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  #31  
Alt 05.11.2006, 20:04
ulla46 ulla46 ist offline
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Standard AW: Erfahrungen mit Fatigue?

Ich hatte konnte mit Leberentgiftung und Bachblüten meine körperliche und seelische Kraft zum großen Teil wiederfinden. Man darf nicht vergessen, dass die Leber 2 Jahre braucht, die Chemo grob zu entgiften. Die Chemo endgültig zu entgiften dauert viel Jahre. Deshalb habe mich mit Hilfe eines Arztes für Naturheilverfahrens das ganz beschleunigt. Mir hats geholfen.
Gruß und Kraft an alle
Ulla
__________________
SPK 2005, ED T4, Nx, Mx, G2. Chemo und anschl. Chemoradiatio bis Ende 2005. Seitdem ohne Befund.
www.mein-krebs.de
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  #32  
Alt 05.11.2006, 22:10
Bellinda
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Standard AW: Erfahrungen mit Fatigue?

Liebe Flips,

dein Beitrag hat mich sehr berührt - ich würde dich jetzt sooo gerne einfach mal in den Arm nehmen!!!!

Es ist heute ziemlich auf den Tag genau ein Jahr - es war zumindest genau dieser Sonntag im vergangenen November, dass ich ganz tief in die Depression abgestürzt bin, ganz ganz tief - so tief, dass ich mich bis vor kurzem immer wieder gefragt habe, was ich tun würde, wenn jetzt ein Rezidiv käme - und die Antwort war ziemlich klar ....

Jeder empfindet anders, aber ich glaube eine Ahnung davon zu haben, wie sich das anfühlt, was du durchmachst.

Ich habe heute nicht mehr die Klarheit, Kraft und Wachheit, zu Papier zu bringen, was zu dem Thema in meinem Kopf herumgeht - manchmal brütet es längere Zeit in mir, bis Worte den Weg in die Tasten finden...., aber wenigstens mein Denkandich und Magdichsehr, wollte ich dir ausdrücken.

Soviel möchte ich dir noch sagen: Es ist SEHR SEHR WICHTIG UND GUT, dass du diese Gefühle für dich und für uns hier niedergeschrieben hast, denn das heißt auch, dass du sie für dich anerkennst, dass du diesen verletzten Teil von dir anerkennst und ihm Raum gibst, dich um ihn sorgst, statt ihn weghaben zu wollen und mit einer Maske der Fröhlichkeit zu überdecken. BEIDE DÜRFEN DA SEIN - die traurige und die fröhliche Flips, die angsterfüllte und die mutige, die schwache und die starke Flips - BEIDE GEHÖREN ZU DIR - BEIDE MACHEN DICH ZU DEM, WAS DU BIST: EINE WUNDERBARE FRAU!!!!

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  #33  
Alt 05.11.2006, 22:13
Bellinda
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Standard AW: Erfahrungen mit Fatigue?

Liebe Ulla,

vielen Dank für den Beitrag Leberentgiftung. Das mache ich auch seit gut einem halben Jahr - habe aber gar nicht daran gedacht, dass dies auch möglicherweise zu meinem verbesserten seelischen Befinden beigetragen hat - plausibel ist es allemal.

Weiterhin alles Gute dir
von
Bellinda
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  #34  
Alt 12.05.2009, 10:20
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Jutta Jutta ist offline
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Beiträge: 3.495
Standard Sammelthread: Fatiquesyndrom

Bei vielen von uns kommt dieses Syndrom erst viel später, nachdem Behandlungen schon lange abgeschloßen sind, die Ärzte es nicht mehr dem Fatiquesyndrom nach Krebs zuordnen. Ich persönlich finde die Gedankengänge von Prof. Huber nachvollziehbar.

Ärzte Zeitung, 12.05.2009

"Zu 80 Prozent sind Infekte die Ursache der Erschöpfung"


Um das schiefe Bild der chronischen Eschöpfung als Hypochondrie gerade zu rücken, wird seit 1993 der 12. Mai zum Internationalen CFS-Tag (Chronic Fatigue Syndrome) ausgerufen. Professor Wolfgang Huber aus Heidelberg setzt bei CFS auf organmedizinische Diagnostik und orthomolekulare Therapie.

Ärzte Zeitung: CFS-Patienten macht das allgemeine Unverständnis oft mehr zu schaffen als die Krankheit selbst. Das ist ja alles bloß psychisch, heißt es abfällig ...

Huber: Gegen eine Psychiatrisierung des Krankheitsbilds wehre ich mich mit Händen und Füßen. Eine psychische Belastung ist es, aber man fragt sich doch sehr, was Henne und was Ei ist. Ich halte es für sachlich nicht gerechtfertigt, CFS-Patienten als Drückeberger hinzustellen, denn bei vielen messe ich hohe Virustiter oder Entzündungsparameter.
Ihnen Simulantentum zu unterstellen ist Unwissenheit oder Verleugnung

Quelle: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/default.aspx?sid=545708

Weiter zumThema:
Ärzte Zeitung, 12.05.2009

Wenn die Kraft nicht zum Kochen oder Duschen reicht

Tag der chronischen Erschöpfung / Material für Ärzte

NEU-ISENBURG (ars). Schätzungsweise 300 000 Menschen in Deutschland sind an chronischer Erschöpfung (Chronic Fatigue Syndrome, CFS) erkrankt. Zum CFS-Tag am 12. Mai macht der Verein Fatigatio auf Defizite in Diagnostik und Therapie aufmerksam.

Manche CFS-Patienten könnten nicht einmal mehr einfache Alltagstätigkeiten wie Kochen oder Duschen bewältigen, seien arbeitsunfähig, dauerhaft bettlägerig und müssten zudem die wenigen verbleibenden Kräfte in einer Arztodyssee vergeuden, teilt die Selbsthilfeorganisation mit. Öffentliche Gesundheitseinrichtungen in Deutschland jedoch ignorierten die Krankheit weitgehend, viele Hausärzte seien ratlos. Daher müsse man ihnen Grundlagenwissen vermitteln, etwa, dass der Erkrankung messbare biologische Auffälligkeiten zugrunde liegen

Quelle: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/default.aspx?sid=547360
__________________
Jutta
_________________________________________




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  #35  
Alt 20.03.2010, 06:24
Norma Norma ist offline
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Registriert seit: 07.11.2005
Beiträge: 1.191
Standard AW: Sammelthread: Fatiquesyndrom

Ich hole den Thread jetzt noch einmal nach oben, weil er mir immer noch wichtig erscheint und er offensichtlich noch gefragt ist.

Also: inzwischen bin ich im 9. Jahr nach der Diagnose Brustkrebs. Als ich hier das letzte Mal geschrieben habe, waren es ja "erst" 4 Jahre.

Am Fatiquesyndrom hat sich etwas getan. Alle Beschwerden, die ich damals beschrieben habe, sind zwar immer noch vorhanden; genauso, wie die abnorme Schlaflosigkeit unverändert besteht; trotzdem glaube ich, dass eine Verbesserung spürbar ist.

Inzwischen habe ich mir meine eigene Theorie "gebastelt"; so aus dem Bauch heraus und nach dem, was ich im Netz gefunden habe.

Ich will euch dies nicht vorenthalten, bitte euch aber, es nicht als allgemein gültige Version anzusehen, die auf Alle anzuwenden ist.

Meine Theorie:
Die Narkose während der Ablatio hat das Schlafzentrum im Gehirn geschädigt, so dass es zu extremen Schlafstörungen gekommen ist. Tritt der Schlaf dann ein, handelt es sich um einen ausgesprochen oberflächlichen Schlaf (bis heute).

Die Chemotherapien führten zuerst zu starken Wortfindungsstörungen (nicht ganz weg, aber deutliche Verbesserung), verstärkten dann die Schlafstörungen zusätzlich; Konzentrationsstörungen traten auf (mittelmäßige Verbesserung); Müdigkeit, Antriebslosigkeit (mittelgradige Verbesserung), die Merkfähigkeit (Kurzzeitgedächtnis) ist auf nahezu 0% abgesunken (2 Minuten nach einem Ereignis war alles vergessen und konnte trotz Anstrengung nicht mehr abgerufen werden) (heute: deutliche Verbesserung).

Auf einer Skala von 1 bis 10 (1=sehr schlecht; 10= sehr gut) würde ich die damaligen Beeinträchtigungen auf eine glatte 1 setzen und heute auf eine 5.
5 deshalb, weil die Schlafstörungen sich nicht gebessert haben.
Lasse ich diese außen vor, würde ich eher eine 6 wählen.

Es ist also besser geworden; weg ist die Fatique aber nicht.

Nach Aktivitäten bin ich immer noch überschnell ermüdet und brauche auch lange, bis ich wieder etwas leistungsfähig bin.
Beispiel: 1 sehr anstrengender Alltag = 2 Tage Ruhepause und das meine ich wörtlich.

Ebenso benötige ich viele kleine Pausen am Tage.
Beispiel:
Spülmaschine aus- und wieder einräumen = 10 Minuten Pause mindestens, eine halbe Stunde ist besser.

Damit kann ich mal gut, mal weniger gut umgehen; das ist tagesabhängig.

Richtig gute Tage gibt es etwa 5 mal im Monat; dann ist , als ob ich wieder ganz die "alte" sei; die Powerfrau von früher.

So, das war mein Bericht als Langzeitüberlebende nach Brustkrebs.

Bleibt oder werdet alle gesund!

Liebe Grüße
Norma
Diagnose Brustkrebs Nov. 2001
Diagnose Darmkrebs Juni 2007 bei meinem Mann

Geändert von Norma (20.03.2010 um 06:37 Uhr) Grund: Ergänzung
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  #36  
Alt 20.03.2010, 12:11
Chrisengel Chrisengel ist offline
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Beiträge: 210
Standard AW: Sammelthread: Fatiquesyndrom

Liebe Norma,
gerade habe ich Deinen Bericht gelesen. Tja, was soll ich sagen, ich finde mich in all Deinen Beschreibungen wieder. Ich hatte ein aggressives Lymphom mit 6x Chemo u. 8xAntikörper davor eine Op. unter der li Achsel, 8 Lymphompakete wurden entfernt in 08,jetzt Lymphödem li Arm und Rücken. Mein Kopf macht mir totale Sorgen, ich habe jedesmal Angst, dass ich kein Lymphom im Kopf bekomme. Die Chemo ist seit Sept. 08 zu Ende. Mein Zustand hat sich zwar etwas gebessert, ist aber noch weit entfernt von meinem früheren. Ich bekomme ein halbe EU Rente bis Jun/11. Eigentlich sollte ich wieder halbtags arbeiten, ich bin Heilpädagogin in einem Heim für geistig behinderte Erwachsene, aber ich schaffe es nicht. Von den ewigen Infekten ganz zu schweigen. Ach ja, ich bin 52 Jahre alt. Meine Beweglichkeit ist total eingeschränkt, Schmerzen in den Gelenken und 10Kg Gewichtszunahme. Ich frage mich wie das alles noch werden soll, was mache ich wenn sich mein Zustand nicht mehr bessert? Ich lebe und bin sehr glücklich darüber, genieße jeden Tag, aber ich bin einfach nicht mehr die Alte. Ich strenge mich an, gehe körperlich oft über mein Grenzen und dennoch,es will nicht werden. Damit ich nicht ganz aus meinem Beruf raus komme, meine Stelle ruht, gehe ich einmal in der Woche 5,5 Std., das wars. Von der Psyche ganz zu schweigen, ich nehme im Moment Antidepressiva, sonst könnte ich auch nicht schlafen. Was mir auch zu schaffen macht ist, ich sehe wirklich gut aus und lasse mir nach außen wenig anmerken, aber öfter merke ich , dass ich mich rechtfertigen muß warum ich immernoch nicht arbeiten gehe. Im Moment nervt dies alles und macht mir immens zu schaffen. So nun habe ich genug gejammert. Ich war jetzt einfach froh zu lesen das es mir nicht alleine so geht, das beruhigt etwas. Die Powerfrau von früher habe ich ja schon begraben, aber ich weine ihr noch hinterher.
Liebe Grüße
Christiane
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  #37  
Alt 21.03.2010, 01:33
Norma Norma ist offline
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Beiträge: 1.191
Standard AW: Sammelthread: Fatiquesyndrom

Liebe Christiane,

ich sage dir: wenn du dich in meinem Beitrag wiedererkennst, brauchst du vorerst an Arbeit nicht zu denken, das wird nicht gehen.
Ich bin mit 48 J. erkrankt und habe dann über 7 Jahre um eine unbefristete Rente gekämpft.
Es gab immer wieder nur eine Befristung; das war ein Nervenkrieg ohne Ende.
Mir haben Gutachter unterstellt, ich wolle nur nicht arbeiten... sei zu faul.

Offensichtlich sind viele Mediziner nicht auf dem neuesten Wissenschaftsstand; mit dem Begriff Fatique können sie nicht viel anfangen; fatal für Patienten, die daran leiden.

Übrigens: Psychopharmaka nehme ich auch, aber schlafen kann ich trotzdem nicht. Ebenso habe ich im Laufe der Jahre alles mögliche ausprobiert, um wieder fitter zu werden.
Erfolg gab es nicht zu verzeichnen.

Das wirklich Einzige, was hilft, ist... Geduld.
Die Fatique bessert sich wirklich von ganz alleine, nur verschwindet sie nicht ganz (zumindest bei mir nicht).

Ich weiß, welche Sorgen dich momentan bedrücken.
Auslaufende Rente... Fatique... gutes Aussehen, welches zu falschen Schlüssen führt... Unverständnis von Menschen.
Das habe ich alles durch.

Mit der Zeit lernt man, besser damit umzugehen. Nur die Deutsche Rentenversicherung ist schwer davon zu überzeugen, dass man weder faul noch arbeitsscheu ist; sondern einfach keine Kraft hat.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles nur erdenklich Gute!

Norma
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  #38  
Alt 08.04.2010, 21:18
Benutzerbild von hohesonne
hohesonne hohesonne ist offline
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Ort: hoch im Norden
Beiträge: 517
Standard AW: Sammelthread: Fatiquesyndrom

Hallo!
Mit offenem Mund habe ich dieses hier über Fatique (wie spricht man das aus???) gelesen!
Jetzt kann ich mir vorstellen warum mein Mann immer und immer über alle die Jahre so schnell erschöpt ist und nie rechte Lust hat!!!!!
DARUM ist er immer müde, DARUM kann er sich schwer aufraffen.....
Endlich kann ich mir so ungefähr einen Reim darauf machen!

Das immer nie einordnen zu können...
Ich habe schon geglaubt, er sei einfach nur faul... NEIN! Er KANN nicht!

Gott sei Dank, habe ich dieses hier gelesen!
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  #39  
Alt 12.04.2010, 02:31
Norma Norma ist offline
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Registriert seit: 07.11.2005
Beiträge: 1.191
Standard AW: Sammelthread: Fatiquesyndrom

Fatique spricht man "Fatiek" aus.

Schön, dass du, hohesonne, jetzt besser verstehst, warum dein Mann so ist, wie er ist.
Er will dich wirklich weder ärgern noch lügt er dich an.

Habt eine schöne Zeit miteinander, trotz Fatique!

LG
Norma
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