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  #1  
Alt 04.04.2011, 00:49
Ka-Ramba Ka-Ramba ist offline
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So, jetzt bin ich also auch mit von der Partie...

Ich bin 29 komme aus dem Süd-westlichsten Teil Deutschlands und habe heute Abend auch die Diagnose erhalten "Hodentumor"...

Ich habe in diesem Forum noch nicht viel gelesen, aber ich dachte mir anmelden und mal ein paar Worte sagen schadet nicht, also tue ich es.

Angefangen hat es heute morgen, als ich unter der Dusche eine deutliche Veränderung gespürt habe. Der rechte Lucky-Ball war hart wie Stahl (sonst ja eine Wunschvorstellung ) und ca. 1 1/2 mal so groß... oder doppelt so groß vielleicht... Weh getan hat nix. Und gestern um ca. 14.00 Uhr war noch alles wie immer, heute morgen um 10.00 Uhr wars dann so, wie gesagt ohne Schmerzen.

Nach etwas googelei war der Griff zum Telefon und der Termin in der Notfall-Urologie eigentlich nur noch Formsache. Der Artzt war sehr nett und die Untersuchung war überhaupt nicht "komisch" oder "entwürdigend" oder sonstwas... War eigentlich wie wenn man den Fuss untersuchen lässt. Wundert mich dass da manche "Scheu" davor haben... ist wirklich mehr als harmlos...

Nach etwas Fummeln, Drücken und einem Ultraschall stand die sache relativ schnell fest. Ein Tumor hat sichs bequem gemacht. Der Tumor ist IM Hoden, also von Hoden-"Material" umschlossen und wohl heute nacht ausgeblutet oder sowas. Deswegen die Schwellung... Ob das jetzt gut oder schlecht ist, weiss ich nicht... ich vermute mal eher schlecht, da das Ding dan ja schon länger drin sein kann...

Blut wurde gleich abgenommen, die OP ist am Dienstag, nähere Befunde kommen am Dienstag denke ich.

Meine Einstellung zu der Sache ist bisher noch "ganz ok" würde ich beaupten. Ich bin mir schon bewusst, dass das kein Kinderschnupfen ist, aber momentan bin ich mehr auf dem Standpunkt "Tumor?! Den mach ich platt... Wollen wir doch mal sehn wer hier am Ende lacht.." Und die Heilungsaussichten sind ja auch ganz gut. Das Spiel wurde angepfiffen, also spiel ichs auch mit !

Momentan bin ich dabei, das Internet komplett nach dem Thema zu untersuchen und finde natürlich viele Sachen die mal beruhigen, mal eher beunruhigen... z.B. die Sache mit den Rückenschmerzen...

Ich werde glaube ich eine art Blog oder sowas aufsetzen oder ein Tagebuch schreiben oder sonstwas... irgendwie muss man die Zeit ja rum kriegen...

Soviel zu meiner Vorstellung.

Viel Grüße aus dem Süden
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  #2  
Alt 04.04.2011, 09:17
didi7571 didi7571 ist offline
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Guten Morgen !

Tut mir leid dass Du auch Probleme hast.

Ich hatte fast die gleichen Symptome Anfang März, mittlerweile geht es mir ganz gut wobei ich erst in 2 Tagen endgültig erfahre, ob es sich überhaupt um einen bösartigen Tumor handelt. (momentan geht es in die Richtung, dass die Sache für mich erledigt ist da CT und Tumormarker sauber waren)

Leider bin ich erst Mitte März, als es durch hinzukommende höllische Schmerzen mit Fieber gar nicht mehr ging mit einer massiven Schwellung bis weit in die Leiste mitten in der Nacht in die Notaufnahme der Urologie gegangen...
Diagnose war V.a. Hodentumor links - Hoden und Nebenhoden nicht differenzierbar, massive Schwellung des Skrotums bis in die Leiste, sofortige stationäre Aufnahme.
Bei der Entfernung des linken Hodens am gleichen Tag konnte im Schnellschnitt kein Tumor bestätigt werden, da der Hoden fast nicht mehr durchblutet und schon komplett von einer eitrigen Gewebseinschmelzung mit Gasbildung befallen war.

Mittlerweile geht es mir aber schon wieder so gut, dass ich gestern bei dem schönen Wetter schon vorsichtig 15 km mit dem Mountainbike (natürlich nur auf dem Radweg) schmerzfrei unterwegs war.

Ich wünsche Dir alles Gute für die morgige OP.

LG
Dietmar
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  #3  
Alt 04.04.2011, 09:46
Bilskirnir Bilskirnir ist offline
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Unglücklich AW: ...Willkommen im Club...

Hallo schade das du jetzt auch zu uns gehöhrst mich hat es auch getrofen hatte vor einer Woche ne Op und warte jetzt aufs Ergebnis. Ich wünsche dir viel Glück in den nächsten Tagen und Wochen, das wird schon wieder alles gut werden bei uns und wir werden es schon schaffen, ich bin froh das ich das Forum hier gefunden habe den da wird man beruhigt wie gut die Heilunvschancen sind. Wie meinste das mit Rückenschmerzen die hatte ich blos vom einseitigen liegen aufm Rücken Bewegung bewirkt da wunder.

Geändert von Bilskirnir (04.04.2011 um 09:49 Uhr)
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  #4  
Alt 04.04.2011, 09:48
Gerdsch Gerdsch ist offline
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Hallo.
Wünsch dir alles gute damit du dein "Spiel" gewinnst.
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  #5  
Alt 04.04.2011, 10:02
Ka-Ramba Ka-Ramba ist offline
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Hallo Bilksimir

Erstmal danke an alle für die netten Worte!
Mit den Rückenschmerzen meinte ich so, dass Rückenschmerzen wohl ein Sympthom für ein fortgeschritteneres Stadium sein kann. Aber da ich als 1,89m großer, zu-selten-sport-machender quasi eh schon "immer" rückenschmerzen hatte hoffe ich mal nicht, dass meine aktuellen Schmerzen duch haufenweise Methastasen die auf irgendwelche Nerven drücken kommen, sondern nur "standard-Schmerzen" sind... so fühlen sie sich zumindest auch an...

Morgen weiss man mehr denke ich...

Grüße
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  #6  
Alt 06.04.2011, 12:38
Ka-Ramba Ka-Ramba ist offline
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Hallo zusammen,

Ich dachte ich halte das Forum auf dem Laufenden...

Gestern morgen gegen 12.30 hatte ich also die OP, heute, Mittwoch 11.00 sitze ich bei mir daheim auf dem Sofa und verzweifle am TV-Programm... Kommt wirklich nur so viel Schrott am Vormittag/Mittag ??

In diesem Falle ist die OP gut gelaufen, habe auch weder Schmerzen noch Hämatome oder sonstige Probleme. Einzig die Naht "merke" ich logischerweise. Aber auch nur bei bestimmten Bewegungen... Also alles in alem würde ich sagen OP bestens überstanden.

Jetzt habe ich noch 2 Überweisungsscheine für ein MRT und ein CT, das in den nächsten Tagen stattfindet.

Die postoperativen Werte der Tumormarker sind:

B-HCG 238
Kritische Werte: ab 1000
A-FP 218
Kritische Werte: ab 5000

Somit also doch recht gut.

Hier gibt es ja genug, die auch gerade damit zu kämpfen haben... Vielleicht noch ein "Tip", auch wenn er sich noch so hart anhört..

Versucht das irgendwie mit "Humor" im weitesten Sinne zu sehen. Zumindest mein Freundeskreis hatte damit überhaupt keine Probleme. Ich habe auch überhaupt nicht versucht, die Sache "klein" und bedeckt zu halten, sondern habe am Abend der Diagnose eine Mail an alle Freunde rausgehauen, aber ohne "alles Schlimm" sondern einfach "normal" und mit einem Augenzwinkern...

(Bei interesse kann ich euch die Mail gerne zuschicken)

Und da ist die Frage wer jetzt die härtesten Eier hat im Freundeskreis (bei ner Prothese natürlich) endgültig geklärt... ;-)

Ich glaube ein starker Freundeskreis hilft enorm... Mir zumindest. Ich habe auch nach der OP immer gleich "Statusmeldungen" durchgegeben und hatte dank email und iPhone (Whatsapp ist genial) wirklich nie das Gefühl alleine zu sein. Im Gegenteil... ICh habe mich wirklich köstlich amüsiert über Fotos von abgebissenen Marzipan-Eiern...
Ob das jetzt makaber ist oder nich, sei dahin gestellt, ich komme so bestens damit klar.

Ich weiss nicht ob ich die sache ZU locker sehe, aber es hilft ja nix. Ich habs ja schonal geschrieben... der Ball ist im Spiel, also spiel gefälligst mit. Und etweder du machst es mit erhobener Brust und Stärke, oder du fällst in dir zusammen.

Ich wünsche auf jeden Fall allen, die damit kämpfen dass sie ebenso einen starken Freundeskreis ihr eigen nennen dürfen wie ich. WIrklich, traut euch, ihr werdet überrascht sein, wie viele sich positiv über einen offensiven umgang damit äussern. Und wer es nicht tut, verdient eh nicht als Freund/in tituliert zu werden ;-)

Man muss natürlich auch respektieren, wenn sich manche gar nicht dazu äussern. Klar. Aber der Großteil hat sch wirklich NUR positiv geäussert.

So, weiter geht die Reise, ich würde sagen der erste Satz ging mal an mich

Grüße

P.S. Mein Highlight heute:
Ein Freund hat sich in seinem Auto (immerhin ein netter BMW) einen heftigen Kratzer beim Enparken gezogen und muss jetzt zum Lackdocktor.

"Aber lieber Lack-Doktor als Sack-Docktor, der wird teurer" meinte er dann
Fand ich super
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  #7  
Alt 10.04.2011, 00:57
Ka-Ramba Ka-Ramba ist offline
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Standard Angst vor der Op - Lesen zum Mut machen !!

Hallo,

da ich doch hier immer wieder lese, wie viele Leute doch Angst vor der OP haben den Tumor bzw. den Hoden zu entfernen sei hier mal meine Geschichte ans Herz gelegt, (Prothese wurde eingesetzt)

Die "Eckdaten"
- 29 Jahre
- 1,90 m
- ca. 88kg
- weder sportlich noch unsportlich... normal halt...
- Nichtraucher
- kein übermäßiger Alkoholkonsum, aber feiern am Wochenende ist mir alles andere als fremd...

Es soll hier nur um die OP an sich gehen, nicht um die Diagnose, den Verlauf, CT, MRT oder sonstiges, rein die OP.

Der EXAKTE und ungeschönte bzw. unfrisierte ablauf:
(alle Tage befinden sich in der gleichen Woche )

- Sonntag, 18.00 Uhr Diagnose
-- Termin für OP Dienstag

- Dienstag, 7.00 Uhr Ankunft Krankenhaus

- Dienstag, 12.30 Uhr Beginn der Anästhesie

- Dienstag, 13.30 Uhr aufgewacht im Aufwachraum

- Dienstag, ca. 14.00 Uhr wieder "voll klar" (etwas tüddelig ist man nach der Op halt... wie angetrunken, aber alles andere als unangenehm)

- Dienstag, 21.00 Uhr aus dem Bett aufgestanden

- Mittwoch, 9.00 Uhr Visite "Gehts gut?" - "Joa... ganz gut eigentlich"

- Mittwoch, 10.45 daheim auf dem Sofa, TV Programm.

- Donnerstag, kompletter Tag Sofa-Ruhe, mittlere langeweile

- Freitag, langeweile, 11.00 Uhr ins Büro gelaufen, ca. 4km, in Flip-Flops

- Samstag kompletter Tag auf den Beinen bei einer Sport-Veranstaltung. Natürlich nicht mitgespielt, aber rumgelaufen, rumgesessen, Sachen rumgetragen...

Bisherige "Nebenwirkungen" oder Beschwerden

- NAhtstelle ca. 6-7cm, absolut sauberer Schnitt, 1 Faden in längsrichtung, total unauffällig

- Hämathome, Blaue Flecken oder ähnliches: keine

- Schmerzen: die Nahtstelle ist etwas "härter" und ev. etwas geschwollen ist spürbar beim Draufdrücken, aber alles andere als schmerzhaft. Wie ein blauer Fleck vielleicht... die Kategorie "Schmerzen" eben.

- Prothese: absolut "angenehmes" Gefühl. Keine Schmerzen, kein "komisches" Gefühl, wie vorher, nur komplett keine Schmerzen wenn man etwas fester drückt

Das war es schon.

Liest sich vielleicht etwas unspektakulär, aber im Ernst, das ist wirklich halb so wild. Meine Wurzelbehandlung war wesentlich unangenehmer finde ich.

Ein Teil wird sicher auch Einstellungssache sein, aber glaubt mir, ihr schafft diese OP auch !! Ich hoffe dem einen oder anderen verschafft dieser Bericht etwas Mut !!

Grüße
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  #8  
Alt 10.04.2011, 23:18
Gerdsch Gerdsch ist offline
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Standard AW: Angst vor der Op - Lesen zum Mut machen !!

Also muss sagen ich find des genial wenn man sich alles genau merkt.
Ich zb hab ALLES vergessen bis auf ein paar kleine aber feine Eckdaten.
mfg
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  #9  
Alt 11.04.2011, 13:06
Bilskirnir Bilskirnir ist offline
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Standard AW: Angst vor der Op - Lesen zum Mut machen !!

Find ich eine super Idee das von dir hier reinzuschreiben, auch ich hatte "Angst" vor der OP, welche ja zum Teil völlig gerechtfertigt sind, wer ist da schon nicht ängstlich wenn die Ärzte an einen herumschnibbeln.

Jedoch muss auch mal bedenken, das die Ärzte natürlich ihr Handwerk bestens verstehen, da ist "unsere" OP ja blos ein kleiner Handgriff, ich weis garnicht wie lange sie bei mir gedauert hat.

Hier mal etwas zu mir und wie es mir erging.

OP: Ich glaube ich wurde so um 07:00 Uhr operiert, aufgewacht bin ich dann so gegen um 11:00 Uhr soweit ich mich erinnern kann, dann wurde ich auf die Station geschoben und bin erst aufgewacht als die Visite kam. Mir ging es nicht schlecht, blos abgesehen von der Narbe die ein wenig drückte, aber ich denke mal es gibt schlimmeres, am nächsten Tag konnte ich dann schon aufstehen, ich fand Bewegung tat mir gut (also immer mal nen bissl im Zimmer rumgelaufen), nach 3 Tagen füllt sich das dann an wie leichter Muskelkater nach "Rumpfheben" also echt nichts schlimmes.

Über eine Prothese kann ich leider nicht berichten, da ich keine habe.
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  #10  
Alt 11.04.2011, 15:51
Rainman Rainman ist offline
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Standard AW: Angst vor der Op - Lesen zum Mut machen !!

Hi,
was ich bei dir Bilskirnir nur wundert ist, dass zwischen der Feststellung des Verdachts auf Hodentumor und der OP 19 Tage vergangen sind... wurde da bewußt solange gewartet?

Bei mir wurde das Montagmorgen verdächtigt, diagnostiziert und am Dienstag-Abend war das Ding draussen...
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  #11  
Alt 12.04.2011, 15:04
Bilskirnir Bilskirnir ist offline
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Standard AW: Angst vor der Op - Lesen zum Mut machen !!

Frag mich auch warum sie so lange gewartet hatten, mich ham sie dann im Krankenhaus auch gefragt gehabt, nicht einmal Blut wurde mir beim Urologen abgenommen, bei der Untersuchung.
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  #12  
Alt 02.05.2011, 12:28
Andree Andree ist offline
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Standard AW: Angst vor der Op - Lesen zum Mut machen !!

Mal was zum Zeitraum:

Bei mir war die Diagnose am 20.12. und die OP am 06.01.
Ich denke das wegen des Wetters, Schnee und Glatteis die OP's immer belegt waren und viele Docs im Urlaub waren. Ich glaube deshalb wurde ich auch vom Urologie-Chefarzt operiert, wofür man als Kassenpatient normal viel Geld dazuzahlen müsste. Eigentlich war ich auch etwas froh so lange warten. So hatte ich Zeit mich auf die OP einzustellen und die Diagnose zu verdauen. Weihnachten war ich dann auch Zuhause.

Und noch was zur OP:

Es war meine erste OP, die erste Narkose und mein erster Krankenhausaufenthalt.
Am meisten Angst hatte ich vor der Narkose, aber danach kann ich sagen: Am besten nichts mehr ohne. So gut hab ich noch nie geschlafen.

Donnerstags war die OP und Sonntag konnte ich auf eigenen Wunsch wieder nach Hause. Ich bin auch gleich 1 Tag nach der OP wieder in der Klinik rumgelaufen.
Hab mir vielleicht etwas zu viel zugemutet und hab die Narbe vielleicht zu sehr belastet. Also man sollte sich danach echt schonen. Zuhause konnte ich durch meinen Übereifer als Retourkutsche 14 Tage nur auf dem Rücken liegen, nicht niesen, nicht husten, kaum laufen und auf der Toilette nur gaaaanz behutsam "drücken".

Bei aller Angst vor der OP, hab ich mir immer gesagt das es immer noch besser ist als eine OP am Herzen oder am Gehirn.

Nicht umsonst sagt ja jeder Arzt das Hodenkrebs die "beste" Krebsart ist.
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  #13  
Alt 12.04.2012, 20:28
Ka-Ramba Ka-Ramba ist offline
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Standard Lesen zum Mut machen... Wie es auch laufen kann...

Hallo zusammen,
ich habe hier vor ein paar Monaten schonmal etwas geschrieben, habe es dann aber wieder etwas vernachlässigt.

Da ich vor 9 Tagen meinen ersten Jahrestag hatte und vorgestern mein 4. MRT (bzw. CT) möchte ich das zum Anlass nehmen, um auch mal einen (bis dato) positiven Verlauf darzustellen.

+++ LOS GEHTS +++

Ich glaube viele suchen erstmal Orientierung nach der Diagnose und sind erstmal total aus der Bahn geworfen. Gerade das Internet ist der beste Weg sich komplett selbt in die Irre zu treiben und das schlimmste vom Schlimmen zu erwarten...

Mir ging es nicht anders. Es gibt da die eine oder andere Internetseite mit Erfahrungsberichten, die einem erstmal ein seeeehr krasses Bild zeigt. Dazu kommt noch die totale Unwissenheit und das zusammensammeln sämtlicher Informationen... Jeder hier weiss was ich mein.

Man malt sich dann die eigene Geschichte in den dunkelsten Farben aus und ist komplett down.

Das hat vermutlich damit zu tun, dass man im Netz definitiv NUR die Fälle liest und findet, die problematisch, komisch, ungewöhnlich oder gefährlich sind oder waren.

Die "einfachen", gut gegangenen Fälle liest man NIE. Warum auch. Der Betroffene hat keinen Grund seine Erfahrungen zu teilen... ist ja alles gut gegangen.

Ich möchte dem etwas entgegen steuern.

Meine Geschichte ist nämlich bisher wirklich mehr als gut und unspektakulär verlaufen.

+++ DIE DIAGNOSE +++

Ein Sonntag.
Unter der Dusche.
Hartes Ei, Google, Shock, Krankenhaus, Urologe "Ein Tumor, ja".

Werte:
AFP: um die 200
BHCG: um die 200

35% Ebryonales Karzinom
5% Seminom
60% Reifes Teratom
keine Gefäßinvasion

Ein sehr frühes Stadium also, was mein Glück war.

+++ Die OP +++

Folgender Dienstag. 7.00 ins Krankenhaus, 9.00 Uhr Op, 10.00 Uhr fertig, 11.00 Uhr wach, 14.00 Uhr wieder "klar.
Schmerzen: KEINE bz. minimal.
Wie ein Blauer Fleck vielleicht. Aber alles andere als "schmerzhaft". Keine Schmerztabletten genommen.

Mittwoch: 13.00 Uhr aufgestanden und nach hause gegangen.
Donnerstag: 1 Tag Sofa Ruhe
Freitag: Ins Büro gelaufen, 5km, in Flip Flops
Samstag: Sportveranstaltung. Nicht mitgespielt aber den ganzen Tag auf den Beinen gewesen.
Freitag nächste Woche: Faden gezogen. Schnitt unauffällig, keine Schmerzen. (bis heute nicht)

Der Genaue Zeitliche ablauf ist auch irgendwo im Forum zu finden...

+++ CT, MRT usw. +++
Das ist wohl die großte psychische Belastung. Ist was da, ist alles gut usw... jeder kennt die Fragen.

Bei mir wars so:
2 x CT und 2 x MRT bisher alles ohne Befund.
Sämtliche Blutwerte waren auch immer gut.
CT und MRT an sich sind harmlos. In die Röhre fahren, bilder machen und gut. Zwischendrin gibts Kontrastmittel in die Blutbahnen, aber auch harmlos.
MRT dauert ca. 20 min, CT ca. 5.

+++ CHEMO und BESTRAHLUNG +++
Nein.
Ich hatte weder das eine, noch das andere. Eine engmaschige Überwachung war in meinem Fall die Wahl der Waffen und auch von der Zweitmeinung so empfohlen. Das bedarf einer gewissen Termintreue und Konsistenz, aber das is machbar !

+++ FAZIT +++
Das wars schon. Unterm Strich hat mich mein Tumor folgendes gekostet:

1 Ei (dafür 1 aus Silikon )
1 Woche "krank" bzw. nicht Arbeiten. Krank war ich so gesehen nicht.
4 x MRT bzw. CT
5 x Blutwerte checken.
That's it.

Bisher seit einem Jahr ohne Beschwerden, ohne Schmerzen, ohne Fortschreiten der Erkrankung.
Alle "Funktionen" sind unverändert. Sämtliche Flüssigkeiten kommen wie zuvor auch raus wo und wann sie rauskommen sollen. Sämtliche Blutwerte sind normal, Testostheron normal... Alles im Grünen Bereich.

Meine Geschichte soll jetzt aber auf keinen Fall die Sache "verharmlosen" oder andere Geschichten verunglimpfen. Ich hoffe das ist allen Mit-Betroffenen klar !!

Ich möchte einfach nur den vielen "Neu-Mitgliedern im Club" auch mal einen Lichtblick bieten. Die Perspektive dass es auch komplett anders kommen kann als man erstmal annimmt.

Jungs: Kopf hoch, das wird und es gibt 1000 schlimmere Sachen.

Grüße
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  #14  
Alt 13.04.2012, 00:04
Andy66 Andy66 ist offline
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Hi Ka-Ramba,
das klingt ja wirklich super ermutigend, danke. Ich stehe grad am Anfang der Geschichte, ein Ei raus, und jetzt die Entscheidung, adjuvante Chemo ja oder nein. Ich tendiere eher zu Wait-and-See, so wie du.

Aber, wie du die OP weggesteckt hast, alle Achtung. Ich hab volle zwei Wochen nicht lachen oder husten können ohne zusammenzuzucken. Ok, bin auch schon 45, nicht mehr der jüngste HK Patient

Sag mal, warum haben sie bei dir abgewechselt zwischen CT und MRT? Macht das die Vergeliche mit den vorigen Bildern nicht viel schwieriger? Oder ging das von dir aus?
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  #15  
Alt 13.04.2012, 01:22
Ka-Ramba Ka-Ramba ist offline
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Hi,

erstmal alles Gute für dich. Das packst du auch locker !!

Ups, Ich hab mich da glaub bissle falsch ausgedrückt, sorry.

Ich hatte erst 2 x CT, zwecks Geschwindigkeit und Vergleichbarkeit der Bilder, das 3. und das 4. waren dann jew. MRT wegen der wenigeren Belastung.
Alles folgende wird dann MRT sein...

Dann zu Wait&See oder Chemo kan ich dir keinen ultimativen Rat geben, aber MEINE Überlegungen sagen.
Wobei ich wie gesagt in einem sehr frühen Stadium war und keine Gefäßinvasion hatte und nur um die 35% Embyonales Karzinom hatte und 65% reifes Teratom (das ist sozusagen der Jackpot)... Alles so gesehen "Glücksfälle"

Eine Chemo ist ein Angrif auf deinen Körper. Und zwar kein kleiner. Da wird mit einer ziemlichen Keule drauf gehauen. Und ich meine nicht so kleinkram wie Überlkeit, flaues Gefühl oder Müdigkeit... Ich meine ein Angriff auf Zellen. Und so eine Keule "sicherheitshalber" zu schwingen ist schon ne Ansage.

Eine Zahl die ich mal gefunden habe war:
20% BRAUCHEN sicher eine Chemotherapie.
ca. 60-80% der "Sicherheits-Chemos" sind eigentlich zuviel des Guten
(Wo genau ich das gelesen hab weiss ich aber nicht mehr)

Es kommt aber bei W&S am meisten auf deine psychische Stärke an.
Die ist bei mir, glaube ich zu wissen, relativ hoch. D.h. ich komm mit der Sache eigentlich relativ gut klar. Klar war es am Anfang beschissen und man stellt sich 1000 Fragen, heult, denkt nach, zweifelt,... aber das geht vorbei.

Mit jeder Kontrolluntersuchung wird es besser, zumindest bei mir. Richtig hart waren bei mir die ersten 2.
Das erste CT um überhaupt mal einen Blick rein zu werfen, und das 2. ob sich was getan hat. Das ist schon ein Drahtseilakt.

Das 3. war dann schon besser, das 4. letzte Woche hab ich recht gut weggesteckt. Ohne große Nervosität und so... Etwas mulmiges Gefühl ist natürlich immer dabei, aber mit jedem mal wird es besser. Das muss man schon aushalten können. Ist aber zu schaffen in meinen Augen.

Ein Tip am Rande den ich jedem gebe:
"Hol dir Leute ins Boot". Bei mir weiss es z.B. der komplette Freundeskreis, Familie, eigentlich alle. Ich hab Massenmails rausgehauen und alle immer auf dem Laufenden gehalten, eine sogar direkt nach der OP. Zugegeben auch das muss man können und ist sicher nicht jedermanns Fall. Aber die Resonanz war zu 100% Positiv. Keiner der komisch gemacht hätte oder so... Und drüber reden bringt extrem viel. Mir zumindest. Hemmungen abbauen, "drüber schwätzen" (wie man hier sagt)
Klar haben manche gesagt "Hätte ich so nicht gemacht, aber find ich ganz stark wie du das gemacht hast..." Solche Reaktionen gab es schon, aber immer postiv.
Und am allerwichtigsten natürlich: der Partner !! Ich wäre ohne meine bessere Hälfte definitiv nicht so stark gewesen. :-)

So weit. Alles Gute, ich drück dir die Daumen !

Geändert von Ka-Ramba (13.04.2012 um 01:43 Uhr)
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