorformel zu wissen gibt weiss ich und gut ist.
Nur hier im Forum bin ich täglich.

LG
Annett

Geändert von wewe (20.02.2014 um 16:56 Uhr) Grund: Ergänzung
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  #9  
Alt 20.02.2014, 15:13
ovomaltina ovomaltina ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Hallo Mibo

Spontan würde ich sagen: Gehe raus, mache Sport, treffe Freunde... Das ist nur Ablenkung, aber so dreht sich vielleicht das Gedankenkarusell etwas weniger - wenigstens tagsüber. In der Nacht dürfte es anders sein.
Ich kann dir das - wie viele hier - soo sehr nachfühlen. Und das mit dem Lymphknoten ganz besonders.

Bei mir hatte der Arzt, als die eigentliche Diagnose eines sehr ausgedehnten DCIS schon feststand die Lymphknoten geschallt - und gemäss seiner Aussage einen "riesigen LK" entdeckt. Es wurde unverzüglich biopsiert und eine Gewebeprobe ins Labor geschickt. Es hiess, ein Bescheid käme in einer Woche. Ich bin fast durchgedreht. So neben den Schuhen war ich noch nie... und dann hiess es nach 9(!!) Tagen, die Biopsie sei noch nicht abgeschlossen. Das war dann der Moment, in dem ich in der Nacht meine Todesanzeige ausformulierte.....
Nach 14 Tagen dann die Entwarnung: Es war gar keine LK sondern ein gutartiger, grosser Tumor in einer Nervenscheide. Der musste dann in der Op auch noch raus und stellte sich in der Tat als gutartig heraus.

Ich glaube, ohne Ablenkung und die gute Betreuung von meinem Mann und der besten Freundin (die einzigen, denen ich davon erzählt habe) wäre es noch viel unertäglicher gewesen.

Was will ich damit sagen. Versuche, dir erst einmal nicht das Allerschlimmste vorzustellen und umgebe dich mit Menschen, die dir gut tun (das kann auch hier sein) und lenke dich tagsüber so gut es geht ab.

Alles erdenklich Gute und melde dich wieder

ovomaltina
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  #10  
Alt 20.02.2014, 15:39
Idis Idis ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Hallo Mibo,

bei mir ist es jetzt fast ein Jahr her, dass ich die Diagnose bekam. Habe den Knoten selbst ertastet und bis zum Schluss gehofft, dass ich mich täusche. Aber dem war leider nicht so. Ich ließ mich operieren, glücklicherweise hatte nichts gestreut. Vorsorglich wurden die ersten Lymphknoten entfernt. Dann kam das Endergebnis. Sehr aggressiv und hormongesteuert. Nach der Tumorkonferenz hatte man den Behandlungsplan für mich bereit, Bestrahlung, Chemo und Antihormontherapie. Habe mich dagegen entschieden. Mache dafür Immuntherapie und habe mein Leben umgekrempelt, Ernährung umgestellt, viel Sport und alles was mir Freude macht. Fühle mich sehr wohl dabei.

Mit der Angst umzugehen ist nicht leicht, es gibt kaum einen Tag, an dem man nicht daran denkt, aber ich für mich habe entschieden den Kampf aufzunehmen und es eventuell vorhandenen Krebszellen nicht zu gestatten, sich noch mal anzusiedeln. Egal für welchen Weg du dich entscheidest, du darfst nie an dem Erfolg zweifeln.

Aber warte jetzt erst einmal alle Untersuchungen ab. Spekulationen machen dich nur unnötig verrückt. Ich drücke dir ganz fest die Daumen.

Eine ganz liebe Umarmung

Idis
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  #11  
Alt 20.02.2014, 16:26
Benutzerbild von suze2
suze2 suze2 ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

hallo mibo,
ja die angst - ich glaube, dass alle, die sich mit so einer diagnose konfrontiert sehen, die angst kennen, es ist ja auch "ganz normal", dass man sich fürchtet. es ist nur wichtig, das glaube ich, dass du die angst daran hinderst, quasi deinen ganzen tag zu dominieren.
ablenken, sich was gönnen, freundInnen treffen, einfach dinge tun, die dir gut tun, das habe ich immer wieder versucht, manchmal klappte es gut, manchmal kam die angst aus allen ecken.
auch bei einer therapeutin war ich.

bei dir ist noch so viel offen - dieses warten auf befunde ist immer eine sehr sehr schwierige zeit.
wenn der behandlungsplan steht und du mit den ärzten und ärztinnen gesprochen hast, wird es leichter, so war es jedenfalls bei mir.

eine liste mit den fragen, die dich beschäftigen, ist hilfreich, wenn du sie zum arztgespräch mitnimmst!

herzliche gute wünsche
suzie
__________________
seit 2005 bin ich ein angsthase
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  #12  
Alt 20.02.2014, 16:42
Mibo Mibo ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Danke! Eure Antworten tun mir gut, weil es kein leeres Gerede ist und Ihr versteht, was ich meine und fühle!

Grade standen 2 sehr gute Freundinnen vor der Tür, die eine hatte heute morgen angerufen und gemerkt, dass es mir schlecht geht. Nun hatten sie Kuchen dabei und wollten mich auf andere Gedanken bringen - und es hat richtig gut getan

Jetzt spiele ich eine Runde mit den Kindern und dann ist wieder ein Tag geschafft!

Alles Liebe
Mibo
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  #13  
Alt 20.02.2014, 17:21
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Sophia65 Sophia65 ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Hallo Mibo,
den Schock, die Angst und auch die Panik kennen sicher alle hier und auch ich. Als ich 2007 die Diagnose bekam habe ich die ersten 2 Wochen danach nur mit Beruhigungsmitteln überstanden. Aber es hat mir geholfen, wenigsten Schlaf zu finden und so halbwegs meine Kraft zu bewahren für das, was vor mir lag und für den Alltag.
Meine Kinder waren 9 und 17 Jahre alt, in der Schule und in Ausbildung, ich habe auch funktioniert.
Als die Behandlung begann (Ops und anschließend Chemo) , ging es mir wieder besser, die Angst rückte in den Hintergrund. Ich hatte das GEfühl, endlich aktiv werden zu können, nach der ersten Zeit des Wartens auf die weiteren Befunde (Knochenszinti etc.). Chemo war natürlich anstrengend, aber nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Ich hatte zwar keine befallenen Lymphknoten, dafür aber einen Lymphgefäßeinbruch (L 1 ) und war Her2 positiv. Das hat mir auch große Angst gemacht, die Vorstellung, der Krebs könnte schon auf dem Weg in meine Organe sein.
Natürlich ist nicht gut im Moment für dich und zu hören, dass alles gut wird kam mir damals auch vor wie Hohn, es hat mich nicht erreicht.
Was mir damals geholfen hat, war dass meine Ärztin zu mir sagte : "Es ist wie es ist (Krebs), aber Sie können gesund werden". Ich habe damals beschlossen alles zu tun, was mir möglich ist, um gesund werden zu können und alle Therapie anzunehmen, die mir dabei helfen konnten, auch wenn es nicht einfach war mit Chemo und noch 1 Jahr Behandlung mit Herceptin alle drei Wochen. Das ist jetzt fast 7 Jahre her und es geht mir gut heute.
Und es hat mir auch geholfen, mit Menschen zu sprechen, die das alles schon hinter sich hatten. Geschichten von Frauen zu hören und zu lesen, die alles gut überstanden hatten.
Deshalb will ich dir auch von 2 meiner Freundinnen erzählen, die auch beide Brustkrebs hatten, mit befallenen Lymphknoten (ziemlich viele sogar) und beiden geht es nach der Behandlung (Chemo, Bestrahlung, Antihormontherapie) nach wie vor gut und zwar seit 11 bzw. 8 Jahren!.
Also gibt die Hoffnung nicht auf. Heilung ist möglich.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass die übrigen Untersuchungen, die noch vor dir liegen, gut ausfallen, dass nichts weiter gefunden wird und dass die Behandlung, wie auch immer sie sein wird, bald beginnen kann.
Alles Gute für dich und viele liebe Grüße
Sophia
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  #14  
Alt 20.02.2014, 18:05
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Mona Lisa 2013 Mona Lisa 2013 ist offline
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Standard AW: Mit der Angst umgehen...

Hallo Mibo,

ich bin auch noch ganz am Anfang und kann dich gut verstehen. Meine Mammographie und die Stanzbiopsie hatte ich kurz vor Weihnachten. Da sagte man mir schon es sieht nicht gut aus.

Da eben Weihnachten war bekam ich meine Diagnose erst 13 Tage später.

Die Tage bis dahin waren zeitweise manchmal sehr schlimm für mich. Kopfkino vom feinsten
Meiner Familie konnte ich es nicht sagen (nur mein Mann wusste bescheid).

Ich hatte aber dennoch ein schönes Weihnachtsfest in Family und Silvester mit Freunden.

Der Tag der Diagnose war für meinen Mann schlimmer als für mich (ich glaube er hatte noch Hoffnung das nichts ist). Seit dem Tag wusste ich woran ich bin und bekam auch schon Termine für Knochenszinti und Lunge röntgen und Port legen ect. Da bleibt nicht viel Zeit um nachzudenken.

Jetzt befinde ich mich am Anfang der Chemo und es geht mir soweit ganz gut.
Habe auch eine gute Onkologin gefunden die mit dem Brustzentrum zusammenarbeitet und bei der ich die Chemo mache. Ich habe mir abgewöhnt im Internet zu viel zu lesen und mache das was mir momentan gut tut. Ab und an kommen schon noch komische Gedankengänge aber die gehen dann auch wieder weg.

Ich schau nach vorn und nicht zurück. Bin eh ein positiv gestimmter Mensch und lache gern. Auch ich konnte es irgendwie nicht verstehen. Ich war nie krank, rauche nicht bin schlank, ernähre mich gesund nur den Sport habe ich wegen Arbeit und Kinder vernachlässigt. Das werde ich nach der Reha ändern.

Ich wünsch dir alles Gute!

LG, Mona Lisa
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