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  #1  
Alt 25.11.2012, 09:25
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Kleeblattkind Kleeblattkind ist offline
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Standard Eiweisszufuhr bei Krebs????

Hallo ihr da draussen,
bin sehr unsicher, meinem vater (Metastasen in der Leber ohne bisherig gefundenen Primärtumor, Bericht in "andere Krebserkrankungen, CUP-Syndrom) wurde gesagt, er solle viel Eiweiss zu sich nehmen..!!!

Aber:
Wenn ich nun google, Eiweiss in Bezug auf Krebs, wird eher berichtet, dass viel Eiweiss krebs begüstigt ???!!!

Was soll diese Aussage der Ärzte??? Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass nun viel Eiweiss wirklich gut tut.

Bitte dringend um Antworten aus evtl. eigener Erfahrung..

Liebe Grüsse, Lotti, die Tochter....
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  #2  
Alt 25.11.2012, 09:55
Ilse Racek Ilse Racek ist offline
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Standard AW: Eiweisszufuhr bei Krebs????

Liebe Lotti


viele Ratschläge unserer Alten werden inzwischen - sozusagen nach einer gewissen Erkenntnis-Pause - neu unters Volk gebracht.

Ich bin eine relativ moderne Alte und erinnere mich, dass früher - wenn Leute beispielsweise schlechte Leberwerte bescheinigt bekommen haben - der Rat gegeben wurde, viel Mager-Quark und dergleichen zu sich zu nehmen

Grundsätzlich muss man wohl sagen, dass berzüglich "Hausmittelchen" sozusagen jeden Tag eine andere "Sau durchs Dorf getrieben" wird und man bei schwerwiegenden Erkrankungen sich möglichst nicht einseitig informieren sollte.

Ärzte wegen Ernährungs- oder Nahrungsergänzungs-Tipps um Rat zu fragen hat d e n Haken, dass es m.E. dahingehend drei Verhaltensweisen gibt:

- Ärzte die NICHTS von gezieltem Ernährungsverhalten wissen wollen bzw. dahingehend
sogar manchmal fuchsteufelswild werden

- Ärzte, die sich wegen Ernährung bei bestimmten Krankheiten nie richtig informiert haben

- und Ärzte, die trotz oder wegen guter Recherchen dringend von Ernährungsumstellung
oder Nahrungsergänzung a b r a t e n und ganz besonders zu Normalität raten.


Ich habe mich während der Therapie und danach sozusagen zwischen allen Ansichten durchgeschlängelt und haben den Tipp einer Ernährungsberaterin aus der AHB beherzigt, abwechslungsreich und nicht so fleisch-lastig zu essen


Dir und natürlich besonders Deinem Vater wünsche ich alles erdenklich Gute

mit herzlichen Grüßen
__________________
Ilse
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  #3  
Alt 25.11.2012, 11:21
J.F. J.F. ist offline
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Standard AW: Eiweisszufuhr bei Krebs????

Hallo Lotti,

es kommt halt immer darauf an was und wie man die Suchmaschinen "füttert". Wer gezielt negative Dinge finden will wird sie auch herauslesen . Dabei steht meist im gleichen Artikel, Facharbeit etc auch das positive.

Eiweisse bestehen aus Aminosäuren. Diese benötigt der Körper u.a. um die körpereigene Abwehr zu stärken, um zB auch Tumore zu finden und zu eliminieren. Unter den sogenannten Immuntherapien gibt es das Interferon alpha. Ist eine Kette aus zig Hunderten Aminosäuren und wird bei CLL, Nierenzellkarzinome und Melanome als Chemotherapie eingesetzt. Dieses Interferon bildet der Körper, wenn seine weißen Blutkörperchen aktiv werden. Diesen Umstand nutzt man in der Medizin dann indem man weitaus größere, nunmehr chemisch hergestellt, Mengen dem Patienten verabreicht. Um eben das Immunsystem zu unterstützen. Die Abwehrstärke nimmt zu. Bei den Melanomen z.B. ist es die bisher einzig anerkannte adjuvante Therapie.

Um es gleich vorweg zu nehmen, nein, Deinem Vater wird man das Interferon wohl nicht geben, denn in der Menge wird er mit seiner eh schon belasteten Leber noch mehr Ärger bekommen. Aber in den körpereigenen Mengen kann es einiges bewirken.

Vielleicht noch am Rande, die Leber kann mit Eiweiß aus Pflanzen und Milchprodukten besser umgehen als mit dem aus Fleisch oder Eiern. Denn wir reden hier von normalen Tagesrationen. Nicht von Unmengen, wo tatsächlich abgewogen werden muß, ob der Patient das Interferon alpha in erhöhter Dosis bekommen darf. Denn es gibt da einige Ausschlusskriterien.
__________________
Viele Grüsse
JF



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  #4  
Alt 25.11.2012, 17:45
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Kleeblattkind Kleeblattkind ist offline
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Standard AW: Eiweisszufuhr bei Krebs????

Vielen Dank für eure Antworten...also hab ich es nun so verstanden:

Eiweiss ja, aber nicht Unmengen an Tierischen, sondern eher Milchprodukte, Yogurth, Quark etc...

Wie sieht es mit Kohlenhydraten aus?? Diese auch eher mindern???

So in der Art des Low Carb Verfahrens.... und beim Fleischkonsum auf fettarme Varianten wechseln??? Tierische Fette in größeren Mengen ärgern die Leber ja sicher...

Mein Dad ist sich total unsicher wie er sich ernähren soll

Und ich kann auch nicht mit Rat zur Seite stehn...
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  #5  
Alt 25.11.2012, 20:21
J.F. J.F. ist offline
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Standard AW: Eiweisszufuhr bei Krebs????

Hallo Messiaggio,

hier vielleicht ein Link zu den Internisten im Netz über Aufbau und Funktion der Leber:
http://www.internisten-im-netz.de/de...ktion_852.html

Daraus:
Aus den Eiweißbausteinen stellt die Leber viele wichtige Eiweiße her. So produziert sie z. B. die Gerinnungsfaktoren, die das Blut bei Verletzungen gerinnen lassen und das C-reaktive Protein (CRP), das eine wichtige Rolle bei Entzündungen im Körper spielt. Außerdem bildet sie Eiweiße für den Transport von Fetten oder von Hormonen im Blut. Auch ein Großteil des körpereigenen Cholesterins wird von der Leber hergestellt und zur Bildung der Gallenflüssigkeit verwendet. Jeden Tag produziert die Leber so 1 Liter Galle, die die Fette in der Nahrung verdaulich machen
und
Die Galle wird in den Zellen der Leber produziert. Diese geben die Gallenflüssigkeit zunächst in winzige Gallekanälchen zwischen den Leberzellen ab. Von dort fließt sie dann durch die Lebergallengänge und den Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm. Kurz davor mündet der Gang aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in den Hauptgallengang.



Hallo Lotti,

es gibt bestimmt in der betreuenden Klinik hauseigene Ernährungsberater, die Deinem Vater helfend zur Seite stehen können. Und wenn nicht, kann der Hausarzt eine Verordnung für eine Ernährungsberatung ausstellen. Antrag zur Bezuschussung bei der Krankenkasse abgeben und da kann man auch gleich nach einer Adresse eines Ernährungsberaters mit onkologischen Hintergrund fragen. Aber erst würde ich in der Klinik nachhaken.

Denn einfach mal allgemein eine Aussage über Kohlenhydrate, Fett, Eiweisse zu treffen wäre unbedacht. In der heutigen Zeit nehmen wir zuviel Zucker, zuviel Salz, zuviel Fett etc zu uns. Was davon braucht der eine mehr, was der andere weniger? Aber das kann der Fachmann bestimmen. Oder gerade wie im Falle Deines Vaters ihm helfen die Leber zu entlasten, ja sogar zu unterstützen. Er soll nicht einfach irgendwas nehmen (wie zB Nahrungsergänzungsmittel).
__________________
Viele Grüsse
JF



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  #6  
Alt 26.11.2012, 09:35
Ilse Racek Ilse Racek ist offline
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Standard AW: Eiweisszufuhr bei Krebs????

@J.F

Obwohl ich mich - zwar laienhaft aber immer mal wieder - mit Ernährungsfragen beschäftige, lerne ich bei solchen Beiträgen immer wieder was dazu.

Danke Dir

mit herzlichen Grüßen
__________________
Ilse
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  #7  
Alt 26.11.2012, 11:51
Wangi Wangi ist offline
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Standard AW: Eiweisszufuhr bei Krebs????

Hallo Kleeblattkind,

ich habe seit meiner Erkrankung und auch schon vorher nicht so drauf geachtet, sondern das gegessen worauf ich Lust hatte, bin aber auch sehr schlank, von daher brauchte ich das auch nicht. Jetzt nach der Erkrankung bin ich froh überhaupt wieder essen zu können.
Aber warum ich eigentlich antworte, du hast geschrieben "Eiweiss ja, aber nicht Unmengen an Tierischen, sondern eher Milchprodukte, Yogurth, Quark", aber genau DAS ist tierisches Eiweiß.
Du kannst hier ja mal über Pflanzliches Eiweiß nachlesen: http://www.med.de/gesundheit/ernaehr...s-eiweiss.html

Alles Gute für deinen Vater

Lieben Gruß
Wangi
__________________

Geändert von gitti2002 (26.11.2012 um 12:00 Uhr) Grund: Beiträge anderer User nicht in der vollen Länge noch mal als Zitat ins Forum stellen
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  #8  
Alt 26.11.2012, 19:29
Benutzerbild von Kleeblattkind
Kleeblattkind Kleeblattkind ist offline
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Standard AW: Eiweisszufuhr bei Krebs????

Vielen dank für eure zahlreichen Antworten,
man lernt echt nie aus...

Ok, dann wohl so:

Pflanzliche Eiweisse, wie sojadrinks etc...

und keine Nahrungsergänzungsmittel.

Und wenn tier. Eiweisse, dann die mit wenig Fett...

ich denk mal mal so fahren wir gut ?!

Wie sieht es aus mit roten Früchten und Gemüsesorten? Senf? Grüner Tee?
Die sollen auch krebshemmend sein.

Leider baut seit heute mein Vater etwas ab, der Appetit wie er bis die Tage zuvor noch da war, verschwindet... er hat heute abend keinen Appentit und ist sehr müde

Das zieht mich wieder runter, und zeigt mir, wie der krebs in seinem Körper Hand nimmt...ich war die Tage und Wochen immer so froh, dass er noch soo gut Appetit hatte...

Und jetzt zieht sich der Appetit zurück, obwohl noch keine Chemo gestartet ist... das ist wohl auch ein Symptom vom Krebs, oder????
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  #9  
Alt 26.11.2012, 22:47
J.F. J.F. ist offline
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Standard AW: Eiweisszufuhr bei Krebs????

Hallo Lotti,

grüner Tee mit Vorsicht. Denn es gibt Studien, die besagen das grüner Tee die Wirkung von bestimmten Chemotherapien aufhebt!

Sojamilch ebenfalls mit Vorsicht. Denn Soja beeinflusst die Schilddrüse negativ. Und eine Studie vermutet eine Erhöhung von Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Außerdem hemmt es die Eiweißaufnahme. Folgen könnten Magenreizungen sein. Braucht kein Mensch

Und ich bleibe dabei : Frag in der Klinik nach einer Ernährungsberatung.

Senf ist gesund, klar. Regt die Durchblutung von Leber und Darm an, der Gallenfluß wird angeregt. Aktiviert Enzyme.

Du merkst . Ernährung kann gaannnnzzz schön anstrengend sein
Aber eins darf man nicht vergessen . Der Betroffene darf und sollte essen was er möchte und verträgt. Sonst wird das alles noch mehr zu einem Alptraum.

Dein Vater ist doch in der Klinik, dort gibt es auch was zu essen . Schaut mal was da auf den Teller kommt Denn jetzt ist erstmal die Chemo und ihre Wirkung inklusiv Nebenwirkungen massgebender. Da soll und kann er essen was er möchte.
__________________
Viele Grüsse
JF



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