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  #46  
Alt 30.08.2016, 12:40
Phönixa74 Phönixa74 ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Huhu Lotol!
Ich wollte wirklich keine Diskussion vom Zaun brechen. Ich antworte trotzdem kurz:
ich bin nicht der Typ der auf Hinz und Kunz hört (kenne ich nicht!) oder guckt was die Bestseller-Listen gerade so hergeben. So viel zu der Sau und dem Dorf.
Nein, auch seriöse Forschungsergebnisse sind durchaus für die breite Öffentlichkeit zugänglich - wenn man weiß wo man sich informieren muss!
Herzliche Grüße!
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  #47  
Alt 31.08.2016, 02:36
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

Zitat:
Zitat von Phönixa74
Nein, auch seriöse Forschungsergebnisse sind durchaus für die breite Öffentlichkeit zugänglich - wenn man weiß wo man sich informieren muss!
Ja, sicher.
Denke, daß wir das recht ähnlich sehen:
Man muß dann schon auch sehen, auf welcher Basis Ergebnisse gefunden wurden und was dann evtl. noch alles "hinzugestrickt" wird/wurde.

Die Basis der ketogenen Diät können wir z.B. hier finden:
https://www.uniklinik-freiburg.de/ep...ene-diaet.html
Nachweisbare und hinreichend genug dokumentierte positive Ergebnisse bzgl. Epilepsie-Therapie.
Läßt sich daraus ein Rückschluß für eine "krebsverhindernde" Ernährung ziehen?
Das halte ich schon für recht gewagt.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil wir Menschen jeweils ganz spezielle/individuelle auf zwei Beinen wandelnde "Chemie-Unternehmen" sind.
Ein direkter Zusammenhang zwischen Epilepsie und Krebs erschließt sich ohnehin nicht.
Und ganz abgesehen davon muß auch die Frage zulässig sein, inwieweit bzgl. Krebs überhaupt irgendetwas generalisiert werden kann.

Einerseits bei den unendlich vielen Möglichkeiten von Krebs-Entwicklungen und andererseits (noch dazu gleichzeitig) den unendlich vielen menschlichen Individuen, in denen sich ein Krebs "austoben" kann.
Ich denke, das umreißt auch in etwa das Dilemma, in dem sich die uns behandelnden Ärzte befinden.
Wir können uns glücklich schätzen, daß sie einerseits "Krebs-Profis" sind und andererseits Zugriff auf "Krebs-Datenbanken" haben, damit wir Patienten unseren jeweiligen Krebs einigermaßen "ungeschoren" überleben können.

Daß sie dabei auf "Epilepsie-Datenbanken" oder Ergebnisse ketonischer Ernährung zurückgreifen, glaube ich eher nicht.
Wozu auch?
Es geht für sie nur darum, einen individuellen Krebs plattmachen zu können.

Wir haben den jeweils auch "am Hals".
Dahergewachsen in unserem Körper, der seit Jahrzehnten an sonstwas gewöhnt ist.
Aber mit Sicherheit nicht an einen Krebs.
Das ist für ihn völlig neu und ungewohnt.

Er reagiert darauf auch mit eindeutigen "Alarmsignalen".
Mag sein, daß wir die als "Gewohnheitstiere" zunächst nicht richtig erkennen/interpretieren.
Aber spätestens dann, wenn diese "Alarmsignale" abartig eskalieren, müssen wir sofort darauf reagieren.

Es ist dann auch nicht an der Zeit, sich irgendwelche Gedanken darüber zu machen, welche "Ernährungs-Umstellung" unser Körper evtl. bräuchte.
Ganz im Gegenteil:
Er hat mehr als genug damit zu tun, mit Unterstützung unserer Ärzte den auch ihm widerlichen Krebs plattmachen zu können.
Braucht er dazu auch noch eine ihm ungewohnte "Ernährungs-Umstellung" ?
Das glaube ich eher nicht.
Er kann nur mit dem effektiv "kämpfen", an das er gewöhnt ist.

Später können wir seine Gewohnheiten verändern, wenn wir das für die Zukunft als nützlich einordnen.
Aber im "totalen Krieg" gegen den Krebs brauchen wir damit nicht anzufangen.
Denn dabei geht es nur darum, unseren Körper bestmöglich zu "stärken".
Der Zweck "heiligt" dabei die Mittel.

Zitat:
Zitat von Phönixa74
Ich will hier keine Diskussion vom Zaun brechen, jeder soll sich ernähren wie es ihm gut tut!
Ja, darin stimme ich Dir zu 100% zu.
Egal, ob es sich um die Ernährung während einer Chemo handelt oder um die nach einer Chemo:
Wir müssen darauf "hören", was uns unsere Körper "signalisieren".


Liebe Huhu (nachteulige) Grüße
lotol
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  #48  
Alt 31.08.2016, 22:21
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

heute hörte ich zufällig im Radio eine ganz interessante Sendung bzgl. Speicherung von Erinnerungen:
http://www.br.de/radio/bayern2/wisse...ungen-100.html

Daß der Magen-/Darmbereich innerhalb unseres Körpers ein "autarkes" System ist, wußte ich.
Neu waren mir aber noch ganz andere "Speicherfähigkeiten" in uns.

Schwer zu sagen, inwieweit das insgesamt auch eine Rolle beim Plattmachen eines Lymphdrüsenkrebses spielen kann.


Liebe Grüße
lotol
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  #49  
Alt 02.09.2016, 03:11
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

was das "autarke" Magen-/Darmsystem anbelangt, kennt das wohl jeder von uns mehr oder weniger gut.

Meines kenne ich sehr gut.
Es akzeptiert so gut wie alles und reagiert nur sofort "allergisch" auf Lammfleisch mit Brechreiz.
Dabei genügt es dann auch schon, wenn auf einem Grillrost Lammfleisch und etwas anderes gegrillt wird, weil Fett oder Öle hervorragende Geschmacksträger sind.

Kurzum:
Wenn auf einem Grillrost Lammfleisch gegrillt wurde und anschließend z.B. Rindfleisch, dann kann ich das Rindfleisch nicht essen, weil es "lammelt".
Für andere mag das kaum wahrnehmbar sein, und ich beschreibe das auch nur, weil unser Magen-/Darmsystem jeweils "todsicher" funktioniert.

Es reagiert todsicher auf Ungewohntes oder ihm Widerliches.
Z.B. auch eine Chemo-Therapie.

Um es gleich vorweg zu nehmen:
Das ist nichts, was man nicht "aushalten" könnte.
Aber Verdauungs-Störungen während einer Chemo sind auch ein Indiz dafür, daß es in unserem Körper "drunter und drüber" geht.
Unser Körper "bewältigt" halt eine Chemo so gut er das nur (jeweils) kann.

Unterstützen können wir ihn dabei nur indem wir ihm geben, was er verlangt.
Als Mann habe ich keine Ahnung davon, wie sich das mit den "Gelüsten" (bzgl. Essen) von schwangeren Frauen verhält.
Denke aber, daß es sich dabei analog wie bei einer Chemo um eine körperliche "Ausnahme-Situation" handelt:
Der Körper "schreit" förmlich nach etwas, das er jetzt und sofort haben will.

Was auch immer das sein mag:
Wir können Vorkehrungen treffen, um unser Körper-Verlangen jederzeit "befriedigen" zu können.
Das mag im Einzelfall unterschiedlich gelagert sein, aber es ist möglich, das tun zu können.
Wie/womit das erreichbar ist, weiß jeder selbst am besten oder muß das herausfinden.

Man braucht nicht unbedingt Medikamente, um z.B. Durchfall "entgegen zu steuern".
Zartbitter-Schokolade (mindestens 50 % Kakao) tut's auch.
Es gibt da auch welche, wo noch Ingwer (ca. 3,7 %) drin ist.

Man muß ja hier im Forum etwas vorsichtig damit sein, konkretere Hinweise zu geben, damit das nicht als "Werbung" ausgelegt werden kann.

Ich versuch's mal mit einem "gesundheitlichen" Hinweis auf einen Hersteller von Zartbitter-Schokolade, die mir recht hilfreich war:
- Name klingt wie "Schwärmer"

Umgekehrt kann man natürlich die Verdauung auch etwas "flüssiger" machen:
Mit Hefeweizen-Bier. Abends ca. 1,5 bis 3 Maß. "Räumt" richtig durch.
(Kann auch alkoholfreies sein.)

Wie auch immer:
Während der Chemo ist das ein "Scheiß-Spiel".
Im wahrsten Sinn des Wortes.
Absolut nichts ist so, wie man das gewöhnt ist.

Momentan "trimme" ich meine Verdauung wieder auf den "Normalzustand" hin.
Klappt auch ganz gut.
Sie ist zwar noch etwas "unruhig", aber setzt dominant nach dem Frühstück ein. Wie eh und je.
Denke, unsere Körper brauchen Regelmäßigkeit und für sie Kalkulierbares.
Sind auch nur "Gewohnheitstiere".


Liebe Grüße
lotol
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Geändert von gitti2002 (03.09.2016 um 15:45 Uhr) Grund: NB
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  #50  
Alt 03.09.2016, 10:14
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo Phönixa74,

wie Du schriebst, begann Deine Chemotherapie ca. im August 2015, und sie wurde auch gegen Ende 2015 mit Bestrahlungen erfolgreich beendet.

Zu den Nachwirkungen Deiner Chemo schriebst Du u.a. davon:
Zitat:
Wegen meiner tauben Finger bin ich in Ergotherapie und das hilft wirklich gut!
Man kann sich das Gefühl wirklich wieder hintrainieren, zumindest bis zu einem gewissen Grad!
Ich benötige für meinen Job intakte Finger, deshalb war mir das wichtig.
Meine Füße waren anfangs auch ziemlich taub und immer kalt, ich hatte auch Koordinationsschwierigkeiten und eine diskrete Gangunsicherheit. Das ist alles wieder ok! Die Reha und viel Bewegung hat geholfen.
Allerdings bin ich aufgrund der Gangunsicherheit einmal böse gestürzt und habe mir dabei das Knie gebrochen!!!
Nun ist ca. ein 3/4 Jahr seit dem Ende Deiner Chemo vergangen, und ich hoffe, daß Dein gebrochenes Knie gut verheilt und wieder zufriedenstellend belastbar ist.

War Deine Gangunsicherheit eher durch die gewisse Taubheit Deiner Füße bedingt oder hattest Du auch noch Koordinationsschwierigkeiten, z.B. bedingt durch schnelle Kopfbewegungen?
Damit meine ich eine gewisse "Dasigkeit", z.B. auch bei schnellen Körperdrehungen.

Bzgl. Taubheit der Finger stellte ich inzwischen bei mir etwas recht Merkwürdiges fest.
Sie hat nichts mit einem verminderten Tastsinn zu tun.
Sondern eher damit, was ich jeweils anfasse.

Drücke ich mit meinen Daumen gegen die Finger meiner Hände oder fasse ich harte Gegenstände an, merke ich diese Taubheit.
Fasse ich aber z.B. meinen (weichen) Unterarm an, merke ich nichts von der Taubheit.
Ist/war das bei Dir kurz nach der Chemo ähnlich?

Könntest Du bitte auch etwas dazu sagen, was bei der Ergotherapie ganz gezielt gegen die Taubheit der Finger unternommen/geübt wird?


Liebe Grüße
lotol
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  #51  
Alt 04.09.2016, 00:50
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

Zitat:
Geändert von gitti2002 (Gestern um 15:45 Uhr) Grund: NB


Kompliment an Dich, daß Du im Beitrag 49 bzgl. konkretem Hinweis zur Zartbitterschokolade Deinen Ermessens-Spielraum so "strapaziert" hast, daß jeder über eine Suche im Internet auch "fündig" werden kann.

Lösch bitte auch dieses Kompliment nicht.
Denke, Du weißt schon, warum ich Dich darum bitte.
Es geht hierbei nicht nur darum, daß wir Menschen zwei Augen haben, um ein's "zudrücken" zu können.
Sondern viel mehr eher darum, daß bei oberflächlicher Beurteilung das Agieren von Moderatoren als "Zensur" ausgelegt werden könnte.
Was natürlich kompletter Quatsch ist, weil sie ihren Job zu machen haben.

Kein Mensch ist hier (normalerweise) daran interessiert, in seinen Beiträgen für irgendjemand Werbung zu machen.
Könnte aber dennoch so sein, und Dein Job ist es, das mit Argusaugen zu überwachen.
Es freut mich, daß Du das differenziert handhaben kannst.



Die "Haupt-Chemo" ist für mich glücklicherweise erfolgreich "erledigt".
Und ich wünsche allen ebenfalls von einem Lymphomkrebs Betroffenen, daß sich das analog erfolgreich entwickeln und auch weitergehen wird.

Wir befinden uns nach einer Chemo in einem anderen Zustand als vorher.
Man fragte Pablo Casals mal - glaube, er war da schon über 90 Jahre alt (weiß ich nicht mehr so genau) - warum er sich eigentlich noch täglich im Cello-Spielen übe.
Seine lakonische Antwort war:
Denke, ich mache Fortschritte.

Ungefähr genau so wird es uns wohl nach einer Chemo ergehen:
Wir befinden uns danach auf einem Status quo, und dann geht es nur noch darum "den Hintern wieder hochzubekommen".
Körperlich sind wir dabei mehr oder weniger "auf dem Hund".
Mental aber (hoffentlich) nicht.
(Wäre ja auch abartig nach einer erfolgreichen Chemo.)

Wie nun jemand den Hintern wieder hochbekommt, ist seine Sache.
Generalisieren läßt sich dabei wohl kaum etwas.

Bei mir läuft das über die Arbeitsbelastbarkeit meines Körpers.
Mein "Kampf-Programm" wurde umgeschaltet.
Der Krebs ist plattgemacht, und nun ist allmählich wieder das "Normal-Programm" fällig.
Denke, ich mache Fortschritte.

Nicht durch "Brachial-Anforderungen" an meinen Körper, sondern durch sich allmählich steigernde.
Die Warnungen meiner Onkologin bzgl. evtl. Arbeitsüberlastung nehme ich dabei ernst.
Kaufte mir ein "neues" Auto, weil ich mit dem anderen seit 02/2016 mit überzogenem TÜV herumfuhr.
Hatte einfach keine Lust dazu, das Auto zu reparieren, weil da einiges "fällig" ist.
Naja, das neue Auto ist ein Jahr jünger, gezielt gesucht und Bj. 1992, weil diese Autos nur bis 1992 gebaut wurden.
Ist zwar kein Diesel sondern ein Benziner, aber ansonsten baugleich mit dem "alten" (Bj. 1990).
Und hat TÜV bis 10/2017.
Was mir Zeit gibt, in aller Ruhe meinen Diesel wieder "aufmotzen" zu können.
Die Lust dazu habe ich allmählich auch wieder.

Ist ja schon ein ganz gutes Anzeichen dafür:
Weitermachen (nach möglichen Kräften) wie bisher auch.
Denn, wie gesagt, es muß jeder selbst wissen, wie er den Hintern zweckdienlich wieder hochbekommt.
Das nach Lust zu tun, kann kaum verkehrt sein.

Ist auch nichts großartig anderes als dem Körper während einer Chemo das zu geben, was er verlangt.
Nur halt umgekehrt:
Jetzt verlangen wir ihm wieder etwas ab.
Wie viel das sein kann/darf, müssen wir jeweils herausfinden.

Und sollte es nicht mehr so viel sein können, wie wir das gewöhnt sind:
Was soll's ??
Dann geht das halt etwas langsamer.
Entscheidend ist, daß es immer noch geht.
Was auch immer das im Einzelfall sein mag.

Man könnte das auch anders ausdrücken:
Es gibt absolut nichts, wovor wir nach einer erfolgreich überstandenen Chemo Angst haben müßten.


Liebe Grüße
lotol
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Geändert von gitti2002 (04.09.2016 um 01:03 Uhr)
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  #52  
Alt 09.09.2016, 02:50
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

vor etwas über 1 Monat erfolgte die 6. Chemo.
Am 11.9. "monatet" sich mein "zweiter Geburtstag".
Kontrolle der Therapie am 11.8. ergab den gewünschten/erhofften Erfolg:
Mein Lymphomkrebs wurde vollumfänglich plattgemacht - nichts mehr von ihm irgendwo feststellbar.

Die Therapie selbst "verkraftete" mein Körper mehr oder weniger "unbeeindruckt".
Aber nur, was die Reaktionen auf die ungewohnte Zufuhr der eingesetzten Therapie-Mittel anbelangt.
Auf die AK- und Chemo-Zufuhr erfolgte keinerlei unerwünschte Reaktion.
Ich merkte davon in den Zyklen jeweils überhaupt nichts.
Kein Kribbeln irgendwo oder sonstwas.

Auch die Auto-Fahrtüchtigkeit oder Reaktionsfähigkeit unterlag keinerlei merklichen Beeinträchtigungen.

Aber zweierlei Nennenswertes war feststellbar:
1) während der gesamten Zyklen ging es in meinem Körper "drunter und drüber".
Erkennbar daran, daß die Verdauung alles andere als gewohnt ablief:
Von wegen regelmäßig nach dem Frühstück.

Mal täglich gar nicht oder mehrmals Stuhlgang.
Konsistenz des Stuhlgangs permanent indifferent.
Erforderte ständiges "Gegensteuern" durch Essen von "Durchsatz"-Lebensmitteln (Bohnen-, Linsen-, Zwiebel-, Knoblauch-Gerichten usw.) oder "Blockier"-Lebensmitteln (Zartbitter-Schokolade oder solche mit noch höherem Kakao-Gehalt).

Äußerst lästig war auch das völlig unkalkulierbare Entstehen von Blähungen beim Essen.
Bei gemeinsamen Essen klinkte ich mich aus und aß alleine in der Küche, um meine Blähungen jederzeit abbauen zu können.

Ist alles nichts, was sich nicht "in den Griff" bekommen ließe.

2) Weniger in den Griff läßt sich der rapide Leistungsabfall während einer Therapie bekommen.
Denke auch, daß dies wohl generell der Fall sein dürfte.
Wir können uns diesbzgl. vorstellen, daß unsere Körper mit allem, das ihnen zur Verfügung steht, gegen den Krebs "ankämpfen".

Subjektiv bin ich mir nicht einmal sicher darin, ob unser Immunsystem dabei
fähig und in der Lage dazu ist, auch Prioritäten setzen zu können.
So nach dem Motto:
Konzentrieren wir "Abwehrzellen" uns auf das Wichtigste.
Eine nicht ganz uninteressante Frage.
Muß dazu mal meine Onkologin befragen.
Die "alte Füchsin" (wie ich sie innerlich benenne).
Hat nichts mit ihrem objektiven Alter zu tun, sondern mit ihrer Erfahrung und den meinigen.
Ich vertraue ihr.

Kurzum:
Der Leistungsabfall ist höchstwahrscheinlich bei einer Therapie als unabänderlich "in Kauf zu nehmen".

Bei mir setzte er merkbar ca. ab dem 3. Zyklus ein.
Woraufhin ich sämtliche körperliche Aktivitäten gegen Null gehend reduzierte.
Dementspr. war auch mein körperlicher Zustand nach dem 6. Zyklus.
Mehr oder weniger "auf dem Hund".


Inzwischen fordere ich meinen Körper allmählich mehr und mehr.
Macht er auch mit.
Sein Gewicht ist i.O. - ca. 71,5 kg mit "Kuchengürtel" um seinen Bauch.
Tendenziell steigend.
Derzeit bin ich täglich permanent ca. 6 bis 8 Stunden "auf den Beinen".
Bewege mich dabei überwiegend in einer Ebene und verrichte leichtere Arbeiten.
Nichts besonders Anstrengendes:
Bringe das gekaufte Auto auf "Vordermann".
Türen "sanieren", Radlager erneuern, marode Heckklappe auswechseln, unten Reparatur-Schweißungen usw. usw. - das übliche "Programm" halt.
Aber erheblich weniger als meinen baugleichen Diesel "aufzumotzen".
Kann ich ja später (besser bei Kräften) auch noch tun.

Nur beim "Überwinden" von Geschoßhöhen (Treppensteigen) merke ich noch eine Pulserhöhung.
Bei Bewegungen in einer Ebene kaum mehr.

Habe zwar dabei etwas "Muskelkater", aber das wird sich schon legen.
Insgesamt geht es wohl wieder "aufwärts".

Die Haare wachsen vehement nach.
So, als wäre ein "Wachstums-Stau" abzubauen.
Sie kommen alle wieder nach und nach heraus.
In umgekehrter Reihenfolge wie bei ihrem Ausfall.

Wird alles wieder wie vorher auch.
Die Körperkraft ist auch wieder "hochpäppelbar".
Dauert halt etwas länger.
Die "Umgewöhnungszeit" müssen wir ihm schon "einräumen".

Als "Überbleibsel" der Chemo konnte ich bisher neben der Taubheit in den Fingern nur die immer noch andersartige Reaktion der Haut feststellen:
Bei Stoß- oder Schlageinwirkung auf sie verfärbt sie sich sofort rötlich.
Vergeht aber auch wieder und "kratzt" mich an sich nicht.

Die Verdauung normalisiert sich.
Alles scheint sich wieder auf die gewohnte Normalität "einzupendeln".

Erstaunlich, was unsere Körper alles "mitmachen" können.
Wenn wir das Glück haben, daß sie das alles auch "aushalten" können.

Wünsche allen ebenfalls von einem Lymphomkrebs Betroffenen dieses Glück beim "Überstehen" des Krebses.


Liebe Grüße
lotol
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  #53  
Alt 13.09.2016, 00:43
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

nachdem hier im Forum immer wieder Ängste vor einem evtl. bösartigen Lymphom angesprochen werden, will ich beschreiben, was dabei abläuft.
Natürlich kann ich das nur bezogen auf mich und ein follikuläres Lymphom Grad 3 mindestens Stadium III A tun, das sich bei/in mir entwickelte.

Häufig wird in diesem Zusammenhang auch danach gefragt, wie schnell sich so ein bösartiges Lymphom entwickelt.
Bei mir ging das unglaublich schnell.
Denn ich bin mir relativ sicher, daß ich das Lymphom gegen Ende 2015 noch nicht hatte.
Höchstens vielleicht im Dezember 2015 beginnend.

D.h. innerhalb von ca. 3 bis 4 Monaten entwickelte sich der Lymphomkrebs.
Bis hin zu einem abartigen "Lymphom-Knoten-Auswuchs" aus der linken Leiste.
Dementspr. erfolgten dann sofort "Gegen-Maßnahmen", die glücklicherweise auch erfolgreich waren.


Rückblickend kann ich nur sagen:
Auf der ganzen Linie hatte ich einen "Sau-Dusel".
V.a. deshalb, weil mir der abartige Knoten aus der Leiste herauswuchs.
Wäre das nämlich nicht der Fall gewesen, hätte ich überhaupt keine Veranlassung gesehen, irgendwelche Untersuchungen "anzuleiern".

Dies deshalb, weil ich ganz genau weiß, daß ich ein recht gutes Immunsystem habe, das auch immer zuverlässig funktionierte.
Wahrscheinlich hängt das damit zusammen, daß ich als Kind auf einem Dorf aufwuchs.
Unter ganz anderen Umständen als das heute bei (permanent) "betreuten" Kindern der Fall ist, wuchsen wir Kinder "an der ganz langen Leine" auf.
Unsere Eltern wußten meistens gar nicht, wo überall wir uns herumtrieben und was wir dort alles taten.
Kurzum:
Es gab in unserem gesamten Umfeld nichts, wo wir nicht gewesen wären.
In den letzten Drecks-Löchern (im Moor/Torfabstichen) waren wir natürlich auch. Genau so, wie im See oder in Bächen oder in Ställen usw.
Permanent verletzt, mit Schürfwunden an den Armen und an den Knien sowieso oder Schnitt-Verletzungen an den Füßen, weil wir bis in den Spät-Herbst barfuß herumliefen.
Mit allen möglichen Viechern, Kühen, Pferden, Schafen, Ziegen, Hühnern, Katzen, Hunden, Fischen, Fröschen, Lurchen usw. hatten wir immer wieder Kontakt.
Irgendwelche Krankheiten "fingen" wir uns bei dem ganzen Treiben nicht "ein".

Im Dorf war auch ein Arzt, der von uns Kindern aber nur in schwerwiegenden Fällen bemüht wurde.
Z.B. wenn eine Verletzung genäht werden mußte.
Ansonsten ging man weder zum Arzt noch kam der in's Haus.
Meine Schwester und meine Eltern waren auch gesund und brauchten keinen Arzt zu bemühen.

Klar, wir Kinder waren schon auch mal krank.
Kinderkrankheiten oder Grippe o.ä.
Aber deshalb Antibiotika?
Verging auch so wieder. Ab in's Bett und auskuriert.

All das "prägte" uns wohl auch:
Gesund zu sein, ist für mich der Normalzustand.
Und wenn mal etwas ist, dann vergeht das auch wieder.
Dauert halt manchmal etwas, aber es vergeht bzw. regelt sich von selbst.

Analog lief das auch mit meinen Lymphknoten im Unterkiefer-Bereich, wenn mal wieder irgendein Theater mit meinen Zähnen war:
Sie schwollen an, taten (bei Druck auf sie) auch etwas weh, aber sie schwollen auch wieder ab, wenn das mit den Zähnen vorbei war.
Jahrzehnte lang lief das immer wieder so ab, und auch das war "normal" für mich.
Auch im Sommer 2015 war das wieder mal der Fall, weshalb ich den Zeitraum des Entstehens des Lymphomkrebses auch relativ gut eingrenzen kann.
Todsicher hatte ich den im Sommer und bis zu nächtlichen Außentemperaturen von 5° C noch nicht.

Ich weiß wirklich nicht, ob sich das bei uns allen so verhält, und ich kann das nur auf mich bezogen sagen:
Es ist absolut nichts Ungewöhnliches, daß Lymphknoten an- und abschwellen.
Sie sind immer vorhanden, reagieren, und wenn sie mal nicht recht schnell abschwellen, kann das auch durchaus daran liegen, daß der Grund ihrer Reaktion noch nicht beseitigt wurde.
Z.B. eine Entzündung im Zahnbereich.
Deshalb muß man nicht gleich in Panik verfallen und einen Lymphomkrebs "wittern".
Ist halt nur das übliche "Programm", das vom Lymphsystem "erledigt" wird.

Auch wieder nur auf mich bezogen:
Wenn allerdings zu einer lang anhaltenden Schwellung ganzer oder mehrerer Lymphknoten-Bereiche (waren in meinem Fall Unterkiefer- und Hals-Bereich) noch anderes äußerst Ungewöhnliches hinzukommt, sind das erstklassige "Alarmsignale" des Körpers.

Bei mir war das der "Essens-Widerwille".
Den mit Appetitlosigkeit beschreiben zu wollen, wäre zu milde ausgedrückt.
Appetitlosigkeit hat man schon mal.
Z.B. bei Hitze, wenn man nicht so recht weiß, was man nun essen soll.
Oder wenn man mit irgendeinem "Angekränkelt-Sein" "herumzieht".
So etwas war das nicht, sondern es war mir teils widerwärtig, etwas zu essen, obwohl ich das an sich wollte.
Selbst da dachte ich:
Geht schon wieder vorbei. Wird sich wieder legen.

Naja, als dann der Knoten aus der Leiste wuchs, war mir klar, daß da in mir gründlich etwas nicht mehr so läuft, wie das zu laufen hat.
Aber selbst dann war ich noch nicht dem "Tod geweiht".
Es war nur klar, daß sofortiger Handlungsbedarf besteht.
Welcher genau bestand, wußten meine Ärzte, die sofort alle verfügbaren "Register zogen", um mir helfen zu können.
Auch, indem sie mich an weiterführende Spezialisten "weiterreichten".

Wünsche allen Betroffenen ebenfalls solche Ärzte.


Liebe Grüße
lotol
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  #54  
Alt 18.09.2016, 02:37
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

es ist schon merkwürdig:
Nach der NHL-Chemotherapie lese ich erheblich mehr dazu als vor ihr.
Hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß ich vor ihr einigermaßen sicher war, daß sie auch - wie gewünscht - funktioniert.
Etwas verunsichert war ich darin nur, als ein evtl. noch anderer (zweiter) Krebs vermutet wurde.

Auf die Frage an meine Onkologin, ob dann ggf. zwei Krebse gleichzeitig zu bekämpfen seien, antwortete sie:
Nein.
Dann werden Prioritäten gesetzt.
Zunächst wird der lebensbedrohlichere bekämpft.
Und wenn der "erledigt" ist, wird der andere bekämpft, bis er auch erledigt ist.

Naja, inzwischen denke ich, daß sich das mit dem zweiten Krebs erledigt hat.
Denn sichere Fakten dafür konnten bisher nicht gefunden werden.

Die Vermutung, daß evtl. auch noch ein zweiter Krebs vorhanden sein könnte, sowie die gezielte Suche nach einem solchen, spricht letztlich nur für die anerkennenswerte Präzision, mit der meine "alte Füchsin" arbeitet.
Mein Internist hatte recht damit:
Bei dieser Ärztin sind Sie "in den besten Händen".

Kurzum:
Der Lymphomkrebs ist für mich genau so "erledigt", wie der vermutete andere (zweite).
Natürlich interessiert mich in diesem Zusammenhang, was nun danach evtl. noch so alles auf mich zukommt, bis ich "abkratze".

Ganz konkret suche ich deshalb nach (üblichen) Nachwirkungen einer Standard-Chemotherapie bzw. worauf ich mich "einzurichten" habe.
Dazu fand ich aber bisher nicht recht viel.

Mag sein, das liegt einerseits an der Vielfalt von Lymphomkrebsen und andererseits an der Unterschiedlichkeit der Menschen, bei denen solche Krebse behandelt wurden.
Einen sehr guten Überblick dazu fand ich hier:
http://www.uniklinik-ulm.de/struktur...h/lymphom.html

Dort fand ich unter 3. auch das, was mir bei der R-Chop-Therapie zugeführt wurde.
Mit dem Antikörper Rituximab wurden kombiniert:

1. Cyclophosphamin
Wirkt auf die Nieren.
Man bekommt aber dagegen bei jedem Zyklus eine Tablette.

2. Doxorubicin (das wird oft nicht so, sondern als Adriamycin benannt)
Wirkt auf das Herz.
Deshalb auch (wiederholt) Herzuntersuchungen, um keinerlei Risiko bei der Weiterführung der Therapie einzugehen.

3. Prednison (ist Kortison)
(Und wenn ich es richtig verstanden habe, wird es in der Leber zu Prednisolon "umgewandelt". Was erklären könnte, daß auch häufig nur von Prednisolon die Rede ist.)
5 Tage lang wird es während eines Zyklus zugeführt.
Kann viele Nebenwirkungen haben.
Bei mir brachte es die Verdauung jedes Mal total durcheinander.
Vermutlich; denn es könnte auch sein, daß sie insgesamt auf die Chemo-Zufuhr so reagierte.
Was allerdings die Vermutung bestärkte, war die sofortige Reaktion als ich in einem Zyklus mal an einem Tag vergaß, das Prednison (waren täglich 2 Tabletten (zusätzlich "zum Frühstück")) einzunehmen. Davon hatte ich hier w.o. berichtet.

4. Vincristin
Wirkt auf die Nerven.
V.a. in den Bereichen, die nicht so gut durchblutet werden, kann man das evtl. merken.
Z.B. Kribbeln in den Finger- oder Fußspitzen.
Merkte davon nie etwas.

5. Zwei Tabletten gegen Kopfschmerzen
(War bei mir Paracetamol (gegen Fieber und Schmerzen))
Hatte weder Fieber, noch Kopf- oder sonstige Schmerzen.


Der letzte Zyklus liegt nun weit über 1 Monat hinter mir.
Und es geht mir gut.
Zwar bin ich körperlich recht geschwächt, aber das ändert sich allmählich, weil ich meinen Körper wieder (ihn noch "schonend") belaste.
Genau so, wie das Äußere:
Alle Haare wachsen wieder, die Stimme normalisiert sich und die für Chemo-Therapierte typische Fahlheit/Blässe verschwindet zu Gunsten der "Normalfärbung".

Die Verdauung stabilisiert sich, und ich nehme weiterhin zu.
Wiege mich schon gar nicht mehr, und ich kann meine Waage wieder "einmotten".
Weil ich mich normalerweise nie wiege.
Denn 10 kg rauf oder runter "sieht" man bei mir (bezogen auf Basis 80 kg)sowieso nicht.


Liebe Grüße
lotol
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Geändert von lotol (18.09.2016 um 03:01 Uhr) Grund: Mißverständliche Formulierung korrigiert
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  #55  
Alt 21.09.2016, 00:49
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

fand wieder das, bei dem mir sowohl eine recht gute Übersicht bzgl. Kombinationsschemata, als auch bzgl. Kostenerstattung bei evtl. Kunsthaar-Perücke unterkam.

Mir ging es anfänglich hier im Forum so, daß ich bei den ganzen Unterzeilen überhaupt nicht "durchblickte".
Da wurde mal bzgl. Therapien dies und jenes genannt, mit dem ich aber - das auf mich bezogen - nicht recht viel anfangen bzw. das vergleichen konnte.
Analog war das dann auch in Beiträgen, in denen div. Medikamente genannt wurden, die ich ebenfalls nicht einordnen konnte.
Wie auch sollte mir das möglich sein? Bin ja kein Arzt/Onkologe.

Ganz hilfreich können dann solche Kombinationsschemata mitsamt den Erläuterungen dazu sein:
http://www.onkologie.hexal.de/krebs/...motherapie.php

Weiterhin fand ich auch noch etwas, das mein Gefühl, einen "Sau-Dusel" gehabt zu haben, bestärkt:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=665

Meine Onkologin, die alte Füchsin, wußte sehr wohl, wovon sie sprach.
Als sie mir sagte, daß ein "böse" bösartiges Lymphom im Grunde genommen besser heilbar sei als eines, das weniger bösartig ist.

Wie auch immer das mit dem Los sein mag, das wir leider in der "Lotterie der Lymphome" "gezogen" haben:
Wir können darauf vertrauen, daß unsere Ärzte das Bestmögliche für uns in unserer jeweiligen Situation "herausholen".
Und wie es bei Lotterien halt auch mal so ist:
Letztlich ist es eine reine Glückssache.

In unseren Fällen:
Dem Krebs und damit dem sicheren (vorzeitigen) Tod relativ ungeschoren "entrinnen" zu können.

Die Lotterie der Lymphome ist eine komplette Scheiß-Lotterie!
Aber sie existiert halt nun mal, und noch dazu teilt sie die Lose an uns aus.
Ob wir sie haben wollen oder nicht.
Unsere Ärzte und wir können aus den Losen nur das Bestmögliche machen.
Die Chancen dafür stehen bei den Drecks-Lymphomen aber ganz gut, das auch tatsächlich erfolgreich tun zu können.


Liebe Grüße
lotol
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  #56  
Alt 24.09.2016, 02:55
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo,

gestern war ich im ABZ, um mal wieder Blut für die Vampire zu liefern.
Reine Routine, damit in Verbindung mit den Blutwerten die am Montag anstehende CT-Kontrolle der Therapie entspr. richtig interpretiert werden kann.

Es war schon irgendwie ein merkwürdiges Gefühl, da nach weit über einem Monat wieder im ABZ zu sein.
Mit "überstandener" Therapie, deren positivem Ergebnis, bereits nachwachsenden Haaren sowie dem Bewußtsein, daß der Drecks-Krebs tatsächlich plattgemacht ist.
Ich kam mir da vor, wie fehl am Platz.
So, als hätte ich da an sich gar nichts mehr zu suchen.

Es ist schon so, wie Phönixa74 das w.o. auch beschrieb:
Eine (unbedingt notwendige) Therapie ist ganz schnell "vergessen".
Und wir wenden uns danach wieder der "Normalität" zu.

Wenn wir Glück haben, nur mit gewissen "Pipifax-Abstrichen" bzgl. Normalität.
Nichts, womit wir nicht weiterleben könnten.
Ganz im Gegensatz dazu, daß uns der Drecks-Krebs regelrecht "auffressen" würde.
Unersättlich, alles überwuchernd und gefräßig zerstörend.

Ich bin froh darüber, daß es heutzutage möglich ist, einen Lymphom-Krebs mit geeigneten Mitteln (unser Leben verlängernd) plattmachen zu können.
Ist ja immerhin besser als ihm alternativ durch Suizid seine "Nahrungs-Grundlage" zu entziehen.
Denn das dadurch ebenfalls mögliche Plattmachen von ihm nützt uns relativ wenig bzgl. Überleben.
Bestenfalls "erspart" es uns, an einem Krebs elend "krepieren" zu müssen.


Wir gehen hier gemeinsam ein Stück unseres Lebensweges.
Unterstützen uns dabei so gut wir das halt nur tun können.
Dank an alle, die daran beteiligt sind.
Auch an diejenigen, bei denen wir Hilfreiches nachlesen konnten und können.


Liebe Grüße
lotol
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  #57  
Alt 24.09.2016, 09:32
mimi1979 mimi1979 ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Guten Morgen

Du kannst dir gar nicht vorstellen wie sehr es mich freut das du ´fertig´bist. Ich bin mir sicher im CT ist nichts zu sehen.
Das mit dem ´ich komm mir hier falsch vor´hatte ich als ich das erste Mal bei meiner Onkologin war und in der Tagesklinik die ganzen Chemopatienten sah. Mittlerweile fühle ich mich dazu gehörig.
Ich habe ja wie du weisst ein folikaläres NHL ... einerseits dauert die Behandlung ewig, andererseits ´schonender´. Diesen Begriff mit einer Chemo in Zusammenhang zu bringen finde ich etwas makaber.
Ich habe eine junge Füchsin, mit der ich echt Glück habe.

Ich wünschte ich wäre da wo du jetzt im Moment bist.
Ich hoffe du bleibst uns trotzdem hier im Forum erhalten, so zu sagen als ´in den Popo treter´
LG mimi
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  #58  
Alt 25.09.2016, 01:17
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Hallo mimi1979,

schön und danke, daß Du Dich so mit mir freust.

Das mit der weiteren CT sehe ich als "Sicherheits-CT", die gemacht wird, um "scheibchenweise" nachschauen zu können, ob da irgendwo noch etwas Verdächtiges erkennbar ist.
Reine Routine bzw. Kontrolle der Profis, die aus den Bildern entspr. Rückschlüsse ziehen können.

Bisher kann man noch nicht definitiv ausschließen, daß da doch noch etwas ist.
Es ist beruhigend, zu wissen, daß sich unsere Ärzte auf überhaupt nichts einlassen, was mögliche Fehleinschätzungen anbelangt:
Sie kontrollieren nicht nur uns, sondern auch sich selbst.

Denke aber, daß sich bei der CT-Untersuchung nichts Verdächtiges mehr zeigen wird.
Einmal, weil die vorherigen Kontrollen "vollen Erfolg" der Therapie zeigten, und zum Anderen, weil mir mein Körper nichts mehr Abartiges "signalisiert".
Er funktioniert wie gewohnt.
Ist zwar noch geschwächt, aber das wird allmählich schon wieder.
Seine Muskeln erstarken wieder, weil ich sie auch durch Belastung fordere.
Nicht übertrieben, sondern eher in Richtung gleichmäßiger permanenter Belastung.
Dauert halt alles, ist aber nicht verwunderlich, wenn wir uns vor Augen halten, was unser Körper in der extrem schweren Zeit für ihn während der Therapie alles geleistet hat. Für unser bzw. sein Überleben.

Zitat:
Das mit dem ´ich komm mir hier falsch vor´hatte ich als ich das erste Mal bei meiner Onkologin war und in der Tagesklinik die ganzen Chemopatienten sah. Mittlerweile fühle ich mich dazu gehörig.
Ja, wir sind temporär "Teil" einer ganz anderen Welt.
Dazu sind wir aber nur durch die Lymphom-Lotterie gezwungen.
Nichts, wie wieder raus aus dieser Welt.

Zitat:
Ich habe ja wie du weisst ein folikaläres NHL ... einerseits dauert die Behandlung ewig, andererseits ´schonender´. Diesen Begriff mit einer Chemo in Zusammenhang zu bringen finde ich etwas makaber.
Ich habe eine junge Füchsin, mit der ich echt Glück habe.
Wir sind gezwungen, uns einer Chemo unterziehen zu müssen.
Je nach Erscheinungsform eines Lymphoms wird das entspr. behandelt, damit wir das Drecks-Lymphom überleben können.
In der Chemo können "härteste" Mittel oder auch "schonendere" eingesetzt werden.
Kommt halt darauf an, welches "Los man gezogen hat".

Für makaber halte ich es nur, daß manche Zeitgenossen die "Chemie-Keule" regelrecht "verteufeln".
So, als wäre unser Körper ein Gebilde, das nicht auf Chemie-Zufuhr reagieren würde.
Sowie ferner, als wären nicht nennenswerte Erfolge durch "Chemos" zu verzeichnen.
Mir scheint das zutiefst unlogisch zu sein.

Mag sein, daß auch andere Wege zum Erfolg im Kampf gegen den Krebs führen können.
Wenn es aber darum geht:
Nichts, wie wieder raus aus dieser Welt - wozu dann lange "herumhampeln"??
Mit irgendetwas, wenn es Mittel gibt, die innerhalb kürzester Zeit nachweisbar das Problem zuverlässig "erledigen" können??

Kannst froh sein, eine junge Füchsin zu haben.
Vertrau ihr:
Die "Chemie muß stimmen".
Nicht nur bei zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern v.a. auch bei unseren Therapien.

Zitat:
Ich wünschte ich wäre da wo du jetzt im Moment bist.
Ich hoffe du bleibst uns trotzdem hier im Forum erhalten, so zu sagen als ´in den Popo treter´
Keine Sorge:
1) Du kommst schon auch noch da hin, wo ich mich derzeit befinde.
(Ob mein Zustand allerdings wünschenswert ist, weiß ich noch nicht so genau. )
Sieht doch tendenziell bei Dir auch ganz gut aus - oder etwa nicht?

2) Als 'in den Popo treter´ bleibe ich noch erhalten.
Dachte zwar ursprünglich, daß das Berichten über meine Situation viel zu subjektiv sei.
Aber wir lernen ja voneinander.


Liebe Grüße
lotol
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  #59  
Alt 26.09.2016, 10:00
mimi1979 mimi1979 ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig) , Therapie an über 71-Jährigem

Guten morgen auch hier noch einmal

Was haben deine Tests für Ergebnisse gebracht? Wann ist deine CT Untersuchung heute? Bitte halte mich auf dem Laufenden.

Deine Beiträge hier sind schon subjektiv, aber ich seh dich als Motivation für uns Frischlinge. Deine Erfahrungen sind für alle hier enorm wichtig. Auch dein Popo Treten find ich gut. Nicht jeder kann mit seiner Situation so gut umgehen.

Hoffe bald Neuigkeiten von dir zu lesen.

Drück dir alle Daumen
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  #60  
Alt 27.09.2016, 00:02
lotol lotol ist offline
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Hallo,

Zitat:
Zitat von mimi1979
Was haben deine Tests für Ergebnisse gebracht? Wann ist deine CT Untersuchung heute? Bitte halte mich auf dem Laufenden.
Heute früh sollte ich um 8 Uhr 15 im ABZ sein.
Solche Termine hasse ich ja - mitten in der Nacht aufstehen, hastig frühstücken, dann im Stau stehen und am Schluß noch einen raren Parkplatz suchen/finden, weil alle frühmorgens in die Stadt drängen.
Ist nichts für Nachteulen.

Das mit der CT schleppt sich immer etwas dahin, weil man da erst mal in ca. 90 Minuten 1 bis 1,5 L von einem speziellen (?) Wasser reinsaufen muß.
Das ist richtig fades Zeug - schmeckt wie ewig abgestandenes Wasser.

Unverständlich, warum da nicht etwas Farbstoff und Aroma eingebracht wird.
Denn auf das bißchen Chemie kommt es schließlich auch nicht mehr an.

Im ABZ bekam ich u.a. bei der Anmeldung zwei DIN A4-Blätter mit der Auswertung meiner Blutprobe vom Freitag zur Mitnahme in die CT-Abteilung.
Während der ca. 90 min bleibt genug Zeit, um sich das alles anzusehen.
Erfreulicherweise sind bei mir alle Werte wieder im "grünen Bereich".
Keine "Ausreisser" mehr - alles normal.

Zwar bin ich geborener Optimist, aber auch Realist genug, um auch nach all dem hier im Forum Gelesenen zu wissen, daß eine Blut-Auswertung im Grunde genommen keine (definitive) Aussage darüber zuläßt, ob der Drecks-Krebs tatsächlich komplett plattgemacht wurde.

Ich erinnere mich an die General-Untersuchung bei meinem Internist.
Alle Blutwerte waren auch seinerzeit völlig i.O.
War bei vielen Anderen hier im Forum auch so.
Und dennoch "ernährten" wir bereits den Drecks-Krebs, ohne das zu merken oder zu wissen.

Das Dilemma unserer Ärzte liegt darin, daß sie eigentlich nur nach dem "Ausschluß-Verfahren" arbeiten können.

Sie können nicht hergehen, wie man das in der Technik tut:
Wir machen das so, und dann funktioniert das auch garantiert und todsicher.

Wir "Lymphomiker" sind alle höchst unterschiedliche Individuen.
Auf der ganzen Linie sämtlicher möglicher Varianten unterschiedlich.

Es bleibt unseren Ärzten gar nichts anderes übrig, als herzugehen und das zu tun, was sie nur (ist nicht abwertend gemeint - ganz im Gegenteil) tun können:
Wir wissen, daß in einer überaus hohen Anzahl von Fällen (=>Datenbanken) im Einzelfall eine ganz bestimmte Kombination der uns zur Verfügung stehenden Mittel höchstwahrscheinlich zum Erfolg bei der Krebsbekämpfung führt.
Also versuchen wir es damit.
Schauen uns an, wie der Mitteleinsatz "anschlägt" und modifizieren ihn ggf., damit er auch anschlägt.
Sie hoffen genau so wie wir, daß das auch funktioniert.

Ob es funktioniert, ist eine Frage der ständigen Kontrolle.
Und ob es tatsächlich insgesamt - nach menschlichem Ermessen zweifelsfrei -
funktioniert hat, ist eine Frage der "letzten" CT.
Denn nur die ist letztlich aussagekräftig.
Um dann sagen zu können:
Dann machen wir jetzt (angemessen) so weiter.
Weiterhin in der Hoffnung, daß alles klappt, wie allseits gewünscht.
Läuft ganz anders als in der Technik.

Am Mittwoch telefoniere ich mit meiner Onkologin.
Sie weiß dann, ob schon eine Auswertung der CT vorliegt oder nicht.

Zitat:
Zitat von mimi1979
Deine Beiträge hier sind schon subjektiv, aber ich seh dich als Motivation für uns Frischlinge. Deine Erfahrungen sind für alle hier enorm wichtig. Auch dein Popo Treten find ich gut. Nicht jeder kann mit seiner Situation so gut umgehen.
Naja, eigentlich bin ich auch noch ein Frischling.
Und alle Erfahrungen, die hier beschrieben werden, sind (trotz aller Subjektivität) für andere Hilfesuchende sehr wichtig.
Ich finde es gut, daß Du Dein Versprechen hältst, hier auch weiterhin von Deinen Erfahrungen zu berichten.

Das mit dem Popo-Treten läuft - glaube ich - effektiver eine Etage höher ab.
Aber so meintest Du das wohl auch.

Danke Dir für's Daumen drücken.
Du weißt - ich drück' Dir auch die Daumen für den erfolgreichen Verlauf Deiner Therapie.

Ich mache mir Sorgen um unseren "Mitkämpfer" sekondor.
Lange nichts mehr von ihm gehört.


Liebe Grüße
lotol
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Geändert von lotol (27.09.2016 um 01:15 Uhr) Grund: Vergaß, noch etwas zu erwähnen
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