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  #1  
Alt 18.12.2018, 11:22
Cassia Cassia ist offline
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Beiträge: 5
Standard Es ist so schwer

Hallo zusammen,

meine geliebte Mama ist am Samstag nach 10 jährigem Brustkrebsleiden für immer von uns gegangen. Ich bin so unendlich traurig. Sie war so eine Kämpferin und hat bis zum Ende alles versucht. Ich werde Sie für immer lieben und jeden Tag vermissen

Die letzten paar Wochen waren furchtbar. Sie war abgemagert, konnte nicht mehr viel sprechen, erhielt Sauerstoff und war auch nicht mehr mobil. Sie so leiden zu sehen und zu erkennen dass ihr Körper aufgibt war einfach nur schrecklich. Zu wissen dass sie den Kampf verlieren wird. Zum Schluss war es jedoch eine Erlösung. Nun muss sie nicht mehr leiden. Sie ist friedlich eingeschlafen.

Nun quälen mich komische Gefühle die ich vorher noch nicht kannte. Ich traue es mich fast gar nicht auszusprechen. Aber... Ich bin ein wenig erleichtert! Die letzten Jahre/Monate/Tage war ich so voller Sorge und Angst um sie. Jeden Tag drehte sich alles um das Thema Krebs und Krankheit. Welche Methoden könnten noch helfen? Was kann man zusätzlich noch machen? Wie kann ich helfen? Was kann ich tun? usw...

Und jetzt? Jetzt sind diese ganzen Sorgen und Ängste auf einmal weg.

Kennt ihr dieses Gefühl? Ist das normal?
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  #2  
Alt 18.12.2018, 11:50
Positiv_Denken Positiv_Denken ist offline
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Standard AW: Es ist so schwer

Mein herzliches Beileid. Es ist schlimm seine Mutter zu verlieren.

Deine Erleichterung kann ich aber nachvollziehen. Ich glaube es geht vielen so. Man ist ständig mit Ängsten und Sorgen umgeben. Schwebt zwischen Hoffnung und Frustration. Man verbringt mehr Zeit damit über Therapien, Medikamente, Krebs zu lesen als alles andere. Den Rest der Zeit sitzt man in Krankenhäusern, bei Ärzten und am Krankenbett.

Man sieht den geliebten Menschen leiden und fragt sich warum?
Ich habe zum Schluss meine Mutter angefleht endlich zu gehen. Und wir waren alle erleichtert als sie eingeschlafen ist. Nicht weil wir sie nicht unendlich vermissen werden, sondern weil das Leiden endlich ein Ende hat.

Mach Dir keine Gedanken. Du darfst trauern wie Du möchtest. Und auch leben wie Du möchtest. Ich bin am Tag nach ihrem Tod auf ein Konzert gegangen. Für mich war das richtig. Ich konnte einfach mal ein wenig abschalten.
Jeder darf für sich entscheiden wie er damit umgeht.
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  #3  
Alt 18.12.2018, 12:20
Beccamaus Beccamaus ist offline
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Standard AW: Es ist so schwer

Oh ja, da kann ich nur zusprechen. Bei den Gedanken was man damals gedacht hat, kullern mir auch heute noch die Tränen. Ich habe die letzten Wochen bei jedem Abschied mein Papa ins Ohr geflüstert, das er ruhig gehen kann, das ich mich um Mutti kümmer usw. Ich konnte es nicht mehr ertragen meinen Daddy (weit über 100 kilo) abgemagert im Bett liegen zu sehen. Wo er das Leben doch so genossen hat, er war einer der wenigen Menschen der fast nie genörgelt hat. Ich denke das ist normal, man wünscht seinen liebsten irgendwann nur noch die Erlösung .... dafür brauch man im Leben kein schlechtes Gewissen haben. Jeder weiß wie man das meinte...auch unsre liebsten die gehen musste.
__________________
Mein Daddy
* 04.08.1947 25.06.2018

ED: 03.04.2017 (metastasierendes Lungenkarzinom (Adeno))


-------- Somewhere over the Rainbow---------
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  #4  
Alt 18.12.2018, 21:19
schnuckimaus schnuckimaus ist offline
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Standard AW: Es ist so schwer

Hallo Cassia

Vorab mal mein aufrichtiges Beileid zu deinem Verlust

In deiner Geschichte sehe ich mich spiegeln. Meine Mama ist im Oktober 2014 nach 15 Jahren Krebs gestorben. Meine Mama war der wichtigste Mensch neben meiner Tochter und meinem Papa auf der Welt. Aber auch ich habe mich damals dabei erwischt das eine Erleichterung im Sinne von ständiger Angst auf einmal da war, wie sie für immer die Augen geschlossen hat. Dieses auf und ab, bei jedem neuen Befund was ist dieses Mal wieder neu dazugekommen, oder wie verkraftet sie diesmal die Chemotherapie usw. wie schlimm sie am Schluss abgemagert war usw. Ich vermisse sie wahnsinnig aber ich weiß das es ihr jetzt sicher besser geht, leider ist mein Papa im Oktober 2017 plötzlich an einem Herzinfarkt meiner Mama nach nur drei Jahren gefolgt.
Ich wünsche dir viel Kraft und glaub mir du machst alles richtig.
Lg Sandra
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  #5  
Alt 18.12.2018, 23:30
Christine S. Christine S. ist offline
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Standard AW: Es ist so schwer

Hallo Cassia,

auch von mir mein herzliches Beileid, es tut so weh, die Mama zu verlieren.

Meine Mama ist vor 10 Jahren von mir gegangen. Sie hatte einen inoperablen Hirntumor. Die letzten 4 1/2 Woche hat sie auf einer Paliativstation verbracht und das war einfach schrecklich, sie dort so leiden zu sehen.

Ich habe sie jeden Tag nach der Arbeit besucht und es hat mir sehr weh getan, sie so leiden zu sehen und nicht helfen zu können.

Eines Tages sagt ich im Beisein einer Pflegekraft, dass man ein Tier in solch einem Zustand erlösen lassen würde. Ich habe mir natürlich böse Kommentare und Blicke einfangen müssen.

Als meine Mama dann gegangen ist, war es ein schlimmer Schmerz für mich, aber ich wusste, dass es das Beste für sie war.

Heute begegnet sie mir noch oft in meinen Träumen und das macht mich sehr glücklich. Ich weiß, sie ist angekommen und es geht ihr wieder gut. Und irgendwann, werde ich wieder bei ihr sein.
__________________
Liebe Grüße
Christine
______________________________________________
Geliebte Mama, Du lebst in meinem Herzen weiter
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  #6  
Alt 19.12.2018, 00:11
Miss Elsy Miss Elsy ist offline
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Standard AW: Es ist so schwer

Es ist schwer nachzuvollziehen, aber der größte Liebesbeweis ist jemanden gehen zu lassen - unendlich schwer, aber das wichtigste ist, das Leiden hat ein Ende. Gib jemanden die „Erlaubnis „ zu gehen, das ein ein erständnis, das ist so schwer und doch so groß!
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  #7  
Alt 20.12.2018, 14:49
Cassia Cassia ist offline
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Standard AW: Es ist so schwer

Vielen Dank für eure lieben Nachrichten.

Morgen ist die Beerdigung und ich habe keine Ahnung wie ich das ganze überstehen soll. Ich bin einfach nur froh wenn der Tag morgen vorbei ist.

Meine Mama wird verbrannt und es gibt eine Baumbestattung was grundsätzlich ja schön ist. Am liebsten würde ich das ganze mit den engsten Verwandten zusammen verbringen aber leider gibt es vorher noch eine Trauerfeier in einer Kapelle. Alleine bei dem Gedanken bekomme ich schon Panik.
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  #8  
Alt 20.12.2018, 20:47
monika100 monika100 ist offline
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Standard AW: Es ist so schwer

Hallo,

mein herzliches Beileid für dich. Eltern zu verlieren tut furchtbar weh.

Aber lass das mal morgen auf dich zukommen, vielleicht geht das besser als du jetzt denkst.
Ich hatte auch immer ein Gräuel vor den vielen Leuten bei einer Beerdigung und in der Messe usw.
Als aber dann mein Vater beerdigt wurde, empfand ich das auf einmal etwas anders. Ein bisschen tröstend und stärkend.
Es ist ja auch irgendwie schön, wenn die Leute deine Mama so gern hatten, dass sie ihr das letzte Geleit geben wollen.

Ich denke morgen an dich, du hast schon so viel geschafft in den vergangenen Jahren, das kriegst du auch noch hin.
Alles Liebe für dich.

Monika
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  #9  
Alt 21.12.2018, 08:30
Beccamaus Beccamaus ist offline
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Standard AW: Es ist so schwer

Liebe Cassia,

genau so habe ich ich auch gefühlt, ich habe auch pflanzliche Beruhigungsmittel genommen . Ich war so mega nervös, mir war schlecht und es war so heiß. Ich denke diese Ängste und Sorgen kann man auch niemanden nehmen. Rückblickend empfand ich die Beerdigung jedoch als "schön" und ich glaube auch Papa hätte es sehr gefallen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und denke an dich....
__________________
Mein Daddy
* 04.08.1947 25.06.2018

ED: 03.04.2017 (metastasierendes Lungenkarzinom (Adeno))


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  #10  
Alt 21.12.2018, 09:03
Henny78 Henny78 ist offline
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Registriert seit: 12.01.2018
Beiträge: 8
Standard AW: Es ist so schwer

Guten Morgen ! Für heute wünsche ich dir ganz viel Kraft. Ich kann so nachbollziehen, wie viele hier, wie du dich fühlen musst. Ich habe die Beisetzungen meiner Eltern als sehr heilsam erlebt. Trotz voller Kapellen hab ich während der Trauerfeiern allerdings nicht viel von den anderen wahrgenommen. Wie in einem Tunnel, wo es nur mich und meinen Elternteil, dem ich mit dem trauerrede noch viel auf den Weg gebe.

Zum schlechten Gewissen / Erleichterung: beide meiner Eltern sind nach recht kurzem, aber schweren Leiden auf der Palliativ bzw im Hospiz gestorben. In den vielen Wochen der Begleitung, sorge, Hoffnung, Angst, Wut, Verzweiflung und LIebe war ich erleichtert, als sie es geschafft haben. Ich habe in der Nacht, nachdem sie gestorben sind, jeweils geschlafen wie ein Baby. Ein großer Batzen der Anspannung ist schon mal abgefallen (wenn dann auch neue dazu gekommen sind). Du darfst erleichtert sein! Du hast unglaubliches geleistet! Und auch hoffen, dass unsere Lieben bald erlöst werden, ist eine natürliche und liebevolle Hoffnung (und dazu zähle ich auch das, was eine meiner Vorgängerinnen geschrieben hat- das Tiere erlöst werden, Menschen nicht. Ich hab das oft gedacht). Ja zu sagen zum Tod ist ein Liebesbeweis, denke ich zumindest. Loslassen ist ein so langer Prozess, aus dem die Erleichterung folgt, wenn auch der geliebte Mensch losgelassen hat. Weil es so ein Kraftakt ist.

Ich wünsche dir für heute wie auch für die nächste Zeit ganz viel Kraft! Uns allen wünsche ich das, denn die nächste Zeit ohne unsere Angehörigen ist ja kein begrenzter Zeitraum, sonderb irgendwie für immer.
Fühlt euch gedrückt
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  #11  
Alt 21.12.2018, 09:52
Positiv_Denken Positiv_Denken ist offline
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Beiträge: 79
Standard AW: Es ist so schwer

Ich hatte auch richtige Angst vor der Beerdigung. Und dann war sie so schön für uns alle. Meine Mutter wurde im Friedwald beerdigt.
Viel Kraft für den heutigen Tag. Du schaffst das.
__________________
Meine Mutti
*18.09.1946 05.07.2018

ED: Mai 2018. Lebermetastasen mit nicht bekannten Ursprungstumor.
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  #12  
Alt 21.12.2018, 14:29
Clea Clea ist offline
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Registriert seit: 13.01.2017
Beiträge: 475
Standard AW: Es ist so schwer

Ich denke heute ganz besonders an dich.
Mein aufrichtiges Beileid zu deinem Verlust.
__________________
Meine Ma
17.9.1957-19.2.2017, 59 Jahre, Lungenkrebs mit Hirnmetastasen
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