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  #1  
Alt 30.10.2018, 18:02
bienemaya74 bienemaya74 ist offline
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Standard Entfernung der Eierstöcke nach Brustkrebs?

Hallo!

Ich war schon eine Weile nicht mehr hier, aber nun brauche ich wieder euren Rat bzw. eure Erfahrungsberichte.

Im Februar hatte ich linksseitige Mastektomie. Der Krebs war hormonabhängig. Seit April nehme ich Tamoxifen. Ich werde im November 44 Jahre alt. Bisher vertrage ich Tamoxifen sehr gut.

Heute war ich bei der BK-Nachsorge und KV. Mein Arzt war ganz erstaunt zu hören, dass ich nach wie vor die Periode bekomme (und zudem auch noch recht stark) und dass bisher noch keine Nebenwirkungen von Wechseljahren aufgetreten sind.

Dies gab ihm merklich zu denken. Er meinte, das Tamoxifen wäre nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Es besteht dennoch die Gefahr, dass der Krebs wieder zurückkommt oder sich ein neuer Krebs bildet.

Ich soll darüber nachdenken die Eierstöcke entfernen zu lassen. Er erklärte mir, dass das kein großer Eingriff ist. Manche haben auch keine Nebenwirkungen. Er glaubt allerdings, dass es bei mir dann ziemlich heftig werden kann - aufgrund meiner starken Periode. Dass es keine einfache Entscheidung ist, da dann bei mir die Wechseljahre von 0 auf 100% da wären.

Bin jetzt natürlich hin- und hergerissen.

Wer hat sowas schon mal erlebt und kann mir berichten wie das so alles war?

Danke schon mal für eure Antworten!

LG
Sabine
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  #2  
Alt 30.10.2018, 22:45
Dinana Dinana ist offline
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Standard AW: Entfernung der Eierstöcke nach Brustkrebs?

Hallo Sabine,
mein Brustkrebs war TN und ich bin BRCA1 Trägerin. Aufgrund meiner familiären Vorgeschichte hat man mir schnell dazu geraten, meine Eierstöcke entfernen zu lassen. Nach einiger Bedenkzeit habe ich mich jedoch dazu entschieden. Zu dieser Zeit war ich 36 Jahre alt. Und du hast recht, die Wechseljahrsbeschwerden waren von 0 auf 100% da.
Die erste Zeit war ich damit leicht überfordert... Herzrasen, Schweißausbrüche, etwas innere Unruhe usw.
All das ist jetzt vier Jahre her und ich muss sagen, dass ich es nicht bereut habe. Mit etwas Sport, guter Ernährung konnte/kann ich gut mit den Nebenwirkungen umgehen.
Die OP war bei mir wirklich ein kleiner Eingriff. Endoskopisch wurden die Eierstöcke und Eileiter entfernt und ich konnte bereits zwei oder drei Tage nach der OP wieder nach Hause.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen!?!

Liebe Grüße
Dinana
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  #3  
Alt 30.10.2018, 22:58
juli 11 juli 11 ist offline
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Beiträge: 169
Standard AW: Entfernung der Eierstöcke nach Brustkrebs?

Hallo Sabine,
Auch mir wurde nahegelegt die Eierstöcke zu entfernen... Nach Chemo, Bestrahlungen und Tamoxifen bekam ich erst Spritzen, wo ich auch direkt in die Wechseljahre geschickt wurde... Dann wurden die Eierstöcke und Gebärmutter entfernt um auf Dauer drin zu bleiben... War damals 32 Jahre alt .... Hatte/habe mit Hitzewellen zu kämpfen, auf s gesucht muss ich mehr achten... Aber aus in allem bereits ich die Entscheidung auch nicht... Meine Angst war größer, das der alte Hormonstatus evtl wieder was auslösen kann ... Alles Gute
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  #4  
Alt 31.10.2018, 03:18
Meggie1 Meggie1 ist offline
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Beiträge: 30
Standard AW: Entfernung der Eierstöcke nach Brustkrebs?

Hallo Sabine!
Ich hatte im Januar 2016 die Diagnose BK hormonabhängig ER12/PR12. Nach Chemo und Bestrahlung würde auch mir Tamoxifen verschrieben. Da ich jedoch nach langen Recherchen zum Ergebnis gekommen bin, dass Tamoxifen-für mich- absolut wirkungslos zu sein scheint, beschloss ich mir die Eierstöcke entfernen zu lassen.
Der Eingriff war recht einfach und ich bin am gleichen Tag nach Hause. Allerdings war dieses Gas bzw. Luft, womit man für den minimal invasiven Eingriff aufgepumpt wird eine Woche lang im Körper unterwegs und wirklich, wirklich schmerzhaft. Vor allem beim Aufstehen (in den Schultern).
Die Hintzewallungen habe ich nach 2 Jahren immer noch. Schlafen kann ich auch nicht. Zugenommen habe ich 15 kg obwohl ich immer wie ein Hungerhacken war und nicht mehr esse, als früher. Stimmungsschwankungen sind auch extrem. Aber hey, ich lebe!! Und diese NW hat Tam auch.
Ich lasse alle 4 Wochen den Hormonstatus messen. Und bis jetzt ist er bei quasi +- 0,5.
Wahrscheinlich hätte ich es ein zweites Mal nicht getan. Aber Tam hätte ich auch abgelehnt. Das muss jedoch jede für sich allein entscheiden. Ich habe gelernt auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Und es zeigte mir diesen Weg. Also bin ich den gegangen.
Wünsche dir eine gute Entscheidungsfindung!
Grüße
Meggie
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  #5  
Alt 31.10.2018, 10:03
NicoleZ NicoleZ ist offline
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Beiträge: 413
Standard AW: Entfernung der Eierstöcke nach Brustkrebs?

Hallo Sabine,
ich würde eine zweite Meinung in einem Brustzentrum einholen.
Aus folgendem Grund: Tamoxifen hat echt nicht die Aufgabe, deine Eierstöcke lahmzulegen, also möglicherweise hat dein Doc da irgendetwas missverstanden oder nicht soooo viel Erfahrung mit jüngeren Patientinnen.
Ich war mit 39 "dran", das ist jetzt 8 Jahre her, und ich habe zu dem Zweck noch 1 Jahr lang Zoladex gespritzt bekommen. Das scheint mittlerweile überholt zu sein, also vielleicht ist dein Doc auch nicht auf dem neuesten Stand?
Jedenfalls, die Nebenwirkungen, in relativ jungen Jahren plötzlich ohne Eierstockfunktion herumzulaufen, waren sehr heftig, wobei man natürlich nicht alles, was ich damals an Beschwerden hatte, klar auf -eine- Ursache zurückführen kann, denn nach einer Chemo+Bestrahlungen+unter dreiwöchentlichen Herzeptininjektionen ist es relativ normal, dass man sich nicht so fühlt, um es mal vorsichtig auszudrücken. Allerdings waren die schlimmsten Nebenwirkungen nach dem Absetzen des Zoladex verschwunden, und das waren für mich Schweißausbrüche sowie die Tatsache, dass ich deswegen ein Jahr lang quasi nicht schlafen konnte. Das war nicht lustig, zumal ich auch noch arbeiten musste, also ich war völlig im Ar***. Jedenfalls, nach dem Absetzen des Zoladex kehrte meine Schlaffähigkeit langsam wieder zurück. Ich habe insgesamt 7 Jahre lang Tamoxifen genommen, und nach dem Zoladex auch wieder meine Tage bekommen. Vor einem Jahr hatte ich ann doch Probleme mit dem Tamox und das auch noch abgesetzt und jetzt geht es mir endlich wieder normal.

Jedenfalls, wenn die Eierstöcke einmal raus sind, sind sie raus, dann gibt es kein zurück. Deswegen solltest du da gaaaaaaanz gründlich drüber nachdenken und dir auf jeden Fall eine zweite, versierte Meinung einholen.

Ich wünsche dir alles Gute!

Geändert von gitti2002 (01.11.2018 um 18:06 Uhr)
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  #6  
Alt 01.11.2018, 16:03
Charly555 Charly555 ist offline
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Beiträge: 20
Standard AW: Entfernung der Eierstöcke nach Brustkrebs?

Hallo,

ich hatte mit 45 BK und habe zwei Jahre Tamoxifen eingenommen mit starken Nebenwirkungen, … allerdings hatte ich keine Hitzewallungen oder andere Beschwerden, die typisch für die Wechseljahre sind. Meine Periode hatte ich in der ganzen Zeit … da haben einige Ärzte immer wieder verwundert reagiert … aber ich kenne viele, die unter Tamoxifen ganz normal weiter im Zyklus waren. Aber - ich und diese Personen hatten auch keine Chemo … da läuft das anscheinend doch noch einmal ganz anders im Körper ab ...

Bei einem zweiten Gen-Test zwei Jahre später (nachdem auch meine Mutter an BK erkrankt war) wurde ich PALB2 positiv getestet, worauf mir eine Eierstock-Entfernung dringend angeraten wurde.
Diese habe ich auch sofort durchführen lassen. Sicherlich sind die Schmerzen in den ersten Tagen durch die "Gase" etwas unangenehm, aber ansonsten ist es wirklich kein großer Eingriff.

Allerdings hatte ich danach sämtliche Wechseljahrs-Beschwerden, die man nur haben kann. Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und so weiter. Für mich selbst würde ich auch sagen, die OP hat für meinen Hormon-Haushalt wesentlich mehr getan, als die jahrelange Einnahme von Tamoxifen.
Wobei ich es als positiv sehe … ich fühle mich seit der OP "sicherer", als ich es bei Tamoxifen je getan habe.

Ich würde diese OP sofort wieder machen lassen …

Alles Gute für deine Entscheidung - liebe Grüße
Charly

Geändert von Charly555 (01.11.2018 um 16:06 Uhr)
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  #7  
Alt 02.11.2018, 09:13
bienemaya74 bienemaya74 ist offline
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Beiträge: 76
Standard AW: Entfernung der Eierstöcke nach Brustkrebs?

Vielen Dank für eure ausführliche Antworten und fürs Mutmachen!

Ich denke es wäre eine gute Idee bei mir mal den Hormonspiegel messen zu lassen. Ich habe auch irgendwie den Eindruck, dass das Tamoxifen vielleicht nicht so anschlägt, wie es sollte? Hatte allerdings auch keine Chemo und keine Bestrahlungen.

Eine Zweitmeinung werde ich mir auch einholen. Werde einen Termin im Brustzentrum ausmachen.

Dann sieht man weiter. Den Brustaufbau habe ich auch noch vor mir.

LG
Sabine
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