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  #1  
Alt 18.12.2001, 21:41
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Hallo an alle,

wie lange dauert dieser Weg? Wie lange muss sie noch leiden? Kann dieses Leiden nicht einfach schneller beendet werden? Warum müssen Sterbende, Todkranke überhaupt leiden? Sind sie nicht schon genug bestraft?

Meine Schwester ist jetzt seit ein paar Wochen in einem sehr kritischen Zustand. Die Ärzte geben Ihr nur noch wenige Tage, Stunden, ...
Keiner weiß wie lange es noch so weiter geht. Es tut so furchtbar weh, das mit anzusehen. Wie kann man das aushalten?
Vor vier Wochen hat sie noch ein Benefizkonzert organisiert und alles auf die Beine gestellt, jetzt solls das gewesen sein? Einfach so?
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand einfach nur ein paar aufmunternde Worte für mich hätte. Ich freue mich über jede noch so kurze Antwort, über jedes Wort, das Hoffnung und Mut, KRaft, ... in sich verbirgt.

Vielen Dank.

conny
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  #2  
Alt 20.12.2001, 17:37
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Hallo Conny,

ja, es gibt wohl kaum etwas Schlimmeres als einen geliebten Menschen leiden und sterben zu sehen !
Meine Mama ist vor 4 Wochen gestorben, wir waren bis zum Schluß bei ihr...
Zum Glück hat sie nicht allzu lange gelitten, richtige Schmerzen hatte sie "erst" zum Schluß, vorher ging es mit Schmerzmitteln einigermaßen. Ab da, als der Arzt es ausgesprochen hat, wie schlimm es wirklich um sie steht und daß es nur noch wenige Tage sein werden, waren es nur noch wenige STUNDEN...

Bist Du denn ständig bei Deiner Schwester bzw. so viel es geht ? Bekommt sie denn noch alles mit ?

Vergangene Nacht habe ich Stunden geweint, es ist auch hinterher sehr schlimm ! Ständig laufen die letzten Stunden bei meiner Mama in meinem Kopf ab...

Dir/ Euch alles Gute, besonders im Moment, wo alle anderen nur an Geschenke etc. denken...

Gruß, Sabine
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  #3  
Alt 21.12.2001, 20:49
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Hallo Connie,
daß zusehen weh tut kann ich mir schon gut vorstellen - obwohl ich als Krebskranker ja selbst nicht zusehen muß... aber ich bin mir sicher, daß das was danach kommt viel schöner sein wird als unser Leben hier, lese doch mal die mutmachenden Bücher über die "Nahtoderlebnisse" vieler Menschen ?
Andererseits gibts doch auch eine gute Schmerztherapie, die sollte doch unbedingt angewandt werden, auch wenn sich Ärzte damit bei jüngeren Patienten vielleicht etwas schwer tun, da sie den Sterbeprozess beschleunigen können ....
Ich bete für Dich und Deine Schwester
Gruß, Thomas
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  #4  
Alt 21.12.2001, 22:02
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Hallo Conny

Unser Sohn Christian ist am 12.01.01 mit 24 Jahren an akuter Leukämie gestorben.
Wir wissen genau was Ihr jetzt leidet.
Aber versuche jetzt soviel wie es nur geht,bei deiner Schwester zu sein!
Begleite deine Schwester auf Ihrem letzten Weg aus diesem Leben sehr Intensiv.
Christian starb Freitagsabends.Wir waren die ganze Zeit bei Ihm,auch seine kleine Schwester 8 Jahre hat sich von Ihm verabschiedet.
Wir wünchen Dir und deiner Familie viel Kraft in diesen
schweren Stunden und liebe für deine Schwester.
Es wacht ein Engel über Ihr.

Gruß Soraya
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  #5  
Alt 26.12.2001, 16:11
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Hallo Conny,
diese schwere Zeit ,die du jetzt durchmachst,liegt bei mir jetzt 3 Monate zurück.
Damals habe ich auch immer gedacht das ist nicht auszuhalten.Mein über alles geliebter Mann hat gekämpft gegen diese sch.... Leukämie,aber hat verloren.Die letzten Wochen
waren für ihn und auch für mich die Hölle.Vielleicht hilft dir meine Hilfestellung für diese Zeit.
Ich hatte mir vorgenommen,wenn er schon sterben muß,dann nicht allein und in meinen Armen.Ich habs geschafft. Ich frage mich heut noch wie ich diese Bilder und Gefühle ausgehalten habe,aber ich weiß ,wäre ich nicht da gewesen hätte ich mir das nie verziehen.
Wir haben nicht das Recht einzugreifen um es abzukürzen,dieses Leiden,obwohl ich auch manchmal daran gedacht habe.Frage dich für wen würdest du es tun.Vielleicht doch mehr ,weil du es nicht mehr mit ansehen kannst???
Ich wünsche dir Kraft und die Liebe es durchzustehen.
Birgit
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  #6  
Alt 26.12.2001, 21:34
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Engel sind manchmal so nah!
Als ich mit meiner Tochter auf der Kinder-KMT war,
zur Stammzellen entnahme,hatte ich eine Begegnung
mit dem kleinen Rudi.Rudi 4 Jahre kam mit seinem Vater in das Spielzimmer zum spielen.Es verließen dann mehrere Mütter mit ihren Kindern das Zimmer.Warum??
Rudi setzte sich mir gegenüber, wobei Ihm der Mundschutz runterrutschte Er schaute mich mit seinen Augen klar und Tieftraurig an. Er sprach kein Wort und trotzdem sprach etwas in Ihm was man nicht beschreiben kann,Rudi verstarb am 6.Dezember 2000 auf der KMT,

Soraya
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  #7  
Alt 02.01.2002, 17:12
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Hallo Conny,
ich kann Dich sehr gut verstehen.
mein Vater ist am 16,02.01 an Leukämie mit 59 Jahren gestorben, die Zeit zwischen Diagnose und Sterbebetag betrug nur 3 Wochen!!!!
Seine Überlebenschanchen waren sehr gering, die Ärzte sprachen von einer 90%-gen Blutverseuchung bei seiner Einlieferung. Man kann sich so täuschen, wenn frische Blutkonserven gegeben wurden, der Mensch sieht besser aus, hat mehr Kraft...
Mein Vater war in eine Langzeitstudie eingebunden worden (ich hatte auch gehofft, dass er da vielleicht noch bessere Medikamente bekommen würde als bei einem "Normalfall", aber...
Es wurden extrem viel Knochenmarksentnahmen gemacht und das hat ihm alles trotz <Narkose sehr weh getan, schlimm waren auch die extremen Blutergüsse an den Stellen, wo Blut entnommen wurde und der Port in den Brustbereich.
Es war irgendwie konfus, einerseits drängte die Zeit um sofort mit der Chemo zu beginnen, andrerseits musste er erstmal zeitraubend aufgebaut werden, um sie zu überstehen.Dann kam noch eine Infektion hinzu, die nicht abheilen wollte und an der er nochmals operiert werden musste, so dass man die Chemo nicht beginnen konnte, obwohl die Zeit drängte.Im Endeffekt, ist er über eine Chemo nicht hinausgekommen, hat die Übelkeit noch nicht so erlebt(wie ich sie bei Mutter erlebt hatte mit zig Chemos, die dann doch nicht geholfen haben) und auch noch alle Haare gehabt, Schmerzen waren auch noch nicht so stark wie es man sonst im Endstadium her kennt.Aber dann kam der Durchfall, der sich nicht mehr stoppen liess und ihn wahnsinnig viel Flüssigkeit verlieren liess,die Chemo konnte so nicht weitergeführt werden, und er wurde sehr,sehr schnell schwach.
Man kann eigentlich sagen, der er "Glück im Unglück" hatte was die Leidensdauer anging.
Aber ob das Sterben eines Menschen weniger weh tut, wenn man ihn länger hat, er älter ist ...?
Ich glaube nicht, der Tod und der Sterbeprozess ist doch immer schlimm.Auch wenn man dem geliebten Menschen Erlösung wünscht hält man ihn dch mit allen Kräften fest und muss ihn dann doch loslassen...

Sei stark, Katja
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  #8  
Alt 07.01.2002, 21:36
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Liebe Katja ! Ich habe lange überlegt, was ich dir schreiben soll um dir in deiner schweren Zeit ein wenig "beizustehen ". Ich spreche als Betroffene, lag im Sommer 2001 , nach einer schweren Chemo im Sterben und war mir der Lage auch voll bewußt.Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, bitte verbringe jede freie Zeit bei deiner Schwester, ich war so froh,wenn jemand von meinen Lieben bei der Tür hereinschaute. Das gibt viel Kraft, Sicherheit und ein Gefühl der Geborgenheit. Ich weiß von meine Lieben, dass sie fast am Ende ihrer Kräfte waren, sie haben sich aber abgewechselt, denn sie mußten 230 km fahren um mich in Graz zu besuchen. Vielleicht könnt ihr euch abwechseln, denn einer alleine kann das nur schwer schaffen, aber bitte lasst deine Schwester nicht alleine. Ich habe es diesmal noch einmal geschafft, weiß aber, dass die Krankheit nur zurückgedrängt wurde und ein Infekt reichen kann, um die Sache explodieren zu lassen. Und eins möchte ich dir vielleicht noch als " kleinen " Trost sagen und ich hoffe, dass es bei deiner geliebten Schwester auch zutrifft, ich hatte keine Angst vorm Sterben in mir war eine Ruhe, ja ich möchte sagen ein herrlicher Frieden. Kannst du vielleicht irgendeine provissionelle Hilfe in Anspruch nehmen, Phsychologe., Priester ?? Ich fühle mich mit dir verbunden, es muß schön sein, dich als Schwester zu haben.
Und wovon ich fest überzeugt bin - es gibt ein Wiedersehen !
Es grüßt dich Grete
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  #9  
Alt 07.01.2002, 21:38
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Bitte verzeih die falsche Anrede, CONNY sollte das natürlich sein !!!
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  #10  
Alt 07.01.2002, 21:38
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Bitte verzeih die falsche Anrede, CONNY sollte das natürlich sein !!!
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  #11  
Alt 08.01.2002, 16:37
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Liebe Grete,
auch wenn Deine Antwort eigentlich nicht für mich bestimmt war, wollte ich Dir auf diesem Wege sagen, dass mir Deine Zeilen trotzdem Trost gegeben haben, weil Du mir bestätigst, was ich die ganze Zeit hoffe,nämlich dass der Betroffene spürt ,das man ihn für ihn da ist und es ihm Kraft gibt.

Katja
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  #12  
Alt 15.02.2002, 12:46
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Liebe Conny ! Denke oft an dich - melde dich einmal, würde mich freuen !!
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  #13  
Alt 19.02.2002, 22:17
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Hallo an alle!

Mein Freund muss am Montag ins KMT-Zentrum nach Wiesbaden. Alles ging dehr schnell, im September Diagnose -CML, im Oktober Blastenkriese, im November Krankenhaus -Chemo und STI 571. Das Medikament hat wirklich geholfen und er fühlt sich gut. Auch die Werte sind gut. Sein Bruder spendet, aber es wird kein Knochenmark genommen, sondern die Blutstammzellen "gefischt".
Ich habe solche Ängste und er ist so hoffnungsvoll. Die Ärzte rechnen mit einem langen Aufenthalt (ca. 60 - 100 Tage). Ich mache mir Sorgen um die Zukunft und bin manchmal wirklich total verzweifelt.

Wem geht es ähnlich?

Viele Grüße

Peter
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  #14  
Alt 05.03.2002, 15:39
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Standard Zusehen tut sehr weh ...

Hallo Peter, habe mit Interesse Deinen Beitrag gelsen. Ich habe auch seit 4 Wochen CML, mir geht es noch super, bin zu Hause und spritze Interferon. Würde mich freuen über die weitere Behandlung Deines Freundes etwas zu lesen. ChrFRI@gmx.de
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  #15  
Alt 17.03.2002, 11:35
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Standard ## Hilfe - Papa total verzweifelt ##

Hallo
Ich habe einen Sohn ,19 Monate jung und liegt seit 4 Tagen , mit Verdacht auf Leukose , im Krankenhaus. Bis auf dem HB-Wert, sind alle anderen Blutwerte in Ordnung.Vom Äußeren weist nichts auf Leukemie hin und auch so verhält er sich eigentlich wie immer, außer das er etwas blasser geworden ist.Die Ärzte rätseln noch herrum, obwohl der HB-Wert schon enorm gesunken ist und eine Bluttransfusion erforderlich machte. Die Ärzte lassen sich dennoch viel Zeit mit vielen Untersuchungen und vertrösten uns auf später (zb.Rückenmarksuntersuchung).
Wer kann mir mit detailierten Informationen helfen oder spezielle Krankenhäuser bzw. Spezialisten empfehlen. Das würde mich sehr viel weiterhelfen.
Ich bin für alle Informationen dankbar.
tschüß papa jens
papa_jens@web.de
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