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  #1  
Alt 15.02.2017, 15:15
BuntesSchaf BuntesSchaf ist offline
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Standard Trauerbegleitung oä

Hi, seit dem 23. 1. gehöre ich auch zu den Hinterbliebenen. Ich habe das Gefühl, es wird mit jedem Tag immer schlimmer. Wo habt ihr Hilfe gefunden? Hier gibt es wohl ein mal im Monat ein Trauerkaffee, vom Hospizverein, ob das das richtige für mich ist, weiß ich aber noch nicht .. ich weiß aber auch noch nicht, was da abgeht. Ich habe ein Problem unter Leute zu gehen, weil ich mich immer weniger beherrschen kann. Ich breche mittlerweile mitten im Laden hemmungslos in Tränen aus.. Am liebsten würde ich mich tief in irgendeinem Loch eingraben, und darauf warten, dass auch mein Leben vorbei ist. Aber eine Lösung ist das wohl auch nicht
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  #2  
Alt 15.02.2017, 16:25
Gucky Gucky ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Da ich nicht nur Betroffener bin, sondern auch Angehöriger war (im Oktober letzten Jahres verstarb meine Tochter, die ich mit meiner Frau fast 18 Jahre gepflegt hatte) kann ich nur schreiben was mir geholfen hat.
Ich beschäftigte mich oder schlief.
Ich gab mir gar keine Möglichkeit zum Nachdenken.
Ich fing an, immer mehr zu lesen. Dies hat den Vorteil, dass die Augen irgendwann müde werden und man schneller einschläft.
Ab und zu geht es an die frische Luft und jeden Sonntag, mindestens, besuchen wir unsere Tochter und ich erzähle ihr, was in der vergangenen Woche los war.
Irgendwie ist es aber auch eine Bewältigung des Alltags und der eigenen Probleme. Das klingt vielleicht etwas gaga, meine Tochter konnte mir in den vergangenen 18 Jahren nicht antworten und heute um so ähm kann ich sie auch nicht verstehen. Monologe mit ihr bin ich also gewöhnt.
Mein Rat an Dich, lenke Dich ab, so gut es geht, suche Dir vielleicht ein Hobby und komme vor allem unter die Leute.
Mach einfach Sachen, die Du liebst.
Mir hat auch meine "Löffelliste" geholfen, da ich schnell einmal etwas vergessen habe.
Mach Dir doch einfach, wenn Du merkst, dass Dich die Niedergeschlagenheit einholt, eine Liste mit schönen Sachen die Dir gefallen und die Du demnächst in Angriff nehmen kannst.

Mit freundlichen Grüßen Gucky
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  #3  
Alt 15.02.2017, 16:43
Dimolaidis Dimolaidis ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Ich würde mir vom Hausarzt vielleicht eine Verschreibung von psychologischer Beratung holen. Trauercafe mit verschiedenen Menschen und verschiedenen Trauerhintergründen könnte eine Spur zu früh sein. Vielleicht ist da jemand der dir hilft, vielleicht aber auch nicht und es reisst dich herunter. In einem Gespräch mit einem geeigneten Psychologen kann man zu 2. aufarbeiten was an einem nagt, was man noch von der verstorbenen Person beantwortet haben möchte etc.

Mit hat geholfen ein imaginäres Gespräch mit dem noch gesunden Angehörigen, wie ich ihn in Erinnerung hatte, zu führen. Was würde mein gesunder Vater dazu sagen was ich gemacht habe, was würde er für mich wollen, die Umstände seines Todes etc. Ich habe mich imaginär vor 5 Jahren mit ihm hingesetzt und ihm einfach erzählt was kommen wird, warum ich dieses und jenes gemacht habe, worauf ich einfach keinen Einfluss hatte, was ich einfach riskieren musste, was die Alternative gewesen wäre und das das auch keine Garantie war etc.
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  #4  
Alt 15.02.2017, 17:33
vintage vintage ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

liebe Astrid,

mein Beileid!

hast du mal bei www.verwitwet.de reingeschaut?

hier ist eine Sendung "Tod und Trauer - vom Umgang mit dem Verlust", die kürzlich lief und die ich gut fand:
http://www.swr.de/nachtcafe/sendung-...wqr/index.html

viel kraft & geduld!
__________________
lieben gruß, vintage



Mein geliebter Mann wurde nur 49 Jahre alt und
starb knapp fünf Monate nach der Diagnose.
* Juli 1965 - + Mai 2015

ED Weihnachten 2014 (Blind-)Darmkrebs mit zu vielen Lebermetastasen,
dann auch Lungenmetastasen...

Geändert von vintage (16.02.2017 um 09:36 Uhr)
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  #5  
Alt 15.02.2017, 18:13
Wolle2 Wolle2 ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Hallo zusammen.

Es muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden, mit der Trauer umzugehen. Ich musste trotz meines Schmerzes sehr schnell wieder "funktionieren" und habe alles mit mir selbst ausgetragen. Ich wollte hierbei kein Publikum haben, vor allem dann nicht, wenn ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte.
Der Verlust eines geliebten Menschen begleitet einem ohnehin lebenslang.

In stillem Gedenken an alle Trauernden.
Wolle2
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  #6  
Alt 15.02.2017, 21:19
monika100 monika100 ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Liebe Astrid,

so ein schwerer Verlust und erst so kurz her. Das ist kein Wunder, dass es dir so schlecht geht.

Als mein Vater gestorben ist und es meiner Mutter so schlecht ging, habe ich sie zu einer Trauergruppe geschleppt. Hier auf dem Land war es das einzige, was überhaupt angeboten wurde. Die Leute da haben ihr nicht geholfen, da die schon nach kurzer Zeit auf der Suche nach einem neuen Partner waren, aber die Leiter des Kurses haben ihr ein wenig helfen können.

Darum würde ich das an deiner Stelle doch versuchen mit der Trauergruppe, weggehen und aufhören kannst du immer noch. Deine Tränen, die du jetzt mühsam versuchst zurückzuhalten
(Warum eigentlich? Warum darf man die nicht laufen lassen? Jeder, der ein bisschen Hirn hat wird das verstehen)
kannst du da auf jeden Fall laufen lassen.

Parallel würd ich mir beim Hausarzt was verschreiben lassen und vielleichtauch beim Psychologen anmelden. Das dauert ja eh meist bis man einen Platz kriegt.

Ich wünsche dir nur das Beste und schreib dir hier alles von der Seele.

Umarmung von Monika
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  #7  
Alt 16.02.2017, 06:56
BuntesSchaf BuntesSchaf ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

reguläre Therapie habe ich hier auf die Schnelle keine Chance drauf. Ich kann in Notfällen reinkommen. Werde ich wohl jetzt auch tun. Leider funktioniert das mit dem Ablenken nicht- und ich weiß auch nicht, ob ich mich ablenken will. Will ich denn die Gedanken an das Liebste in meinem Leben wegschieben- stirbt er dann nicht noch mal? Ich will ihn bei mir haben, ganz fest...
Meine Produktivität ist gegen Null gesunken. Normal sitze ich gerne am Spinnrad- aber das kriege ich nicht mehr hin, der Faden wird einfach nichts. Ich versorge meine Tiere, aber auch da stelle ich mich nur noch blöd an- mache Wege 5x, weil ich nichts mehr mit Struktur und Plan hinbekomme. Lesen geht nicht, nach 5 Minuten kann ich mich nicht mehr Konzentrieren. Mein Haus sieht aus, als wäre darin ein größerer Sprengsatz hoch gegangen. Ich sitze meist apathisch in der Ecke und heule , oder starre vor mich hin. Die Sonne draußen macht mich fertig. Wir hätte jetzt sicher schon die letzten 3 Tage genutzt um immer mal auf unserer Hollywoodschaukel zu sitzen, das Jahr zu planen. Dort haben wir in den Jahren wunderschöne Stunden verbracht. Ich traue mich nicht mehr in die Nähe, betrete den Garten eigentlich gar nicht mehr..
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  #8  
Alt 16.02.2017, 18:59
Benutzerbild von GlidingGeli
GlidingGeli GlidingGeli ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Hallo BuntesSchaf,

bei dir ist der Verlust doch noch keinen Monat her, sei ein bißchen geduldig. Die Trauer braucht Zeit und Raum, laß dir bitte von keinem einreden, dass alles ganz schnell wieder gut ist.
Meine Freundin hat vor einem Jahr ihren Mann verloren, ihre Pflichten im Alltag konnte sie kaum stemmen, einige haben ihr geholfen, indem sie ihr den Garten gemacht haben, immer mal wieder zum Reden oder mehr noch zum Zuhören zu ihr gegangen sind. Wenn dir Hilfe bei irgendetwas angeboten wird, sage nicht nein. Meist bietet man die Hilfe ein- oder zweimal an und danach nicht mehr. Nach einiger Zeit konnte sie konkret um Hilfe bitten. Es dauert und durch die Bürokratie wird man immer wieder mit dem Tod des geliebten Partners konfrontiert. Einerseits sind da die Ämter, die gewissen einfordern, selber muss man auch einiges an Papieren beischaffen, einige Menschen legen da einem richtige Hürden in den Weg.

Wenn du magst, trau dich in eine Trauergruppe, wenn du merkst, es klappt jetzt nicht, dann vielleicht in einem oder zwei Monaten.

Hast du jemanden, der dir mit viel Geduld zuhören kann.

Du darfst traurig sein und die Dauer hängt von dir ab. Vielleicht kannst du dir jeden Tag etwas vornehmen, dass erledigt werden muss, wenn du das geschafft hast, darfst du stolz auf dich sein.

Alles Liebe GlidingGeli
__________________

Mögest du dir die Zeit nehmen,
die stillen Wunder zu feiern,
die in der lauten Welt
keine Bewunderer haben.


Irische Sprüche
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  #9  
Alt 18.02.2017, 00:01
Verlassen Verlassen ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Liebes Buntes Schaf!

Wenn man in seinem Schmerz gefangen ist, ist es ganz normal, dass man Wege plötzlich fünfmal geht oder dann irgendwo steht, wo man denkt: Was wolltest Du jetzt hier überhaupt? Auch dass man das Gefühl hat, es wird jeden Tag schlimmer ist normal. Das wird es auch, weil man erst nach und nach anfängt zu realisieren, dass man alleine weitermachen muss. Aber genau das möchte man ja nicht. Genau da kommen die Gedanken, dass man lieber auch gar nicht mehr da sein möchte. An diesem Punkt etwas zu finden, was einem trotz der Trauer noch so viel Freude bereiten kann, diese Gedanken beiseite zu schieben, ist schwer.

In solchen Momenten sind Freundinnen unbezahlbar, denen es selber schon einmal richtig schlecht ging, denn sie verstehen einen am Besten. Wenn ich das Gefühl habe, das Alleinsein nicht mehr zu ertragen, mache ich Musik an und singe mit. Ja, es darf auch traurige Musik sein und weinen darf man auch ganz viel und ganz oft. Selbst wenn man das Gefühl hat, dass es nichts hilft, so bringt es doch was.

Ich habe fast zwei Monate das Haus nicht verlassen (außer zur Arbeit, wo ich auch sehr oft in Tränen ausgebrochen bin). Ich konnte niemanden um mich herum ertragen und musste alleine sein. Jetzt ist es genau umgekehrt - ich ertrage es kaum, allein zu sein und versuche Leute um mich herum zu haben. Ich könnte mir vorstellen, dass auch Du diese Phase irgendwann erreichen wirst.

Auch wenn es Dir schwer fällt, nutze jeden Sonnenstrahl aus, um aufzutanken. Gerade jetzt ist das wichtig. Die Sonne kannst Du auch tanken, wenn Du einen großen Bogen um die Hollywood-Schaukel machst. Und apathisch vor Dich hin heulen kannst Du auch in der Sonne. Das ist jetzt nicht böse gemeint. Dein Zustand wird noch eine Weile so anhalten und es geht nur in kleinen Schritten vorwärts. Da machen wir uns wohl alles nichts vor.

Deine Trauerarbeit hat schon lange begonnen - auch wenn Du der Meinung bist, es tut sich nichts. Du bist hier bei uns. Bei Menschen, die nachvollziehen können wie es Dir geht. Auch das ist schon eine Trauergruppe, die bei der Verarbeitung hilft. Probiere auch einfach mal das Trauercafé vom Hospiz aus. Und wenn Du in Tränen ausbrichst - wen sollte das stören? Sie sind alle aus dem gleichen Grund da wie Du - und auch sie haben irgendwann einmal ihren ersten Besuch dort gehabt.

Und nein, das Liebste in Deinem Leben stirbt ganz sicher nicht noch einmal, wenn Du versuchst, den Schmerz zu verdrängen. Vergiss bitte niemals, dass Du nicht versuchst, den Gedanken an Deinen Mann zu verdrängen, sondern nur den Schmerz über seinen Verlust. Das ist ein riesengroßer Unterschied. Dein Mann ist bei allem was Du tust doch sowieso bei Dir und das ist auch gut so. Fühl Dich ganz herzlich gedrückt.
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  #10  
Alt 18.02.2017, 18:51
Mel_1 Mel_1 ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Als mein Mann starb, war ich auch so unfassbar traurig...ich dachte, ich werde nie mehr lachen können usw. Ich konnte keine Musik mehr hören und hatte eine Unruhe, die mich wahnsinnig gemacht hat. Auch litt ich unter massiven Schlafstörungen und Rückenverspannungen, so dass ich nur noch mit Auto und Sitzheizung durch die Gegend gefahren bin.
Ich machte das 8 Wochen, bis ich vor Schmerzen im Rücken und dieser unendlichen Müdigkeit zu meinen Ärzten bin.
Da gab es dann das volle Programm...Massagen und auch Schmerzmittel und auch was zum schlafen für die Nacht.
Zumindest wanderte ich Nachts nicht mehr wie blöde rum.
Aber diese unfassbare TRaurigkeit wollte natürlich nicht nach 2 Monaten vergehen...meine Ärzte sorgten dafür, dass ich schnellstmöglichst eine Trauertherapie machte. Das ging wirklich fix...weil die Mittel und WEge haben, einen Platz zu bekommen.
Ich muss sagen, meine Mutter hatte zu diesem Zeitpunkt auch unheilbar Lungenkrebs und man wartete auch da, wenn es zu Ende geht.
Die Trauertherapie beim Psychologen hat mir geholfen, dass ich wieder einen Fuss ins Leben fand...aber sowas geht nicht von heute auf morgen.
Trauer muss man leben....nicht verstecken oder unterdrücken. Ich hab aus vollstem Herzen getrauert, weil ich meinen Traummann verloren hab.
Natürlich war ich nach 6 Monaten auch noch nicht raus...aber ich konnte aktiv am Leben teilnehmen, hab mir einen Hund gekauft, der mir richtig den Schups ins "neue" Leben gab. DEr hat mich ordentlich beschäftigt und mit ihn hab ich auch viele neue Menschen kennengelernt, die mich auch aus diesen Sumpf zogen.
Es wird immer eine gewissen TRaurigkeit bleiben, auch nach fast 10 Jahren...an Tagen wie Todestag/Geburtstag/Hochzeitstag, aber die Freude am Leben und der Stolz, das solange alleine geschafft zu haben, überwiegt.
Ich hab damals nie gedacht, aus diesem tiefen Trauerloch zu kommen.
Sätze wie...Zeit heilt alle Wunden oder Du schaffst das schon, konnte ich nicht mehr hören.
Aber...es ist so...man entwickelt Kräfte, die man von sich nicht kannte.
Ich kann nur jeden Mut machen, zu kämpfen und auch die TRauer laufen zu lassen und mit der Zeit wird es besser, man darf nur die Geduld nie verlieren.
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  #11  
Alt 21.02.2017, 18:10
BuntesSchaf BuntesSchaf ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Ich war heute bei einer Psychologin, bei der ich wegen Depressionen vor 2 Jahren in Behandlung war. Sie bietet leider keine Trauertherapie an. Sie hat mich an das Psychotherapeuten Netzwerk in Marburg verwiesen, dort habe ich morgen einen Notfalltermin. Auch nur um einen Therapeuten zu finden. Dann schauen wir mal. Im Moment habe ich das Gefühl, dass es jeden Tag eher schlechter wird. Sie (die Psychologin) meinte, das kann auch noch das nächste halbe Jahr weiter so gehen.. macht Mut . Ich muss mal den Hintern hoch bekommen. Eine gute Bekannte hat ihren Lebensgefährten vor 1,5 Jahren auf ähnliche Art verloren. Vielleicht helfen mir Gespräche mit ihr. Ich erwarte nicht, dass ich in 3 Monaten wieder glücklich durch die Gegend hüpfe, aber wenn sich die jetzt begonnene Abwärtsspirale ein halbes Jahr fortsetzt, zieh ich den Stecker. Das kann ich nicht- sorry, wenn das feige ist.
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  #12  
Alt 21.02.2017, 18:27
Benutzerbild von carlchen
carlchen carlchen ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Hallo liebes buntes Schaf,

Stecker ziehen, bitte nicht.
Ich für mich kann sagen, es wird besser, aber die Trauer einen Teil meines Lebens verloren zu haben, der wird immer bleiben.

Heute habe ich einen "lustigen" Beitrag im Internet mir angeschaut.
Erst war ich auf der Suche, was ist wenn der Seelenpartner stirbt.
Und dann war da ein Beitrag von einem jungen Österreicher.
Was bedeutet das Weiterleben, Reinkarnation, also am Ende mußte ich Schmunzeln, wir sind ein Teil eines großen Kuchen. Versuche mal zu verlinken
https://www.youtube.com/watch?v=Zi2QQBW5hU8.

Meine Trauer - es ist eine Art Reise - ich bin habe viele gesehen und erlebt, bin vielen Menschen begegnet was so ja nie passiert wäre.
Aber dieses neue andere Leben so hinzunehmen, ist ein ganz schönes Stück Arbeit für mich.

Jetzt aber ist deine Zeit und du darfst traurig und auch mal wütend sein.
Viel erreicht hast du in der kurzen Zeit ja auch schon.

Darum ich wünsche dir alles alles Gute liebe Grüße Carolin
__________________
Sei nicht traurig!
Wir sehen uns wieder
im Land Nangijala
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  #13  
Alt 21.02.2017, 18:30
sanne2 sanne2 ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Hallo liebes Buntes Schaf.
Es tut mir unglaublich leid, dass es dich auch treffen musste.
Deine Geschichte habe ich still verfolgt, aber da auch ich noch nach genau 8 Monaten in Trauer um meinen verstorbenen Mann bin, konnte ich dir nicht antworten.

Ich möchte dir nur eines schreiben!
Setze dich nicht mit der Trauer um deinen Mann unter Druck.
In diesem Fall gibt es kein richtig oder falsch!
Jeder Mensch trauert anders und nach deiner kurzen Zeit musst du deinen Weg alleine erst einmal finden.
Und lass dir Zeit!
Jetzt, nach 8 Monaten bin ich noch immer unglaublich traurig um den Verlust meines Mannes und das konnte mir noch niemand nehmen.

Ich alleine entscheide, wie lange und vor allem WIE ich trauere und all meine Freunde und die Famiie haben vollstes Verständnis.

Mir persönlich hat damals meine Arbeit geholfen, nachdem ich 4 Wochen krankgeschrieben war. Auch wenn ich dort häufig traurig war, aber ich war dennoch ebgelenkt.

Probiere für dich die Trauergruppe aus, vielleicht hilft sie dir.
Und wenn sie trotz allem nicht helfen sollte, dann findest du etwas anderes.
Nur erzwingen lässt es sich nicht.
Für mich war der Zeitfaktor sehr entscheidend, den ich ganz alleine für mich entschieden habe.

Solltest du jemanden zum Austausch brauchen, schreibe mich gerne an.
Auch ich habe anfangs sehr viel mit Witwen geschrieben und habe viele Gemeinsamkeiten gefunden, die trotz allem irgendwie tröstlich waren.

Ganz liebe Grüße,

Sanne

Tut mir leid. Habe überlesen, dass du nicht in eine Trauergruppe gehst, sondern zu einem Psychologen. Dort war ich vor dem Tod meines Mannes und MIR hatte es schon geholfen.
Alles gute wünsche ich dir

Geändert von sanne2 (21.02.2017 um 19:06 Uhr)
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  #14  
Alt 21.02.2017, 21:28
Elisabethh.1900 Elisabethh.1900 ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Liebe Buntes Schaf,
du schriebst:
Zitat:
Ich muss mal den Hintern hoch bekommen
Am heutigen Tag hast Du ganz viel für dich getan, es war sicherlich nicht einfach für dich, bei der Psychologin anzurufen.
Ich bin der Ansicht, da du schon einmal eine Depression hattest, ist es jetzt in der Trauerzeit so schwierig. Du erlebst alle Gefühle viel intensiver als andere Menschen. Die Bemerkung der Therapeutin, dass es ein halbes Jahr abwärts gehen kann, ist sehr grenzwertig. Bitte ziehe nicht den Stecker, ich schließe mich den Worten von Sanne 2 an.
Für morgen drücke ich die Daumen, dass du im Netzwerk einen Therapeuten findest, der dir weiterhelfen kann.
Außerdem schicke ich ein großes Kraftpaket auf die Reise,

Liebe Grüße,Elisabethh.
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  #15  
Alt 22.02.2017, 17:55
BuntesSchaf BuntesSchaf ist offline
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Standard AW: Trauerbegleitung oä

Ich war heute bei einer Psychotherapeutin der Ambulanz in Marburg- und bedauere sehr, dass ich bei dieser Frau nicht die Therapie machen kann. Seit dem Tag der Embolie hatte ich heute zum ersten mal das Gefühl mit jemandem zu sprechen, der WIRKLICH weiß, wo von ich rede. Ist ist im direkten Dialog doch noch mal was anderes, als in der Schriftform. Ihr Wissen um die biologischen und medizinischen Hintergründe (hypoxischer Hirnschaden) haben tatsächlich heute einen (kleinen) Teil der (gefühlt riesigen) Last, die ich mit mir herumtrage, genommen.
Auch mal keinen Vorwurf zu hören, wenn man sagt, dass man nicht mehr will, dass es einem zu viel ist, und das eine eigene, fortschreitende Erkrankung einem als Chance (Exit) erscheint, ist eine positive Erfahrung für mich gewesen.
Die Erkenntnis des Tages ist für mich: ich darf auch nicht mehr wollen, wenn ich nicht mehr kann
In einem Nachbarort ist ein Therapieplatz frei und am kommenden Dienstag ist der Ersttermin. Ich hoffe, das mir auch diese Therapeutin helfen kann. Und dann sehen wir weiter.
Jetzt steht erst mal die Eiger Nordwand in Form der Beerdigung am Samstag vor mir- es wird nicht leichter, wenn die Schwiegereltern sagen, dass sie hoffen, den Tag ohne Notarzt zu überstehen.. Nun ich hoffe, dass dem so ist und das ich meinen Mann mit Würde beerdigt bekomme. Ein Fuß nach dem anderen , ein Tag nach dem anderen
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