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  #16  
Alt 19.02.2011, 06:29
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karpatenkarla karpatenkarla ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Ach Babsi-zet,

wenn Du mich persönlich besser kennen würdest, dann würdest Du wissen,
daß im Duden unter "Jammerlappen" mein Name stehen würde

Und schämen brauchst Du Dich wohl wirklich nicht, ich glaub es geht los

Ich bin keine Heldin, ich sag immer ich bin eine "Erdulderin", hab ja leider
keine Wahl.

Und manchmal bin ich so zynisch oder sarkastisch, daß meine Lieben nur
noch den Kopf schütteln und denken ich bin total verrückt. Ist wohl
meine Art mit dem Sch... umzugehen. Achja und ordinär bin ich auch noch,
jawoll

Und ja Du kannst uns helfen: einfach da sein

Blueblue hab ne blöde Frage: was ist eine Radiochemotherapie, dasselbe
wie eine Chemotherapie?


Alles Liebe


Im Ernst: mach Dir nicht soviel Gedanken, wir müssen alle unser Säckchen
im Leben tragen und manche sind halt schwerer als andere, dafür kann
keiner was.
__________________
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  #17  
Alt 05.03.2011, 01:18
arethusa arethusa ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

liebe karpatenkarla,

danke, danke daß du so offen bist und so mutig.
keine will hier irgendwen verletzen, es ist keine pietätsfrage, wo sonst sind ehrliche antworten zu finden. ich habe auch deine geschichte gelesen und wünsche dir und allen anderen genesung und heilung pur. angst vor schmerz und angst vor verlust, nicht loslassen können...sind das eigentliche drama.
da ich dein thema noch nicht gefunden hatte, habe ich gestern unter brustkrebs folgenden text eingestellt:

"hi, hab seit zwei jahren gelesen, was hier geschrieben wurde und mit euch gefühlt. jetzt bin ich verzweifelt, hoffe auf eure erfahrung
und stelle euch allen die vielleicht fieseste frage:

wie geht ihr mit der angst um, der angst, vielleicht viel zu früh zu sterben, der angst, daß eure süße, geliebte freundin viel zu früh sterben soll.
wie kann frau damit leben, zu wissen, daß sie sterben soll, ohne dabei irrsinnig zu werden. was ist es, was dann trotzdem zum überleben,
zu faszinierend unglaublichem humor auch in dieser existenziell bedrohlichen situation führt?
was braucht sie genau in dieser situation:
jahrelang immer und immer wieder "gekämpft" zu haben und jetzt hören zu müssen: die sch...metas wachsen wieder rasant. gebeutelt von ihrer und meiner angst frage ich euch, wie ich verstehen lernen kann. ich liebe sie und kann nicht glauben, daß wir jetzt schon loslassen sollen. grüße von arethusa"

ich habe ihr versprochen, daß sie, wenn es ans sterben geht, zu hause sein wird, weil ich ebenso wie sie, KHs scheue. gibt es wen mit erfahrungen damit?
gibt es dabei etwas, was ich unbedingt bedenken sollte?
jetzt geht es erstmal wieder zur bestrahlung. sie ist kämpferin, und mit ein wenig glück werden wir einen langen erholsamen waldurlaub anschließen.
wünsche uns allen einen wundervollen frühling ohne schmerz, damit wir unser lächeln wieder fühlen. a.
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  #18  
Alt 06.03.2011, 15:24
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blueblue blueblue ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Liebe Karpatenkarla,

mit Radiochemotherapie meine ich die Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie.

@all, ich bin auch keine Heldin, ich hänge nur am Leben und möchte noch möglichst viel von meinen Enkelinnen mitbekommen.

Und natürlich sieht man danach immer vieles anders. Es gibt Dinge, die einfach nebensächlich werden und andere Dinge werden plötzlich wichtig. Ich höre zum Beispiel gern den Schnee fallen, lacht mich nicht aus deswegen.

Und ich liebe es, wenn mein Hund draussen herum tobt.

blueblue
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  #19  
Alt 07.09.2012, 20:30
Bürli Bürli ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Hallo zusammen,

ich finde es von euch mutig wie ihr mit den Situationen umgeht. Mir fällt es schwer. Ich kümmere mich mit meinem Vater um meine Mutter. Sie hat ein Bronchialkarzinom. Sie wird palliativ behandelt und bekommt was gegen die Schmerzen. Ich möchte nur das meine Mutter keine Schmerzen hat und ruhig einschlafen kann. Ich weiß auch das sie nicht an der Tumorerkrankung stirbt sondern an was anderes. Es fällt mir nur schwer sie jeden Tag zu sehen. Ich weiß nur das es ihr besser geht da wohin sie geht.
lg Bürli
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  #20  
Alt 13.09.2012, 07:37
Ed1 Ed1 ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Hallo an Euch!

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen für deine OP, dass es gut und schmerzlos vorübergeht - hab auch Krankenhausphobie nach meiner ersten OP - so kann ich mitfühlen, was du durchmachst.

Deine Gedanken zu Sterben und Tod plagen viele von uns. Auch mich. Ich habe kein Angst vor dem Tod wohl aber vom qualvollen Sterben und auch ich möchte diesen sinnlosen Schmerzen entfliehen.

Am besten ist es sich rechtzeitig mit einem Palliativzentrum in Verbindung zu setzen, um über Schmerztherapie zu sprechen und sich dort betreuen zu lassen. Die Schmerztherapie nimmt die Schmerzen und unternimmt keine oft sinnlosen und verzweifelten OPs, Bestrahlungen o.a. wenn bereits alles zu spät ist.

Auch das Thema "Patientenverfügung" solltest du angehen, damit Dein Wille durchgesetzt werden kann (keine künstliche Ernährung, keine künstliche Beatmung etc.) und das Leiden verkürzt wird.

Man soll noch mit klarem Verstand seine Entscheidungen treffen.

Mehr kann ich auch dazu nicht raten.

Ich kann keine Antwort finden, warum Menschen so leiden müssen - ich wünschte es gäbe auch für Menschen einen barmherzigen Ausweg.

Danke für Deinen Beitrag.
lg
ed
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  #21  
Alt 07.11.2012, 02:14
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Katzensprung Katzensprung ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Absolut, ich finde auch für Menschen muss es gestattet sein, möglichst schmerzfrei aus dem Leben zu treten, wenn keine Möglichkeit mehr besteht und alles andere nur das Leiden oder Dahinsiechen verlängert.
Ein barmherziger Ausweg...

Es sind unsere Haustiere, die wir lieben, besser dran.
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  #22  
Alt 13.02.2013, 03:56
Triangel Triangel ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Mir hat das Buch von Sherwin Nuland "Wie wir sterben" viele Zusammenhänge verständlich gemacht.

Ich stand etwas unschlüssig vor der Frage, ok, weiß man ja, dass man nicht mehr in Jopi Heesters Fußstapfen treten wird, wenn man die Diagnose Krebs hat, aber wieso bringt z.B. ein 4x4 cm großer Lungentumor mit verschiedenen Metastasen einen möglicherweisen kräftigen Menschen zu Tode.

Was ist das an dem Krebs, was den Menschen so oft Gewicht verlieren lässt und ihn schwächt?

Naja, solche Fragen halt.
Das Buch hat ein bisschen Klarheit gebracht.

Viele Grüße, Triangel
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  #23  
Alt 17.02.2013, 23:33
evelyn-wieda evelyn-wieda ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Ein liebes Hallo in die Runde,

und ja, auch mich hat diese Fragen sehr beschäftigt – das Sterben, der Tot und wenn ich daran dachte, bekam ich Angst, wirklich verdammte Angst, die einem beinahe den Atem nimmt, die einen nicht schlafen lässt, die einem die Beine weg haut. Es war eine traurige Zeit für mich und so wollte ich nicht mehr denken.

Mir halfen dann die Gespräche mit meiner Therapeutin. Sie riet mir: Schaue dir genau deine Angst an. Wovor hast du Angst? Was macht dir Angst? …Genau das habe ich dann irgendwann getan. Für mich kam dabei heraus, dass ich vor dem Tod keine Angst habe; glaube ich doch, dass es da noch mehr gibt, dass meine Seele durch eine andere Tür geht. Also war dieses „Problem“ schon mal weg.

Dann meine Angst vor dem Sterben direkt; wie werde ich einschlafen, meinen Körper verlassen? Hier half mir ein gutes Gespräch mit meinem Hausarzt, der mir die Angst vor Schmerzen nahm. Also war das Problem „Schmerz“ auch irgendwie nicht mehr soo groß.

Aber dann kam mein Schmerz, meine Traurigkeit – meine Familie, meine Kinder … meine Träume. Hier halfen mir offene, liebe, und viele Gespräch mit meinen Kindern, mit meinem Freund ... und ein Stück Loslassen.

Wenn ich heute darüber nachdenke, habe ich keine Angst mehr vom Gehen, ich bin da nur ein wenig traurig wegen derer, die hier bleiben. Und das mit meinen Träumen. Nun ich träume weiter und ich habe Wünsche, ganz konkrete Ziele, die ich unbedingt zeitlich erreichen möchte. Darüber habe ich ein Bild gemalt und sehe es mir hin und wieder an. Es gibt mir Kraft und Freude.

Schließlich habe ich alle Dinge, die es zu klären gibt, geklärt und seit dem ich das alles erledigt habe, sind auch meine Gedanken darüber weg. Es gibt nichts mehr zu tun, alles ist getan worden und ja, ich brauche nun nicht mehr darüber zu grübeln, es ist einfach befreiend.

So ist es ganz wichtig für mich, dass ich sehr bewusst im Hier und Jetzt lebe, genieß, lache und mich an all den schönen Dingen erfreue, die jeden Tag passieren – für mich ist mein Leben einfach schön, es ist bunt und lebenswert und das zählt für mich.

Und dir liebe Katensprung stimme ich da einfach zu. Ja, es wäre schön.

Zitat:
... ich finde auch für Menschen muss es gestattet sein, möglichst schmerzfrei aus dem Leben zu treten …
Alles Liebe
Evelyn
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  #24  
Alt 24.03.2013, 01:33
arethusa arethusa ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

vor zwei Jahren hab ich Karpatenkarla und allen Anderen meine damalige Sicht zu Thema versucht zu schildern. Ich war voller Angst. Und das ist jetzt und heute nicht mehr nur vorweggenommen, sondern sch... real. Meine Freundin ist jetzt auf der Paliativstation (mit Abstand die beste Station zum Thema Patientenrespekt!). Zur Situation: Sie ist 46, hatte vor 10 Jahren die Diagnose Brustkrebs, war 2008 rezidiv, hat mit allen Mitteln gekämpft, schulmedizinisch, homeopathisch plus Kräuteranwendungen in Kombination mit stockkonsequentem Guo Lin Ji Gong u.v.m. Auch eine 6wöchige Fastenkur konsequent nach Buchinger usw. haben leider nicht genügend bewirkt. Im Oktober letzen Jahres wurde wegen der Knochenmetas Bestrahlung unvermeidbar. Von diesem Strahlenkater konnte sie sich nicht mehr erholen.
Übelstes Erbrechen - Schmerzen - Opiate - Schmerzmittel Stufe 3 -
seit einem halben Jahr schmerzvolles Elend, seit 4 Wochen - Palli.
Für ein Wochenende konnten wir Sie nach Hause holen, dann hat sie sich innerlich vom Häuschen verabschiedet. Von da an ging es ihr immer schlechter. Heute hab ich wieder ihre panische Angst gespürt. Sie will nicht sterben. Sie hat Angst, ganz allein gelassen, sterben zu müssen. Es ist, glaube ich, eine ganz unerträgliche einsame Angst, unvorstellbar bitter.
Sie verliert immer mehr auch ihr Bewußtsein, ich kann Sie nur noch selten erreichen. Ich hocke einfach nur elendstraurig neben ihr und versuche die schönsten Stunden zu erinnern. Es ist eine sch...Angst, mit der keine wirklich umgehen kann. Tod und Sterben sind Tabu. Solange das so ist, werden wir uns damit weiterhin sehr elend und alleingelassen fühlen.
Allen wünsche ich Besseres! arethusa
@ Karpatenkarla
ich hoffe Dich zu erreichen, verzeih mir meine Naivität und altkluge Ahnungslosigkeit von damals. herzl a.

Geändert von arethusa (24.03.2013 um 01:39 Uhr)
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  #25  
Alt 02.04.2013, 01:48
arethusa arethusa ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Ihr Lieben,

vor vier Tagen ist meine Freundin gestorben. Sie hatte Angst vorm Sterben, denn sie liebte das Leben. Wer will schon sterben mit 46. Sie hatte einen großartigen Psychologen, mich und sehr liebe Freunde, die die ganze Zeit bei ihr waren. Ich bin erleichtert, weil sie jetzt keine Schmerzen mehr haben muß. Und unglücklich. Ihr werdet Mut brauchen, zu fragen, was es genau ist, was Angst macht. Und dann mit Herz und Kopf entscheiden.
Meine Freundin hatte immer neue Ziele und Ideen, gegen ihre Krankheit und für sich zu kämpfen. Selbst wenn sie bis an den Rand erschöpft war, wollte sie keinesfalls aufgeben. Das gab uns beiden eine unglaubliche Energie und war im Grunde der sicherste Schutz vor aufkommender Angst.
Auch wenn ich jetzt völlig neben mir bin, möchte ich Euch allen danken,
für die warmherzige Unterstützung, die ich hier gefunden habe.
Ich drücke Euch fest die Daumen und werde noch einige Zeit hier sein, weil ich an Euch denke. Wenn eine Fragen beantwortet haben möchte, tue ich das gern. Liebe grüße von a.
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  #26  
Alt 03.04.2013, 01:10
mucki53 mucki53 ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Liebe arethusa,
mein aufrichtiges Mitgefühl.
Es ist schön, dass Ihr Deine Freundin bis zuletzt begleitet habt, so brauchte sie keine Angst mehr zu haben, alleine gehen zu müssen.
Sie hat es bestimmt gespürt und konnte so beruhigt loslassen.
Für die kommende Zeit schicke ich Dir Kraft und gute Gedanken .
Mir hat sehr die ARD-Themenwoche zu Tod und Sterben geholfen, die vor einiger Zeit lief. Einfühlsame Beiträge, gute Themen und manchmal auch lustig.
Man darf nicht zurückschauen, die alten Zeiten kommen nicht wieder, das "Warum ?" beantwortet keiner.
Wir kämpfen, weil das Leben schön ist und wenn es wirklich ernst wird, ist es gut, wenn man wirklich enge Freunde hat.
Geniesst jeden Tag, die Kleinigkeiten, die wir früher oft übersehen haben, seid nachsichtig mit Euch, lernt, einen Gang zurückzuschalten.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen alles Gute .
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  #27  
Alt 06.04.2013, 23:01
arethusa arethusa ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

danke mucki, sie fehlt mir so sehr ... a.
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  #28  
Alt 01.08.2013, 20:15
alessiana alessiana ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Guten Abend zusammen

Jeder, der in dieser Gruppe bzw diesen Foren schreibt, ist mit Krankheit und Tod konfrontiert.

Im Gegensatz zur Tiermedizin muss der Mensch oftmals bis zum Schluß leiden....

Palliativmedizin ist ein Segen, aber oftmals vergehet eine lange Zeit, bis diese endlich eingeschaltet wird.

Intensivmedizin macht vieles möglich, ich weiß das, denn ich arbeite dort. Und deshalb stelle ich mir fast täglich die Frage, ist das noch human, was dort gemacht wird? Habt ihr eine Patientenverfuegung, wollt ihr alle Möglichkeiten für euch selbst ausschöpfen oder sagt ihr, bis hierhin und nucht weiter?

Ich lehne für mich die Gerätemedizin ab, habe eine Kopie meiner Verfügung immer dabei und jeder der mich kennt, kennt auch meine Einstellung.

Wie steht ihr dazu?
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  #29  
Alt 01.08.2013, 20:35
Benutzerbild von wildcat2505
wildcat2505 wildcat2505 ist offline
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Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Als uns ganz klar war, dass mein Mann nicht mehr viel Zeit hat, haben wir eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht unterschrieben. Zum Glück, denn 2 Tage später brauchten wir diese. Mein Mann sollte nicht mal 8 Tage vor seinem Tod noch eine Chemo bekommen, die lt. Aussage des Arztes "wenig bis gar nichts bringt". Wir hatten uns im Vorfeld damit beschäftigt und er hat mir klipp und klar seinen Standpunkt mitgeteilt, dass er nicht mehr als unbedingt nötig leiden möchte und auf keinen Fall solle sein Sterben länger dauern, als die Natur ihm Zeit gibt. Mein Mann war nicht mehr unbedingt in der Lage, diese Entscheidung selbst zu treffen - Gott sei dank konnte ich dank der Vorsorgevollmacht die Chemo für ihn ablehnen - er musste schon genug Qualen durchmachen. Ich hätte es nicht ertragen, ihn noch mehr leiden zu sehen.
Auch der Palliativmediziner, der dann bei uns war, nachdem mein Mann zum Sterben nach hause kam, hat sich sehr aufmerksam die Patientenverfügung durchgelesen. Ohne diese hätte er ihm ein Wasserdepot unter die Haut gelegt und ihn künstlich ernährt.
Ich bin im Nachhinein froh, dass wir beides hatten.
Klar, ich wollte ihn auch nicht an das verdammte Schalentier hergeben, aber sein Leiden künstlich (medizinisch) in die Länge zu ziehen...NEIN, dafür hab ich ihn viel zu sehr geliebt.
Und sollte ich einmal in eine solche Situation kommen (was ich nicht hoffe), dann werde ich den selben Weg gehen...ohne medizinische Verlängerung und ohne Hinauszögern, was nicht zu vermeiden ist.
__________________
GlG Rika
mein Mann: Hautkrebs pT3aN1aM1c Klinisches Stadium IV, CL 4 *16.09.1963 - 26.1.13
Nicht die Zeit heilt unsere Wunden, wir gewöhnen uns nur an den Schmerz
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  #30  
Alt 01.08.2013, 22:38
alessiana alessiana ist offline
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Registriert seit: 01.08.2013
Ort: in der Pfalz
Beiträge: 21
Standard AW: Ernsthafte Gedanken über Tod und Sterben

Liebe Rika


Ich denke, ihr habt eine weise Entscheidung getroffen.
1979 starb meine geliebte Oma, eigentlich meine wahre Mama, an Bauchspeicheldruesenkrebs.
Leider gab es damals noch keine Verfügung und keine Palliativmedizin. Ich war seit gut einem Jahr Krankenschwester und ausser sie zu pflegen konnte ich nichts für sie tun. Diese Situation hat mich geprägt. So wie dich die Krankheit deines Mannes.
Ich wünsche dir viel Gesundheit, das Einzige, was letztendlich zählt

Liebe Grüße


Petra
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